hans_meister 03-01-2013 16:58 - E-Mail an User
Bin ich ein Unternehmertyp?
Insgesamt werden die unternehmerischen Anforderungen an die Landwirtschaft größer. Es heißt hellhörig und flexibel zu sein. Wie schätzen Sie sich ein? Sind Sie ein Unternehmertyp?
Ihnen, liebe Leser, wünsche ich Glück und Gesundheit im neuen Jahr!


Heimdall antwortet um 03-01-2013 19:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bin ich ein Unternehmertyp?
Ein Landwirt muss/soll heutzutage ziehmlich flexibel sein, und sollte von allem ein wenig (oder ein wenig mehr) können. Tierarzt, Mechaniker, Maurer, Zimmerer, Buchhalter, Banker, Pflanzenwissenschafter, Mikrobiologe, Meteorologe (wenns die anderen schon nicht können ;) ) und noch vieles vieles mehr sollte er können.
Ich kenne einige "junge" von größeren Betrieben, die Betriebsmanagement und/oder Agrarwissenschaften oder Pflanzenbau studieren. Hat vermutlich seinen Sinn ;).
Ob das die richtige Entwicklung ist, weiß ich nicht.

Nur gut, dass man den Hausverstand eh schon kaufen kann, da kann dann nichts mehr schief gehen ;).


kraftwerk81 antwortet um 03-01-2013 19:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bin ich ein Unternehmertyp?
und diese fertigkeiten sollte mit einem hohen eq gepaart sein - dann klappts ev.auch mit der nachbarin



Woodster antwortet um 04-01-2013 16:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bin ich ein Unternehmertyp?
Für die Landwirtschaft muss man jetzt und künftig wohl noch mehr ein Bürokratentyp, als ein Unternehmertyp sein.
Wie die Bezeichnung schon sagt, will ich als Unternehmer was unternehmen/tun und mich nicht mit überbordender Bürokratie herumschlagen müssen.... Das ist jedem Tatkräftigen einfach ein Gräuel!

Beispiel: In meiner Nähe haben sich eine Runde eher älterer Frauen von Landwirten zu einem Verein zusammengeschlossen. Sie verkaufen in einem alten selbst ausgebauten Vereinslokal zu Ostern und zu Weihnachten ihre selbstgemachten Waren.
Im Vorjahr kam dann die Finanz. Steuerberater mußte genommen werden. Es kam zwar nix raus, aber sie wissen jetzt nicht, wie sie die Kosten für den Steuerberater zahlen sollen.
Dann kam extra die Finanzpolizei. Dann die Lebensmittelkontrolle und ich weiß nicht, was noch alles...

Wohlgemerkt, es sind hier vor allem ältere Frauen, die sich freuen, wenn ihnen jemand etwas abkauft.
Sie erhalten dadurch eine Bestätigung, etwas Nützliches zu machen. Sie nehmen dadurch wieder aktiver am gesellschaftlichen Leben teil.

Aber selbst dieser kleine Pimperl-Verein wird systematisch und bürokratisch abgemurkst.
Damit auch die Regionalität. So ist das in Österreich.
Sollen wahrscheinlich nur die großen Ketten immer mehr verdienen....

Und Rot und Schwarz sind dafür maßgeblich verantwortlich!
Für noch mehr Vorschriften, noch mehr Kontrolle, bis alle Kleinen hin sind...
Und die Großen verzocken die Milliarden und keinen interessierts, wo diese wirklich sersickert sind...



Andi7 antwortet um 04-01-2013 21:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bin ich ein Unternehmertyp?
Hallo Herr Meister,

grundsätzlich finde ich es schon in Ordnung, dass sich auch die Landwirtschaft der freien Marktwirtschaft anpasst was zwangsläufig mehr unternehmerisches Denken und Handeln für ein erfolgreiches wirtschaften erforderlich macht.

Zu Denken gibt mir aber schon die derzeitige Sprunghaftigkeit des Marktes. Wenn man sich für eine Produktionsschiene entschieden hat, sind damit meistens Investitionen (z.B. Bauwerke) verbunden die über 20 Jahre abgeschrieben werden und so weit kann keiner vorausplanen! Es ist also trotz aller betriebswirtschaftlichen Auswertungen und Analysen immer noch ein gewisses Gespür und Hausverstand gefragt um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft und die Weiterexistenz eines landwirtschaflichen Betriebes und der Betriebsleiterfamilie zu treffen.

Das die Bürokratie leider immer mehr wird ist auch kein Geheimnis, jeder der sich gegen dieses System ,und sei es nur mit Verbesserungsvorschlägen, auflehnt wird gnadenlos niedergemacht. Ich habe diesbezüglich bereits resigniert und mache brav meine Aufzeichnungen (zum Teil 2- oder 3-fach) um jede Behörde zufrieden zu stellen. Sämtliche Ersuchen doch Schnittstellen zwischen den einzelnen Behörden zu schaffen um uns diese zeitraubenden Mehrfacheingaben zu ersparen verhallten irgendwo ungehört. Nur wenn es darum geht Steuern oder Gebühren anzupassen, da funktioniert die Kommunikation zwischen den Ämtern einwandfrei und Schnittstellen entstehen in Rekordzeit.

Sei es wie es sei, die Zeit die der Landwirt am Feld bzw. bei seinen Tieren im Stall oder auf der Weide verbringt wird leider immer weniger, statt dessen steigt die Zeit die man mit Büroarbeit verbringt stetig. Ich muß zwar gestehen, dass ich am Schreibtisch mehr Geld/Stunde verdiene als im Stall oder am Feld aber ich denke doch das dies langfristig nicht der richtige Weg sein kann...


Bewerten Sie jetzt: Bin ich ein Unternehmertyp?
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;377020




Landwirt.com Händler Landwirt.com User