Buchführung weil EHW zu hoch

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Name: joppy24 20-02-2009 18:38
Buchführung weil EHW zu hoch
Hallo!
Wie gehts eigentlich weiter wenn man Buchführung machen muß weil der EHW zu hoch ist (Grenze 65 500)
€ 11 000.- Sind ja Steuerfrei, aber was kann man alles abziehen?
Muß man Einnahmen Ausgaben rechnen oder dann mehr?
Wer weiß darüber von euch schon bescheid oder muß es schon machen?
mfg Joppy24
Name: manke antwortet um 20-02-2009 18:57 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
hallo joppi

ALLE Einnahmen incl. MwSt. plus Förderungen minus pauschal 70% Ausgaben minus SV Beiträge minus Ausgedinge minus Zinsen und Spesen für den Betrieb ergibt dein Einkommen, welches der EKSt unterliegt. Damit kannst Du auch die Option bei der SVB beantragen!

Grüße Manke

Name: harrykaernten antwortet um 20-02-2009 19:17 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
Verpachte einen teil an deine Frau. Dann bist unter den Wert, deine Frau auch versichert und es läuft weiter wie bisher.

Buchführung macht nur Sinn wenn du extrem viel investierts, weil die Mehrwertsteuer zurückholen kannst, sonst ist es immer ein Draufzahlergeschäft.

Grüße

Harald

Name: 179781 antwortet um 20-02-2009 20:14 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
Verpachte einen teil an deine Frau. Dann bist unter den Wert, deine Frau auch versichert und es läuft weiter wie bisher. Buchführung macht nur Sinn wenn du extrem viel investierts, weil die Mehrwertsteuer zurückholen kannst, sonst ist es immer ein Draufzahlergeschäft. Grüße Harald

Das ist nicht von Haus aus so.
Bei sehr intensiven Betrieben ist meist die Pauschlierung von Vorteil.
Bei sehr vielen, die über die Einheitswertgrenzen kommen ist es eine Rechenaufgabe ob nicht die Teilpauschlierung wie oben beschrieben mit 70 % Aufwandpauschale, oder Einnahmen Ausgabenrechnung oder gleich Buchhaltung sinnvoller ist als irgendwelche Schiebereien mit Verpachtung an Familienangehörige. Das geht nämlich nur dann, wenn wirklich eine seperate Betriebsführung vorliegt. Das heißt eigene Fruchtfolge, genaue Trennung bei Viehhaltung, exakte gegenseitige Abrechnung bei Arbeits und Maschinenleistung. Also muß alles so laufen wie unter Fremden. Und das kontrolliert nicht nur das Finanzamt sondern auch die AMA. Wenn die dann z. B. nach 5 Jahren kommen und einen Punkt finden wo sie einhaken können dann wird die ganze Geschichte rückwärts aufgerollt und das kann dann kritisch werden.

Ich würde dir in so einem Fall raten, nicht bei anderen Bauern oder im Internet herumzufragen , sondern gleich mit den Aufzeichnungen die du ja hoffentlich über deine Einnahmen und Ausgaben hast zu einem ordentlichen Steuerberater zu gehen. Der kann dir meist in weniger als einer Stunde ausrechnen was du bei welcher Variante an Zahlungen bei FA und SVB zu erwarten hast. Du musst auch bedenken, das die Einkommenssteuererklärung, die Beitragsgrundlagenoption bei der SVB und die Option auf Regelbesteuerung bei der MWST drei verschiedene Dinge sind, von denen du die heraussuchen kannst, die am besten für dich passen.

Bei mir war es z. B. so, dass ich mit 55 ha an derGrenze war und mit Pauschlierung pro Jahr knapp 14.000 Euro bei der SVB und rund 4500 Einkommenssteuer zu bezahlen hatte. Jetzt mache ich Teilpauschlierung mit 75 ha und bezahle überall weniger als die Hälfte. Außerdem bekomme ich bei der MWST jedes Jahr Geld heraus.

