Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt

Antworten: 26
Name: Andi7 22-01-2012 08:44
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo KollegenInnen,

da ich die Grünlandumbruchstoleranz in diesem ÖPUL noch nicht ausgeschöpft habe spiele ich mit dem Gedanken Silomais anzubauen. Seit der Betriebsumstellung auf Bio vor fünf Jahren haben wir auf den Anbau von Silomais verzichtet und stattdessen erfolgreich Luzerne-Kleegrasmischungen angebaut. Da der Silomais die Grundfutterration doch erheblich aufwerten würde stellt sich mir die Frage, rechnet sich das überhaut?

Die Daten in der Abbildung habe ich aus den Standarddeckungsbeiträgen für Bio-Betriebe

Mich würde der Silomais schon reizen, aber wenn ich mir die Zahlen so ansehe und davon ausgehe das die Luzerne im Kleegrasgemenge den Ertrag noch mal erhöht und ich die Kleegrasbestände mindestens vier Jahre nutze bevor die Flächen wieder Bestandteil der Fruchtfolge werden, was die Kosten senkt und auch noch das Risiko berücksichtige, das ich mit dem Silomaisanbau eingehe wäre es doch günstiger die Energie die mir im Verhältnis zum Silomais abgeht zuzukaufen und Luzernenkleegras anzubauen…..

Was meint ihr?


Erträge - Standarddeckungsbeiträge
 
Name: Domibu antwortet um 22-01-2012 09:09 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo
Erfolgreicher Silomaisanbau im Biolandbau ist sicher eine Frage der Düngungsgrundlage die du hast. Wir bauen seit Jahren Biosilomais an und erzielen weit höhere TM-Erträge als die in den Standarddeckungsbeiträgen. (bis zu 170dt TM je Hektare). Dies gelingt uns jedoch nur da wir sehr intensiv Düngen. Wir streuen jeweils ca. 10 m3 Legehennenkot je Hektare nach dem Pflügen über den Acker und arbeiten diesen beim Eggen ein. Hast du nicht die Möglichkeit den Mais intensiv zu Düngen, würde ich bei der Luzerne bleiben(die musst du ja viel weniger Düngen).
Eine weitere Überlegung ist, das Silomais die Ration energielastig macht, somit musst du die Ration wieder mit geeigneten Eiweisskomponenten ergänzen. Bei uns in der Schweiz sind die Eiweisskomponenten im Biolandbau nur teuer zuzukaufen.
Gruss Dominik

Name: rirei antwortet um 22-01-2012 09:27 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Servus Andi!
Die GVE unter der Erde wären Dir sehr dankbar, würdest Du bei der Luzerne bleiben.
Richard


Name: mostkeks antwortet um 22-01-2012 11:06 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Gerade bei Bio-KF ist Eiweiß doch sehr teuer. Ich bin daher bestrebt möglichst viel EW über das Grundfutter in die Ration zu bekommen. Der Ausgleich mit Getreideschrot ist noch am günstigsten und du bekommst schon eine ganz passable Ration zusammen.
Natürlich bringt dir der Silomais viel Masse und Energie und hat eine Kurze Zeit am Feld (Viel Zeit für Beikrautregulierungsmaßnahmen) aber du brauchst dann den EW-Ausgleich.

LG

Name: anderson antwortet um 22-01-2012 11:07 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo,
die Tabelle ist nicht ganz richtig. Sinnvoll bewirtschaftet hält Luzerne bis (inkl. Anbaujahr) 5- 6 Jahre. Je mehr du das Luzernegras düngst, desto höher wird der Grasanteil (besser silierbar), aber der Luzerneanteil sinkt und verliert seine Ausdauer. Ich mähe die Luzerne 2 Jahre nur dreimal, ab da erst viermal und im Herbst recht früh damit noch Reserven gebildet werden können.
Dadurch gewinne ich auch Wirtschaftsdünger, da die dreischnittige Luzerne nicht gedüngt wird. Das reicht dann für den Silomais.
Definitiv der wichtigste Punkt am Silomais, ist der geringere Arbeitsaufwand. Nach Luzerne als Vorfrucht ist der Pflegeaufwand sehr gering.
mfg
anderson


Name: biolix antwortet um 22-01-2012 11:20 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo Andi !

