Gruppensäugen Zuchtsauen in Futterkamp beforscht
Die Gruppenhaltung von laktierenden Sauen war bisher wenig erforscht und wirft viele Fragen auf. Wie verhalten sich Sauen und Ferkel in der Gruppe? Welche Auswirkungen hat diese Haltungsform auf die biologischen Leistungen? Die Universität Kiel hat sich der Fragen angenommen und einen Versuch gestartet. Die Ergebnisse sind verblüffend.
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An der Lehr- und Versuchsanstalt Futterkamp wurden sechs Abferkelbuchten (1,8 x 2 m) durch einen 13 m² großen Freilaufbereich verbunden. Jede Sau ist einer Abferkelbucht – mit Ferkelschutzkörben ausgestattet – zugeordnet und kann diese nach Erkennen des Ohrsenders betreten. Dabei öffnet die Tür, wenn die Lichtschranke hinter der Bucht die Ohrmarke erkennt. Der Erkennungsbereich ist nur knapp vor der Türöffnung, damit keine andere Sau vorbei in die Bucht drängen kann. Außerdem schließt die Tür nach drei Sekunden wieder, wenn die Sau die Bucht nicht betritt und öffnet erst wieder nach 30 Sekunden. „In 12 Durchgängen schaffte es nur eine Sau, die Technik zu überlisten und in die falsche Bucht zu gelangen“, zeigt sich Frau Bohnenkamp zufrieden. Denn auch das sei kein großes Problem, da jede Sau die Abferkelbucht einfach nach hintern wieder verlassen könne. Zudem ließe sich an der Zutrittseinstellung noch weiter feilen. „Wenn die Sau die Bucht betritt entsteht ein Kontakt mit der Lichtschranke über dem Abferkelkäfig. Solange die Lichtschranke Kontakt hat, schließt die Tür nicht“, so Bohnenkamp weiter. Die Schließgeschwindigkeit ließe sich über den Luftdruck individuell je nach Verhalten der Sauen weiter optimieren.
Gruppensäugen ab Tag 5
Die Sauen werden eine Woche vor der Abferkelung eingestallt und zur Abferkelung im Ferkelschutzkorb fixiert. Bereits einen Tag nach der Geburt können sie bereits wieder die Bucht verlassen. Eine für die Sauen bewegliche Türschwelle verhindert, dass die Ferkel zu früh in den Freilaufbereich gelangen. Erst ab dem fünften Tag nach der Geburt wird diese Türschwelle entfernt. „Wir stellten fest, dass die Saugordnung innerhalb der Würfe nach drei Tagen noch zu wenig ausgeprägt war und beobachteten vermehrtes Fremdsäugen“, erklärt die Wissenschaftlerin den Grund für die Wahl auf Tag 5. Ob ein späteres Gruppieren der Ferkel noch sinnvoller wäre, könne sie nicht beurteilen. Es konnte zwar vereinzeltes Fremdsäugen in der Phase der Vor- und Nachmassage festgestellt werden. Während des Milchflusses selbst seien die Würfe aber richtig sortiert gewesen, so Bohnenkamp. Außerdem sei Fremdsäugen beinahe ausschließlich im Freilaufbereich aufgetreten. Mit Fortdauer der Laktation verlagerten sich die Säugevorgänge bei den meisten Sauen von der Abferkelbucht in den Freilaufbereich.
Autor: Roman GOLDBERGER
Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 11 des Fortschrittlichen Landwirts nachlesen. Kostenloses Probeheft bestellen.
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