die Bauern brauchen einem nicht leidtun

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Name: stb 13-09-2005 15:20 nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Diesen Satz hört man mitunter von Nichtlandwirten, verbunden mit der Feststellung, dass es ohnehin viele Förderungen gibt.

Wenn es sich um jemandem handelt, mit dem es sich lohnt zu diskutieren, steige ich darauf ein, sonst halt nicht.

Was habt Ihr für sinnvolle Argumente ?

Das einfachste Argument ist meiner Meinung nach, darauf zu verweisen wieviele Bauern schon aufgehört haben. Ich bin der Meinung nicht wegen des vielen Geldes.

Name: theres antwortet um 13-09-2005 16:06 auf diesen Beitrag nach oben
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Ich verstehe die Frage nicht:
Wieso sollten wir jemand leid oder nicht leid tun?

Name: ALADIN antwortet um 13-09-2005 17:41 auf diesen Beitrag nach oben

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Du bist ein Genie. Ich bin zwar selbst überzeugt, dass nicht nur Fläche oder Stückzahl einen Betrieb lebensfähig macht aber mit 10ha das musst du schon näher erklären.

Name: JKI antwortet um 13-09-2005 19:58 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
hallo!
bei 10ha besteht deine fruchtfolge um zu überleben vermutlich aus ????, schottergrube, bauplätze in stadtnähe.
sei mir nicht böse, aber ein kleiner tip wäre angebracht.
grüße/sepp


Name: Tyrolens antwortet um 13-09-2005 20:00 auf diesen Beitrag nach oben
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Gemüse. Das bringt auf 10 ha ausreichend Wertschöpfung. Oder halt Nischenprodukte. Muß ja nicht immer Milch, Fleisch, Getreide sein...

Name: helmar antwortet um 13-09-2005 20:04 auf diesen Beitrag nach oben

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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Es hat in den letzten Jahren nicht allzuviele gegeben welche mir die "Subventionen und Förderungen" vorgeworfen haben, denn ich habe vom Anfang an die jeweils richtigen Bezeichnungen verwendet und auch erklärt warum es diese oder jene Maßnahme gibt. Da wären mal die Ausgleichzahlungen: diese dienen dazu Erschwernisse, z.B. Berglandwirtschaft abzugelten und damit einen Ausgleich auch zu gefallenen Preisen zu schaffen, dann ist jedem der Sinn des ÖPUL in der Form zu erklären dass dies ein Programm ist in welchem sich Bauern dazu verpflichten(meist 5 Jahre) ihren Hof unter bestimmten, die Natur und vor allem das Wasser schonenden Auflagen zu bewirtschaften, und diese Leistung für alle wird dabei abgegolten....und wenn es um Förderungen für z.B. einen Stallbau geht dann kann man auch erklären dass bei so einem Projekt auch die übrige Wirtschaft Kunden hat und dass dies Arbeitsplätze in diesem Bereich sichert.....so erklär ich das, und ich sage auch z.B. den Betrag für 1 ha OH 2. Abgesehen davon dass man dort Futter füs sein Vieh oft mittels Motormäher und Rechen erntet gibt es dann Leute welche sagen dass sie für diesen Betrag da nicht herumklettern würden! In der Gewerkschaftszeitung Solidarität stand vor etwa einem Jahr dass jeder Bauer über 20.000 Euro fürs quasi Nichtstun bekäme. Wenn man die Förderungen u.a. der Gemeinde Wien etc. mit einrechnet und dann durch alle Betriebsnummern dividiert, dann wird das schon so zu erklären sein, dass aber gerade in vielen Betrieben mit den
AZ und ÖPUL-Geldern gerade die Sozialversicherungsbeiträge, der Strom, sonstige Versicherungen und eventuell sich das Dieselöl ausgehen, davon scheint man nichts zu wissen.......und Leserbriefe welche darauf hinweisen werden ja irgendwo versenkt.....Alle die uns vorgeworfenen Beträge stehen uns zu, denn wir haben dafür Verpflichtungen übernommen und wenn man überlegt wie wenig inzwischen für die Ernährung ausgegebne werden muß
und mit welchen Erzeugerpreisen die Bauern klarkommen müssen, dann
kann man diese auch selbstbewußt einfordern.......aber man muß es auch sachlich erklären! Aber das ist sicher nicht so einfach wie das Jammern vieler......
Mfg, helmar

Name: Hillmaster antwortet um 13-09-2005 20:09 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo!
Irgendwie sin die Bauern schon ein bisschen arm wenn sie so viel arbeiten müssen und dann springt nicht viel für sie raus.
Aber andererseits können sie sich ja praktisch selbst versorgen und mit dem richtigen management mehr geld erwirtschaften.