also ich finde das in eienr 6-7 gliedrigen Biofruchtfolge, ruhig ein Silomais dabei sein kann... Besonders weil gerade die Nährstoffe in den unteren Bodenschichten auch mal "angetastet" gehören... Bei uns im Dorf macht das nun seit ein paar Jahren ein Biomilchviehbetrieb, und trotzdem das wir ein "Maisgrenzgebiet" sind, schauts nicht so schlecht aus, probiers einfach.. ,-)

lg biolix

Name: 179781 antwortet um 22-01-2012 13:57 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Wenn deine Frage heissen soll Mais oder Luzerne, würde ich dir eher empfehlen, bei der Luzerne zu bleiben. Wenn du fragst Mais und Luzerne, dann bau auch Mais an. Wenn du ihn über z. B. Mastrinder oder Milchkühe gut verwerten kannst, dann ist das auf jeden Fall sehr wirtschaftlich.
Der Ertrag in deiner Tabelle ist eher vorsichtig angesetzt. Wir haben vor ein paar Jahren einmal von einer Fläche mit eher mässigen Bestand gewogen und sind da auf über 15 t TS je ha gekommen.
Zusätzlich hast du Vorteile, weil die Rinder auch die Luzeren in der Ration noch besser verwerten können, wenn ein Teil des Grundfutters Silomais ist.
Das Getue um soviel düngen müssen, damit der Mais was wird, stimmt so nicht. Wenn du als Biobetrieb deinen Boden in Ordnung hast, den Wirtschaftsdünger gleichmäßig auf alle Flächen verteilst und ausreichend Kleegras in der Fruchtfolge hast, dann wird der Mais ohne Extradüngung so, dass er optisch ähnlich dasteht, wie bei konventionellen in der Nachbarschaft.

Was du auf keinen Fall machen darfst: Fehler bei Bodenbearbeitung, Saatzeit und Unkrautregulierung nimmt Mais immer schwer übel. Ein konventioneller Betrieb kann aus dem Düngersack noch gegensteuern. Beim Biobauern geht das schnell in die Hose.

Gottfried

Name: mostkeks antwortet um 22-01-2012 15:56 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@anderson 5-6 Jahre Luzernekleegras-mmischung könnte ein Problem geben mit der Dauergrünlandwerdung. Bei uns dominiert in den ersten 2 Jahren und bei Trockenheit die Luzerne, im 3 und 4 Jahr wegen intensiver Gülledüngung und 5 Schnitten der Grasanteil.
Für die Silierbarkeit ist der Grasanteil nicht schlecht. Die Maissilage ist gemeinsam mit Luzernesilage eine gute ergänzung in der Ration. Geht halt nur wenn du ausreichend brauchbaren Acker hast. Bei mir dominiert halt das Grünland in der Rinderfütterung.

Name: maischeune antwortet um 22-01-2012 21:57 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Krähenfraß war bei uns ein großes Problem. Deshalb haben wir den Meisanbau aufgegeben. Vileicht gibt es inzwischen neue Methoden im Biolandbau gegen den Krähenfraß.

Name: 179781 antwortet um 23-01-2012 08:56 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Das Problem mit dem Krähenfraß hat ein Kollege von mir auch. Wir sind von dem bis jetzt großteils verschont geblieben. Vorbeuend hilft perfektes Saatbeet und säen zu der Zeit, wo die meisten anderen Bauern auch aussäen. Ein einzelner Acker, der später ausgesät wird, ist ein besonderer Anziehungspunkt für die Viecher. Wenn welche auftauchen, dann eine tote Krähe auf einen Galgen im betroffenen Feld aufhängen, da kommt keine mehr hin. Eine Dezimierung der Krähen wäre auch aus ökologischen Gründen sinnvoll. Wo die Krähenbestände überhand nehmen haben viele Vögel und andere Wildtiere wenig Chancen ihre Jungen großzukriegen.

Eine Möglichkeit der vorbeugenden Saatgutbehandlung wäre auf jeden Fall interessant. Das Mittel TRICO, das im Forst zum Verbissschutz angewendet wird, war früher im Betriebsmittelkatalog für Sonnenblumen gelistet. Es besteht laut Hersteller nur aus natürlichen Bestandteilen. Man müsste sich in der Richtung einmal genauer informieren.

