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Milchlieferboykott
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Name: helmar antwortet um 18-11-2005 08:27 auf diesen Beitrag |
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 Tagebuch
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Milchlieferboykott BAUERN WOLLEN UNS MIT DER MILCH AUSHUNGERN! oder so ähnlich würden die Schlagzeilen lauten, und du würdest dich wundern wieviele Leute sich daran erinnern würden wie es war als sie nach dem Krieg frierend stundenlang für einen halben Liter verwässerte Milch anstehen mußten. Wenn es um Lebensmittel geht, kann man die Stimmmung über die Medien ganz leicht steuern, und der erste Vorschlag wäre dann von manchen, die Ausgleichszahlungen, den ÖPUL etc. für die Bauern zu streichen......auch ohne Lieferboykott hat Dr. Gusenbauer solche Vorschläge (wenn er auch nur halbieren würde) gemacht! Und welche Kampagnen für das Bundestierschutzgesetz gegen die Bauern gelaufen sind hast du wohl vergessen! Nix für ungut, helmar |
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Name: stb antwortet um 18-11-2005 08:43 auf diesen Beitrag |
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Tagebuch
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Milchlieferboykott Ein Milchlieferboykott ist ähnlich wie ein Streik durch Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer wollen bessere Bedingungen erreichen und greifen zu Kampfmassnahmen. Dabei setzen sie sich dem Risiko aus, durch zB nachfolgende Einsparungen oder Betriebsverlagerungen die Zeche selber zu bezahlen, sind also einen gewissen Gegendruck ausgesetzt. Die Kunst besteht letztlich immer darin, viel Druck zu erzeugen, ohne alle Türen vollends zuzuschlagen. Ähnliche sehe ich es bei den Bauern. Es ist ein berechtigtes Interesse da, angemessene Preise zu erzielen, anstatt Milchpreise wie vor 30 Jahren. Ohne Druck auszuüben wird eine Preisverbesserung aber nie funktionieren. Gleichzeitig haben viele Bauern berechtigte Sorgen wegen Förderungskürzungen, anderer Benachteiligungen, keine Milchabholung mehr etc.. So berechtigt und begründet diese Sorgen auch sind, es besteht kein grund deshalb nicht ALLES daran zu setzen, faire Preise durchzusetzen. Wer sich immer wegen allen möglichen Folgen in die Hosen scheisst, wird nie einen fairen Preis erhalten. mfg PS: Wenn der Preis nicht akzeptabel ist, brauche ich ohnehin keine Molkerei die die Milch abholt, denn ob ich ohne Milchabholung oder mit Milchabholung nichts verdiene ist für mich völlig egal. |
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Name: kst antwortet um 18-11-2005 08:46 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott an helmar! So unterschiedlich sind die Meinungen, der "wecker", in einem anderen Beitrag, bezeichnet das Tierschutzgesetz als Erfolg der " Grünen" Opposition! mfg. |
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Name: theres antwortet um 18-11-2005 08:56 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Mit dem Milchlieferboykott habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Melken - und dann die Milch in die Gülle??? Es sind doch nur einige Prozente zuviel, die den Preis kaputt machen, warum eigentlich um jeden Preis die Milch produzieren, um sie dann, weil zuviel, in die Gülle zu schütten. Es macht ja nur die Milch Probleme, die zuviel auf den Markt ist. Was macht es für einen Sinn, zuerst zuviel Milch zu produzieren, um dann eine Woche alles wegzuschütten. Da wäre es doch sinvoller - einfach weniger Milch zu produzieren, aber bisher scheint sich nur der Milchstreik als Lösung durchzusetzen. Ich wäre für einen Kaufstreik, einfach nur noch das Lebensnotwendige kaufen- da wäre ganz schnell auch eine ganze Schar anderer, die für uns mit protestieren würden. Aber nach den Umfrageergebnissen der Agritechnika sind die Bauern inzwischen wieder sehr investitionsbereit. Wenn sich Bauern hier einmal ausnahmsweise einig wären, dann könnte ohne Streik sehr viel bewirkt werden. Ist vermutlich weniger spektakulär, aber bestimmt sehr wirkungsvoll. Es hätte zu dem den Vorteil, dass sich auch andere Branchen bewusst würden, dass sie im selben Boot sitzen. frdl. Grüsse regi |
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Name: biolix antwortet um 18-11-2005 09:13 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo ! Kann stb voll zustimmen aber natürlich regi hat auch recht.. Nur eines dazugesagt, würden endlich alle Milchbauern wenigstens der Überzeugung das diese Rute "Milchlieferboykott" wirklich gebraucht wird, denn welches Mittel gibt es sonst für die Milchlieferanten, wäre das ja schon was. ob man ihn dann durchzieht ode rnicht, aber alleine das Mittel des Streiks bzw. Ihre Androhung in der Arbeitnehmerschaft hat schon über Jahrzehnte viel erreicht, und das sollten sich die Bauern bewusst sein.. WEiters helmar, ein GUsenbauer wird nciht schreien, denn 1. wird das mit allen Parteien abgestimmt ( bis auf die ÖVP ) inkl . der AK die mit ins Boot muß und schön langsam umdenkt, auch ein verdienst der IG und anderen Organisationen die seit jahrzehnten für eine Fairen Markt und faire Preise sich den Mund wassrig reden und schreiben... also steht dem positiv gegenüber und solange es nciht total bergab geht mit dem Preis, ist aber nach den neuen WTO einigungen zu befürchten, wir d nicht mal die IG Milch ihr "Druckmittel" auspacken.. lg biolix |
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Name: gfb antwortet um 18-11-2005 09:16 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Entscheidend ist ein sachliches Eintreten für eine flächendeckende Landwirtschaft (Milchproduktion aber auch andere Bereiche der Landwirtschaft). Wichtig ist der Kontakt zu den Konsumenten aber auch zu den Milchverarbeitern. Ein zentraler Punkt ist eine gute Medienarbeit und ein einheitliches europäisches Auftreten. Wie es eine OPEC für die erdölerzeugenden Länder gibt sollte es auch eine einheitliche Vereinigung der europäischen Milcherzeuger geben. Milch ist kostbarer als Erdöl! Man muß den Wert der Lebensmittel wieder erkennen. Jedes Land soll das Recht auf landwirtschaftliche Selbstversorgung haben, das sichert viele Arbeitsplätze auch außerhalb der Landwirtschaft im verarbeitenden Bereich. Erst wenn gewisse Produkte im Land fehlen soll importiert werden. Das Fundament jedes Landes ist eine funktionsfähige Landwirtschaft. Das gleiche gilt für Länder außerhalb Europas. Die IG Milch sollte einen eigenen Weblog ins Internet stellen. Dort könnten alle Interessierten (Bauern, Verarbeiter, Konsumenten ....) kontruktiv miteinander kommunizieren. Weblogs sind günstig und rasch zu installieren. ein österreichischer Anbieter ist z.B. www.twoday.net Nähere Infos auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Weblog Eine empfehlenswerte Seite ist auch http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Kohr und http://www.oberndorf.co.at/museum/dorfzeitung/kohrdorf.htm Leopold Kohr (* 5. Oktober 1909 in Oberndorf bei Salzburg, † 26. Februar 1994 in Gloucester, England) war Nationalökonom, Jurist, Staatswissenschaftler und ausübender Philosoph. Kohr ist ein Vordenker der Grünen- und Ökologiebewegung. Er erhielt 1983 den Alternativen Nobelpreis. "Alles ist Gift. Ausschlaggebend ist nur die Dosis." - Dieser von Kohr oft zitierte Spruch von Paracelsus ist grundlegend für seine "Philosophie der Größe". Die Größe - Kohr meint nicht die absolute, sondern die relative, die zu große Größe - "[...] scheint das zentrale Problem der Schöpfung zu sein. Wo immer etwas fehlerhaft ist, ist es zu groß. [...] Die Größe - und nur die Größe! - ist das zentrale Problem der menschlichen Existenz, im sozialen und im physischen Sinn." (Leopold Kohr: "Das Ende der Großen". Zurück zum menschlichen Maß, Salzburg 2003, Einleitung). Folglich gibt es für Kohr auch nur eine Rettung: "[...] die Idee und das Ideal der Kleinheit als einziges Serum gegen die krebsartige Wucherung der Übergröße [...]