Tagebuch
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LW in Neuseeland Ich habe mal vor ca. 3 Jahren einen Artikel in einer Zeitschrift gelesen, nur leider weiss ich nicht mehr wo. Ich habe als Grundaussage etwa so im Kopf behalten: Milchproduktion auf Basis des Grundfutters, daher eher niedrigen Durchschnittsleistungen, mit hauptsächlich Weidefutter und sehr geringen Technikkosten. Was ich mir schon vorstellen kann, ist auf dieser Basis mit 22 ct/kg was zu verdienen. Lass doch mal 75% Deiner Grundfutterkosten (Silage, Heu) weg, reduziere die Technikkosten für Stall und Maschinen auf 10%. Frei erfundenes Beispiel: 35 ct - 20 ct Futter - 10 ct Technik = 5 ct für Arbeit Umgerechnet: 22 ct - 5ct Futter -1 ct Technik = 16 ct für Arbeit Es mag zwar blöd klingen, aber letztendlich ist Erfolg immer von Einnahmen und Ausgaben abhängig und höhere Einnahmen nicht gleichbedeutend mit mehr Gewinn. Was den Weltmilchpreis ausgehend von Neuseeland angeht, so kann ich dazu nur darauf verweisen, dass Neuseeland nicht die ganze Erde mt Milch versorgen kann. Es entbehrt nicht eines gewissen Zynismus, jemand der zb rein klimatisch bedingt schon viel höhere Kosten hat, einen Erlös auf völlig anderer Kostenbasis entgegenzuhalten. Das kommt mir ungefähr so vor, wie wenn ich dem Neuseeländer sagen würde, pass auf wir haben zwar ein ungünstiges Klima, aber ich habe 20 Sklaven, die arbeiten gratis, daher kann ich um 15 ct am Weltmarkt verkaufen. Es geht nicht an, die günstigsten Ausgangsbedingungen als Basis für einen gerade noch Durchschnittslohn anzusetzen. In einer Fabrik mit 1000 Akkordarbeitern, kann ich auch nicht den besten auf Basis € 1.200 netto/Monat einstufen. Das Problem ist nur, dass Dinge die in anderen Bereichen jedermann einleuchtend absurd sind, in der Landwirtschaft Realität sind. Aber kein in Europa Lebender, ob Bauer oder sonst wer, kann in seiner Welt auf Basis eines Weltmarktstundenlohns überleben.
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