Gottfried

Name: Andi7 antwortet um 23-01-2012 09:29 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Guten Morgen, danke für eure Beiträge

@ Domibu:

Soweit ich ich weiß würde das in Österreich nur funktionieren wenn der Legehennenkot auch von Bio-Hennen stammen würde... Düngung ist bei mir ein Problem da eigentlich nur strohreicher Festmist aus der Milchziegenhaltung zur Verfügung steht dessen Stickstoff eher langsam freigesetzt wird. Eine gezielte Düngung ist daher schwierig. Den Ausgleich der Energielastigkeit würde ich mit dem Anbau von Körnerleguminosen (z.B.: Ackerbohnen) entgegensteueren was mein zur Zeit getreidelastiges Kraftfutter eiweisreicher machen würde und ich mir somit den Zukauf von Eiweiskomponenten die auch in Österreich sehr teuer sind ersparen könnte.

@ rirei:

Warum denkst du, die Bodenorganismen würden mir den Anbau den Mais übel nehmen? Ich sehe eher einen positiven Aspekt darin, denn der Mais würde meine doch sehr enge getreidelastige Fruchtfolge ein wenig auflockern. Das der Mais stark "zehrt" ist mir bewusst aber ich würde höchstens alle fünf Jahre auf das selbe Feldstück kommen und das sollte für meine GVE´s im Boden doch kein Problem sein, oder?

@ mostkeks:

Wie schon erwähnt würde ich das Kohlehydrat-Protein-Verhältnis durch den Anbau von Körnerleguminosen auszugleichen Versuchen um möglichst wenig Protein zukaufen zu müssen. Das Problem beim Getreideschrot ist, das die Kohlehydrate sehr schnell verfügbar sind und daher die Gefahr einer Acidose besteht, die Stärke im Mais ist langsamer verfügbar was den Energiehaushalt meiner Tiere ausgeglichener machen sollte. In der Beikrautregulierung sehe ich auch eine große Herausforderung!

@ anderson:

Wie bereits erwähnt - länger als fünf Jahre kann ich meine Luzernenbestände auf Grund der Grünlandwerdung nicht stehen lassen! Alle Leguminosenbestände werden bei mir nicht gedüngt, das müssen die Knöllchenbakterien für mich erledigen, da ich aber nur Festmist habe kommt der meiste Stickstoff auf meine Äcker zur Getreidedüngung (Stoppeldüngung und anschließend ausschließlich Wintergetriede), Dauergünland wird eher extensiv geführt, Düngung nur im Herbst mit Rottemist. Laut Düngebilanz bin ich ca. bei 50 kg jahreswirksamen N/ha. - Das ist nicht der Haufen.... Was war genau dein Pflegeaufwand beim Anbau von Mais nach Luzerne?

@ biolix:

Wie sieht eine 6 - 7 gliedrige Bio-Fruchtfolge aus wenn man Milch produzieren und einen relativ geschlossenen Kreislauf erreichen will? Ich hab zur Zeit das Problem einer sehr engen Fruchtfolge (zum Teil Getreide auf Getreide).

@ 179781:

In Sachen Bodenbearbeitung wäre ich für Nachhilfe bei der Maiskulturführung sehr dankbar! ;-) Ich hätte mir folgendes gedacht: Vorfrucht 4 - 5 jährige Leguminosenbestände, 1 Schnitt (April), Festmist, Pflügen, Saat eher spät bei mind. 10 °C Bodentemperatur, Saatgut mit eher geringer Reifezahl (250 - 270) und schneller Jugendentwicklung, ev. Anwalzen, Blindstriegeln, Hacken je nach Unkrautdruck. Was denkst du kann das funktionieren?

@ maischeune:

Das Problem mit dem Krähenfraß kann ich noch nicht beurteilen, da ich einer von sehr wenigen Bio-Betrieben in der Gemeinde bin. Generell sind bei uns die Krähen aber eher in kleinen Grüppchen (5 - 10 Tiere) als in großen Schwärmen zu sehen. Ich hoffe das wird kein all zu großes Problem.

Danke noch mal für eure Kommentare!

freundliche Grüße

Andi

Name: rirei antwortet um 23-01-2012 10:32 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@Biolix
Ich wundere mich jetzt ein wenig. Ich dachte, die Luzerne geht tiefer rein als der Mais.

@Andi
Wieviel KF gibst Du, dass Du Angst vor Acidose hast?