." (a.a.O.) Darüber hinaus prägte Kohr in seiner Geschwindigkeitstheorie den Slogan "slow is beautiful", weil in der Langsamkeit auch die Massenwirkung abnimmt. Während die Straßen einer Stadt zu normalen Tageszeiten völlig ausreichen, steht während der Stoßzeiten der Verkehr, während die Theater- und Kinoausgänge am Ende der Vorstellung völlig ausreichen, sind sie im Falle einer Panik zu eng. Leopold Kohrs Philosophie betont die Würde und Vernunft des Individuums, befähigt kreativ zu sein und seinen Willen zu gestalten. Eine Masse aus Individuen aber zerstört die Freiheit und verhält sich nicht wie vernünftige Wesen sondern wie leblose Teilchen, die statistischen Gesetzen gehorchen. Begibt sich der freie Mensch in die Masse degeneriert er vom Kulturwesen zum Teil einer physikalischen Gesetzen unterliegenden Einheit. Kohrs Philosophie ergänzt idealerweise die soziologischen Analysen von Elias Canetti ("Masse und Macht") und Lewis Mumfords Technikphilosophie ("Mythos der Maschine"). Leopold Kohr rehabilitiert den Anarchismus als politische Theorie. "Anarchisten die Gewalt anwenden sind eigentlich Lustmörder". Anarchismus ist für Kohr die gewaltfreie Form des Zusammenlebens, jeder Mensch Kraft der Vernunft in der Lage, jedem anderen Menschen mit Würde und Respekt zu begegnen, gemeinsam eine Gesellschaftsform zu praktizieren in der die gegenseitige freie Anerkennung auf so hohem Niveau praktiziert wird, dass eine äußere (3.) Ordnungsmacht überflüssig ist. Kohr widerspricht damit diametral den Theorien der Großgruppenordnung wie z.B. Thomas Hobbes und David Hume. Natürlich ist dieses Ziel des Anarchismus utopisch und wird nie ganz erreichbar sein. Das ist zugleich seine Kraft und seine Sicherung gegen Mißbrauch durch kapitalistische und kommunistische Ideologien: Behauptet ein Führer/Partei/Staatsmacht das Ziel des Anarchismus sei erreicht ist er/sie apriori als Mißbraucher entlarvt, da dieses Ziel immer nur angestrebt werden, nie aber als historisch erreicht gelten kann. Buchtipp Leopold Kohr: "Das Ende der Großen". Zurück zum menschlichen Maß, Salzburg 2003 |
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Name: theres antwortet um 18-11-2005 09:54 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Vielleicht komme ich mit meiner weiblichen Logik nicht mit, aber könnt ihr mich aufklären: Mit teuren Rohstoffen (Energie und Dünger, Soja aus Übersee) produzieren wir Milch, zuviel Milch. Während die knappe Energie immer teurer wird, wird das daraus hergestellte Produkt Milch immer billiger. Um einen höheren Preis dafür zu erzielen, streiken wir und schütten diese teuer hergestellte Milch in die Gülle. Ich habe einen kaufmännischen Beruf erlernt und bin deshalb bei uns für die Buchführung und Finanzen zuständig- aber gelten die Gesetze der Marktwirtschaft denn nicht für die Landwirtschaft? Bei Diesel, Strom usw. scheinen sie zu gelten, bei der Milch wieder nicht. Wie sollen wir dem Verbraucher unser Wegschütten erklären, wo wir doch die ganze Zeit von der hochwertigen Milch reden, Brot, das weggeworfen wird, berührt und Milch die weggeschüttet wird, das ist dann für einen höheren Preis. Und dadurch soll der Verbraucher von der Höherwertigkeit der Milch überzeugt werden. Ich kann es drehen und wenden, mit meiner weiblichen Logik komme ich auf keinen grünen Zweig. Da hier eine ganze Reihe von Profis mitschreiben, vielleicht könnt ihr mich einfach mal aufklären, warum ich unsere Milch eine Woche in die Gülle schütten soll? Und zeitgleich wieder Soja und Diesel und und kaufen soll, weil wir das ja alles brauchen. frdl. Gr. regi |
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Name: gfb antwortet um 18-11-2005 10:04 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott @therese du hast vollkommen Recht. Besser wäre es MIlch, Topfen und Butter an Konsumenten gemeinsam mit einem Informationsblatt regional und in der Stadt zu verschenken. Da können die Kosumenten einmal schmecken wie echter Bauerntopfen und echte Bauernbutter schmecken. Der perönliche Kontakt zwischen Bauern und Kosumenten ist durch nichts zu ersetzen. Das wäre viel effektiver. (das Ganze ist natürlich viel aufwändiger aber langfristig erfolgreich) |
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Name: naturbauer antwortet um 18-11-2005 11:04 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott An stb, du gibst Ratschläge über Streik oder nicht. Selber hast nach meinem Wissen dein Kontingent verkauft, (versilbert) hast was verkaufen können was deine Vorfahren erarbeitet haben. Etwas verkaufen, was man selber nicht erarbeiten muss und dann noch Ratschläge geben. Ich in deinem Fall würde mich ganz einfach raushalten aus so einer Diskussion. Glaube nicht, dass ein Milchlieferstreik einen Nachteil bezüglich der Tierschutzverordnungen nach sich ziehen wird. Weil aus Freude am traktieren, ob nun selbsternannte Tierschützer, Politiker,Beamte und Kontrollmänner, alle die selbst nichts erzeugen aber dafür einen erzeugenden gerne traktieren, diese machen es sowieso unabhänig von allem, Hauptsache es gibt Tage wo man seinen Frust an den Bauern ablassen kann. (Spart man sich vielleicht sogar den Puff) Käuferstreik, ja da gingen ihnen die Augen auf. |
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Name: raps antwortet um 18-11-2005 17:16 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo !! Ich befürchte, dass man um einen Lieferstreik nicht umhin kommt, wenn man die 40 ct erreichen will. Ein Kaufstreik wird nichts bringen, weil man dazu die breite Bevölkerung mobilisieren muß, was aber so gut wie unmöglich ist. Im Gegenteil. Man muss einen wahren Kaufrausch auslösen, damit die Regale schnell leer sind . 5 kg Butter kaufen und zu Hause einfrieren heißt die Devise. Unsere einzige Chance ist es den Menschen spüren zu lassen, wie wichtig Milch und Milchprodukte von hoher Qualität sind, und das merken sie erst wenn nichts mehr zu kriegen ist. Wir fordern wir einen gerechten Preis. Denn was billig ist wird auch gleichzeitig als wertlos erachtet, und dem heißt es entgegen zu steuern. Die Bevölkerung kennt aufgrund der Information durch die IG unsere Probleme und akzeptiert das auch. Ein bereits diskutierter Kaufstopp auf dem Maschinensektor hätte auch seine Wirkung, leider sind wir Milchbauern zu wenige und die anderen LW-Sparten werden wohl kaum mitziehen. Der Vorteil bei dieser Methode wäre, dass dann die Firmen Sturm laufen würden und wir tatkräftige Unterstützung von mehreren Seiten bekämen. Auch glaube ich dass nicht primär die Überlieferung schuld ist an dem Debakel, denn ein gewisser Überhang muss für die Molkereien da sein, damit ihre Systeme und die Logistik funktioniert. Denn auf Anfrage bei verschiedenen Molkereien ob sie Milch an die Liefergemeinschaft abgeben könnten (auch nur in der Saison) kamen immer Absagen. Das schlimmste für die Molkereien ist nämlich, wenn die Werke nicht gut ausgelastet sind:(Fixkosten). Also würde ich ich das Überlieferungsproblem nicht überbewerten, es ist eine gute Ausrede. Trotzdem muss Quotendisziplin gehalten werden, was auch die IG ständig propagiert. raps |
