Modernes Klauenpflege-Management
Bei der traditionellen Klauenpflege unterscheidet man prinzipiell zwei Vorgangsweisen, die in sehr starkem Bezug zum saisonalen Geschehen im Kuhstall stehen.
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Lahmheit liegt heute an zweiter Stelle der Abgangsursachen. Dabei ist die Dunkelziffer hoch, denn häufig verstecken sich Fußmarode bei den Abgängen hinter Alter, Leistung, Euter und Fruchtbarkeit. Mit Sicherheit muss jedenfalls gesagt werden, dass mehr als 10 % lahme Kühe pro Jahr unwirtschaftlich sind.
Wie lässt sich diese Rate nach unten korrigieren? Klauengesundheit ist das Ergebnis eines sehr komplexen Zusammenspielens von Einflussfaktoren wie Stoffwechsel, Haltung, Genetik und auch Klauenpflege. In der Regel liegt die Ursache von mehr als drei Viertel der Lahmheiten an den Außenklauen der Hinterbeine und ist bedingt durch die Art, wie das Rindvieh geht und steht: Das Becken pendelt bei jedem Schritt von der Senkrechten nach außen, wodurch die Außenklaue mehr Belastung abbekommt als die Innenklaue. Der Körper versucht sich durch verstärktes Hornwachstum zu schützen (Schwielenbildung), was aber die Situation weiter verschlechtert und über kurz oder lang zu einer Klauenerkrankung führt
Die Aufgabe des Herdenmanagers ist es, die Belastungsverhältnisse an den Klauen laufend zu bewerten und rechtzeitig für eine Korrektur zu sorgen, um die Leistungsfähigkeit des „Teams“ zu erhalten. Dabei brauchen bestimmte Tiere mehr Aufmerksamkeit als andere. Empfehlenswert ist eine Pflegeplanung, eine gute Dokumentation sollte selbstverständlich sein.
Autor: Mag. Michael Hulek, Oberneukirchen
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