hans_meister 26-01-2012 10:21 - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Zu den meist kritisierten und die Landwirte nervenden Einrichtungen gehört die Digitalisierung. Viele Bauern empfinden es als anmaßend und schikanös, was sie bezüglich der Hofkarte über sich ergehen lassen müssen. Stark kritisiert werden die vielen Nachdigitalisierungen (bis zu drei Mal in einem Jahr), immer wieder neue Bilder, neue Schatten, neues Flächenausmaß, dazu wieder neue Vermessungen bei der Vorortkontrolle. Keiner weiß mehr, welches Flächenausmaß wie lange gilt. Was die Kontrollbehörden diesbezüglich mit den Bauern aufführen, entspricht nicht den Prämissen einer seriösen nachvollziehbaren Kontrolle, noch den von den Landwirten geforderten ökonomischen Voraussetzungen einer planbaren betriebswirtschaftlichen Vorgangsweise.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?


Indianerlandwirt antwortet um 26-01-2012 11:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Zum AMA-Bürokratieirrsinn habe ich den Diskussionsbeitrag "Kennt ihr eure Aufbewahrungspflicht für das Öpul 2007" .
Über all die Antworten der User , bin ich dann draufgekommen, dass der Aufbewahrungspflichtzeitraum ja auch gleichzeitig die Kontrollzeit bzw. die Rückforderungszeit sein kann (nicht muss). Ein Irrsinn wenn ein Prüfer im Jahre 2023 ein Kontrollzeit u. Rückforderungszeit bis zum Jahre 2007 hat.

Meine Erfahrungen zur Digitalisierung sind unterschiedlich. Die Häufigkeit ist sehr Herausfordernd. Oft gehts es nur um wenige m², die sich am Feldstück verändern. Zum Glück "Rückforderungsfrei".

Und irgendwie hoffe ich, dass die Digitalisierung in Zukunft zu einer einfacheren Antragstellung für die Landwirte führen wird. Mal sehen.




energiewald antwortet um 26-01-2012 13:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Hallo!
Da wir ab und zu Felder intern tauschen oft nur für ein Jahr muss jedesmal digitalisiert werden obwohl sich bei der Fläche nichts ändert. Das ist ein bürokratischer Irrsinn. Gott sei dank können wir jetzt selber digitalisieren und den MFA online abgeben damit hoffentlich bürokraten eingespart werden könne. Ich hoffe das sehr viele Landwirte davon gebrauch machen.
jg



Hoans antwortet um 26-01-2012 19:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Hallo Energiewald
Das selber Digitalisieren hilft dir überhaupt nichts.
Haben voriges Jahr selber Digitalisiert, dann bei der BBK nocheinmal und im Sommer kam der Kontrollor und ging mit dem GPS-Gerät alles ab. Es war leider keiner Daheim um mitzugehen und er fand auch einige Fehler
( Flächen zu Groß). Müßen jetzt für die letzten Jahre zurückzahlen. Einspruch wäre lt. BBK möglich, aber dann gibt es keine Zahlungen bis der Einspruch behandelt wurde. Vor einigen Jahren hieß es, das GPS wäre zu ungenau, jetzt rennen die Kontrollore wieder mit diesen herum. Was soll man jetzt glauben.


Waldfux antwortet um 26-01-2012 19:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Hallo!

Ich halte es für eine effiziente Arbeitsbeschaffungsaktion seitens der Landwirtschaftskammer! Was würden die ganzen Angestellten sonst ganzes Jahr tun?? Unsere Landwirtschaftliche Fläche hat sich seit Jahrzehnten nicht geändert und wir werden trotzdem jährlich ca. 2 Mal auf die BBK zum digitalisiern beordert! Sehr ärgerlich!!! Wenn schon digitalisieren, dann sollte es nur nach Veränderungen notwendig sein! Außerdem halte ich diese Maßnahme nur für ein Instrument das darauf abzielt bei jedem einzelnen Landwirt die Fläche zu verkleinern um Fördergeld einzusparen!!

