14-11-2009 14:41  Tyrolens
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
Wer sagt dass die Rinderzucht in Grünlandregionen unabdingbar ist? -> http://www.biowert.de/

  14-11-2009 15:20  Tyrolens
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
Hallo,

ich glaube sie machen den Fehler und lassen die internationale Situation außer acht. Es ist ziemlich egal ob in Österreich Rindfleisch produziert wird oder nicht. Ebenso werden alleine wirtschaftliche Kriterien entscheiden ob und wie solche Flächen zukünftig genutzt werden. Wäre nicht das erste mal dass Aufforstungsprämien eingeführt werden. So sieht es jedenfalls derzeit aus. Vielleicht kommt ja noch der Wandel...



  14-11-2009 16:30  alfalfa
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
Hallo, wenngleich die Errungenschaften der Zuchtverbände kaum in Frage gestellt werden, so ist die derzeitige Situation und die extremen Ausschweifungen der Marktzyklen meiner Meinung nach primär auf folgende Entwicklungen zurückzuführen:

a. horrende Investitionsförderungen im landwirtschaftlichen Bereich die weltweit seinesgleichen suchen und getrieben von diesen Milchpreiszyklen auch vermehrt in Anspruch genommen werden

b. Die bloße Tatsache, dass die Menge an Raufutter nur mehr bedingt eine Grenze der fütterungphysiologischen Tierernährung darstellt und man sehr kurzfristig in einem gewissen Rahmen mit vermehrten Kraftfuttereinsatz auf steigende Milchpreise reagieren kann.

c. Stroh als Rohfaserlieferant setzt die Möglichkeiten der Menge an Kühen weiter nach oben

d. Die Grenzkostenrechnung ist trotz niedrigen Milchpreisen noch immer positiv (d.h. hoher Kraftfuttereinsatz zahlt sich noch immer aus)

e. Falls man von Investitionsförderungen in überhöhten Mengen, Gebrauch gemacht hat, so ist die alternative bei geringen Milchpreisen nicht da, dh. es kann sein das ich trotz Produktion ein Minus erwirtschafte, wenn ich aber nicht produziere so kann ich nicht mal mehr die Fixkosten zahlen. Da sich die Größenordnungen meist in einem Bereich bewegen in denen es nicht möglich ist, die Tillgung durch nicht selbstständige Arbeit zu gegleichen, MUSS wohl oder einfach mehr produziert werden. Die suddeutsche Zeitung hat dazu treffen getitelt "Aufhören muss mann sich leisten können"

d. Die oft gehörte Begrüngung für Invenstionen, "Lebensmittel braucht man immer, die Politik wird uns schon nicht im Stich lassen, kann nicht die Begründung für die innerbetriebliche Investitionspolitik sein.

Bitte versteht mich nicht falsch ich bin nicht gegen Investitionsförderungen, bin nur der Meinung das sie oft zu leichtfertig und ohne passendem Konzept ausgegeben werden und der politsche Willle mit diesem Geld die Bauern auf den internationalen Wettbewerb vorzubereiten oft fehlschlägt. Wenngleich eine Vielzahl von anderen Faktoren hier sicher die Wirkung verstärken so sind dies, für mich die Hauptgründe, die den (inländischen) Markt bestimmten und Österreich ist immerhin eins der wenigen Länder in Europa das Nationale Kontingent ausschöpfen

lg

  14-11-2009 18:51  helmar
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
alfalfa, da stimme ich dir zu.......waren/sind nicht jene welche sich nach der Decke strecken, mit gegebenen Ressourcen so gut wie möglich arbeiten, nicht jeden Preis für Pachtung, Quote usw. bezahlen, nicht immer die rückschrittlichen Deppen?
Ich trau mich zu behaupten dass auf lange Sicht jene welche entweder Spezialitäten erzeugen(Haumilchkäse z.B) bzhw. diesen Rohstoff bereitstellen, eher Chancen haben als jene welche mit immensen Aufwand hinter jenen herhetzen, welche von den Gegebenheiten her günstiger produzieren können.
Mfg, helmar


