Neue EU Holzverordnung: ab März Dokumentationspflicht für Waldbesitzer

Am 3. März 2013 tritt die europaweite Holzhandelsverordnung in Kraft. Sie soll verhindern, dass Holz aus illegalem Einschlag auf den Markt gelangt. Für Land- und Forstwirte mehrt sich damit der Verwaltungsaufwand.
Ab 3. März 2013 gelten für alle Landwirte neue Dokumentationspflichten für den Holzverkauf
Ab 3. März 2013 gelten für alle Landwirte neue Dokumentationspflichten für den Holzverkauf
Illegaler Holzeinschlag ist mittlerweile ein Problem von internationaler Bedeutung. Als Reaktion auf dieses Problem erließ die EU im Dezember 2010 eine Holzhandelsverordnung, die nun am 3. März 2013 in Kraft tritt.
Das Europäische Parlament und der Rat definieren darin illegalen Holzeinschlag folgendermaßen: Illegaler Holzeinschlag liegt vor, wenn Holz unter Verstoß gegen die im Land des Einschlags geltenden Rechtsvorschriften gewonnen wird.
Die Verordnung zielt darauf ab, den Handel mit illegal geschlagenem Holz und Holzerzeugnissen illegaler Herkunft durch drei zentrale Bestimmungen entgegenzuwirken:
1. Das Verbot des Inverkehrbringens von illegalem Holz und Holzerzeugnissen illegaler Herkunft
2. Sorgfaltspflicht für alle EU-Händler, die Holzerzeugnisse erstmals auf dem EU-Markt in Verkehr bringen (in der Verordnung als Marktteilnehmer bezeichnet).
3. Die Rückverfolgbarkeit der Holzerzeugnisse am Binnenmarkt zu gewährleisten. Hierzu sind alle Personen, die im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit bereits in Verkehr gebrachte Holzerzeugnisse auf dem Binnenmarkt ver- oder ankaufen (in der Verordnung als Händler bezeichnet), dazu verpflichtet, Aufzeichnungen über ihre Lieferanten und Kunden (ausgenommen Konsumenten) zu führen.

Wer ist betroffen?
Betroffen sind alle, die Holz oder Holzerzeugnisse (entgeltlich oder unentgeltlich) in den Verkehr bringen. Auch jene Marktteilnehmer und Händler, die in der Regel mit einheimischem und auf gesetzlicher Grundlage erzeugtem Holz handeln/es verkaufen, also auch Land- und Forstwirte, die Rundholz schlägern und auf den Markt bringen oder auch Brennholz verkaufen.
Unter die EU-Regelung fällt die gesamte Wertschöpfungskette Holz, wie etwa Roh-, Brenn- und Schnittholz, Furniere, Holzwerkstoffe, Verpackungen, Parkett, verzimmertes Holz, Zellstoff, Papier, Holzmöbel und vorgefertigte Gebäude. Ausgenommen sind sogenannte Recyclingprodukte, Rattan, Bambus und bedrucktes Papier.

Neue Aufzeichnungspflichten
Land- und Forstwirte, die Holz bereits auf dem Markt verkauft haben, haben den Verkauf zu dokumentieren. Dazu zählen auch allfällige Bewilligungen (forstrechtlich und naturschutzrechtlich). Die Landwirtschaftskammern raten Landwirten alle Schlussbriefe, Holzverkaufslisten etc. aufzubewahren. Das Lebensministerium empfiehlt darüber hinaus auch alle Schlägerungen genau zu dokumentieren (genau Aufzeichnung woher das geschlägerte Holz stammt) und sämtliche Verkaufsunterlagen aufzubewahren. Bei Verkäufen von Brennholz auch an private Abnehmer empfiehlt das Lebensministerium dies selbst zu dokumentieren.
Alle Dokumente sind für fünf Jahre aufzubewahren und bei Kontrollen der zuständigen Behörde vorzuweisen.

Aktualisierte Formulare zur Dokumentation finden Waldbesitzer nach Inkrafttreten der Verordnung zum Download unter folgenden Internetadressen agrarnet.info, waldverband.at
Aktualisierte FHP-Musterschlussbriefe und -lieferscheine finden Sie unter forstholzpapier.at

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Aktualisiert am: 21.02.2013 09:55
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