Landwirtschaft bäuerlich oder industriell?

Die bäuerlich gewachsene Landwirtschaft in Österreich ist gekennzeichnet von überwiegend kleinstrukturierten Einheiten mit familiärer Bewirtschaftung. Allein deshalb darf es nicht Ziel sein, Tiere in Massen zu halten und das Grünland über die natürliche Ertragsfähigkeit hinaus zu übernutzen.
Die bäuerlich gewachsene Landwirtschaft in Österreich ist gekennzeichnet von überwiegend kleinstrukturierten Einheiten mit familiärer Bewirtschaftung.
Die bäuerlich gewachsene Landwirtschaft in Österreich ist gekennzeichnet von überwiegend kleinstrukturierten Einheiten mit familiärer Bewirtschaftung.
Dem typischen österreichischen Familienbetrieb stehen Großeinheiten als Nachfolgebetriebe von LPG’s, Kolchosen, Sowchosen in Osteuropa und landwirtschaftlichen Industrien in Amerika usw. gegenüber. Daher müssen wir die Bewirtschaftungsunterschiede immer wieder klar herausstreichen sowie die Wertehaltung in Grünland- und Viehbetrieben sichern und den Konsumenten vermitteln, wie wichtig der Erhalt der heimischen Landwirtschaft ist. Die historisch entstandene und geschrumpfte (Realteilung) Flächenaustattung in Österreich liegt durchschnittlich bei 15 bis 20 ha pro Betrieb. Ja es gibt auch welche mit 50 bis 100 ha. Die durchschnittliche Größe einer Wiese und Weide liegt bei 0,5 ha. Die Anzahl der Milchkühe je Betrieb liegt bei 13 Stück und die durchschnittliche Milchquote bei 80 t/Jahr.

Endstation landwirtschaftliche Industrie
Die tierischen Leistungen werden in die Höhe getrieben ohne Rücksicht auf Verluste. Durchschnittsleistungen bei rund 1.000 Kühen von 11.000 l/Laktation, allerdings bei einer Lebensdauer von ein bis zwei Abkalbungen pro Kuh, ist ein hoher Preis. Die Mortalität bei den Kälbern liegt auch deutlich höher. Nachdem diese Betriebe oft gute Ackerflächen aufweisen, wird auch die fehlende Futterqualität aus dem Grünland über die Ackerkulturen kompensiert. Die Aktionäre oder die Grundbesitzer setzen einen Geschäftsführer ein, der diese industrielle Landwirtschaft als seinen Job durchzieht. Die Motivation für die Arbeit geht oftmals gei geringer werdendem Verantwortungsbewusstsein und bei fehlendem Bezug zum fremden Boden und den Tieren ohne Namen und zu den Maschinen, die nicht selber bezahlt wurden, verloren. In manchen Großbetrieben gibt es große Bestrebungen diese bäuerliche Sorgfaltspflicht wieder in den Betrieb zu holen.


Autor: Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 24 von „Der fortschrittliche Landwirt“

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veröffentlicht: 05.12.2012 10:37