Name: stb antwortet um 14-09-2005 08:05 auf diesen Beitrag nach oben
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Hallo daywalkerx,

mich würde auch interessieren wie man mit unter 10 ha Fläche genug erwirtschaftet um bestens leben zu können.

Bei mir ist es zwar auch so, dass die Fläche unter 10 ha liegt, ich habe genug Geld um auch gut leben zu können, aber ich lebe halt vom Nebenerwerb, also einer nicht flächengebundenen Tätigkeit. Ich wäre aber brenned daran interessiert wie ich von meiner Landwirtschaft bestens leben kann und zwar ohne die Fläche zu verkaufen, verpachten, sondern einfach normal bewirtschaften.

Vielleicht kannst Du mich aufklären über Dein Ertragsgeheimnis ?

mfg

Name: Kathi antwortet um 14-09-2005 20:21 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo,

Ich betone, so wie Helmar, dass das Ausgleichszahlungen sind, für arbeiten die ua. für die Öffentlichkeit (Tourismus etc.) und für den Umweltschutz sind. In gewerblichen Betieben gibt es ebenfalls Zuschüsse, nur wird darüber nicht gesprochen.

Ich ärgere mich oft darüber, dass viele glauben uns wird das Geld in den goldenen A** geschoben.

Liebe Grüße,

Kathi

Name: stb antwortet um 15-09-2005 10:27 auf diesen Beitrag nach oben
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Hallo regi,

ich habe zwar selber keinen Gewerbebetrieb, möchte aber doch klarstellen, dass es im gewerblichen Bereich keine nenneswerten Zuschüsse gibt. Damit meine ich, es gibt zwar auch zum Teil Zinsenzuschüsse für Investitionen, es ist aber nicht so, wie in der Landwirtschaft, wo die Förderungen Teil des normalen Betriebsablaufes sind und zu den normalen jährlichen Erträgen gehören. Auch von der Förderungsintensität, dem Anteil der Förderung an den Gesamteinnahmen, sind die Förderungen im gewerblichen Bereich unbedeutend.

Aber Landwirtschaft ist anders: Wie inzwischen fast alle wissen, kann man normale landwirtschaftliche Produktion (Milch, Fleisch, Getreide) ohne Förderungen nicht mehr betreiben. Man braucht sich nur den grünen Bericht ansehen und die Förderungen weglassen, dann verdient keiner mehr etwas.

Ich sage immer, die Förderungen in der Landwirtschaft sind sehr hoch und diese Höhe ist ein Alarmzeichen hinsichtlich der Produktpreise. Denn kein Staat und keine Gesellschaft zahlt Milliarden an Förderungen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

mfg

PS: Im übrigen ist es äußerst schwierig einem zB Arbeiter verständlich zu machen, dass zB € 15.000,- Förderung nicht viel ist. Der Arbeiter denkt dafür arbeitet er das ganze Jahr und der besitzende Bauer bekommt das Geld geschenkt. Aber in Wirklichkeit ist die Landwirtschaft ein Betrieb mit zb € 60.000,- Einnahmen und € 40.000,- Ausgaben und ein Betrieb hat halt mal Ausgaben und kann nicht jeden € in die eigene Tasche stecken.