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Name: biolix antwortet um 18-11-2005 18:09 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo ! gerade auf der LWK Ö homepage "agrarnet" was ist auf der Titelseit..nicht die Gentech geschichte, nicht die erfolge der IG milch, hab ich noch nie gesehen, nein sogar das Gegenteil die Schlagzeile "Milch: Druckmittel Lieferstreik in England ins Leere gegangen" jeder mache sich selbst sein Bild und ich hoffe gerade deswegen wird dieses Druckmittel sehr sehr gut organisiert und die Bauern endlich aus der Umklammerung des Subventionsempfänger und des politischen Abhänigens wie es ihm immer vorgemacht wird herauskommt, ich wünsche es mir... Beitrag unten.. biolix p.s. allein der Einleitungssatz im Beitrag kontakariert wird die Bemmühungen der IG milch zur Internationalen Solidarisierung der Milchbauern... Nur 25 bis 50 von 24.000 britischen Milchbauern folgten Aufruf von "Farmers for Action" Wien/London, 18. November 2005 (AIZ). - Nur wenige Tage nachdem sich Aktivisten-Gruppen von Milchbauern aus elf europäischen Ländern in Salzburg im "European Milk Board" (EMB) mit dem Ziel zusammengetan haben, mit der Drohung eines europaweiten, unbefristeten Milchlieferboykotts einen Erzeugermilchpreis von zumindest 40 Cent pro kg durchzusetzen, ging eine derartige Aktion in Großbritannien ziemlich ins Leere: Die Gruppierung "Farmers for Action", seit einigen Jahren immer wieder durch radikale, öffentlichkeitswirksame Aktionen in den Schlagzeilen gewesen, ohne aber letztendlich wirklich etwas bewegt zu haben, rief die 24.000 Milcherzeuger im Vereinigten Königreich zu einem dreitägigen Milchstreik auf. Ging man nach eigenen Angaben von einer Beteiligung von 4.000 bis 5.000 Farmern aus, folgten aber landesweit lediglich zwischen 25 und 50 Milcherzeuger dem Boykottaufruf. Auswirkungen auf den Markt oder die Preise hat die Aktion laut DBV-Milchreport nicht auslösen können: Anscheinend haben die Teilnehmer des Lieferboykotts nämlich während dieser drei Tage ihre Milch zumindest nicht zur Gänze weggeschüttet, denn nach Ende des Streiks habe diese Gruppe dann überproportional viel Milch an ihre Molkereien angeliefert. Die Aktion fand aber zumindest am ersten Tag starke Resonanz in der Presse. An den Folgetagen ebbte das Medieninteresse jedoch rasch ab. So mussten auch die EMB-Aktivisten in Salzburg anerkennen, dass, so der österreichsiche IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil, ein Lieferboykott erst dann einen Sinn habe, wenn eine entsprechend große Zahl an Erzeugern dabei mitmache. Grünzweil schätzt, dass im EMB rund 25% der europäischen Milchmenge vertreten sind. Der deutsche Aktivist Romuald Schaber konkretisierte dazu laut APA, ein Lieferboykott sei erst sinnvoll, wenn mindestens 50% der Bauern mitmachten. Entsprechend dieser Erkenntnisse ließ EMB auch offen, wann genau der Milchstreik starten solle und sprach vorerst nur von Verhandlungen mit den Molkereien. "Farmers for Action" schiebt Schwarzen Peter für Misserfolg ab "Farmers for Action" versuchte nach einem offensichtlich weit verbreiteten Strickmuster unmittelbar nach dem missglückten Streikaufruf, ohne die Gründe für den Misserfolg zuerst bei sich selber zu suchen, den Schwarzen Peter dem Britischen Bauernverband NFU zuzuschieben: Der Verband hat den Streikaufruf nämlich aus rechtlichen und sonstigen Gründen nicht aktiv unterstützt, aber auch nicht blockiert. Die Teilnahme lag daher in der Verantwortung des einzelnen Milcherzeugers. "Farmers for Action" gab daher dem Britischen Bauernverband die Schuld an diesem Fehlschlag, weil er nicht genügend für den Milchstreik geworben hätte. (Schluss) pos - 2.636 Anschläge |
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Name: sanBenedetto antwortet um 18-11-2005 19:10 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Wieviele unserer Betriebe würden denn einen Lieferboykott für ein Monat überhaupt verkraften... und das vieleicht sogar mehrmals? Kann das die breite Masse unserer milchproduzierenden Betriebe finanziell überhaupt verkraften???? Wie Informierte wissen, ist es ja so, dass wir in Europa, und so auch in Österreich, zu wenig Milch erzeugen. Was hindert uns also daran, nicht von einem Lieferboykott in generellem Sinne zu sprechen sondern nur von einer Verringerung der produzierten Menge? Die Molkereien kaufen ja sogar zum Teil ausländische Milch teurer (!!!!!!!!!!!!!!) ein als heimische Milch von unsren Betrieben. Ich glaube diese Tatsache muss uns einmal bewusst werden, wenn wir diese Diskussion überhaupt sinnvoll führen wollen. Weiters ist es auch für unsere Gesamtheit der Betriebe einfacher zu verkraften nur die produzierte Milch zu verknappen als gar nicht mehr zu liefern. Das wird uns vielleicht auch wieder die Chance geben, uns näher an den Marktmechanismus Angebot-Nachfrage anzunähern, oder?? Aber nein, was machen wir? Wir drohen bei bestem Wissen und Gewissen mit totalem Lieferboykott, den wir mehrfach hintereinander (und anders macht es keinen Sinn) wahrscheinlich selbst nicht verkraften. Warum??? Ich bitte darum, diese Meinung einmal nur als Denkanstoss zu nutzen, als Diskussionsgrundlage. Natürlich sind meine Ansichten auf die Gesamtsituation in Österreich als auch in Europa aufgebaut und nicht auf einzelne, das gilt es zu beachten. Das hat den Hintergrund, dass ich der Meinung bin, eine Europäische Gesamtlösung herbeizuführen wäre besser als kleine, oft unbedeutende Aufstände zu proben. Grundsätzlich geht es mir ja gar nicht darum, recht zu haben. Nein, das sind einfach nur Fakten, die bekannt sind, wenn wir die Statistiken und Marktsituationen betrachten und analysieren. Wir müssen daher einfach schauen, was funktioniert. |
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Name: loiss antwortet um 18-11-2005 22:06 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hi! Bin kein Milchbauer. Aber wenn ich noch richtig bei Sinnen bin funktioniert die Stratgie nur so: Als Milchbauer kannst du nur versuchen mit vieln Kühen möglichst viel Milch zu unverschämt billigen produktionskosten zu produzieren. Das gilt auch für Getreidebauern oder Gemüsebauern etc. Die billigen produktionskosten musst du mit verdammt harten Verhandlungen mit unseren partnern erreichen. Wer glaubt, dass mit Milchwegschütten was zu erreichen ist, soll es mal eine zeitlang versuchen. Und wer glaubt, dass bei einem Streik mehr als 4 Bauern mitmachen, wirtachaftet an derRealität vorbei. Also: Kosten runter bis an die Schmerzgrenze. Und: schmeißt eure teuren maschinen raus bzw. schafft sie euch erst gar nicht an. Gruß Lois |
