Tagebuch
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Welche ist nun die bessere Bäuerin? Hallo constantin, dein Text hat in meiner Tochter gleich eine Gegenreaktion ausgelöst, sie schreib einen Text- über den Bauern. Sie wollte nicht, dass ich ihn hier veröffentliche, aber sie gab mir einen Rat an die hier mitschreibenden Männer, die meisten Bauern haben ein sehr grosses fachliches Wissen, sind fleissig, pflichtbewusst, handwerklich geschickt und stehen mitten im Leben. Beide Töchter sind mit ihren Partnern sehr zufrieden, aber beide bemängeln einen Mangel: es fehlt oft das Einfühlungsvermögen in die Denkweise einer Frau, die Sensibilität dafür, dass Frauen anders denken, handeln und fühlen. Und beide haben einen grossen Knackpunkt angesprochen, der in deren Beziehungen oftmals zu Konflikten führt: Alle Probleme mit den Kopf lösen zu wollen, Landwirtschaft und vor allem Landwirte brauchen nach ihrer Meinung viel mehr Gespür und Herz- aber das wird sofort verworfen, weil man doch rechnen müsse und solche Sentimentalitäten sich keiner mehr leisten könne. Beide Töchter haben einen Beruf erlernt, beide haben z. B. Kochen als Hobby, also sind sie landläufig altmodisch, jede hat einen Viehzeugstick, Hühner und diveres Kleinvieh gehört für sie dazu, beide haben schon seit ewiger Zeit ihr Herz an Pferde verloren, was dazu führt, dass solche Tiere auf den Höfen stehen. Kann man überhaupt diese Frage nach der besseren Bäuerin stellen? Ich könnte sie niemals beantworten, wichtig ist, sich selbst überhaupt klar zu sein, was man von seinem Leben erwartet, welche Ziele und Träume man oder frau hat. Ich war früher vermutlich eine moderne Bäuerin, heute bin ich eine sehr altmodische Bäuerin geworden, es macht mir einfach grossen Spass- Brot selbst zu backen, oder z. B. die Kartoffeln für die Schweine zu kochen :-) denn der zu erwartende Schinken ist nicht zu verachten. Ich fahre mit dem Schlepper und wenn draussen viel zu tun ist, dann mache ich den Stall alleine, mir macht die Arbeit auf dem Hof unheimlich viel Freude- es sind tagtäglich so viele Herausforderungen zu bestehen. Und scheinbar hat sich diese Lust auf Landwirtschaft vererbt. Es gibt bestimmt auch manches, dass mich nervt oder frustet, aber soweit möglich, versuche ich - die kleinen Dinge, die ich auf unserem Hof ändern kann, zu ändern. Wo ich unseren Töchtern recht gebe, in der Landwirtschaft fehlt ein bisserl die Seele, das Herz für das uns anvertraute Leben, es wird zuviel gerechnet und zu wenig gefühlt. Und ich kann es nicht mehr hören, dass nur der Verstand benutzt werden soll, denn ich kann auch rechnen und denken, aber das ist für diesen Beruf zu wenig. Die bessere Bäuerin gibt es nicht, sondern nur 2 Menschen, die sich so gut wie möglich ergänzen sollen. Ausbildung, Autofahren und vieles andere kann über Schule gelernt werden, aber das wichtigste im Leben, mit einem Partner gut das Leben meistern zu können, wird dem Quentchen Glück oder dem Zufall überlassen. Scheinbar sind wir alle Naturtalente :-))))) herzl. Gr. regi
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