Name: theres antwortet um 15-09-2005 12:28 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Hallo stb,
ich mach bei uns die Buchführung und kenne die Wirklichkeit.
Aber vom Mitleid kann ich mir nichts abschneiden.
Dass ein Arbeiter grosse Ohren bekommt, was die Landwirtschaft eingesteckt bekommt- kann ich mir auch oft genug anhören.
Aber wir hätten ein sehr gutes gewichtiges Argument, dass wir nur einsetzen müssten, um zu zeigen, was der regionale Raum von der Landwirtschaft profitiert.
Leider betreiben ein grosser Teil der Bauern Raubbau an sich selbst-
und hoffen dass sie das Schnappi- bleiben-
vergessen leider, dass ein grösseres Schnappi schon wartet.
Jetzt könnte ich noch ein langen und breiten Beitrag schreiben-
es hilft nichts- wir müssen selbst aktiv werden.
frdl. Gr.
regi

Name: haraha66 antwortet um 15-09-2005 17:14 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Was habt Ihr den alle? Wer von Euch Förderungen kassiert, der tut auch mir nicht leid. Ich bekomme keine Förderung, nur Ausgleichszahlungen für geleistete Mehrarbeit ( Bio), sowie für Landschaftsschutz und Pflege. Bin Nebenerwerbslandwirt, und muß das meinen Arbeitskolegen oft genug erklären.
lG Hans

Name: LWM antwortet um 15-09-2005 18:13 auf diesen Beitrag nach oben
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Mitleid bekommt man gratis, Neid muß man sich erarbeiten!

Name: stb antwortet um 16-09-2005 08:30 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Ich habe mal irgendwo etwas über Förderungen gelesen, das war etwa so:

Bei Förderungen gibt es einen an den die Förderung bezahlt wird und dann kann man noch wissenschaftlich feststellen, wer der tatsächliche Förderungsnutznießer ist.

Ich sehe es so, dass gerade im Bereich der Landwirtschaft die Bauern zwar viel Geld kassieren, aber das Geld nur in geringem Ausmaß den Bauern selbst zugute kommt.
Einerseits indem Umweltmehraufwendungen abgegolten werden oder andererseits indem Produktpreis niedrig gehalten werden.

Typisches Beispiel waren für mich früher die Schlachtprämien bei Kühen. Da kam der Händler und sagte er bezahlt für die Kuh € 500,- und dann bekommst Du noch die Schlachtprämie, so als ob er die Prämie aus seiner Tasche zahlen würde.
Tatsächlich hat der Landwirt die Schlachtprämie ausbezahlt bekommen, wirtschaftlich wurde sie ihm vom Viehhändler abgenommen und letztlich ist die Prämie bei den Konsumenten gelandet, in Form billigen Rindfleisches.

Vom Grundprinzip her finde ich es besonders unangenehm auf der einen Seite als Förderungskassierer am Pranger zu stehen und gleichzeitig wirtschaftlich wegen gedrückter Produktpreise davon ohnehin wenig zu haben. Wieviel tatsächlich dem Bauern bleibt, wäre ohnehin kaum messbar.

Im übrigen ist es natürlich selbstverständlich, dass die Bauern vom Leidtun nichts haben und auch nicht vom Nichtleidtun.

mfg

Name: theres antwortet um 16-09-2005 09:26 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Hallo stb,
genau das ist unser Problem,
und ich trau mir zu wetten, dass die Einkäufer in den Discounterketten ganz genau wissen, wo wieder eine Ausgleichszahlung fällig wird, um sofort Lebensmittelpreise zu drücken, mit dem Wissen, dass der Druck an die Bauern weitergereicht wird.

Aber was mir auch auffällt, wir müssen selbst umdenken lernen,
aber ich fühle mich mit meinen Gedanken oft ziemlich einsam auf weiter Flur. :-))
frdl. Gr.
regi

Name: ede_1 antwortet um 16-09-2005 09:44 auf diesen Beitrag nach oben
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hallo therese
apropos discounter-gib mir mal nen tipp:ich war vergangene woche einkaufen, auch cottage cheese,bei zielpunkt, es standen 2 artikel nebeneinander,die handelsmarke von zielpunkt um 49 cent und die hausmarke von landfrisch-molkerei um 99 cent-gleicher inhalt(150 gramm), gleicher hersteller etwas andere verpackung. welchen sollte ich gekauft haben ? den billigen ,dann bin ich ein böser bauer oder den teuren dann besteht die gefahr dass ich als dummer bauer einzustufen bin????????oder überhaupt das geschäft wechseln wo es nur teurere markenprodukte gibt ?
mfg
ede