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Name: theres antwortet um 19-11-2005 06:15 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo Loiss, ich bin Milchbäuerin, dein Tip ist interessant. Wir haben ihn sehr viele Jahre beherzigt- möglichst viel Milch pro Kuh zu erzeugen. Allerdings scheint es bei uns nicht funktioniert zu haben- je höher die Leistung- umso höher die Kosten. Jetzt gehen wir in eine andere Richtung- lieber ein paar Kühe mehr und weniger Milch pro Kuh. Mit einem Bruchteil der Zeit, die ich zuvor für die Hochleistungskühe aufgewendet habe, sind die paar Kühe mehr leicht mitzuversorgen und zu melken. Wir leben nervenschonender und vor allem, es rechnet sich. Bauern unter einen Hut zu bringen, das ist äusserst schwierig, deshalb kann man ja mit ihnen ziemlich viel machen. Aber zuerst Milch zu erzeugen, sie dann wegzuschütten - um dem Verbraucher klar zu machen, dass Milch ein hochwertiges Produkt ist, für das er mehr zahlen muss- damit kann ich mich einfach nicht abfinden. Ich war vor kurzem in einem Wellnesswochenende. War richtig schön, mal für sich etwas zu tun- ich war mehr als überrascht, wie ausgebucht solche Sachen sind- und wie ohne mit der Wimper zu zucken für derartige Angebote- Summen verlangt und bezahlt werden. Wenn ich dagegen den Wert, der den Lebensmitteln beigemessen wird, betrachte, dann habe ich das Gefühl, dass wir einen riesigen Fehler gemacht haben. Dank unseres Fleisses- gibts Lebensmittel im Überschuss- was bei uns fehlt wird es jedem Land der Erde hergekarrt, damit es bei uns nur preiswert im Laden liegt- egal ob in anderen Ländern Hunger und Mangel herrscht. Ich mag total daneben liegen, aber mit Vernichten sehe ich keine Aufwertung der Milch. Wenn ich als Verbraucherin was kaufe, dann entscheide ich mich - also müssen wir dem Verbraucher (was wir ja auch selbst sind)- Entscheidungshilfen an die Hand geben- wir müssen die vielen Zusatznutzen mitliefern, sauberes Wasser, gepflegte Landschaft- billige Lebensmittel können von überall her gekarrt werden, aber eine intakte Landschaft mit ihren Folgenutzen- kann nicht per Lastwagen hergekarrt werden. Und in diesem Bereich haben wir noch jede Menge zu tun. frdl. Gr. regi |
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Name: Trulli antwortet um 19-11-2005 07:40 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Ich kann das Milchwegschütten nicht mehr hören! Wer schüttet denn die Milch weg??? Sie wird verfüttert und verschenkt, aber doch nicht weggeschüttet!! Mfg, trulli |
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Name: naturbauer antwortet um 19-11-2005 08:24 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Raps, es liegt hier ein Fehler vor. Käuferstreik heißt, dass Bauern nichts mehr kaufen. (Maschinen) |
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Name: theres antwortet um 19-11-2005 09:10 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo Trulli, bei einer Woche Lieferboykott- diese Mengen zusätzlich zu verfüttern und verschenken- na dazu viel Spass. Ich kann mir nur vorstellen in so einem Fall unsere Butterei auszuweiten und zu verkäsen- in die Gülle kommt mir keine Milch. Allerdings macht mir die Vorstellung von diesen zu verarbeitenden Milchmengen eher kopfzerbrechen. Unter Kaufstreik würde ich Kaufzurückhaltung sehen: So wenig Milchviehalter sind es nicht- aber das scheint kein Thema zu sein. Ich habe meinen Mann endlich überzeugen können, dass es auch was bringt, wenn wir das bei uns am Betrieb alleine machen- ist halt unser Geld, dass bleibt. Und ich finds total spannend, was alles einmal nicht gekauft werden braucht. Werbung entsorge ich mit einem Lächeln. Mich ärgert nur, dass wir nicht schon viel früher- in den Hochpreiszeiten darauf gekommen sind- hoher Milchpreis und niedrige Ausgaben, wäre gar nicht mal so dumm gewesen, aber leider lernt Mensch erst immer durch Leidendsdruck. frdl. Gr. regi |
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Name: walterst antwortet um 19-11-2005 12:49 auf diesen Beitrag |
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22 cent Milchpreis Servus Diskussionsrunde! ich hab nicht alle Beiträge ganz gelesen, ich muss aber sagen, dass mir die dauernde Diskussion über den Lieferboykott indirekt bestätigt, dass niemand mehr ernsthaft andere Vorschläge hat, zu einem besseren Milchpreis zu kommen. Im Handel rührt sich nichts, die Molkereien sind nicht bereit oder in der Lage, bei der Genfreimilch koordiniert einen Mehrpreis zu holen, die Quotenzuteilung wird gemacht, anstatt die Menge in die nationalen Reserven zu geben (europaweit!) Im Öpul ist bei den Grünlandbetrieben künftig mehr Geld weg als beim Acker Gefördert wird künftig, wer schon viel Geld hat, und damit in Größe investieren kann usw. Viele freuen sich schon auf die 22 Cent Weltmarktpreis, weil dann sind wir endlich konkurrenzfähig......... Übrigens wegen Maschinenkauf: Beim Maxlaunermarkt in der Obersteiermark, einer regionalen Messe, hatten wir einen IG-Milch Stand. Ich habe in meinem Leben selten so viel Freundlichkeit erlebt, wie von den Maschinenfirmen, als wir die 40 Cent Werbetafeln bei den Ausstellern aufgestellt haben! Die wissen alle, was los ist, wenn wir in der Milchproduktion kein Geld mehr verdienen! walter |
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Name: hoanis antwortet um 19-11-2005 16:58 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Es ist egal was die Bauern für ein Image haben ,es ist sowieso beschissen. Ich will Geld verdienen und nicht für andere arbeiten ,darum bin ich Besitzer einer Landwirtschaft .Ich will nicht versklavt werden. Wer sich einern Lieferboykott nicht leisten kann sollte sich fragen was er überhaupt macht wenn er nicht einmal ein Monat überbrücken kann. Daran kann man sehen wie ertragreich es bis jetz war. Früher wurde für Kost und Logie gearbeitet .Der Bauer war jemand .Heute wird man beschimpft ausgelacht und verdient nicht mal Geld . Ein Kg Restmüll kostet bei uns ca 27 Cent ,ein Liter Milch ist bald auch nicht mehr für mich wert !!!! mfg |
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Name: alfi antwortet um 19-11-2005 20:06 auf diesen Beitrag |
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22 cent Milchpreis Leute wie wäre es, wenn wir uns einmal bei der Anlieferung disziplinierter verhalten würden, oder überhaupt unter der Quote zu liefern, dann würde ein Milchpreis vom 40 cent von selber kommen. Wir haben eine Europaquote die 20 % über der Eigenversorgung liegt und überliefern diese auch noch. Die neue österr. Milchmarktregelung ist auch nur eine halbherzige Lösung. Die volle Zusatzabgabe sollte ab dem ersten Liter berechnet werden. Am Markt regelt nun einmal Angebot und Nachfrage den Preis, und da wird sich auch durch einen Lieferstreik nichts ändern. Machen wir es wie die Amerikaner. Wir zahlen in einen Topf ein, und finanzieren somit die Schlachtung von Kühen von Berieben die mit dem Aufhören spekulieren. Die Strukturbereinigung würde schneller vorangetrieben werden, und wir hätten weniger Milch am Markt. Nicht alles was aus dem USA kommt ist gut, aber dieses System hat funktioniert. Hilf dir selbst... |
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Name: raps antwortet um 19-11-2005 21:36 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo theres, die Leistung zu steigern hängt mit sehr viel persönlichem Einsatz und Zeitaufwand zusammen, und die Probleme mit der Herde steigen meistens auch überdimensional an. Dies kann die prophezeihte Kosteneinsparung ganz schnell ins Gegenteil verwandeln. Das wichtigste ist doch, dass man Freude an seiner Arbeit hat, und die kann einem sehr schnell vergehen, wenn ständig der Tierarzt ins Haus kommen muss, weil Tiere krank bzw. unfruchtbar sind. Jeder hat seine eigene Sichtweise was einen Lieferstreik betrifft. Aber bloß mit Argumenten werden wir es nicht schaffen den Preis für dieses kostbare Gut auf ein anständiges Niveau zu heben, das wurde bereits versucht. Viele Bauern werden die Milch auch tatsächlich wegschütten und als Dünger verwerten müssen, weil sie weder das Know How noch die technische Ausstattung zur Verarbeitung von Milch haben. Was den Einkommensausfall betrifft, macht es bei einer Woche Lieferboykott 1,9% der Gesamtmenge aus. Aufgerechnet auf einen Milchpreis von 28ct wären dies 0,53ct/kg, bei 100.000 kg Anlieferung also ca. 530 €. Wer sikch das nicht leisten kann steht eh schon mit einem Bein im Graben. Laut Herrn Haimberger (Obmann der Berglandmilch) verdanken wir der IG Milch 1-2 ct des aktuellen Milchpreises, also etwa 3 Wochen Lieferstreik. Die Anstrengungen der IG haben bereits Wirkung gezeigt. Man denke nur, dass uns im Frühjahr zum 1. Mai ein Preis von 25ct vorausgesagt wurde. Das war des erste Mal, dass eine Absenkung nicht eingetreten ist. Quotendisziplin ist gewiß enorm wichtig, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich bei Unterlieferung der Milchpreis auf 40ct erhöhen würde. Die Handelsketten lassen so was nicht einfach zu, solange die Molkereien untereinander so zerstritten sind und sich gegenseitig unterbieten um Marktanteile zu gewinnen.(NÖM -Genfreie Milch). 40 ct sind ja schließlich keine utopische Zahl sondern eine aus Berechnungen von österreichischen Betrieben aus verschiedenen Lagen und Produktionsrichtlinien (auch bio) entstandene Vollkosten, bei denen die Ausgleichszahlungen bereits eingerechnet wurden. (Der beste Betrieb lag bei der Kirner Studie bei 50ct Produktionskosten/kg Milch, der schlechteste bei 104 ct.) Und die AZ werden weiter sinken, obwohl sie allein durch die Inflation im fünften Jahr sowieso schon um 10% wertvermindert sind. Mit freundlichen Grüßen raps |
