rotfeder 30-12-2011 16:23 - E-Mail an User
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Hallo!
Das Verbot der dauernden Anbindehaltung bei Rindern wird in den Zeitungen als große Errungenschaft gefeiert.
Hier im Forum wird jedoch kaum Notiz davon genommen. In meiner Umgebung sind aber noch Betriebe, wo die 90 Tage Auslauf nicht machbar sind. Wie handhabt ihr das, investieren, oder einfach hoffen, das es keine Kontrolle gibt. Vor allem für Ältere stellt sich die Frage was tun. Ein Bekannter sagte, wenn die Tiere einen Auslauf brauchen, dann lassen wirs auslaufen. Es wäre ein Jammer. wenn dann viele kleine Bauern mit dem Vieh aufhören würden.


Felix05 antwortet um 30-12-2011 16:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Na ja,

wenn ich eben keine vernünftigen Bedingungen habe, kann ich halt keine Tiere halten.
Wir hatten bis 1975 drei bis vier Kühe, die haben wir schon damals nicht angebunden und die konnten in den Garten wenn`s wollten.
Lediglich zum Abkalben gab es eine Einzelbox.
Mein Mitleid hält sich da in Grenzen, außerdem, für wen wär`s denn ein Jammer?
Für die Bauern oder die Kühe?

Wenn hier kein Aufhebens gemacht wird, liegt`s wahrscheinlich daran, dass die Meisten sowieso Laufställe haben, geht doch eh nix dran vorbei.


mostilein antwortet um 30-12-2011 18:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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anbindestall is anbindestall und kein stehstall wie der laufstall schau mal ohne klauenpflegestand kommt kein laufstall aus
wir haben anbinde seit 1964 und i hoff auch noch lange denn umbauen für 10 kühe nein danke und ja 90 tage gehts sich immer aus



Julian95 antwortet um 30-12-2011 19:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich steh komplett hinter der Anbindehaltung, bis zu 25 Kühen, ich kenne keinen Landwirt, der seine Kühe 365 Tage im Jahr angebunden hat, dass ist Vergangenheit!
Die Bergbauern triffts brutal, da ist oft gar nicht der Platz für an Laufstall, ich hoffe, dass man Kompromisse finden kann, dass Kühe trotzdem wenigsten übern Winter angebunden sein dürfen.
In den Bergen sind sie OFT auf einer Alm, warum sollte man sie dann nicht im Winter anbinden dürfen, ist ja nicht so, dass sie nicht liegen oder kann Schritt vor und zurück machen können.
Anbindehaltung ist einfach überschaubarer und Krankheiten, wie auch falsche Gewohnheiten können schneller erkannt werden, weiters benötigt ein Anbindestall nicht so viel Platz.


helmar antwortet um 30-12-2011 20:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Nun, dort wo es keine Möglichkeit gibt einen Auslauf bei Anbindehaltung einzurichten, wird auch die Rinderhaltung sehr schnell ein Ende haben.......und seien wir doch ehrlich, am allerwenigsten werden diesen Zustand die Nachbarn bedauern....
Und ich habe vor jahren in einem Stall ausgeholfen mitten in der Ortschaft, da sage ich ganz ehrlich dass mir die Kühe dort leid getan haben. Ganz besonders dann, wenn ich im Hochsommer alle Fenster vor dem Melken aufgerissen habe und unmittelbar danach der Altbauer gekommen ist und diese gleich wieder zugemacht hat. Aber das ist, zum Glück für die Kühe, Geschichte...
Mfg, Helga


Rob1 antwortet um 30-12-2011 20:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hab jetzt ein paar Jahren einen Laufstall,also könnte mich dieses Thema kalt lassen,tut es aber nicht.
Gerade bei uns im Waldviertel,gibt es Dörfer ,Bauernhaus neben Bauernhaus,wo kein Platz für einen Laufstall ist.Also müßen die Rinder Auslauf haben 90 Tage. Bei manchen ist auch schwer einen Auslauf zu machen,daß ist ein Grund.Der nächste ist,es gibt viele Bauern und Bäuerinnen die jetzt 50,60 Jahren alt sind,die werden sich sicherlich daß nimmer antun,diese Betriebe werden aufgeben.Bei´der NÖM Umfrage haben 15 %(glaube ich ) angegeben daß sie aufhören wegen den 90 Tage Auslauf.
Bin mit meinem Laufstall zufrieden,aber Probleme gibts da sicher auch.Alle paar Wochen humpelt eine Kuh wegen der Rangordnung,hats im Anhängestall nicht gegeben. Ich hatte außer einmal vor 25 jahren nie eine Verletzung bei einem Rind,in der Anhängehaltung. das Nächste Problem ist,daß immer mehr Menschen im Laufstall durch Rinder zu Schaden kommen, auch meine Frau hats einmal erwischt,weil eine Kuh auf Sie grundlos losgegangen ist und hatte Glück daß nur mit ein paar gebrochenen Rippen davon gekommen ist.
Ich bin mit meinem Laufstall ganz zufrieden,möchte aber sagen daß sich Kühe in einem Anhängestall wo genug Platz in der Länge und Breite ist, sich auch wohl fühlen. Ich hab zum Beispiel trockenstehende Kühe öfters im Anhängestall untergebracht. Obwohl die Kühe den Laufstall kennen sind die Kühe auf Ihrem Platz zufrieden,da gibts kein Muhen oder sonstige nervöse Handlungen.
Mir tun einfach die Betriebe leid, die aufhören,wieder um ein paar aktive Bauern weniger .


