Frage zum Ziehen von Nussbäumen

Antworten: 10
Name: pek 12-11-2011 14:03
Nußbäume
ist es möglich die Nüsse zum keimen zu bringen und daraus Bäume zu ziehen ?
Name: traktorensteff antwortet um 12-11-2011 15:14 auf diesen Beitrag
Nußbäume
Ja! In wie weit diese Bäume dann auch "ordentliche" Nüsse tragen, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Auf jeden Fall wächst bei uns im Garten immer wieder mal ein wilder Nussbaum (daneben steht ein alter Baum), derzeit auch einer, bis ich ihn wegschneide.

Name: schellniesel antwortet um 12-11-2011 23:05 auf diesen Beitrag
Nußbäume
Ja sicher!
mach mir nicht mal selber dir mühe sondern "vergessliche" Eichkatzerl machen das für mich!

die Bäume Tragen später auch Nüsse je nach Standort und Genetik
Teilweise auch schöne Exemplare!

Mfg Andreas

Name: kraftwerk81 antwortet um 12-11-2011 23:16 auf diesen Beitrag
Nußbäume
@pek
komische frage? das könnte dir auch schon meine kleine tochter mit 3,5 jahren erklären.

Name: 280563 antwortet um 13-11-2011 12:53 auf diesen Beitrag
Nußbäume


Name: 280563 antwortet um 13-11-2011 12:59 auf diesen Beitrag
Nußbäume
Wenn du große Nüsse zum Keimen bringst und in der Nähe steht zum Beispiel ein alter mit harten Steinnüssen, hast du später bei deinem neuen Nußbaum auch harte Steinnüsse. Wir haben das oft praktiziert und super tolle Nüsse gekeimt, der Erfolg war immer der gleiche: Harte Mininüsse. Den letzten hatten wir dann weit ab jedes alten Nußbaumes gekeimt und siehe da - der Baum trägt jetzt die gleichen Riesennüsse, die wir gelegt hatten.
Dazu war auch auf Ö1 eine Sendung, wo über dieses Thema gesprochen wurde. Die Fachleute von der BOKU haben dasselbe erzählt, nämlich, daß immer von den nächsten großen Nußbäumen in der Nähe das Erbgut mit dem Wind auf die kleinen übergeht. - Ich kann das aus Erfahrung nur bestätigen.

Name: traktorensteff antwortet um 13-11-2011 14:28 auf diesen Beitrag
Nußbäume
@ 280563
Das Keimen hat doch mit dem Erbgut nichts zu tun, sondern es geht um das Erbmaterial, das beim Entstehen der Nüsse, die du nachher anbaust, zum Zug kommt. Oder was meinst du genau? Die Nüsse sollten von einem guten Baum abstammen, in dessen Nähe kein "schlechter" Baum steht, oder?

Name: kolli antwortet um 13-11-2011 16:01 auf diesen Beitrag
Nußbäume
Bei Nußbäumen gilt dasselbe wie bei anderen Obstbäumen. Wenn du die gleiche Genetik willst, dann mußt du vegetativ vermehren, durch Veredelung, alles andere ist Lotterie. Der Abstand beim Keimen hat nichts zu tun mit der Genetik. Wenn du zwei Nussbäume nebeneinander hast, dann kann es natürlich zu einer Fremdbestäubung und einer Kreuzung kommen. Aber auch wenn du nur einen einzelnen Nußbaum hast, heisst das noch lange nicht, dass dieser homozygot ist. Und Reinerbigkeit wäre die Voraussetzung, dass du aus Samen vermehren kannst, und die gleiche Sorte behältst.

Name: Restaurator antwortet um 13-11-2011 17:05 auf diesen Beitrag
Nußbäume
selbst nussbäume ziehen würde ich nicht machen weil so gut wie alle "wildlinge" anfällig für die marssonina blattfleckenkrankheit sind. ernteausfälle bis 90% sind möglich und auch nücce die scheinbar nur etwas an der grünen schale befallen sind zeigen im inneren unter der lupe schimmelpilze. marssonina fördert indirekt auch die anfälligkeit für den walnussbrand.
es gibt aber 3 oder 4 resistente sorten mit schönen, guten nüssen.