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Name: theres antwortet um 19-11-2005 21:53 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo Raps, es geht mir nicht darum, dass wir uns eine Woche Lieferstreik nicht leisten können- sondern dass ich bestimmt nicht eine Woche unsere Kühe melke und dann den Hahn wieder aufdrehe........ vielleicht sehe ich mit meiner weiblichen Logik manches anders. Vielleicht ist es die Erziehung, dass wir eine grosse Achtung vor den Lebensmitteln haben, aber wegschütten kann ich mir nicht gut vorstellen. Und eines muss man auch bedenken, unter den älteren Menschen ist die Achtung für die Landwirtschaft noch viel grösser als bei den jüngeren. Wie soll man ihnen beibringen, dass sie - die teilweise noch den Hunger und die Entbehrungen kennen gelernt haben- mehr Geld für Milchprodukte zahlen sollen, und gleichzeitig mitbekommen, dass wir die Milch wegschütten. Die Vorstellung, eine ganze Woche die ganze Milch zu verarbeiten, naja, da habe ich einiges zu tun- Wegen der Quotendisziplin, wir gehören zu den Dummis, die sich daran halten, wie oft wurden wir schon ausgelacht. Du siehst es anders, ich mache mir auch so meine Gedanken. herzl. Gr. regi |
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Name: freidenker antwortet um 19-11-2005 23:06 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott 1.) Prinzipiell sehe ich die Lage so, dass früher od später viel mehr Milch aus den Nord-Ostländern der EU nach Österreich importiert werden. Da dortige Löhne geringer sind ist es nurmehr eine Frage der Zeit. 2.) Der Konsument wird immer zur billigeren Milch im Regal greifen, damit sich das finanziell mit Mietkosten für die Wohung, Auto, Urlaub usw. ausgeht muß gespart also die billigste Milch gekauft werden. 3.) Die politischer Maßnahmen (Förderungen, Öpul...) subventionieren weiterhin die Landwirtschaft hier in Österreich, damit die Nebenerwerbs und Großbetriebe überleben können. Daher mein Tipp: Verantwortungsbewußte, intelligente Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft sollten ihre Chancen in anderen Bereichen der Wirtschaft nützen. Dort ist bei gleichem Erhgeiz und Aufwand mehr Geld zu verdienen. lg Dietmar |
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Name: raps antwortet um 19-11-2005 23:32 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hi theres, ich glaube nicht, dass hier wesentliche Unterschiede in der Logik zwischen Männern und Frauen bestehen. Und was die Erziehung betrifft bin auch ich als eines von elf Kindern sehr karg , konservativ und mit einer gesunden Einstellung gegenüber Lebensmitteln und Werten erzogen worden. Auch uns war es strengstens verboten Nahrungsmittel wegzuwerfen und wir halten es auch bei unseren Kindern so, aber nicht weil es wirtschaftlich notwendig ist, sondern aus religiöser Überzeugung und aus Achtung vor dem Bauernstand. Auch bei der Quote bin ich voll deiner Meinung und halte mich auch daran, soweit dies vorausberechenbar ist. (halte mich deswegen aber nicht für dumm), hab dies auch bereits in mehreren Beiträgen hinterlegt. Trotzdem muss etwas geschehen. Auch mir wäre es lieber, wenn es ohne Boykott funktionieren würde. Tut es aber leider nicht, weil sich die Molkereien gegenseitig unterfahren und die Bevölkerung den Wert dieses Nahrungsmittels nicht mehr zu schätzen weiß. Heute ist eben alles selbstverständlich. Und das tut weh. Ich habe vor knapp 10 Jahren auf Laufstall umgebaut, auf billigste Weise aber funktioniert super, kann deshalb auch wirklich billig produzieren und habe keine finanziellen Probleme bei guten Rücklagen. Aber irgendwann heißt es wieder investieren oder zusperren. Und jene die vor kurzem in einen neuen Stall investiert haben, schreiben aufgrund des Fixkostensprunges rote Zahlen. Die Afa läßt sich lange Zeit leugnen, aber wenn Investitionen notwendig sind ist es mit dieser Lüge vorbei. Die Natur ist ein sehr sensibles Gut, und wenn wir uns nicht mit allen Mitteln wehren gegen eine ohne Rücksicht auf Verluste kämpfende Lobby aus einer beinahe schon zerstörten Welt, werden wir eines Tages feststellen, dass wir vielleicht doch zu wenig getan haben, um diese von unseren Kindern geliehene Schöpfung,wie du es einmal genannt hast, würdig weitergeben zu können. Liebe Grüße raps |
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Name: raps antwortet um 19-11-2005 23:46 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo freidenker ! Dieses Forum raubt mir bei diesen brisanten Themen schön langsam den Schlaf. Ich weiß nicht was du von Beruf bist, kann aber kaum glauben dass du ein Bauer bist. Ich habe eine Ausbildung genossen bevor ich als Quereinsteiger in die Landwirtschaft kam. Ich betreibe seit 1992 doppelte Buchführung und werde sicher nicht als Bauer verbluten. Trotzdem werde ich um unser Recht kämpfen solange dies tragbar ist, weil ich, wie die meisten Bauern, sehr stark mit meiner Heimat und meinem Betrieb verbunden bin. Die Arbeiter haben genauso ihre Probleme , und ich kenne viele die aufgehört haben und auch jetzt nicht wirklich zufrieden sind, weder finanziell noch ideell. Früher oder später wird sich auch in unserem Bereich der Wind wieder legen und wir werden Zeiten erleben , in denen der Bauernstand wieder aufblüht, weil sich früher oder später alles wieder auf seine Wurzeln zurück besinnt. mfg raps |
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Name: naturbauer antwortet um 20-11-2005 03:31 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Es läuft darauf hinaus, wie es freidenker sieht. Wir müssen andere Qualitäten hervor heben. Zu bedenken ist die Erweiterung der EU. Hier liegt ein gewaltiges Potenzial an Vorteilen für günstigere Produktionsmöglichkeiten. Hier werden auch in langer Zeit die Umweltmaßnahmen kaum so exakt umgesetzt werden, dass hohe Produktionskosten entstehen werden. Es wird heißen, diese sind noch nicht lange dabei und deswegen brauchen sie Zeit um sich anpassen zu können. In der Zwischenzeit wird gegenüber uns billig produziert. Langsam aber sicher wird ein zurückgehendes Kaufverhalten durch aufgebende Betriebe bemerkt werden, was sich bei der Entdeckung aber als nicht mehr aufzuhalten herausstellen wird. Viele werden über ihren Schatten springen, springen müssen, weil es kein Auskommen mehr geben wird. Je nach individueller Ausgangslage geht es schneller oder langsamer. Kenne keinen der in den letzten 10 Jahren das Handtuch geschmissen, dass er es bereut hat. Studiert man die Geburtsjahrgänge, dann weiß man ja wie lange wir noch unterstützt werden. Und ohne Unterstützung geht es bei diesen Preisen eh nicht. Beides wird aber vom Verbraucher nicht akzeptiert, weil er durch Werbung und Medien beeinflusst ist. Denke auch, dass wegschütten vom Verbraucher ebenfalls kein Verständnis bringt. Honoriert wird es mit Sicherheit nicht, dass nach solchen Aktionen dann mehr bezahlt wird, weil es heissen wird, wenn sie wegschütten, dann brauchma a nix zahlen. |