  14-11-2009 19:00  Hausruckviertler
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
Liebe Nicole Wieser, gleich zu deiner letzten Frage, ob wir die Einsparungen bei den Zuchtverbänden zu spüren bekommen. Zumindest was unseren Betrieb anbelangt, spüren wir das nur bedingt. Es haben sich die Anzahl der jährlichen Leistungsproben von 10 auf 9 verringert. Will man mehr haben, so muß man die selber bezahlen. Sonst konnte ich keine Veränderung feststellen
So wie es in allen anderen Bereichen der Wirtschaft ist, ist es auch beim Zuchtverband, dass Stillstand mit Rückschritt gewertet wird. Natürlich wird immer einen höhere, bzw. bessere (in Bezug auf Lebensdauer und Gesundheit) Leistung angestrebt. Das ist auch soweit in Ordnung. Ob sich das nachteilig auf den Milchmarkt auswirkt hat ausschließlich mit der Lieferdisziplin der Lieferanten zu tun und nur nebenbei mit der Leistugnssteigerung der Kühe. Das positive an der Leistungssteigerung ist für mich, dass ich für die selbe Milchmenge weniger Kühe brauche, ergo weniger Stallplatz. Die Lebensdauer einer Kuh hängt auch in erster Linie von der Betreuung und Fütterung ab und erst in zweiter Linie von der Leistung der Kuh. Nur muß die dem Körpergewicht schon etwas angepasst sein.
Ich bin auch nicht der Meinung, dass die höhere Leistung nur durch mehr Kraftfutter erreicht wird. Ein Kuh mit einer Leistung von ca 9000 kg ist ja keine Kuh mehr, die nur 600 kg wiegt, sondern die muß schon so an die 800 kg Gewicht auf die Waage bringen. dass so eine Kuh auch wesentlich mehr Grunddfutter verzehrt liegt eigenlich auf der Hand. das Verhältnis Grundfutter/Kraftfutter wird sich nicht wesentlich ändern, ob es sich um eine 650 kg Kuh handelt, die von mir aus 7000 Liter gibt, oder um eine 800 kg Kuh, die 9000 Liter gibt.
Um international mithalten zu können, darf man bei der Leistung nicht hinterherhinken.


  14-11-2009 20:26  helmar
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
Lieber Hausruckviertler.....mit weniger Kühen mehr Milch, das ist eine durchaus gute Sache, aber meistens ist es halt so dass höhere Leistung auch mit Erhöhung des Bestandes läuft. Dass "Kaliberkühe" eine höhere Grundfutterleistung haben, weil auch danach fressen, seh ich an meinen beiden 9000ern, die sind immer am Beissen........aber hätte ich lauter solche Lackeln, wärs mit dem Weidegang komplizierter. Zwecks Grasnarbenvertreterei usw....
Also die Riesen eher für den Laufstall..
Liebe Grüsse, alles Gute, helmar

  14-11-2009 21:36  alfalfa
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
"Um international mithalten zu können, darf man bei der Leistung nicht hinterherhinken."

a. Um international mithalten zu können, müssen wir uns von Sozial und Umweltsstadarts trennen

b. eine effizientere Kostenstrucktur haben, was allein schon aufgrund der Agrarstrucktur in Jahrzehnten ned der Fall sein wird, a großer Traktor der bei einer Abschreibung von 50 Jahren ned ökonomisch Sinnvoll ist gehört ned dazu

Du kann am internationalen Markt nicht mit Ländern konkurrieren die die Hälfte an Lohnkosten haben (da kannst da noch so viel vom Mund wegsparen), die keinen Winter haben oder Umweltstandarts die in keine betribswirtschaftliche Einschränkung darstellen

Die Auswirkungen der Leistungssteigerung die sehr oft mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand sowie steigender Opporunitätskosten einhergeht, mag sich im innerbetrieblichen EBIT wohl positv auswirken, beschleunigt aber nur den Angebotsüberhang, welcher im Milchmarkt eine wesentliche Kraft darstellt. dh. funktioniert der Export gehts funktioniert er ned sparen wir einfach a bissal mehr beim Privatverbrauch,

lg






  15-11-2009 12:43  Hausruckviertler
Braucht der ländliche Raum die Rinderzucht(?)
Liebe Helmar, du hast schon recht wenn du glaubst, dass eine 9000 Literkuh auf der Weide nichts mehr zu suchen hat. Ertens wegen der Leistung, die du mit Weidehaltung nie erreichst und zweitens wegen dem Vertritt. In unserer Gegend ist Weidehaltung sowieso ausgestorben mit einigen Ausnahmen mit Mukuhaltung und einige Tage im Spätherbst, weil bei uns der Boden bei nassem Wetter eine Weidehaltung nicht unmöglich macht.