Name: theres antwortet um 16-09-2005 10:03 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Hallo ede,
bei uns gibts in der Nähe noch zum Glück einen kleinen Laden,
dort gibts keine NO-Name Artikel.
Ich kaufe den Frischkäse von einer Molkerei aus der Gegend.
Die Entscheidung - was du einkaufst, da kann ich keine Ratschläge geben.
MIr fällt nur auf, dass ich nach meiner Haushaltsbuchführung auch nicht das Geld zum Fenster rauswerf, nur weil ich die Discounter meide.
Aber wir werden doch preismässig an die Wand gedrückt- warum soll ich dann mein sauer verdientes Geld derartigen Geschäftspraktiken in den Hals werfen.
Also gehe ich in die Geschäfte, wo ich noch als Kunde König bin.
Es ist einfach schön, noch einen kleinen Ratsch halten zu können,
die Geschäftsfrau schon seit ewigen Zeiten kenne- und ich krieg dort auch alles, ich brauch nicht aus 2o Sorten Frischkäse auswählen, 2 versch. genügen.
Frdl. Gr.
regi


Name: stb antwortet um 19-09-2005 08:29 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Ich glaube die Abstufung zwischem einem billigeren und einem teuereren Produkt (wie Frischkäse) wird es immer geben und geht daher etwas am wirklichen Problem vorbei.

Aus meiner Sicht liegt das Problem nicht darin, dass das billigere weniger kostet, sondern an der grundsätzlichen Entwicklung der Preise, nämlich nach unten. Eine Preisdifferenzierung gibt es überall, nur sollte im nächsten Jahr der billige Cottage Cheese halt auch um 2% mehr kosten und nicht der teuere soviele wie der billige und der billigere noch weniger.

Ich meine gewisse Preisabstufungen gehören zu jedem Markt dazu, egal ob Autos, Mannerwafferl, Milch, Käse, Mietwohnungen etc., aber in fast allen Bereichen ist es selbstverständlich, dass alles teuerer wird, nur jene Dinge des Lebens die die Menschen wirklich zum Leben brauchen sollen paradoxerweise nichts kosten (Lebensmittel, Gesundheit, Wohnung). Insbesondere Lebensmittel sollen nie teuerer werden.

Das Grundproblem liegt meiner Meinung nach nicht am billigeren oder teureren Preis, also ob Milch im Geschäft 59 ct oder 99ct kostet, sondern daran dass aus Sicht der Produzenten der Preis ohnehin zu niedrig ist.
Ich habe kein Problem mit der Preisabstufung, wenn die billige Milch € 1,29 kostet und die teuere € 1,69, weil es Preisabstufungen immer geben wird.
Aber es ist schon klar, dass man primär einmal das derzeit aktuelle Niedrigstangebot als Feindbild vor Augen hat, ist es doch Ausgangspunkt der Preisdrückerei.

Name: theres antwortet um 20-09-2005 07:03 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Hallo stb,
das Problem der Landwirtschaft ist, dass die Schere zwischen den Kosten und den Erlösen immer weiter auseinander geht.
Der steigende Energiepreis wird Dünger, Pflanzenschutz und Diesel in stärkerem Ausmaß verteuern und wie sich Getreide und Milch dazu verhält-
das werden wir sehen.
Bisher konnten wir über Mehrproduktion immer wieder Kostensenkungen auffangen- ob uns das in Zukunft auch noch gelingen wird?
Ich habe vor ein paar Tagen eine Marktprognose für Dünger gelesen,
Stickstoff soll um ca. 7 Euro /t teurer werden, Phosphor und Kali ist ebenfalls im Steigen begriffen.
Über Diesel brauchen wir gar nicht mehr zu reden.
Es scheint so zu sein, dass Dünger inzwischen international gehandelt wird, ebenso wie Getreide, Öl,
wie das die Landwirtschaft schultern soll, das interessiert mich immer mehr.
Wir sehen momentan die Gesetze des Makrtes-
Angebot und Nachfrage- sehr klar,
alles was die Landwirtschaft zum Produzieren braucht-
Energie, Mineraldünger, Pachtflächen, sind knapp und teuer-
dafür ist der Weizen so billig- weil er angeblich zuviel am Markt ist.
Selbst den alten Eisenschrott bekommen wir inzwischen reissend los,
weil Eisen auch knapp ist.
Da fängt frau sich manchmal zu fragen an-
was nützt uns unser Fleiss????????
frdl. Gr.
regi