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Name: theres antwortet um 20-11-2005 06:36 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo Naturbauer, ich habe zum Geburtstag ein Wellnesswochenende geschenkt bekommen. Es war einmal sehr angenehm, aber ich war erstaunt und verwundert, welche Preise scheinbar ohne mit der Wimper zu zucken - für diesen Bereich ausgegeben werden. Teure Kosmetik, Gesichtsbehandlung und und. Innerlich hat mir da schon mein Herz etwas geblutet- welchen Stellenwert dagegen das Essen hat. Wie konnte es geschehen, dass Urlaub, Hobby, Wellness einen viel höheren Stellenwert bekommen haben, Energie hat sich rasant verteuert, aber dafür müssen die Lebensmittel immer billiger werden. Es stimmt, dass die Grundnahrungsmittel vielleicht in anderen Ländern billiger hergestellt werden können, man muss dort eben keine Umweltstandarts einhalten, kann sozialen Raubbau betreiben. Wir haben übersehen, dass wir der Bevölkerung rübergebracht haben, dass gesundes Trinkwasser, saubere Luft, die Bindung von CO/2 im Boden kostenlos von der Landwirtschaft miterledigt worden sind- ebenso werden auf den Höfen im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung mehr Kinder gross gezogen- die meisten davon haben ein stabiles Rückgrat und gesunde Wurzeln, um auch in anderen Lebensbereichen ihren Weg zu gehen. Die Alterspyramide wird von den Bauern doch noch eher gestützt- leider werden diese gesellschaftlichen Leistungen weder gesehen, noch honoriert. Und bevor uns das nicht selbst bewusst ist, werden die anderen bestimmt nicht draufkommen. Dumpinglebensmittel können aus aller Herren Länder importiert werden, auch wenn in Regionen die dortigen Menschen hungern- aber eine intakte, lebenswerte Landschaft gibts nicht in der Dose und im Sixpack. @raps- es geht nicht darum, wer am billigsten produzieren kann, ich mache mir um die Betriebe, die in den letzten Jahren gebaut haben, auch Sorgen- habe das auch schon mehrmals bei verschiedenen Stellen angesprochen. Die Antworten möchte ich hier nicht wiedergeben, weil sich mir heute noch der Magen umdreht- mit welcher Kaltschnäuzigkeit darüber geurteilt wird. Ich finds toll, dass sich die IGM- für die Bauern einsetzt, aber ich fürchte, dass der Milchboykott der verkehrte Weg ist. Meine Meinung zählt nicht, aber ich bin ja selbst von den niedrigen Milchpeisen betroffen. Und da habe ich mir auch überlegt, wie wir über die Runden kommen. Mich wundert nur, dass z. B. ein Investitionsbykott überhaupt kein Thema ist, ich bin doch nicht aus der Stadt, dass ich von dem, über was ich schreibe keine Ahnung habe. Bei dem ständigen Arbeitsplatzabbau wird vergessen, dass die Landwirtschaft im vor - und nachgelagerten Bereich eine grosse Zahl an Arbeitsplätzen hält. Leider ist nur vergessen worden, dass die Kuh, die man melken will, auchfüttern muss. Vielleicht merken dann auch die ganzen Bereiche, dass sie nicht nur Lippenbekenntnisse für die Landwirtschaft abgeben sollen. Bis sich in dieser Richtung nichts ändert- gibt es bei uns strikten Ausgabenstop. Ich hätte nicht geglaubt, wer alles von uns lebt und für wen wir alles gearbeitet haben. Mir ist dabei aufgefallen, welche Summen Jahr für Jahr so durch den Betrieb nach aussen wandern- welche Macht wir hätten. Diese Summen bleiben jetzt zum grossen Teil im Betrieb- Bauern geben ihr Geld in der Regel zu einem grossen Teil ihr Geld für den Betrieb aus und stecken es wieder in regionale Wirtschaftskreisläufe- es wird sehr wenig in Auslandsurlaube gesteckt. Es geht mir auch um die Landwirtschaft und seit ich in diesem Bereich arbeite- habe ich mich immer dafür eingesetzt. Unser Junior soll auch einmal davon leben können. |
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Name: raps antwortet um 20-11-2005 09:59 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott
Hallo theres, Lebensmittel müssen in einem Sozialstaat billig sein, weil sie sich jeder leisten können muss. Das ist natürlich sehr dehnbar, es ist aber sicher nicht gemeint, dass man die Preise für hochwertige Nahrungsmittel künstlich in den Keller fährt, um damit die Wirtschaft zu beleben. Und eines ist altbekannt : Was nichts kostet ist auch nichts wert. Diese Mentalität hat leider schon weit um sich gegriffen, man bedenke nur was man in Ballungszentren alles weggeworfen wird. Ich widerspreche dir, wenn du sagst, dass es heut nicht darum geht, billig zu produzieren. Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen geht es eigentlich nur mehr darum. Und es ist enorm schwer von der Bevölkerung bzw. Politik Zugeständnisse zu erwarten, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht machen. Für mich ist das Lieferboykott die letzte Konsequenz. Was ein Investitionsstop von Seiten der Landwirtschaft bringen würde ist auch nicht zu unterschätzen. Wird nichts mehr gekauft, droht den Firmen in kürzester Zeit der Pleitegeier und sie werden sich mit allen Mitteln hinter die Bauern stellen. Wir bekämen von dieser Seite massiven Rückenwind. Man hört zwar immer wieder von Multifunktionalität, kann aber daraus eigentlich noch keinen Nutzen ziehen. Wir haben dieses Thema im Sommer einmal ausdiskutiert, das Hauptproblem ist aber, wie schaffe ich es unseren Berufskollegen rüberzubringen. Die Milchbauern allein sind fast zu wenige, und die anderen sind kaum für unseren Kampf zu gewinnen. Und es herrscht auch nach wie vor ein großes Prestigedenken gerade beim Kauf von Maschinen. Und übrigens: Glaube nicht, dass deine Meinung in diesem Forum nichts zählt, anhand der vielen Beiträge in den letzten Tagen würde ich eher auf das Gegenteil schließen. Lg raps |
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Name: theres antwortet um 20-11-2005 10:49 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo Raps, ich will in dieser Diskussion nicht das letzte Wort haben, aber nur noch eines möchte ich dir mit auf den Weg geben. Ich weiß nicht, wie oft du oder die Mehrzahl der Bauern zum Einkaufen geht? In der Regel sind es die Frauen, die das Einkaufen erledigen, das Haushaltsgeld hüten und in vielen Bereichen entscheiden. Wir Bauern- haben eines übersehen und verlernt- aus der Sicht der Kundin oder Verbraucherin zu denken. Warum soll sie für Lebensmittel mehr Geld ausgeben, wo doch alles die gleiche gute Qualität hat- das Geld dass sie sich spart, kann für Hobby, Erholung, Urlaub und andere Dinge ausgegeben werden. Jetzt bin ich einmal ganz eine böse Frau :-)),. aber an wievielen Schaltstellen sitzen Männer, die Entscheidungen fällen, am Ende steht die Frau und kauft ein. Es würde euch bestimmt die Augen öffnen, wenn ihr mal diesen Blickwinkel nicht aus den Augen lassen würdet. Denn die Tatsache, dass für Kostmetik, Wellness sehr viel Geld ausgegeben wird, zeigt ganz klar, dass Frauen klare Prioritäten setzen. Wir haben leider übersehen, dass gesunde Lebensmittel - ein sehr wichtiger Beitrag zu Gesundheit- und Schönheit- in der Werteskala sehr weit abgerutscht sind. Mir ist aufgefallen, erst als ich mich um die Qualität der Lebensmittel tiefer interessiert und informiert habe- ist mir der Wert erst wieder bewusst geworden. Vielleicht könnt ihr Herren der Schöpfung einmal versuchen, mit euren Frauen darüber zu reden, denn sie sind es, die in der Regel entscheiden, was auf den Tisch kommt. Ist sicher nicht nur mein Gedanke, sondern es gibt einige Trendforschungen drüber. Der Kunde ist weiblich- gibts sogar als Buch. Wir müssen die Frauen überzeugen, sie sind auch sehr aufgeschlossen, aber mit anderen Argumenten, als es bisher rüber kam. Frdl. Grüsse regi |