Die Vielfalt im Boden wird u.a. von der Vielfalt der Wurzeln und deren Ausscheidungen bestimmt. Mais ist da sehr einseitig, ein Gemenge immer besser, Leguminosen am Besten. Dazu kommt die intensivere Bodenbearbeitung, welche auch nicht immer förderlich ist.
Einfach zu den Humustagen nach Kaindorf kommen, da erzählt man sich solche Dinge ;-)

Mein persönliches Problem: Wenn ich die Gras- und die Maissilage nicht perfekt auf das gleiche Qu.-Niveau bringe, wird das Eine lieber gefressen als das Andere. Besonders schlimm ist es, wenn z.B. die Grassilageballen unterschiedlicher Qualität sind - und das ist derzeit mein größtes Problem. Und ein Futtermischwagen ist bei mir nicht drinnen.
Andererseits kenne ich genug Betriebe, die sehr hohe Leistungen nur aus dem Grünland erwirtschaften. Ich für meinen Teil werde heuer - trotz Gunstlage in der Südsteiermark - keinen Silomais mehr anbauen, sondern auf eine Luzerne-Rotkleegrasmischung umsteigen.

Name: biolix antwortet um 23-01-2012 12:07 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Mahlzeit !

ja rirei, aber die holt dir keine Nährstoffe raus..;-)

Ja klar auch rirei, wer so "gezeichnet" ist von einer Maisintensivregion, da versteh ich es, aber wie andi schreibt max. alle 5 Jahre, spricht wenig dagegen und da vielleicht sofar mit einer Untersaat, oder sogar mit Hirse....

Ja ANdi, das ist schwer, wenn du mit 4-5 jähriger Luzerne arbeitest, udn so viel Feld-Futter brauchst von deiner vorhandenen Fläche..
Aber das schon alleine zeigt mir das du ruhig den Mais probieren solltest, ein Glied mehr, udn beugt einer Luzerne und Kleemüdigkeit auch vor, und du hast ein Glied mehr... ;-)

Stell mal deine "normale" bio- Fruchtfolge hier rein, wie viel Futtergetreide brauchst du etc. dann kann man weiter schauen, eine "Pseudofruchtfolge" bzw. meine eigene bringt dir nicht viel denn ich habe nur max. 20% Klee und Luzerneanteil und noch bis max 10% Erbse, Ackerbohne dazu...

lg biolix

Name: Andi7 antwortet um 23-01-2012 13:44 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@ biolix:

Hallo biolix, ich bewirtschafte rund 10 ha Dauergrünland und 10 ha Ackerfläche. Von der Ackerfläche sind mind. 30% begrünt (=Luzerne-Kleegrasgemenge) der Rest der Ackerfläche teilt sich etwa zu gleichen Teilen in Winterroggen, Wintergerste und Wintertriticale auf. Das Getreide das ich produziere benötige ich zu 100% als Futtergetreide.

Meine Fruchtfolge sieht zu Zeit so aus: Winterroggen - Wintergerste(Begrünungsvariante A1) - Zwischenfrucht (=Leguminosengemenge "Legumix" oder Senf-, Buchweizen-, Ölrettichgemenge) - Wintertriticale - Luzerne-Kleegrasmischung für 4 - 5 Jahre - Winterroggen usw.

Wenn ich mich tatsächlich dazu durchringen kann Silomais anzubauen würde ich auf jeden Fall auch Ackerbohnen in die Fruchtfolge mit aufnehmen um das Energie-/Eiweissverhältnis auszugleichen.

Noch ein paar Daten zum Betrieb: 580 m Seehöhe, 7,5 °C Durchschnittstemparatur, 797 l/m² Niederschlag

Boden: leichter Boden, sandiger Lehm, sehr seichtgründig - steinig, duchschnittlicher pH-Wert der Ackerflächen 5,5 (=Mühlviertler Granithaufen! ;-)

Bin gespannt auf deine "Pseudofruchtfolge"

Name: biolix antwortet um 23-01-2012 13:56 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
;-)) wir haben die selbe Seehöhe...

Du hast schon eine gute "effektive Fruchtfolge"... Was soll ich dir Kartoffel, Mohn, Lein, Speisegetreiede etc. empfehlen, wennst dann Futtergetreide zu kaufen musst... die Ackerbohn ist sicher gut dazu..
Und der Mais passt gut rein... ;-)

lg biolix

p.s. hast du viel Ampfer ? dann wäre der Mais wieder zusätzlich besser...