mosti antwortet um 30-12-2011 22:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@mostilein: hab im laufstall mit weide auch selten klauenprobleme,nur merkt mans früher. empfehle laufstall ab dem ersten rind, da baukosten und platzbedarf kaum abweichen.(bei einigen bauformen) lad dich ein zum besichtigen (und eventuell probearbeiten). eure kühe würden sich sicher freuen. lg mosti


helmar antwortet um 31-12-2011 09:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Unser Laufstall ist seit 20 jahren in Betrieb, er wurde billigst aus einem Kurzstandstall zu Fressliegeboxen umgebaut. Dass heute Knie und Kreuzprobleme so gut wie nicht vorhanden sind, hat den einfachen Melkstand als Ursache....Fazit, Laufstall ist gut für Leut und Vieh.
Mfg, Helga


HAFIBAUER antwortet um 31-12-2011 11:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Man weis ja bereits seit 15 Jahren,das das Verbot der Anbindehaltung kommt.Es gibt ja in keinem anderen Gewerbe soviel ausnahmen wie bei den Bauern zum Beispiel 90 Tage Weide oder Auslauf.Und auserdem wen die Standlänge bzw Breite passt gibs ja e nicht zum befürchten.Wünsch trotz allen ärgernissen allen Bauern und Bäuerinnen einen Guten Rutsch und ein Gesegnetes Neues Jahr.


anderson antwortet um 31-12-2011 14:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo!
Nun, ich sehe das schon eher differenziert. Ein guter Anbindestall, der mit Verstand genutzt wird, hat sehr viele Vorteile. Leider sind es oft die, die jetzt am lautesten jammern, bei denen schon vor Jahren ein Umbau notwendig gewesen wäre. Was habe ich alles für Sachen gesehen, als ich mit dem Tierarzt impfen war. Anbindeställe in denen es im Winter "geregnet" hat und im Sommer ein Saunaklima war. Tiere, die von der ersten Abkalbung an bis zum Ende ihres Lebens am gleichen Platz standen. Immer wieder Tiere mit Schwellungen und Verletzungen aufgrund der beengten Haltung, in einem Stall wars so eng, dass nie alle Tiere auf einmal liegen konnten. Genau diese Bauern haben es nicht verstanden was daran schlecht sein soll, weil ja schon seit Jahrhunderten so gearbeitet wird.
Natürlich ist es kritisch zu sehen, wenn alles per Gesetz geregelt wird, aber man kann es auch mit einer positiven Haltung aufnehmen und das Beste daraus machen.
Ich weine den Bauern die nichts mehr investieren wollen keine Träne nach.
mfg
anderson



little antwortet um 31-12-2011 15:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Meine Eltern haben 1960 schon einen Laufstall gebaut. Jetzt wird er hochgejubelt, damals haben sich meine Eltern ganz schön was anhören können: den Kühen frierts die Euter ab,.... Wir hatten damals Braunvieh und waren nicht schlecht in der Leistung. Was natürlich viel Arbeit bereitete, da der Stall in Tiefstreuhaltung gemacht wurde. Aber da gibt es heute schon bessere Lösungen. Ich könnte mir keinen Anbindestall als Dauerlösung vorstellen, aber zum handsam machen der jungen Mädels ist er sicher keine schlechte Lösung.

Guten Rutsch ins neue Jahr
Little


JD6230 antwortet um 01-01-2012 14:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Also ich versteh die ganze Problematik nicht: Der Tierschutz verlangt nach anderen Gesetzen (ganz egal welches Vieh). Die Gesetze wurden gemacht mit teils langen übergangsfristen, jetzt sind sie vorbei und alle jammern!
wenn ich den Geflügelbereich ansehe: hier kam in Ö bereits 2009 das Käfigverbot, in der EU erst mit heute und die Länder nicht umgebaut haben, wollen eine Verlängerung der Frist bis am besten 2020. (die billigen Eier aus dem Käfig werden dann nach Ö importiert - und alle schimpfen).
Machen wir es wie im Geflügelbereich: Deklarieren wir doch die Milch in Milch aus Anbindehaltung und Milch aus Laufstall (bzw. mit Auslauf).
Im Schweinebereich ist es genauso: der Tierschutz verlangte ein Ferkelschutzkorbverbot, übergangsfrist wurde gefunden und in 20 Jahren wenn es dann soweit ist, werden wieder alle jammern. Anstatt die Zeit bis dorthin zu nutzen um neue Wege zu finden.
Nemmt euch ein Beispiel an der Geflügelbranche: anscheinend hat das nur hier geklappt.


little antwortet um 01-01-2012 18:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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JD 6230, was hat in der Geflügelbranche geklappt? Das die Ö-Hühner im gelobten Land leben, der Kosument aber billige Käfigeier aus den Ausland kauft.