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Name: Neudecker antwortet um 20-11-2005 13:15 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Liebe Disskusionsteinehmer! Ich habe gestern Abend eure Beiträge zum Themenbereich , Milchpreis, Boykott, Käuferstreik mit Aufmerksamkeit gelesen. Da ich schon zur älteren Generation gehöre und selber Milchlieferant bin, möchte ich heute die Frage in den Raum stellen, warum es zur Milchpreismisere gekommen ist. Das Gespenst von der Milchschwemme habe ich schon bei Bauernversammlungen in den fünfziger und sechziger Jahren gehört. Obwohl jeder Bauer wußte, dass die produzierte Milchmenge den Bedarf kaum decken konnte, wurde dieses Schlagwort bei allen möglichen Gelegenheiten zum Preisdrücken verwendet. Allerdings gab es damals den sogenannten Milchwirtschaftsfonds. In diesem Gremium wurde ein allgemeingültiger Preis für Rohmilch und auch für veredelte Milchprodukte ausgehandelt. Natürlich haben Bauern, die zwar wußten wie es gehen könnte, aber keinesfalls bereit waren eine öffentliche Tätigkeit zu übernehmen, gegen dieses System bei allen möglichen Anlässen lautstark protestiert. Mit dem Hinweis, es bei gäbe bei manchen ausländischen Molkereien einen besseren Erzeugermilchpreis, wurde ganz vehement und oftmals mit hatten Äußerungen die Abschaffung der Milchmarktordnung gefordert. “Wir wollen unser Produkt dort verkaufen wo wir den besseren Preis erzielen, war die Devise.” Unter diesen massiven Druck und auch vielleicht von den Wünschen der Wirtschaft getragen, wurde in der Folge diese bewährte Einrichtung abgeschafft und unser wertvolles Produkt dem internationalen Preiskampf geopfert. Die Folge war das Zusperren vieler Molkereien und ein ruinöser Preiskampf der Giganten. Heute dürften die meisten der damaligen Querulanten die katastrophalen Folgen dieser Entwicklung begriffen haben. denn Milchbauern, haben die Initiative ergriffen und eine von verschiedenen Gruppen bekämpfte Interessengemeinschaft gegründet. Ich persönlich halte diese Gemeinschaft für gut und wichtig, wenn dort eine nach demokratischen Regeln orientierte Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird. Ich muss zu meinem erstaunen feststellen, dass sich die anfängliche Euphorie zu Gewaltakten eher zu einer vernünftigen Verhandlungstaktik gewendet hat. Die vorhandene Bereitschaft zu Streik und Boykottmaßnahmen dürfte eher die Vorbilder in den Studentenvereinen und Lehrergewerkschaften haben. Diese Gruppen verstehen es vorzüglich mit derartigen Aktionen ihre Ziele zu erreichen. Der Bauer muß aber von seinem selbst erwirtschafteten Geld leben. Darum sind Gewaltsmassnahmen kaum auf breiter Basis durchzusetzen. Falls aber die Wirtschaftsgewaltigen überlegen würden , was eine funktionierende Landwirtschaft für Sie und das ganze Land bedeutet, dann müßten sie auch erkennen dass die geforderten 40 Centfür 1 Liter Milch bei 4 % Fett, gerechtfertigt und notwendig sind. Scheinbar werden aber andere Ziele verfolgt. ( Nachzulesen in meinem Beitrag: Haben wir Bauern noch eine Zukunft? ) Die meisten Chancen für einen gerechten Milchpreis würde ich am ehesten in einer einheitlichen,europaweiten Milchpreisregelung sehen. Dies aber werden mit Sicherheit, einige ganz Schlaue, mit aller Kraft verhindern. Es grüßt euch herzlich Euer Neudecker |
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Name: kst antwortet um 20-11-2005 13:57 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Lieber Neudecker! Du hast in vielen Punkten recht, nur den Untergriff, dass sich manche Streikbereite, Studentenvereine und Lehrergewerkschaften zum Vorbild nehmen hättest du dir sparen können. Wann haben Lehrer zum letzten mal gestreikt und dein Satz: "diese Gruppen verstehen es vorzüglich mit ihren Aktionen ihre Ziele zu erreichen", zeigt dass du nicht sehr objektiv bist, du solltest dich dann aber auch nicht wundern, wenn dann auch die Gesamtheit der Bauern über einen Kamm geschert wird.mfg. kst. |
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Name: helmar antwortet um 20-11-2005 16:11 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Auf meine Anregung bei einer IG-Veranstaltung dass auch ein Investitionsboykott eine recht drastische Wirkung haben kann wenn er konsequent für 1-2 Jahre durchgezogen wird hat mir Halbmayr folgendes geantwortet:" Das kann man den Arbeitern nicht antun!" Bei einigen abgebauten Arbeitsplätzen in z.B. der Land maschinenindustrie möchte ich dann diejenigen hören welche immer noch Senkungen der AZ, des ÖPULs und der Lebensmittelpreise fordern, vom Tierschutz und Umweltschutz mal ganz abgesehen..... Mfg, helmar, für mich in diesem Punkt wohl fürs erste Ende der Debatte... |
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Name: gfb antwortet um 20-11-2005 16:21 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Ein sehr interessanter Beitrag über gewaltfreie Kommunikation ist auf wikipedia zu lesen. http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation Wäre nicht eine Mediation sinnvoll, wenn sich alle Beteiligten zusammensetzen würden? (Bauern, Molkereivertreter, Einkäufer im Großhandel, Medienleute, Politiker, Konsumentenvertreter, Landmaschinenindustrie etc....) Einen Versuch wäre es wert. http://de.wikipedia.org/wiki/Mediation Mediation ist Verhandlung zwischen Konfliktparteien im Beisein eines allparteilichen Dritten (Mediator), der die Verhandlung nach einem strukturierten Ablauf leitet. Sie dient der gütlichen Einigung zwischen den Parteien, fragt nicht nach der "Schuld", sondern danach, wie die Parteien in Zukunft miteinander umgehen wollen (lösungs- und zukunftsorientiert). Dabei entscheidet nicht der Mediator, sondern ausschließlich die Parteien, worüber sie verhandeln und wie sie ihren Konflikt lösen wollen. Die Freiwilligkeit der Parteien ist unbedingte Voraussetzung einer Mediation. Allparteilichkeit bedeutet dabei, dass der Mediator für beide Sichtweisen der Konfliktparteien das selbe Verständnis hat, also quasi "auf beiden Seiten" steht. Ggf. wird der Mediator ein Machtgefälle zwischen den Parteien ausgleichen (z.B. das Sprachrohr der kommunikationsschwächeren Partei sein). Der Mediator oder die Mediatorin wird keinerlei Vorschläge machen (Eigenverantwortlichkeit), sondern die Parteien durch einen besonderen Kommunikationsprozess, ein Modul, welches aus festgelegten Arbeitsschritten besteht, führen. Diese setzen sich aus 3 bis 15 Teilschritten zusammen. Zunächst werden die Positionen (Festlegung auf eine Lösungsoption) der Parteien hinterfragt und die zu Grunde liegenden Interessen aufgedeckt. Auf der Grundlage des gegenseitigen Verstehens der Interessen entwickeln die Parteien eine Fülle von Lösungsoptionen (Brainstorming) und halten die umsetzbaren Lösungen in einer Mediationsvereinbarung fest. Dabei regeln sie möglichst konkret, wer wann was macht. So werden im Laufe der Konfliktbearbeitung aus Konflikt"gegnern" Konflikt"partner". Mediation ist auch dann noch geeignet, wenn der Konflikt die sechste Konfliktstufe der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl (also WIN-Lose-Ebene) erreicht hat. Die Mediation bietet sich vor allem dann als Weg der Konfliktlösung an, wenn die Parteien gemeinsame