Abferkelgestell

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Name: EckardWendtAGfaNeV 01-12-2011 16:57 nach oben

Tagebuch
Abferkelgestell
Illegale Aktionen sind trotz aller Sympathien in der Sache m.E. abzulehnen.
Festzuhalten ist vorab, dass Nutztierhalter keine Tierquäler sind, sie also keinen Lustgewinn aus Leiden ihrer Tiere anstreben, auch wenn sie Ihnen artgemässes Leben vorenthalten. Fakt ist aber, dass Tierleid aus ökonomischen Gründen billigend in Kauf genommen wird (Kastration, Kupieren von Schnäbeln und Schwänzen, Daueranbindehaltung mit zusätzlicher Anbindung der Schwänze ...).
Wenig hilfreich sind Schlagworte. Das gilt insbesondere für Begriffe, mit denen Missstände vertuscht oder verharmlost werden (sollen), aber auch für Bezeichnungen, die an der Realität vorbeigehen. Der "Ferkelschutzkorb" lenkt von den Zwängen ab, denen die Sauen unterworfen werden. Das beginnt schon vor der Geburt der Ferkel, wenn die Sau ein Nest bauen möchte, was ihr in dem Eisenrohrkäfig nicht möglich ist, selbst wenn man Einstreumaterial geben würde. Deshalb sprechen manche Sauenhalter auch von "Eiserner Jungfrau".
Die Feststellung "Bäuerinnen und Bauern sind Tierschützer und Tierpfleger der ersten Stunde" kann so nicht stehenbleiben, weil der Schutzzweck sich auf das Haltungsziel bezieht und das sind hohe Reproduktionsraten der Sauen und der Verkauf der Schweine zur Fleischgewinnung. Um den Schutz um ihrer selbst willen geht es also nicht. Diese Art des Tierschutzes entwickeln Landwirte gegenüber ihrem (Familien-) Hund, der nicht als reiner Hof- oder Wachhund "Verwendung" findet.
Wichtig wäre, dass die Landwirtschaftsverbände und der Handel endlich davon Abstand nehmen, die Verbraucher mittels idyllischer Bilder über die tatsächlichen Lebensbedingungen der Nutztiere hinwegzutäuschen. Dann würde das Problem nicht tiergerechter Haltungssysteme ebenso schnell der Vergangenheit angehören wie die Käfighaltung der Legehennen.