Name: 179781 antwortet um 23-01-2012 14:01 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@ andi7
Tipps zu Aussaat/Bodenbearbeitung
Drei Dinge braucht der Mais ganz notwendig:
1. gute Bodenstruktur
2. gute Bodenstruktur
3. gute Bodenstruktur.
Das ist nicht mir eingefallen, sondern ein Ausspruch von einem Mais-Profi aus dem Rottal
Was er noch unbedingt braucht, ist Wärme
Wen du ihm das in ausreichendem Maß zur Verfügung stellen kannst, dann bringst du einen guten Mais hin. Über Düngung brauchst du dir wie schon gesagt bei deiner Fruchtfolge keinen Kopf zerbrechen. Der Mais hat wenn er einmal wächst die Kraft, sich das selbst zu holen. Du musst nur schauen dass er gut aufläuft und im Jugendstadium wenig Konkurrenz hat.

Zu deinen Vorstellungen:
Vergiss gleich einmal die Geschichte mit dem vorher noch einen Schnitt ernten. Das Futter das du da wegfährst geht dir beim Mais 2 oder 3fach verloren. Wenn es bei dir so warm ist, dass du im April noch einen ersten Schnitt zusammenbringst, dann kannst du auch so etwa 15. bis 20 April Mais bauen. Genug Vegetationszeit für den Mais bringt mehr als etwas Gras im Frühjahr! Wenn du pflügen willst, dann mach das, sobald der Boden trocken genug ist. Eventuell vorhandenen Pflanzenbewuchs vorher mit Grubber o ä. flach aufreissen um grüne Matten im Boden zu vermeiden. Nach dem Pflügen so bald als möglich eggen und walzen. Damit erreichst du einen guten Bodenschluß und regst Unkräuter zum Keimen an. Vor der Aussaat noch einmal mit der Egge drüber, dann machst du auflaufende Unkräuter kaputt und bekommst ein gutes Saatbeet.
Aussaat unbeding mit einem guten Maissägerät, das eine exakte Ablage hinbeikommt UND in den Abmessungen mit dem Hackgerät zusammenpasst! Sonst kannst du vor dem Hacken endlos herumschrauben.
Wenn die Bodenstruktur bei dir passt, dann kannst du wenige Tage nach der Saat einmal blindstriegeln und wenn der Mais wegwächst mit dem Hackgerät durchfahren. Ich habe dazu ein Rollhackgerät. Mit dem kann man dann später, wenn der Mais etwa 40 cm ist in den Reihen so richtig anhäufeln. Das macht sich recht gut. Viel Glück und schönes Wetter, dann sieht dein Mais auch so aus, wie unserer letztes Jahr:




 

Name: Andi7 antwortet um 23-01-2012 14:42 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@ 179781:

Hallo, danke für deine Tipps. Boah so an Mais will i a!

Name: Tyrolens antwortet um 23-01-2012 19:06 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Über Düngung muss man sich keine Gedanken machen? Bei einem pH-Wert von 5,5???

Name: biolix antwortet um 23-01-2012 20:01 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Keine Angst tiroler, Bioböden halten auch ein "saures Millieu" locker aus...
Du kommst mir echt vor, wie die meisten nocht bios denken, ohne Düngugn wachst nix.. ;-))

lg biolix

p.s. nichtmal der Mais vom Gottfried überzeugt ihn.. ;-))

Name: markus32 antwortet um 23-01-2012 20:41 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo Andi7 in der Lehr und Versuchsanstalt in Kringell wird nach Ökolandbau produziert, vieleicht kannst du dir da Tipps holen.
 

Name: 179781 antwortet um 24-01-2012 00:05 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Über Düngung muss man sich keine Gedanken machen?

Das hab ich vielleicht etwas falsch formuliert. Ich meinte nicht, dass man generell nicht über Düngung nachdenken soll, sondern, dass das im Biolandbau eben über die Bodenfruchtbarkeit (die u. a. auch Düngung brauchen kann) funktioniert.
Die Mehrheit der Bauern, die über Pflanzenernährung nur das dürftige Fachwissen aus der "normalen" landwirtschaftlichen Ausbildung haben, tut sich damit schwer. Weil sie eben nichts anderes gelernt haben, als das nur was wächst, wenn man etwas "hintut".
In dem speziellen Fall von niedrigen ph Wert ist es sicher sinnvoll zu kalken. Aber sonst ist es für Mais nach mehrjährigem Kleegras eher kontraproduktiv da auch noch Dünger zusätzlich zu geben.