Meine persönliche Meinung ist, dass die ganze Einheitwertgeschichte bei Steuer und SVB absolut nicht mehr zeitgemäß ist. Wenn alle Betriebe nach ihren tatsächlichen Einnahmen veranlagt würden, müssten sehr intensive Betriebe (die in der Regel auch ganz gut verdienen) mehr bezahlen, für die Mehrheit würde nicht viel anders und viele, vor allem jene, die viel investieren würden besser abschneiden. Unterm Strich käme auf jeden Fall für das FA nicht mehr heraus, deshalb wollen die das nicht. Und für die SVB und Kammerumlage käme weniger heraus, deshalb machen sich genau diese für die Pauschlierung stark.

Gottfried

Name: sali antwortet um 20-02-2009 20:31 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
Verpachtung an die Frau anerkennt das Finanzamt nicht (ausser sie hat einen eigenen Betrieb

mfg


Name: walterst antwortet um 20-02-2009 21:05 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
@gottfried

Was Du geschrieben hast, wird der Wahrheit sehr nahe kommen.

Wenn Du das aber unseren Agraroberen öffentlich sagst, dann bist der nächste auf dem Scheiterhaufen.

Walter

Name: manke antwortet um 20-02-2009 22:24 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
Hallo!

Es ist so, wie 179781 beschrieben hat, wenn das ganze für das FA nicht ein "Geschäft" wäre, hätten wir schon längst per Gesetz die Buchführungspflicht! Also genau nachrechnen und dabei aber nicht vergessen, das Voll-, Teilpauschalierung und Regelbesteuerung verschiedene Dinge sind, die durchaus kombiniert werden KÖNNEN!


Grüße Manke


Name: BreiHu antwortet um 21-02-2009 10:17 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
Hi!! Mein Tipp wäre, du schreibst dir mal alle Einnahmen zusammen, die Ausgaben, SVB Beiträge, etc. dann machst du dir einen Termin mit nem Steuerberater der im Landwirtschaftlichen Steuerrecht sehr gut drauf ist. Kost zwar was, aber du bist später sicher um einiges schlauer. Mfg

Name: Gerhardkep antwortet um 21-02-2009 10:42 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
179781 hat natürlich großteils recht. Da ich selbst Optiere wenns von den Investitionen passt weis ich wies etwa aussieht . Und ich hatte auch eine zeit lang ein Gewerbe und hatte mit dem Finanzamt zu tun.
Nur das von Walter kann ich nicht sagen bei uns würden uns die Bauern zerlegen wenn die Buchführung kommen würde da sie mit Finanzamt nichts zu tun haben wollen und Bürokratie ;ausgenommen die und das sind eher die größeren Milchbetriebe die schon mit Buchführung und Option erfahrung haben, das sind bei uns ca. 10 % der Betriebe alle anderen und das vorwiegend die kleinen sind dagegen, schimpfen zwar über Steuer und Abgaben aber Buchführung wollen die wenigsten.
Im gesamten würde es der Finanz nichts bringen, sie würden nur hunderte Beamte brauchen die von uns Bezahlt werden müssen. Generel hat die Finanz Personalmangel. Die SVB und Ama aber nicht daher wurden viele dinge der kontrolle jetzt auf die Ama übertragen Beisp. Forstförderung und auch manche andere Förderungskontrollen.
Grundsätzlich ist die Pauschalierung schon eine gute Sache ob sie überall Treffsicher ist ist eine andere Frage. Ist aber bei allen Pauschal sachen gleich. Nur es gibt in diesen Sachen bei uns genügent möglichkeiten da auszusteigen und es nach denn Tatsächlichen Werten zu machen ist zwar einiges an Arbeit aber es macht sich auch meist Bezahlt.

Name: mostilein antwortet um 21-02-2009 10:56 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
ja aber du bekommst a gute pesion
i hab nur 2700 euro einheitswert bei vollerwerb

Name: 179781 antwortet um 21-02-2009 13:15 auf diesen Beitrag
Buchführung weil EHW zu hoch
ja aber du bekommst a gute pesion i hab nur 2700 euro einheitswert bei vollerwerb

Da kannst du aber etwas tun dagegen. Du brauchts dich nur freiwillig höher Einstufen lassen, dann kannst du auch höhere Pensionsbeiträge einzahlen und bekommst (vielleicht) einmal mehr Pension.

Nebebei bemerkt glaube ich, dass du ein ausserordentlich tüchtiger Bauer bist, wenn du mit so einem Betrieb im Vollerwerb wirtschaftest.

Gottfried

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