Name: stb antwortet um 20-09-2005 08:34 auf diesen Beitrag nach oben
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Hallo regi,

du stellst eine sehr gute Frage: "Was nützt uns unser Fleiss ?"

Ich würde als Ultrakurzzusammenfassung sagen: "Gar nichts !"

Im Detail ist das ganze schon ein bisschen zynischer: Der einzelne Landwirt ist von steigenden Einkaufspreisen und stagnierenden Einnahmen betroffen. Durchaus eine sinnvolle Einzelstrategie ist es, Ausgleich zu suchen indem die Produktion erhöht wird und Anstrengung und Fleiss gesteigert werden.
Das Pech liegt nun darin, dass leider viele Landwirte eine solche Strategie betreiben und nach denen die aufhören, die besonders fleissigen übrig bleiben, wodurch die Gesamtheit der Bauern massive Überschüsse produziert, die wiederum verdammt negative Auswirkungen auf den Preis haben. Im Endeffekt bringt daher das gleichgeschaltete Verhalten der Bauergesamtheit, jeden einzelnen um die Früchte seiner Arbeit, was zu vielerlei Frustration führt.

Der eine schlägt seine Frau, weil irgendwo muss das viele Geld ja geblieben sein, das durch seinen Fleiss erarbeitet wurde.

Der andere nörgelt am Hofnachfolger herum, weil der zuwenig mithilft, weshalb der Erfolg ausbleibt.

Andere jammern über die Politik und die EU und die Konsumenten und den Handel.

Viele haben schon und werden noch das Handtuch werfen.

Und immer wird eines war bleiben: Bauer sein ist im Prinzip ein schöner Beruf, aber nur von der Liebe allein kann man auf Dauer nicht leben.

Name: theres antwortet um 20-09-2005 10:12 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Hallo stb,
hab mir aus deinem Beitrag diesen Satz hereinkopiert.

Und immer wird eines war bleiben: Bauer sein ist im Prinzip ein schöner Beruf, aber nur von der Liebe allein kann man auf Dauer nicht leben.

Sehe ich auch so, ist wie bei einer Liebesbeziehung:-)),
man kann auch nicht auf Dauer diesen Zustand erhalten,
aber wenn ein gutes Gefühl einer Zusammengehörigkeit bleibt,
wenn die freundschaftlichen Gefühle erhalten bleiben, dann ist es nicht schlecht um diese Beziehung bestellt :-)))
Das Problem in der Landwirtschaft sehe ich in der Vereinzelung,
jeder schuftet auf dem Hof in der Regel mit der Familie dahin-
und versucht sein Bestes.
Da über Probleme nicht gesprochen wird, meint jeder, dass nur er diese Probleme hätte und merkt nicht, dass andere mit den ganz gleichen oder ählichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Es ist viel einfacher, einen Sündenbock zu haben,
der Frau zu zeigen, wer der Herr im Hause ist,
den Junior zusammen zu stauchen, weil er wieder viel zu wenig gemacht hat,
oder auf die Politik und die EU zu schimpfen,
als sich selbst auf den mühevollen Weg zu machen,
um ein bisschen genauer zu schauen und quer zu denken.
Es kostet sehr viel Kraft und Energie und man steht ganz schnell draussen,
gehört nicht mehr dazu-
aber nur in der Auseinandersetzung mit sich selbst kommt man weiter.
Und das interessante, mit dieser Auseinandersetzung wächst die Einsicht, dass ein ehrlicher Umgang miteinander sehr viele Probleme lösen könnte.
Der Weg zur Quelle führt immer gegen den Strom.
frdl. Gr.
regi


