 Tagebuch
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Amt empfiehlt zum Überliefern Jetzt hat doch glatt ein Mitarbeiter meines zuständigen Landwirtschaftsamtes auf einer öffentlichen Versammlung von Milchbauern gesagt, dass es wohl klüger sein wird zu ÜBERLIEFERN als sich noch mal Quote zu kaufen. Der Grund sei schlichtweg der, dass am Markt zuwenig da sei und es mit der Überlieferung deshalb kaum zur Superabgabe kommen wird. Die Einwände aus der Zuhörerschaft, dass dann schnell wieder zuviel Milch da sein wird und der Preis dann wieder kaputt ist, hat man einfach damit abgetan, man kann heute nicht 20 Jahre nach vorne schauen und muss deshalb dann liefern, wenn der Preis oben ist. Kurzfristig, mag das stimmen. Langfristig bleibt der Erzeuger dauernd auf einen unbezahlbaren Erzeugungspreis sitzen. (Pleitegeier lässt grüßen) Natürlich wird vorausgesetzt, wenn einer aufhört übernimmt dann ein anderer den aufgegebenen Betrieb und die Versorgung bleibt damit trotzdem gesichert. Sie schwärmen ja geradezu wie toll doch die „Großen“ sind, welche guten Bilanzabschlüsse die haben und mit wie wenig Aufwand die alle arbeiten. Die Rede ist von 400.000 bis 700.000 kg Betrieben. Tatsache ist und bleibt: Jetzt wo der Preis nach oben gebracht werden konnte, weil soviel produziert wird wie verbraucht wird und auch nichts mehr mit Steuergeldern eingelagert werden muss, sollen wir schauen, dass wir wieder Überschuss herbringen, nur damit die Beratung der Ämter weiterhin seine Gültigkeit hat. Ja wem helfen die jetzt wirklich? Is ja eh klar oder?? Aber wem ist es klar? Na denen, die den Preis nach oben gebracht haben!! Hab noch nie einen Landwirtschaftsamtler so nervös gesehen wie auf dieser Versammlung. Ach ja eins noch. Er sagte auch noch wie glücklich sie jetzt sind, weil durch den gestiegenen Preis jetzt wieder neue Ställe in den nächsten Monaten gebaut werden und sie deswegen wieder Fördergelder ausschütten können. Na ja, könnte doch sein, dass dann sein Posten überflüssig ist wenn kein Bauer mehr Schulden auf Lebenszeit macht oder?
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