JD6230 antwortet um 01-01-2012 20:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Der Konsument bekommt die Käfigeier eh nicht zu kaufen - oder weißt du einen Supermarkt, der welche gelistet hat.
Das Problem ist in der Gastronomie und Verarbeitenden Industrie - die kaufen nur zu niedrigstpreisen.

Ich wollte ja nur darauf hinweisen, wie es überall läuft. Diejenigen, die sich an die Gesetze halten, werden mit Ausnahmeregelungen für die anderen bestraft.

Ein Bekannter hat ca 20 Milchkühe. der Stall ist in den 70er Jahren gebaut worden. Letzte Woche hat er mir erklärt, dass es eine Ausnahmeregelung gibt, falls es nicht zumutbar ist, die Kühe für 90 Tage rauszulassen. Muss nur beantragt werden. Und das werden alle in der Umgebung machen.
Aber andererseits ist es für ihn zumutbar, ständig damit beschäftigt zu sein, die alte Aufstallung zu reparieren.


biolix antwortet um 01-01-2012 21:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo !

Die daunernde Anbindehaltung hatten wir hier schon öfter... auch mir tun die Betriebe ein wenig leid, nur wir hattens bis 1996 auch, und ich meine,nein, dauernd die Kuh auf einem Platz angekettet, eine Leben lang, bitte müssen wir da echrt noch diskutieren inkl. nach den Übergangszeiten ?
Wir haben auch billigst umgebaut, helmar hat es auch geschafft.. den Tieren geht es viel besser, und den Menschen rund herum auch...
Wo ein Wille ist, ist ein Weg, und siehe die Ausnahmen eh wieder, ich weiß nicht ob das gerecht ist ?

lg biolix


biolix antwortet um 01-01-2012 21:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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aha das 2 mal drück Phänomen... ;-) hab den Beitrag nun gelöscht und das geschrieben.. er sollte ganz löschen gehen, ganz einfach...


bauernbeispiele antwortet um 01-01-2012 21:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich kenn einen Betrieb, wo vor ca. 20 Jahren noch ein Anbindestall gebaut wurde, obwohl Laufställe schon bekannt und "die Zukunft" waren. Früher wurden die paar Kühe noch im Herbst draußen angestiedlt (angepflockt), aber jetzt schon seit Jahren nicht mehr. Trotz Empfehlung vom BBK-Berater, sich wenigstens als "Beweismittel" einen Weidezaun anzuschaffen wurde keiner gekauft. Die Bauersleute wurschteln sich durch wie eh und je, wollen nichts mehr investieren und warten scheinbar nur noch auf die Pension, die Kinder haben sich alle verabschiedet, Hofnachfolge ungklärt. Es wäre durchaus möglich, dass die Kühe 90 Tage auf der Weide verbringen, aber man will einfach nicht und mäht lieber jeden Tag das Gras ab und bringts in den Stall.



tatschljosef antwortet um 02-01-2012 00:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo! Ich muss sagen, ich bemitleide auch keinen der noch immer mit Anbindehaltung arbeitet!

Meiner Meinung nach sind das meistens Bauern, die einfache Kosten/Nutzenrechnung nicht verstehen und ihre Betriebe dadurch gegen die Wand fahren! Ich selbst hab vor drei Jahren um sehr viel Geld und Arbeitsleistung meinen alten Anbindestall in einen Tierschutzgerechten Laufstall umgebaut und hab auch gleich die Bio Auflagen erfüllt um künftige Auflagen locker erfüllen zu können!
Zeiten ändern sich und da muss man eben Schritt halten!
Mich ärgern auch solche Betriebe die abgesehen davon, dass sie die 90 Tage in wirklich sowieso nicht einhalten, auch ihre 800+ Kilo Fleischrassekühe an Anbindeställe anhängen wo 30 Jahre lang Fleckviehmilchkühe mit 600 Kilo standen! Wozu hab ich dann investiert wenn die Anderen so durchkommen und die Strafen dafür sind auch nicht mal sonderlich hoch!

Die ganzen Stallbauauflagen kommen ja nicht von irgendwoher! Da sind schon Praktiker/Beobachter am Werk gewesen und die sind so auf die "Mindestmaße" bei Liegeboxen, Laufgängen etc. gekommen!

Ich muss sagen ich bin mit meiner Umstellung sehr zufrieden und wenn alle anderen die sich eben sich keine Umstellung leisten können, aufhören müssen, dann fände ich das nur fair!
Jeder dieser Anbindestall-Bauern in meiner Umgebung fahren übrigens neue Traktoren mit Klima usw. aber für die eigenen Tiere haben sie kein Geld übrig um ihnen das Leben zu verschönern! Mein Traktor macht zwar auch um die 400 Stunden jährlich aber meine Kühe arbeiten für mich 365Tage mal 24Stunden pro Jahr und da war mir klar wo ich investieren beginne!


MFG



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