Ziele haben (z.B. weitere Kooperation zweier Unternehmen, beiderseitige Kindeserziehung trotz Trennung, Vermeidung langwieriger Gerichtsprozesse und der Kosten, Vermeidung von Konfliktfolgekosten) Innerhalb der psychologischen Beratung ist die Mediation eine Kommunikationsmethode mit dem Schwerpunkt Konfliktlösung. Sie ist auch unter der Bezeichnung Streitschlichtung bekannt. Erfolgreich eingebunden in das Gerichtswesen ist die Mediation in Australien, wo es unabdingbar ist, außer bei Gewalt, Sexualverbrechen und Verbrechen mit Vermögensschäden über 200.000 austr. Dollar. In Ausnahmefällen können sogar solche Fälle mediativ behandelt werden. Der Mediator unterliegt langen und vielschichtigen Selektionsprozessen. Interviews und Beobachtung während der Ausbildung sorgen dafür, dass es im späteren Berufsleben des Mediators kaum Ausfälle gibt. Im Prinzip können alle Auseinandersetzungen mediativ geregelt werden, dazu müsste die Ausbildung allerdings eindeutig verbessert und spezialisiert werden. Genau so wichtig wie der Mediator selbst ist der so genannte Intake, der die eingehenden Fälle begutachtet, verteilt und auch aussortiert. Die Arbeit des Mediators ist stark davon abhängig, wie gut das System um ihn herum arbeitet. Dieses ist kaum in europäischen Ländern und fast gar nicht in Deutschland zu finden (Stand 2004). |
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Name: pezl antwortet um 20-11-2005 17:00 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo Helmar ! Ein investitionsstop würde in erster linie die gesamte Arbeiterkammer gegen uns Milchbauern mobil machen, und stell dir mal vor wenn diese,zum kaufboykott Österreichischer Lebensmittel aufrufen würden.Das wäre dann woll ein schuß nach hinten gewesen. Daß meinte auch Halbmayer damit. |
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Name: loiss antwortet um 20-11-2005 17:06 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hi! @gkst! Du spriochst von der Notwendigkeit Maschinen kaufen zu müssen weil sie Prestigeobjekte darstellen. Ja, weiß ich selbst. Nur: Was stört DICH daran? Mich stört das nicht. Ich brauche die sündteuren Eisendinger in Klarlackrot nicht, daher kaufe ich sie nicht und kann billiger Produzieren, weil ich Arbeiten, die in 1 oder 2 Tagen erledigt werden können auslagere. Die freundlichen Gesten der Vertreter tangieren mich auch nicht, also hab zumindest ich kein Problem und vielleicht du acuh nicht. Die anderen sollen machinen kaufen bis sie an ihrer eigenen Eitelkeit zugrunde gehen, sollten sich aber dann nicht das maul darüber zerreissen, dass sie NUR mit einem milchpreis von 40ct über die Runden kommen. Gruß Lois |
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Name: kst antwortet um 20-11-2005 20:02 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo ice! Ich finde dein Beitrag war sehr wertvoll, aber nicht nur du sollst nachdenklich sein, wir sollten alle nachdenken...... mfg. kst |
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Name: raps antwortet um 20-11-2005 20:17 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo loiss Schau dir mal die Kirner Studie an, da wurde nämlich festgestellt, dass die besten Betriebe in Österreich 50 ct Produktionskosten aufweisen. Azüglich von rund 10 ct an Ausgleichszahlungen je nach Betrieb sind wir bei 40ct ab Molkerei für die besten 20%. Die unrentablen Betriebe liegen bis zu 104 ct. Ich weiß nicht ob du Buchhaltung machst, aber die meisten vergessen halt, dass die Afa ca 50% der Kosten ausmacht. Man kann sie ja ziehmlich lange verstecken, aber irgendwann sind wieder Investitionen fällig. Dann ist es meist aus mit den Träumereien von 22 ct. Außer du hast vor um 3€ Stundenlohn das Auskommen zu finden. raps |
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Name: helmar antwortet um 20-11-2005 21:01 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Mein lieber PEZL! So kann man die Antwort natürlich auch interpretieren! Mfg, helmar |
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Name: stb antwortet um 21-11-2005 09:04 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Lieber Naturbauer, es stimmt, dass ich vor ca 2 Jahren das Milchkontingent verkauft habe. Was ich nicht verstehe ist Deine feindselige Einstellung, die durch Deine Wortwahl zum Ausdruck kommt. Du schreibst ich hätte etwas versilbert was meine Vorgänger erarbeitet haben und drückst damit aus, dass das etwas unanständiges wäre. Im übrigen meinst Du ich sollte keine Ratschläge erteilen. Ich darf dazu festhalten, dass ich keine Ratschläge erteile, sondern lediglich mitdiskutiert habe, wie andere auch. Entgegen Deiner Meinung darf ich Dir mitteilen, dass ich was das Thema Lieferboykott betrifft, sehr wohl eine Ahnung habe, ich boykottiere nämlich schon seit 2 Jahren. Auch bin ich in der Lage die Wirkungsweise von Streikmassnahmen bei Arbeitern zu überblicken. Was den Verkauf der Quote betrifft, gebe ich offen zu, dass es für aktive Milcherzeuger überaus problematisch ist, für Quoten Unsummen zu bezahlen. Ich bitte Dich aber zu bedenken, dass es keineswegs die Schuld der Verkäufer ist, wenn potentielle Käufer die Quotenpreise in die Höhe treiben oder meinst Du es wäre dann am Verkäufer weniger zu verlangen als er bekommen kann. In letzterem Fall hättest Du wenig Realitätssinn. Im übrigen fühle ich mich nach wie vor den Interessen der Bauern insgesamt verpflichtet, wozu auch die Milchbauern gehören, denen ich gerne und ehrlich einen fairen Preis gönne. Ich verfolge daher mit Interesse die Maßnahmen zur Milchpreisverbesserung, wiewohl ich äußerst skeptisch bin, was die Erfolgsaussichten betrifft. Auch Deine Aussage trägt dazu bei, dass ich die Erfolgsaussichten skeptisch sehe, hast Du doch nichts besseres zu tun als Deinen Frust über die Milchproduktion an die Adresse eines "Sofamelkers" zu richten, anstatt Deine Energie in Richtung Preisverbesserung zu richten. mfg |
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Name: katy antwortet um 21-11-2005 18:27 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott schütt weg das zeug is nix mehr wert!!!is zwar verrückt aber zeitgemäss,seids gscheit und wehrts eich gegen die gesellschaft und überlegts eich net so an bledsinn--uiuiui die gute milch--weg damit eine in odlgrubn und aus....scheisst net um und trauts eich endlich.schauts amoi wies bei de andern geht wos de ereichn-und es milchbauern hobts schiss vor wos? |
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Name: theres antwortet um 22-11-2005 06:23 auf diesen Beitrag |
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Milchlieferboykott Hallo katy, ich bin absolut kein Feigling und wir haben uns auf unserem Betrieb schon sehr viel getraut- um neue Wege zu gehen. Aber morgens um 5 aufzustehen und zu melken, den Tankwechsel danach aufzudrehen, um die Milch in die Gülle zu schütten, dafür reicht mein Mut eher nicht. Eine Woche lang melken, wegschütten, wäscht man dann den Tank noch, oder lässt man es? Ausserdem paperln wir mit unserer Gülle sehr viel herum, weil wir sie als Dünger brauchen- eine Woche dazu Milch- ich habe keine Ahnung, wie die zusätzliche MIlchgabe den Güllebakterien schmeckt und dann den Bodenbakterien. Wenn wir die Milch zu Hause lassen, dann wird sie verarbeitet- anders braucht mir mein Mann nicht zu kommen. Und wenn es ans Verarbeiten geht, dann ist die Mithilfe der ganzen Familie gefragt. Käse, Butter und ein grosser Teil wird angesäuert für die Kälber. Ob sich wegen eines Milchstreikes der Preis verändert- ich hoffe es, aber wenn ich nach Südtirol schaue, dort hat man | | |