naturbauer 19-11-2010 20:26 - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Nicht nur bei mir, sondern in der ganzen Umgebung haben die Kühe der Rasse Pinzgauer eine sehr schlechte Fruchbarkeit. Dagegen sehe ich zum Beispiel im Oberen Pinzgau durchwegs eine gute Fruchtbarkeit. Von dort hab ich vor vielen Jahren die ersten Pinzgauer Kühe importiert. Blutuntersuchungen haben weder Mangel noch Überschuss von Mengen-und Spurenelementen ergeben. Verschiedene Tierärzte können sich das Problem darauf hin nun auch nicht erklären. Bodenwerte auch in Ordnung.

Ein Mangel dürfte nach meiner Meinung trotzdem vorherrschen, auch wenn Blutwerte nach der allgemeinen Regel in Ordnung sind.

Meine Frage ist. Wer füttert seinen Milchkühen Hafer? Denke nämlich, dass mehr Calcium als die Regel besagt von Nöten ist um die Fruchtbarkeit zu verbessern.

Hafer ist ja relativ reich an Calcium.






helmar antwortet um 19-11-2010 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Hallo Naturbauer....ich würde nach diesem Sommer keinen Hafer füttern(Pilze).
Mfg, Helga


Hausruckviertler antwortet um 20-11-2010 13:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Servus Naturbauer. Wir haben bis vor ca 35 Jahren immer Pinzgauer Rinder gehabt. Mit der Fruchtbarkeit hatten wir kein Problem, weil wir sie als Zugtiere in Verwendung hatten. Nur Kalbinnen konnten wir keine aufziehen, weil die immer sehr schnell verfetteten.
Meine These dazu ist, dass wir in unseren Bereichen ein zu gutes Futter für Pinzgauer Rinder haben und nur durch die Zugleistung, die sie erbringen mussten wurde der Nährstoffüberschuß kompensiert. das Pinzgauerrind ist an und für sich ein anspruchsloses Rind das mit sehr kargen Verhältnissen gut zurechtkommt.
Möglicherweise haben sich die Pinzgauer Rinder im Alpenvorland, zu dem ja auch du gehörst, früher deshalb behaupten können, weil die Wiesen noch nicht so überdüngt waren wie heute und die Klimaverhältnisse auch noch etwas rauher waren.
Aber wie gesagt ist nur eine These von mir, die vielleicht der eine oder andere widerlegen kann. Lass mich gern belehren.


naturbauer antwortet um 21-11-2010 09:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Servus Hausruckviertler!
Deine These will ich nicht widerlegen. Aus einem einfachen Grund. Von dem Betrieb wo ich sie damals gekauft habe, ist eine nunmehr langjährige Freundschaft zwischen uns gewachsen. Besuche Gegenbesuche. Dabei hat mir schon am Anfang unserer Freundschaft der"Pinzgauer wie wir ihn hier nennen" gesagt, dass er sie zum Beispiel nicht mehr nehmen könnte. weil sie zu schwer geworden sind für die Alm. Nun da ich kein Kraftfutter füttere, die Rasse Pinzgauer enorm gute Grundfutterverwerter sind, davon soviel bekommen was sie fressen mögen, können, ist deine These gar nicht zu widerlegen.
Ich denke auch in die Richtung, dass der sogenannte Bergkern, oder wie er glaube ich bei euch auch genannt wird, das Karpatensalz, dieses Problem abschaffen könnte. Deshalb, weil so meine ich, da was drinnen ist, was zwar wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, aber von Nöten ist um die Fruchtbarkeit verbesseren zu können.
Ich geb meine "Pinzis" nämlich gar nicht gerne auf!



Hausruckviertler antwortet um 21-11-2010 13:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Soviel ich weiß, bevorzugen Pinzgauer eher saures Futter. Das mit dem Karpatensalz ist mir unbekannt, aber möglich ist es, dass da etwas drin ist, was die Pinzgauer brauchen.
Die Tiermedizin weiß möglicherweise einiges nicht, was zwar althergebracht ist, aber wirksam. Ich denke da an Akanik, wie wir sagen, gegen Hitzigkeit, sprich Vorbeugung gegen Euterprobleme. Gibt es immer noch in der Apotheke zu kaufen. Die wissenschaftliche Bezeichnung weiß ich nicht einmal. Der Tierarzt hat es mir mal bestätigt, dass es hilft, weiß aber nicht warum. Oder auch an aufgeweichtes warmes Leinmehl, nach dem Kalben einige Mahlzeiten zur Reinigung von der Gebärmutter.
Da fällt mir ein, wie sieht es bei dir mit der Salzgabe aus? Immer, wenn mir jemand sagt, dass er Probleme mit der Fruchtbarkeit hat, frag ich ihn, ob er Salz gibt und fast immer bekomm ich die Antwort, eigentlich nicht, oder nur hin und wieder.
Mangelnde Salzgaben werden immer noch unterschätzt, wenn es um die Fruchtbarkeit geht, nicht nur bei Pinzgauern, sondern generell.


liesbeth antwortet um 21-11-2010 14:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern

@Naturbauer!

