 Tagebuch
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Landwirtschaftliches Nebengewerbe: Hilfe oder Abkassiererei? Kurz ein Rückblick: nach dem 2. Weltkrieg wurde ein erst mal bescheidenes Zuschußrentensystem für Altbauern erstellt. Eine Pflichtversicherung in der Krankenversicherung gab es nicht, oft, aber nicht immer, hatten Bauern eine private Versicherung, ich kann mich noch erinnern dass jeden Monat der Erlagschein der Merkurversicherung zur Einzahlung gekommen ist. Ob es damals, vor etwa 1970 schon Beitragszahlungen zur Zuschußrentenversicherung gegeben hat weiß ich leider nicht. Ende der 60iger wurde jedenfalls auf politischer Seite der Grundstein für eine bäuerliche Pflichtversicherung vom damaligen Kammerpräsidenten Scheibenreif gelegt, und sehr viele Bauern sperrten sich dagegen. Es wurde aber durchgezogen, nicht zueltzt wohl deshalb weil es auch die politischen Konstellationen erforderten. Der Bevölkerungsanteil der Bauern an der Gesamtbevölkerung war um vieles höher, und der Anteil an Pensionisten war in den Anfängen gering wie auch die Auszahlungsbeträge..... Zu jener Zeit war aber auch ein Nebenerwerbsbauer noch fast für BB, aber auch Kammer und die breite Bauernschaft ein Verräter am Bauernstand. Warum? Nun, meist war er als Hilfsarbeiter in Fabriken beschäftigt, und diese waren gewerkschaftlich gesehen in "roter Hand", und bei der Einstellung redete der Betriebsrat mit...und ohne Parteibüchl gings zumindest in 2 von den 3 Industriebetrieben im Graben nicht.....dass diese Sache von der schwarzen Seite mit Argwohn beäugt wurde ist klar, man fürchtete Einfluß zu verlieren. Und da war nach einigen Jahrzehnten noch etwas: die Frauen der so gern gescholtenen Verräter hatten auf einmal eine Pension weil ja diese als Betriebsführer bei der SVB pflichtversichert waren, und da regte sich dann der vehemente Wunsch nach einer Pension für die Bäuerinnen, welche zuerst mit Pensionsteilung, später mit eigener Beitragsleistung ja auch finaziert werden mußte und muß. Viele Dinge sind zusätzlich zu Recht im Laufe der Jahre gekommen, Wochengeld, soziale Betriebshilfe, vieles mehr.....aber es muß auch bezahlt werden! Mit dem Strukturwandel kommen auch oft die Zahler abhanden, und damit ergibt sich dass nach neuen Geldquellen gesucht wird......und es wurde alles auch (partei)politisch, alles versucht, die braven Bäuerleins vor der roten Gefahr fernzuhalten. Der Arbeitsplatz Bauernhof war auf einmal "in", das Aufnehmen zusätzlicher Betriebszweige...klar doch auch, denn ein außerlandwirtschaftlicher Arbeitsplatz war auch damit verbunden dass dieser für andere Sozialversicherungssysteme beitragspflichtig wurde.....In landwirtschaftliche Nebentätigkeiten wurde oft viel investiert, und weil eben diese Investitionen auch reinkommen sollen, bleibt nun dem Nebentätigen nichts anderes übrig, als weiter damit zu machen und Beiträge zu bezahlen....... Eine frechheit der besonderen Art finde ich dass auch die persönliche Arbeitsleistung im MR, eigentlich einer bäuerlichen Selbsthilfevereinigung, als solche gegründet, zu zusätzlichen Beitragszahlungen herangezogen wird! Soziale Absicherung ist unumgänglich, aber wie sie derzeit läuft ist vieles aus dem Ruder gelaufen, auch die Fusion mit der Gewerblichen tritt auf der Stelle... Bei der derzeitigen Lage der Dinge ist es inzwischen so dass wenn jemand ein zusätzliches Einkommen braucht jener besser beraten ist sich einen Job außerhalb der Landwirtschaft zu suchen anstatt dass er in Nebengewerbe investiert und an Kreditraten und zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge gebunden ist......ach ja noch was: die MR Organisationen sehen sich ja auch als Jobmotor für Verleiharbeiter uvm. aus meiner Sicht hat das im Hintergrund u.a. auch wohl mit dem "Schutz der dummen Bäuerleins vor Betriebsräten aller Farben" zu tun, oder bin ich schon zu mißtraurisch georden? Mfg, helmar
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