Anbautipps gibt es auch bei der LWK, Abteilung Biolandbau. Am 21. 6. ist ein Tagesseminar zum Thema Silomais im Biolandbau geplant. Kursort Luftenberg. Wenn du Interesse hast melde dich an, die Veranstaltung findet nur statt, wenn genug Leute zusammenkommen.

Mit Kringel hab ich so meine Bedenken. Bei denen hab ich einmal eine Veranstaltung zum Thema Mutterkuhhaltung besucht. Der Vortragende hat große Töne gespuckt und offensichtlich gar keine praktische Erfahrung gehabt.

Gottfried
PS:
der Mais auf dem Bild steht nach 4 Jahren Kurzrasenweide und es wurden vor der Saat ca 15 - 20 t Mist am ha ausgebracht. Bodenart Lehm, ph Wert 6,8, P + K Versorgungsstufe B, Humus 3,4 %, Seehöhe 340 m Jahresdurchschnittstemperatur 8,6 Grad, Niederschlag 860 mm. Sorte ES Beatle. Und so einen schönen Mais haben wir selbst als wir noch konventionell waren selten gehabt. Letztes Jahr war es einfach durchgehen warm und es hat im Sommer oft, aber nie recht viel geregnet. Ideales Maiswetter einfach.

Name: Tyrolens antwortet um 24-01-2012 10:11 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Ja, da kommen wir das Sache nun mal näher. Also sollte man vielleicht doch über eine pH-Wert Anhebung nachdenken. Die Pflanzen würden es einem danken. Es muss nicht unbedingt ein Ca-Mangel sein. Kann auch in Richtung Mg gehen, auch K ist denkbar.

Zur Bodenfruchtbarkeit: Nicht umsonst sagt man: Den Boden düngen, damit der Boden die Pflanze ernähren kann. Wenn im Boden keine verfügbaren Nährstoffe sind, klappt das halt nicht.

Name: Andi7 antwortet um 24-01-2012 12:02 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@ Tyrolens:

Hallo, zum pH-Wert muss ich sagen, dass der nicht mehr ganz aktuell ist (letzte Bodenuntersuchung 2009). Da ich aber seit 2007 jährlich auf alle Flächen 1.500 kg rein Ca in Form kohlensaurem Kalk ausbringe gehe ich mittlerweile von einem pH-Wert um die 5,8 aus. Dem pH-Wert im Boden wurde bis zu meiner Betriebsübernahme keine Beachtung geschenkt, und wenn man auf einem "Granithaufen" sitzt der den Normalen Ca-Entzug der Pflanze noch verstärkt dann kommen solche pH-Werte raus.... Aber wie biolix bereits erwähnt hat die Böden stecken dieses saure Niveau doch sehr gut weg und liefern passable Erträge. Ich bin aber trotzdem bestrebt den pH-Wert im Boden auf ein angemessenes Level anzuheben.

@ markus32:

Hallo Makrus, wie geht´s? Ich hab dir am 30.10. eine Mail über die "Landwirt-Seite" geschickt, hast du die bekommen? Danke für den Link, ich finde aber da bezüglich Bio-Maisanbau bzw. Kulturführung nicht wirklich viel...

@ Gottfried:

Das Seminar bezüglich Bio-Maisanbau der LK (Referent: Manuel Böhm) habe ich schon besucht. Obwohl ich sonst sehr viel von Manuel und seinem Fachwissen in Bezug auf Bio-Ackerbau halte, hat mich dieses Seminar nicht sehr beeindruckt. Die tun alle so als wäre der Bio-Maisanbau bzw. die Kulturführung überhaupt kein Problem. Schaun das genug N verfügbar ist, Saatgut rein, hacken wenn Unkraut kommt - fertig. Wie du bereits treffend erwähnt hast gehört zum erfolgreichen Maisanbau aber doch ein wenig mehr!
Die K-Versorgung passt bei mir (Versorgungsstufe C), bei P siehts schlecht aus (Versorgungsstufe A)! - Bodenprobe 2009! Ich hab zwar im Frühjahr 2010 die günstigen Marktverhältnisse bei P-Dünger genutzt und ordentlich Hyperkorn gedüngt, allerdings weíß ich nicht ob sich das trotz meiner sauren Bodenverhältnisse was die Mobilität von weicherdigem Rohphosphat ja begünstigt schon auf die Versorgungsstufe ausgewirkt hat... Der Humus auf meinen Äckern liegt im Mittel bei 3,5%.