MFG


208 antwortet um 27-01-2012 06:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
@ energiewald das man selbst digitalisieren kann wußte ich aber das man den mfa selber online abgeben kann wußte ich noch nicht


energiewald antwortet um 27-01-2012 07:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Ist heuer laut ama erstmals möglich.


208 antwortet um 27-01-2012 07:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
da bin ich aber gespannt auf das warte ich schon lang
ich könnt ja jetzt schon abgeben da ich schon weiß was wo angebaut wird


Steira antwortet um 27-01-2012 07:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Hallo,
Ich finde es eine Frechheit und eine Schikaniererei von der BK, was würde man auch sonst so machen, ich hätte ja gar keine Arbeit, da fahr ich doch lieber zur BK und lass mich da "gut" beraten was wieder mal nicht gepasst hat!
Gut das ich gleich in einer Stunde den Termin hab, da werden wir sehen was sie wieder gefunden haben, da ein bisschen und dort könnte ja auch noch was sein........
SCHWACHSINN!!!!

MFG A STEIRA


johny6140R antwortet um 27-01-2012 08:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?

Wenn die Guten Herren net jedes mal zam bringen würden das die Flächen unerklärlich Schrumpfen !!!!

Weil mehr als Bachränder und Vorgewende die Sträucher und Bäume zu stutzen kann man net machen manchmal kummts ma vor als würd der Satellit mit voller begeisterung von einer Richtung aufnehmen das dir ja was wegnehmen können von da Fläche !!

Naja und das man net wie a schwer Verbrecher sich rechtfertigen muss wenn da liabe Satellit mal wida an Siloballen oda a braunen Fleck Erde oda a kleines Asterl das in Acker reinhängt findet.

Und wenn man die Gemeindekanal über a K20 drüber graben lassen will und das net scho a nächsten Tag wieder alles grün und supa is wollens einem glei wida was an Fläche wegnehmen !!

naja wäre ja mal ne nette Sache wenns einen mal keine Meckerein oda weggenommene Quadratmeter Grund geben würde sonst haben ma in a paar Jahre keine Ackerflächen mehr und die Rinderbauern kein Grünland mehr weils a paar Siloballen stehn haben *sfg* xD


helmar antwortet um 27-01-2012 08:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Wie sagte vor gar nicht so langer Zeit der Ciocolos............viel von der Bürokratie ist hausgemacht........und für die Politik ist es was wunderbares dass es "die in Brüssel" gibt. Denn "die" sind schuld an allem Bösen.....
Mfg, Helga


milkmann antwortet um 27-01-2012 13:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
KANN MICH NUR ANSCHLIEßEN ZEITVERSCHWENDUNG!
GELDVERNICHTUNG SONDERGLEICHEN IN ZEITEN KNAPPER BUDGETS!
SINNLOSER BÜROKRATIEAUFBAU!
BAUERNAUFWIEGELUNG BAUER GEGEN BAUER WEGEN LEIDIGER QUADRATMETER!
LUFTBILD WIRD NIE UND AUF KATASTER PASSEN!
DIGITALISIERUNG LUFTBILD KENNT KEINEN HÖHENUNTERSCHIED (HÖHENMODEL)!
HANGFLÄCHE KANN MIT BILD NIE ÜBEREINSTIMMEN!
GUNDSTREITIGKEITEN EIN GUTES GESCHÄFT FÜR RECHTSANWÄLTE!
EINE GROSSER QUANTENSPRUNG UNSERER BAUERNVERTRETUNG!
NACH JEDER ÜBERFLIEGUNG WIRD LUFTBILD NEU AUF KATASTER GELEGT DABEI KOMMT ES JEDES MAL ZU VERSCHIEBUNGEN DIE BIS ZU DREI METER GEGENÜBER KASTER AUSMACHEN KÖNNEN!*DIGITALISIERUNG WIRD BIS JETZT BEI AMA NICHT ANERKANNT SONST BRÄUCHTEN KONTROLORE KEIN GPS GERÄT!
MANN KÖNNTE EVENTUEL UNPRODUKTIVE FLÄCHEN BEI DEN SOZIALVERSICHERUNGBEITRÄGEN ABZIEHEN!
SONST SEHE ICH ÜBERHAUPT KEINEN NUTZEN!
GEHEN DOCH BETRÄCHTLICHE FLÄCHEN SEIT 1995 AB!


