 Tagebuch
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Ansehen eines Bauern!! @theres Ich bin ja oft nicht Deiner Meinung, was Du hier zum Ansehen des Bauern geschrieben hast, kann ich aber uneingeschränkt unterschreiben. Es liegt am einzelnen Menschen, nicht an den äußeren Umständen. Ich habe auch mit einigen zu tun, die sind nur zufrieden, wenn sie irgendwo vorne stehen oder den anderen zeigen können, was sie haben. Dabei wird oft 'haben' mit 'können' verwechselt. Die Tatsache, einen großen Hof geerbt zu haben, macht einen nicht zu einem besseren Menschen. Die verwechseln die Möglichkeit, sich ein großes neues Auto kaufen zu können, immer die neuesten Maschinen in der Halle stehen zu haben, oder die Kinder mit Baugründen versorgen zu können, mit eigener Leistungsfähigkeit. Der Baugrund für die Tochter samt nach möglicher Erbschaft ausgewähltem Schwiegersohn und möglichst bald eigene Enkel ist wichtiger als ihr eine umfangreiche Ausbildung mit Studium im Ausland zu finanzieren. Davon hätte sie vermutlich wirklich was. Ich habe selber als Jugendlicher mitbekommen wie die Tochter eines Nachbarn den langjährigen Freund verlassen hat, weil er das versprochene Haus nicht geerbt hat und sich dann zum Ziel gesetzt hat, den Hoferben eines der größten Bauern in der Gemeinde zu heiraten. Der hatte zwar schon eine Freundin mit Kind, das war aber kein Hindernis. Natürlich war die Hochzeit dann eine traditionelle Bauernhochzeit wo sogar die Gäste gezählt wurden, auch da war wichtig, der Größte zu sein. Heute, viele Jahre später ist sie zwar 'große Bäuerin', die fehlenden fachlichen Kenntnisse treten allerdings immer mehr zutage und zwei der Kinder sind in psychologischer Behandlung. Mich wundert das nicht. Das gibt es aber in allen Berufsgruppen. Auch bei Firmen. Wo oft Argumente wie 'wir sind die größte Molkerei in ...' oder 'Europas größter Hersteller von ....' mit Produktqualität gleichgesetzt wird um die Abnehmer zu täuschen und vor allem die eigenen Mitarbeiter und Anteilseigner zu beruhigen. Und an die Rangkämpfe unter Beamten, die noch dazu in einem starren System stecken, möchte ich da gar nicht denken. Da lehne ich mich lieber zurück, mache erfolgreich meine Arbeit, denke dabei über die Zukunft nach und freue mich, dass ich in der Anonymität der Gesellschaft untertauchen kann. Ständig immer der größte und beste sein zum müssen und das allen anderen öffentlich zu zeigen, hält zwar die Wirtschaft am Laufen, aber niemand muss dabei mitmachen. Größer werden ist schon wichtig, schon der technische Fortschritt ermöglicht heute eine viel kostengünstigere und effizientere Produktion auch in der Milchwirtschaft, als noch vor 30 Jahren, aber für die eigene Lebensqualität ist jeder selber verantwortlich. Und beim Image findet das meiste nur im eigenen Kopf statt.
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