Am Natursalz ist bestimmt etwas dran, es hat alle Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium, Calzium , Zink, Eisen und nat. Jod in reinster Form gebunden und ist für Mensch und Tier gleichermaßen lebensnotwendig. Das künstlich jodierte Siedesalz ist sicher nicht optimal. Ich denke, daß auch eine ausreichende Wasserversorgung die Fruchtbarkeit steigern kann.
Seit ein paar Tagen geht unser Zuchtstier im Laufstall mit , wir hoffen auf gute Ergebnisse.

P.S Aus technischen Gründen konnte ich dir über den Mailserver nicht antworten, vielleicht paßt das Thema auch mal hier im Forum.

lg liesbeth


liesbeth antwortet um 21-11-2010 15:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern

Auszug aus dem Buch: Dr. Lampe´s Tierheilkunde (1922)

Nicht selten tritt der Fall ein, daß die Rinder überhaupt nicht brünstig werden,was verschiedene Gründe haben kann.Es kann z.B. übermäßige Schwäche oder Stärke , Fettigkeit u.s.w. die Schuld daran sein. Im ersteren Fall wäre Kraftfutter ( Hafer, Getreideschrot, Rapskuchen) zu verabreichen, im letzteren aber die Fütterung im Gegenteil bei vermehrter Bewegung knapp zu geben.Oft wird in diesem Falle schon dadurch Abhilfe geschaft, daß man die Tiere viel auf die Weide oder auf Tummelplätze treibt. Sonst gibt man neben angemessener Fütterung (mit Salz) einen Einschütt frisch gemolkener Milch von einer rindigen Kuh oder des morgens nüchtern zwei Gramm Cantharidenpulver zwischen zwei Brotschnitten, welches Verfahren nach zwei Tagen zu wiederholen ist. Ebenso empfielt man für 4 Tage hintereinander 40g Kalmuspulver, 30g Aloe und 15g kohlensaures Ammoniak.



naturbauer antwortet um 22-11-2010 09:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Also saures Futter habe ich nicht, hab südliches und westliches Hanggebiet. Kann aber auch was dran sein. Das meine ich deshalb, weil die Gegend nahe dem Chiemsee, mehr zu den Bergen hin, als das typische Zuchtgebiet offiziell gilt und anerkannt ist. (Förderung von aussterbenden Rassen etc..) Dort bin ich nicht, bin viel weiter westlich, bekomme deshalb auch keine Förderung für diese Rasse. Ist mir auch egal. Aber dort könnte es gut sein, dass saures Futter überwiegt, weil nördliches Hangterrain. Dort ist die Fruchtbarkeit soweit ich immer mit bekomme gut. Auf der Grundlage der vielleicht etwaigen gleichen Bodenbeschaffenheit wie im Pinzgau, vermute ich deshalb bessere Voraussetzungen wie bei mir. Zur Frage wegen Salz, dieses ist zur freien Aufnahme vorhanden. Da wir den ganzen Sommer Weidegang haben und auch im Sommer die Fruchtbarkeit nicht besser ist, kann mangelnde Bewegung auch ausgeschlossen werden. Es ist auch so, dass eigentlich nie Euter oder Gebärmutterprobleme vorliegen, kennen wir quasi bei den Pinzis nicht.

Das ist der Grund, warum ich auf einen Mangel schließe den man als solches nicht kennt, weil man ihn nicht weiß dass er da ist.

Überwiegend halten wir ja Fleckvieh. Wollte zwar, dass die Pinzis einmal überwiegen, hat bis heute nicht funktioniert. Natürlich gibt es überall immer wieder Probleme mit Nachgeburtsverhalten. Diese habe ich mit Homöopathie aber gut im Griff. Jedoch kann die Homöopathie nicht einen Mangel an Versorgung ausgleichen.

Drum bin ich auf der Suche, was meinen Pinzis fehlt.


PS: Liesbeth, ist schon okay!



Bewerten Sie jetzt: Fruchtbarkeit der Pinzgauer in Bayern
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;259611




Landwirt.com Händler Landwirt.com User