gruenlandfan antwortet um 27-01-2012 14:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Welche Erfahrungen Bauern mit der Digitalisierung gmacht haben, darüber hat kürzlich top agrar Österreich ausführlich in der Jänner-Ausgabe berichtet. Es wird detailliert beschrieben, wo es Ärger rund um die Digitalisierung gibt. Dazu zählen verschobene Luftbilder, willkürliche Linien, böse Überraschungen bei den Kontrollen, benutzerunfreundliche Programme, dass genauere Messergebnisse notwendig sind, als überhaupt möglich etc. Weiters wird aufzeigt, wie einfach der Mehrfachantrag in Bayern übers Internet abgegeben werden kann. Zudem gibts a Interview mit einem Rechtsanwalt, worin es um rechtswidrige Rückforderungen der Almflächen-Prämien geht.


Holzwurm357 antwortet um 29-01-2012 09:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Ich denke, das dieser Hofkarten-und Digitalisierungswahnsinn der letzten 16 Jahre teurer ist, als wenn man sämtliche Flächen von Zivilgeometern hätte neu vermessen lassen. Die Flächen würden dann passen, rechtliche Grundlagen haben, bei Pacht oder Verkauf wäre es einfach umzuschreiben, und Verbuschungen oder Verwaldungen würden eh von den Kontrolloren per GPS erörtert.

Ich hoffe nur, das uns die Nutzungsrechte, die aufgrund der Katasterverschiebungen auf den Hofkarten auf Nachbarparzellen zugeordnet wurden, nicht nochmal auf den Kopf fallen....

Schönen Sonntag!


kellner170 antwortet um 01-02-2012 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Ich würde einmal einen Schritt zurückmachen und die gesamte Situation in Österreich betrachten! Ist jemanden schon der Gedanke gekommen, dass der Gründe für die vielen Neuerungen gar in Wien (BMLFUW bzw. AMA) zu finden sind? Hat schon einmal jemand etwas von der EU gehört, welche Österreich nicht in Ruhe lässt und den Druck auf die Behörden erhöht? Sich lediglich immer nur an den Mitarbeitern der Bezirkskammern auszulassen ist das unterste Niveau.
Viele Digitalisierungsverweigerer, welche der Meinung waren, dass sich an den Flächen seit Jahrzehnten nichts geändert hat, haben die Notwendigkeit der aktuellen Anpassung der Flächen bereits eingesehen. Und warum? Da in der Vergangenheit die beantragte Fläche gar nicht vorhanden war und erst durch das Luftbild das tatsächliche Ausmaß ersichtlich wurde! Ein Hauptgrund für Flächenänderungen sind auch neue Definitionen - welche Fläche eigentlich LN ist und welche Fläche nicht! Sollte ein Landwirt eigentlich wissen! Ein gutes Beispiel sind die "Wiesenwege" ohne Grasnarbe. Oder die vielen Hektar an Waldflächen, welche in der Vergangenheit als "beihilfefähige Flächen" in den Anträgen zu finden waren! Da kann sich nur ein "Waldfux" drüber freuen ...