Name: helmar antwortet um 20-09-2005 12:20 auf diesen Beitrag nach oben

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Liebe Theres!
Du hast mir aus der Seele gesprochen. Ich erlebe in meinem Freundeskreis derzeit eine persönliche Katastrophe welche ihre Wurzeln im "Bauer(nhof) über alles" hat......und man kann eigentlich nicht viel helfen
da raus zu kommen....und wenn ich ehrlich bin dann bin ich sehr dankbar einen Menschen von "draußen" liebengelernt zu haben, auch wenn wir es damals sehr schwer, eben wegen oben, gehabt haben. Bei aller Liebe zu meinem Beruf, durch eigene Arbeit außerhalb der Landwirtschaft und den Erfahrungen dabei habe ich gelernt eben aus den Gegebenheiten das Beste zu machen, zumindest für mich. Und weil ich mit mir selber klarkomme haben auch meine beiden Lieben mit mir wenig Probleme.
Mfg, helmar

Name: stb antwortet um 21-09-2005 09:00 auf diesen Beitrag nach oben
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Liebe regi,

du schreibst es ist "einfacher" einen Sündenbock etc. zu haben und stellst dem einen anderen mühevolleren Weg gegenüber.

Dazu muss man sagen, es ist keineswegs einfacher wegen nicht erkannter externer Ursachen zB Familienprobleme zu haben. Letztendlich ist der mühevolle Weg, nämlich Dingen auf den Grund zu gehen und das Übel an der Wurzel zu packen, der einfachere Weg.

Es funkioniert blendend aus nicht erkannten betrieblichen Problemen massive menschliche, psychische Probleme entstehen zu lassen.
Der ideale, fleissige Bauer nach aussen, der die Fassade um jeden Preis aufrecht erhält und sich nicht zuletzt selbst belügt. Aus völlig unerklärlicher Ursache hat er kein Geld. Insgesamt ein idealer Nährboden für menschliche Tragödien.

In diesem Sinne ist der einfache Weg ein besonders mühevoller Weg, aber das ist ohnehin nichts anderes als eine andere Beschreibung der Ergebnisse Deines Beitrages.

mfg

Name: theres antwortet um 21-09-2005 12:35 auf diesen Beitrag nach oben
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die Bauern brauchen einem nicht leidtun
Hallo stb,
ich sehe es ein wenig anders, aber jeder sieht die Welt durch seine Brille ;.))).
Mir fällt auf, dass es in der Landwirtschaft 2 Sichtweisen gibt,
die offizielle Darstellung, knappe Kasse, wenig Gewinn,
und die andere, dass das nur die anderen trifft.
Steht frau in einer Veranstaltung selbst auf und fängt nachzubohren an,
wie sich manche Referenten die Zukunft der Landwirtschaft vorstellen,
dann kommt ganz klar hervor, dass die guten Betriebe ihren Weg gehen- 20 % haben nach einer Studie eine Zukunft-
der Rest kommt in den Papierschredder-
und niemand steht auf- und kritisiert diese Sichtweise-
frau kann sich höchstens anhören,
wenn sie zu faul und zu blöd sei, in diesem Beruf beste Erghebnisse zu erzielen, dann sie sie eben nicht genug qualifiziert.
Dass es eng wird, ist nur unter der Hand zu hören.
frdl. Gr.
regi

Name: stb antwortet um 21-09-2005 15:10 auf diesen Beitrag nach oben
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Hallo regi,
ich glaube ich habe Dich nicht ganz verstanden.
Kannst Du bitte erklären, was die eine und was die andere Sichtweise ist.

Was ich bislang verstanden habe ist, dass Du es als unangenehm empfindest bei Veranstaltungen mit kritischen Fragen blöd hingestellt zu werden, obwohl dir die Fragen ein echtes Anliegen sind.

Ich sehe Vorträge eher so: Das sind Leute die meist viel wissen über einen bestimmten Bereich. Aber die Leute sind nicht allwissend, zum Teil selbstverliebt in ihr Wissensgebiet. Das macht aber nichts, sofern man sich keine Generallösung aller Probleme erwartet. Gut ist wenn man ein paar Dinge, auch wenn es nur "Kleinigkeiten" sind für zu Hause mitnehmen kann.

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