Name: 280563 antwortet um 13-11-2011 19:48 auf diesen Beitrag
Nußbäume
@Traktorensteff: Genauso ist es. Unsere letzten 10 Nußbäume im alten Hausgarten sind alle gleich geworden - nämlich Steinnüsse. Der letzte und 11. ist genauso wie die gestupfte Supernuß geworden, da weit und breit kein anderer steht.

Name: kolli antwortet um 13-11-2011 20:52 auf diesen Beitrag
Nußbäume
ad2880563:

Das glaub ich dir schon, nur hat das nichts damit zu tun, wo du die Nuß keimen lässt, sondern wie die Nuß bestäubt wurde. Wenn du eine Nuß von einem veredelten Baum nimmst, dann brauchst du schon viel Glück (oder viele Versuche) um eine Genetik zu bekommen, welche mit der Elterngenetik übereinstimmt.
Edelreisser sind Zuchtergebnisse, und als solche nicht reinerbig. Das ist übrigens bei den meisten Obstsorten so. Du könntest schließlich auch Äpfelbäume oder Weintrauben über Samen vermehren, und würdest wieder Äpfelbäume und Weintrauben erhalten, aber nicht die Elterngenetik!

Ich versuchs mal mit einer Erklärung: Jeder Chromosomensatz ist diploid, man sagt auch 2n. D. h. bei der Befruchtung kommen jeweils ein haploider (1n) Chromosomensatz vom Vater und von der Mutter, diese Verschmelzen wieder zu einem diploiden. Jedes Gen ist somit doppelt vorhanden, somit auch jede Eigenschaft. Wenn jetzt der Vater und die Mutter der gleichen Rasse angehören - oder der gleichen Sorte - dann sind die beiden Gene gleich - man sagt reinerbig oder homozygot. Rassen sind homozygot, alte samenfeste Gemüsesorten sind es auch. Natürlich gibt es auch innerhalb einer Rasse oder Sorte eine gewisse Varianz in der Genetik, ansonsten wäre ja auch kein Zuchtfortschritt durch Selektion möglich. Deshalb spricht man ja auch vom Grad der Reinerbigkeit. Alle Kulturpflanzen, welche über Samen vermehrt werden, müssen an sich reinerbig sein, ausser es handelt sich um Hybriden. Bei den Obstsorten sieht die Sache anders aus. Dort wird in der Züchtung auch mit Samen gearbeitet. Meist wird durch Kreuzung von erfolgversprechenden Sorten versucht, eine neue Genetik zu schaffen. Wenn das gelungen ist, dann kann man diesen Bastard (=gemischterbig,heterozygot) ja vegetativ weitervermehren.

Zum besseren Verständnis: Wenn du einen Schäferhund mit einem Berner Sennenhund kreuzt, dann ist die Nachkommenschaft nicht mehr reinerbig, sondern eine Mischung aus beiden Genetiken. Das heisst, wenn du solche Nachkommen kreuzt (also Bastarde) dann kommt dabei kein erwartbares Ergebnis raus. Es kann mal der Schäfer durchschlagen, mal der Berner. Natürlich kannst du durch Rückkreuzungen wieder eine reinerbige Rasse erhalten, das ist aber aufwändig. Ein solcher Bastard kann aber tolle Eigenschaften haben, und dann kannst du ihn ja vegetativ vermehren - also klonen. Das funktioniert bei Tieren noch nicht zufriedenstellend, aber bei Obstsorten ist das die Regel. Eine Obstsorte ist ein geklonter Bastard. Wenn du diese jedoch nicht vegetativ sondern über Samen vermehrst, dann kannst du sehen, was alles an genetischem Potential drinnensteckt.

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