heribertniessl antwortet um 05-02-2012 19:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Bei diesem Bürokratismus bleibt leider die fachliche Beratung etwas auf der Strecke. Ich denke auch die Kammerangestellten planen lieber einen Stall, oder entwickeln neue Vermarktungsschienen als sich mit der "tepaten" Digitalisierung zu ärgern. Der Bürokratismus dient jedefalls nicht der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft. Auf jeden Fall frag ich mich was das ganze kostet. Nicht nur die AMA Kosten sondern auch die Kosten der Kammerangestellten, die EDV Hardware, die unzähligen Besprechungen auf Beraterebene usw. Schließlich wird das alles ja aus dem Landwirtschaftstopf des Ministeriums gezahlt. Wären eigentlich die Gelder um die von den Kammerangestellten geplanten Ställe zu finazieren (AIK Investförderung usw.).
Wann steht endlich einer auf und gebietet dem Einhalt?????? Dann Kommt wieder das Argument die EU - schreibt das vor oder andere Länder hätten wegen ungerechtfertigter Förderungsauszahlungen Strafe zu zahlen glaube aber das sehr viel hausgemacht ist und Österreich nicht immer das Vorzeigeland sein muß.

Übrigens ist es noch immer nicht möglich den Mehrfachantrag online abzugeben - also für was denn dann der ganze "Affenzirkus"?


JohnBoy antwortet um 06-02-2012 22:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Hallo,

also ich komme aus Niedersachsen und mache eher sie Erfahrung das bei uns alle 5 Jahre eher zu wenig als zuviel digitalisiert wird, weil sich in expandierenden Regionen wie bei uns im LK Cuxhaven relativ viel ändert. Stallneubauten, Neubaugebiete, Vernässungen etc. Hätte man aktuellere Luftbilder würde so mancher Antragfehler nicht passieren. Zu den Vor-Ort Kontrollen. Seit dem der Laden nicht mehr AFA heißt sondern an die Landwirtschaftskammer angegliedert ist sind die Kontrollen m.E. wesendlich humaner geworden. Wir wurden bisher 3 mal in dem neuem GAP geprüft (im alten 5 mal mit teilweise verherenden Ergebnissen mit denen wir heute noch vor Gericht liegen) Was genau kritisieren Sie genau an der VOK? Mangeldes Fachwissen der Prüfer? Unvorteilhafte messtoleranzen an den GPS-Geräten? Geprüft werden muss, dass ist uns sicherlich allen klar, weils sonst ein Anlastungsverfahren seitens der EU gibt und die meisten Betriebe sind zu sehr auf ihr DZ angewiesen, als das man so einfach darauf verzichten kann. Und es ist auch klar, dass mind. 20 % der Prüfungen mit begleitender Stelle wiederholt werden sprich ein Prüfer für Missstände mit Sicherheit nicht den Kopf hinhält nur weil er den Bauern gut leiden kann - und das ist auch gut so, denn "die üblichen Verdächtigen" diffamieren m.E. unseren ganzen Berufstand und führen somit zu einem nachhaltigem Schaden an den Betieben die nach guter fachlicher Praxis nachhaltig wirtschaften.


ThomasE antwortet um 08-02-2012 22:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Schön langsam ist das Förderprogarmm für die Lnadwirtschaft und dazu gehört auch die Digitalisierung, nur mehr ein Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose. Uns Bauern läuft durch die enorme Bürokratie die Zeit davon. Andere Berufsgruppen verreisen, wir Bauern müssen uns in dieser Zeit mit dem ganzen Bürokratiekram herum schlagen. Mit dem neuen Förderprogramm ab 2013 wird das noch viel schlechter werden. Bei der Einführung der Digitalisierung hieß es, daß es für uns Bauern eine große Erleichterung ist. Doch dies war ganz einfach wieder eine große Lüge.

Hochachtungsvoll
Thomas Erber
Steinakirchen


Tribun3 antwortet um 09-02-2012 12:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Digitalisierung: Fortschritt oder Bürokratieirrsinn?
Warum soll es den Bauern anders gehen als anderen Berufsgruppen ? Wir leben halt nicht mehr in den 50er Jahren ( auch wenn sich das mancher Bauer wünschen würde ), die Welt ist komplexer geworden und - digital. Das ist aber nicht nur in der Landwirtschft so, sondern überall.


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