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IG Mutterkuh

  Antworten: 7

Name: asso 29-08-2007 08:04 nach oben
Tagebuch
An alle Mutterkuhhalter
Hallo,
bin grad am überlegen, ob ich auf mutterkuhhaltung umstelle (nebenerwerb). Man liest so einiges und hört vieles über die mutterkuhhaltung, die arbeitsbelastung und die wirtschaftlichkeit. An dieser Stelle möchte ich aber mal die frage an alle richten, die tatsächlich mutterkuhhaltung betreiben.
Lohnt sich ein Umbau? Sagen wir z.B. 20.000 € Umbaukosten für 20 Mutterkuhplätze. Ist Mutterkuhhaltung mit extensiver Beweidung als ökolandbau bei nur etwa 20 Mutterkühen wirtschaftlich zu betreiben?
Und wie sieht es mit der Arbeitsbelastung aus? Ist das in dieser Größenordnung im Nebenerwerb möglich. Würde mich sehr interessieren, was Ihr für Erfahrungen gemacht habt.
gruß
asso
Name: KaerntnerBua antwortet um 29-08-2007 09:55 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
An alle Mutterkuhhalter
Asso,
ja, Mutterkuhhaltung in dieser Größenordnung ist im Nebenerwerb zu betreiben, funktioniert bei mir auch so. Wenn du jedoch die Arbeit am Hof als Belastung siehst, ist es wahrscheinlich vernünftiger, die LW zu verpachten. Da sollte man schon Freude daran haben.
Prinzipiell ist diese Haltungsform natürlich arbeitsextensiver als die Milchviehhaltung – das Melken entfällt – jedoch muß man die Tiere trotzdem füttern und beobachten.
Was den wirtschaftlichen Aspekt angeht, kannst du dir selbst ausrechnen, wann sich eine Investition amortisiert, z. B. bei Einstellerproduktion-
Einnahmen: ca. 900€/Kuh/Jahr (Kalb + MK-Prämie, sonstige AZ und Prämien außer acht gelassen)
Ausgaben: Betriebsmittel, Tierarzt, SVB, Versicherungen, Steuern u. Abgaben
Wenn du jetzt deine eigene Arbeitszeit (die du auch nach einem Umbau haben wirst) mit 10€/h auch noch mitrechnest, wird sich die Investition wohl so schnell nicht rechnen...


Name: lacusfelix antwortet um 29-08-2007 10:10 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
An alle Mutterkuhhalter
Bin in der selben Überlagungsphase.
Wie läuft das bei euch ab beim Kalben wenn ihr berufstätig seid, Kalben alle alleine , oder sind Eltern oder Frau dabei, das gleiche beim Besamen oder ist der mitlaufende Stier sowieso standard?
Habt ihr die Tiere auf der Weide, was ist wenn mal eines ausbricht.
Oder habt ihr alle einen Nebenerwerb wo ihr gleich zu Hause zur Stelle sein könnt wenns dringend ist.
Fragen über Fragen......
Name: kraftwerk81 antwortet um 29-08-2007 16:42 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
An alle Mutterkuhhalter
Wennst es geschickt anstellst wirst die Kosten abdecken. Wer glaubt Mutterkühe wären kein Aufwand der irrt gewaltig.
Name: Safin antwortet um 29-08-2007 21:02 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
An alle Mutterkuhhalter
Stimmt genau,Mutterkühe brauchen genau so viel Zeit!!! Ich habe 30 Mutterkühe und versuche es im Vollerwerb!! Vorher bin ich LKW gefahren,doch die Doppelbelastung ist mir zu viel geworden.Habe 40 Stück auf der Alm,somit muß ich auch dort noch nachsehen ob alles in ORDN.ist Abkalben und so weiter. Bei mir ist immer ein Stier dabei das ist unbedingt nötig!!! Oft muß man einem Kalb saugen lernen,das dauert oft länger als die ganze Melkerei bei den Milchbetrieben!! Wenn du beim abkalben nicht immer dabei bist mußt du sehr aufpassen,wenn du das Kalb nicht durch bringst geht deine Rechnung nicht mehr auf!!! Noch ein ehrlicher Tipp von mir: Fahrt mit euren Einstellern zur Nutzrinderversteigerug,das bringt pro Stück 100-150 Euro mehr!!! Noch ganz wichtig eine richtige Fleischrasse(zb: Charolai,Weiß-Blauer-Belgier) Beste Futterverwertung,das heißt rascheste Zunahme!!Unbedingt Silomais füttern,Wenn du etwas verdienen willst brauchst du heutzutage einen Top Qulität!! Viel Erfolg !!!!! Grüße Safin
Name: lacusfelix antwortet um 03-09-2007 06:54 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
IG Mutterkuh
Schade, dass bei Fachbeiträgen so wenig Feedback kommt, hätte wohl fragen sollen"Sind Bio-Bauern bessere Mutterkuhhalter" oder "Bauernbund kämpft gegen IG Mutterkuh", da wäre das Furom schon wieder übergelaufen.......
Name: biolix antwortet um 03-09-2007 09:19 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
IG Mutterkuh
na dann schreib ma:

hallo !

also bei uns hat es sich 2000 nichtmher "ausgezahlt" zu melken, haben den neuen Tieflaufstall so adaptiert das er ins Hofbild passt für UaB.. somit war es uns egal was das kostet obwohl man ja sagen muß das es mit der investförderung bei ein wenig eingenleistung sehr günstig kommt...

Arbeit ist nun sicher die tägliche arbeit um die hälfte geringer geworden, heuen und silieren bleibt gliech, keine chemierechnung für die melkanlage, weniger stromkosten, 1/3 der früheren Tierarztrechnung.... ja wir haben zwischen 13 und 15 MUkuhs...

lg biolix
Name: kokosbussi antwortet um 04-09-2007 22:17 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
An alle Mutterkuhhalter
@asso
da du in D wohnst weiß ich nicht, wie es bei euch genau mit dem Förderwesen ausschaut

@lacusfelix
also ich hab 2001 unseren Betrieb übernommen, rund 14 ha, früher haben wir 4 Kühe gemolken, jedoch auch wieder an Kälber verfüttert und Stiere gemästet, auch ein bisschen Weidehaltung betrieben und relativ extensiv gewirtschaftet.

2004 entschied ich mich für einen Stallumbau - Laufstall für 10 Mutterkühe und Jungrind - das ganze BIO.
Hab gesamt netto knapp 40.000 EUR investiert und bin bisher sehr glücklich mit dem Umbau. Nun sind die Tiere von Anfang Mai bis Ende Oktober auf den Weiden, kommen aber jeden Tag in den Stall bzw. haben freien Zugang dazu.
Wir besamen künstlich mit TA.
Ein paar Tage vor dem Abkalbetermin kommen die Tiere in die großräumige Abkalbebox, Geburtshilfe nur wenn erforderlich und da nur eine Person. Hab zwar einen Geburtshelfer, hab ihn heuer nur einmal verwendet. Bei drei Kühen waren wir gar nicht dabei.

Meine Eltern sind in Pension und noch rüstig und sie schauen auf das Vieh - irgendwer sollte meiner Meinung großteils am Hof sein.
Hab auch einen Hund (Schäfer) der drauf schaut, dass die Tiere innerhalb des Zauns bleiben.

Silieren, Heuen und Ackerarbeit (9 ha GL, 5 ha A) geht meist mit Zeitausgleich bzw. wenigen Urlaubstagen - muss aber sagen, seitdem ich Gleitzeit habe tue ich mich noch leichter.

Mache auch schon 14 Jahre freiwillige Buchführung und bin überzeugt, falls die Ausgleichszahlungen bzw. die Produktpreise so halbwegs das Niveau halten, dass sich meine Investition nach etwa 10 Jahren rechnet.

ist jetzt ein bisschen länger geworden...

Jedenfalls hab ich Freude damit und das ist meiner Meinung beim Nebenerwerb das Wichtigste!

LG kokosbussi :-)

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