Den Melkstand auf den Körper anpassen

In vielen Melkständen fühlen sich weder Kühe noch Menschen wohl. Mit einigen Veränderungen gestalten Sie das tägliche Melken angenehmer.
Achten sie bei der Montage der Melktechnik immer darauf, dass der Arbeitsbereich frei ist. Foto: Vetta
Achten sie bei der Montage der Melktechnik immer darauf, dass der Arbeitsbereich frei ist. Foto: Vetta
Über rutschige Leitern steigen die Melker hinab in dunkle, kalte und feuchte Gruben. Im Sommer ist es warm und stickig, stechende Fliegen plagen Kuh und Mensch. Der Lärm wird zwar irgendwann nicht mehr wahrgenommen, bleibt aber zusätzlich ein Stressfaktor. Oft sind schwere Milcheimer aus der Grube zu tragen, und nach einigen Jahren bemerken die Melker Schmerzen in Hals, Rücken oder Schultern. Das müsste alles nicht sein. Doch beim Melkstandbau steht oft nicht der ergonomisch günstige und angenehme Arbeitsplatz im Vordergrund. Dabei sollte für einen guten Melkstand das Wohlbefinden der darin arbeitenden Menschen und jenes der gemolkenen Kühe die wichtigsten Kriterien sein. Hohe Durchsätze sind nichts wert, wenn die Eutergesundheit zum Problem und die Melkarbeit zur extremen Belastung wird. Wenn aber bei der Planung einige Dinge berücksichtigt werden, kann mit überschaubarem finanziellen Einsatz viel erreicht werden. Auch in bestehenden Melkanlagen gibt es Möglichkeiten die Melkarbeit zu erleichtern und die Bedingungen für Mensch und Tier zu verbessern.

Melkstände vom Stall trennen
Im Winter haben sich Infrarot-Heizstrahler für die Melkstandheizung gut bewährt. Sie bringen schnell und angenehm Wärme in die Melkergrube. Mit Thermostat sind sie in separaten Melkständen auch als Frostsicherung geeignet. Melkstände nicht im Stall zu integ - rieren ist oftmals kostengünstiger, da der hohe umbaute Raum teurer als ein flacher Anbau ist. So kann auch verhindert werden, dass die feuchte Luft aus dem Melkstand unter dem Stalldach kondensiert und sich dort Schimmel bildet. In vom Stall getrennten Melkständen ist die Luft besser, weil schädliche Güllegase kaum eindringen können. Auch Fliegen lassen sich hier effektiver reduzieren, indem vor dem Eingang ein feiner Wassernebel erzeugt wird. Wenn Ventilatoren bei geringer Luftbewegung gegen die Kühe blasen, sinkt die Temperatur und die Atemluft der Kühe wird ausgetauscht. Bei Hitze und engen Melkständen haben sich Sprühdüsen über den Kühen bewährt. Nachteilig sind Ventilatoren, die in der Melkergrube angesetzt werden, beansprucht das Muskulatur und Gelenke.

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Aktualisiert am: 04.02.2016 15:54
Kleinanzeigen Melkstand