Name: anderson antwortet um 24-01-2012 15:12 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo,
zuerst einmal kenne ich das Problem mit den 5 Jahren aus dem ÖPUL, aber im ersten Jahr gebe ich die Deckfrucht an.
Den pH Wert würde ich allerdings auch im Bezug auf die Luzerne korrigieren. Da fehlt dir sicher einiges von der Leistungfähigkeit der Luzerne.
Zum Maisanbau: Auf einen Schnitt vor dem Maisanbau verzichte ich meistens, da es zum einen nur geringen Ertrag bringt und ich so flexibler mit dem Anbautermin bin. Außerdem ist es bei uns im Mai oft sehr trocken und ich muß Wasser sparen.
Die Luzerne wird gefräst und dann mit 30m3/ha Gülle zur Rotte gedüngt. Dann gepflügt, mit Gülle aufgedüngt, gegrubbert, angebaut und LEICHT ANGEWALZT. Das ist wichtig um die nachfolgende Pflege sauber durchführen zu können, außerdem ists positiv für den Aufgang.
Bei mir hat sich der Hackstriegel als effizientestes Gerät erwiesen. Mit dem geht es nach 5 Tagen los, da wird zum ersten mal blindgestriegelt. Von da ab kommt es auf die Entwicklung der Maispflanzen an. Manchmal geht sich ein zweites Mal striegen aus bevor der Mais aufgeht. Ab da benutze ich die Reihenhacke bis zum 4 Blatt- Stadium abwechselnd mit dem Striegel, dann ausschließlich. Gefahren wird wöchentlich, kann auch seltener sein. Bei den Pflegemaßnahmen sollte es sehr warm sein, dann halten sich die Beschädigungen in Grenzen.
Und dreh dich nur nie um bei der Pflege, das sieht oft schlimm aus.
mfg
anderson



Name: Fetzerl antwortet um 24-01-2012 16:38 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Hallo Andi7,

bzgl. Bodenuntersuchung und Einstufung der P-Versorgung hab ich vor einigen Tagen eine interessante Aussage gehört. Über eine Vegetationsperiode hinweg wurde jede Woche an praktisch der selben Stelle eine Bodenprobe genommen und auf den P-Gehalt untersucht (nach CAL). Das Ergebnis waren Schwankungen, die von gerade mal Stufe B bis zum guter Versorgung in Stufe C reichen - je nach Temperatur, Wasserversorgung im Boden, etc.
Daher würde ich, wenn überhaupt, nur auf Entzug düngen und mehr nicht, zumal Hyperkorn ohnehin nur schwer löslich ist und das darin enthaltene P erst über längere Zeit wirksam wird.
Ansonsten sind meine Erfahrungen ähnlich den Vorredner, insbesondere was die Beikrautregulierung betrifft - das ist die wichtigste Sache. Hauptproblem dabei sind v.a. Hirsen und Gänsefuß, die sollte man unbedingt in Schach halten.

LG, Franz


Name: Andi7 antwortet um 25-01-2012 08:43 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
@ anderson:

Guten Morgen, darf man das überhaupt, am Anfang nur die Deckfrucht im MFA angeben? Was sagt denn da der Kontrollor bei einer AMA-Vor-Ort-Kontrolle? Immerhin wird das Feld dann ja 6 Jahre nicht bearbeitet, hattest du da noch nie ein Problem?

Fährst du bis zum 4-Blatt-Stadium mit dem Striegel durch den Mais? Hält der das aus? Ich dachte, wenn die Pflanze mal da ist, ist´s vorbei mit dem Striegeln und es wird nur noch gehackt...

@ Fetzerl:

Das ist ja ein interessanter Ansatz, wer hat die Versuche gemacht? Ich denke aber schon, dass meine Flächen unter P-Mangel leiden da auch die Grundfutteranalysen einen eher unterdurchschnittlichen P-Gehalt der Pflanzen anzeigen. Das letzte Mal haben wir 2006 konventionellen Silomais angebaut, die Blätter verfärbten sich im Jugendstadium blau-violett und steckten in ihrer Entwicklung fest. Meines Wissens ist das auch ein Zeichen eines P-Mangels, oder?


Name: Tyrolens antwortet um 25-01-2012 09:45 auf diesen Beitrag
Bio-Silomais vs. Luzerne-Kleegrasmischung - eure Meinung ist gefragt
Ja, das kann auf P-Mangel hinweisen.
Mit einer ordentlichen Vorfrucht wäre dieses Problem aber viel geringer.

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