Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher

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Name: walterst 19-08-2005 12:48 nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
Liebe Forumsteilnehmer!

Ab heute bietet EDEKA/Magnet in den Märkten Bauer-Fruchtjoghurt um 9 Cent statt 29 Cent je Becher an. Kilopreis 60 Cent.

Ich ersuche die Nicht-IG-Mitglieder um konstruktive Vorschläge, wie dieses Problem zu lösen ist.

Ich als IG-Mitglied rufe jetzt beim ORF an und tue meine Empörung kund.
dann ein paar Leserbriefe. Und morgen kaufe ich einen Markt leer. Mehr kann ich nicht und mehr verstehe ich nicht von der Materie um solche Aktionen abzuwürgen.

Alle, die mit der Situation besser umgehen können als die IG-Milch, mögen Ihre Rezepte hier anbieten und auch rasch durchführen.

Danke!

Walter

Name: stb antwortet um 19-08-2005 14:54 auf diesen Beitrag nach oben
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> Man sollte meiner Meinung nach auch den Lieferanten von Bauer die Aktionen mitteilen, damit Sie wissen zu welchem Zweck Bauer Ihren Milchpreis drückt.

Aber es ist ja ein altes Spiel: Die Molkereien lassen Sich im Preis drücken, weil Sie den Druck ohnehin nur weitergeben brauchen und zwar an die Bauern, wo es immer noch genug gibt, die sich solche Sachen gefallen lassen und damit sozusagen das "Saatbeet" bereiten für Preismaßnahmen.


Name: Kathi antwortet um 19-08-2005 15:06 auf diesen Beitrag nach oben

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>Hallo Walter,

Ich möchte Dich morgen beim "Einkaufen" unterstützen. Da es in unserer Gegend aber keine Edeka/Magnet Märkte gibt, kannst Du bitte durchgeben wo und in welchen Märkten die Aktion läuft und wo man vielleicht den einen oder anderen Miteinkäufer treffen kann.

Kathi


Name: sanBenedetto antwortet um 19-08-2005 17:17 auf diesen Beitrag nach oben
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Lasst sie doch dieses blöde Joghurt um 9 Cent verkaufen......

Wo ist denn da bitte das Problem?

Name: theres antwortet um 19-08-2005 17:26 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Wäre es nicht sinnvoller, diese Geschäfte grossräumig zu meiden.
Den Joghurt herauszukaufen, was nützt das, die meisten Verbraucher nehmen den billigen Joghurt mit, aber die Wägen werden doch mit vielen anderen Waren aufgefüllt.
Solche Geschäfte bekommen von mir keinen Cent mehr, ich befinde mich im Verbraucherstreik.
Solche Herauskaufaktionen sind doch billige Werbung für den LEH,
und bringen der Landwirtschaft so gut wie gar nichts.
Aber bei der Überlegung, die Milch etwas knapper zu halten,
da ist man dann wieder alleine.
frdl. Gr.
regi

Name: walterst antwortet um 19-08-2005 18:08 auf diesen Beitrag nach oben
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> An tch:

Weil die Aktionen und Tätigkeiten der IG immer "ausreichend" kritisiert werden, hätte ich ganz einfach gerne gewußt, wie man es besser machen kann?
Ich bin in meinem Alter noch lernfähig!

Also tch! Was ist zu tun? Was gedenkst Du zu tun?

Übrigens: Wenn solche Aktionen jetzt wieder durchgehen, Joghurt zum Preis von Schweinefutter, dann können wir die Mindestverkaufspreise für Milch Butter usw. wie sie jetzt eingehalten werden auch wieder vergessen. Dann viel Spaß mit den nächsten Milchgeldabrechnungen!

Die Aktionen finden zumindest in den Märkten Judenburg, Weiz, Hartberg und im Burgenland statt, weiss ich jetzt nicht alle auswendig.

Walter


Name: Kathi antwortet um 19-08-2005 18:24 auf diesen Beitrag nach oben

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> Hallo Regi,

Ich bin der Meinung, dass es dem Geschäft völlig wurscht ist ob ich oder du dort nicht mehr hin einkaufen gehen. Es ist aber was anderes, durch eine gezielte Einkaufsaktion negative Schlagzeilen zu machen ....

@Walter: Ich hoffe es gibt bis morgen früh genauere Infos wo was stattfindet auf der IG-Homepage.

Kathi



Name: walterst antwortet um 19-08-2005 19:08 auf diesen Beitrag nach oben
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> Die IG-Milch kann nur dort konkret etwas machen, wo es auch Mitglieder oder zumindest Sympathisanten gibt.
Das ist zumindest im Raum Judenburg noch nicht so ausgeprägt. Deswegen wird es morgen noch nichts organisiertes geben.
Die Werbung der Handelkette ist erst heute ins Haus gekommen und die Schleuderaktion geht auch nächste Woche. Ich weiss noch nicht, ob der ORF auf das Thema aufspringen wird, und wie sich die Bauern in der Nähe der Edeka/Magnet-Filialen verhalten werden.
Morgen habe ich nur alleine etwas vor, ich bin den ganzen Tag über bei einem Tag der offenen Stalltür verpflichtet...

Wie wäre es, wenn jeder seinen nächsten Kammerrat, Molkereifunktionär usw. auf das Thema ansprechen würde?


Name: franzlbauer antwortet um 19-08-2005 19:20 auf diesen Beitrag nach oben
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Wer seien Unmut kund tun will kann das unter folgender Adresse tun.

einkauf-info@adeg.at



Name: rika28 antwortet um 19-08-2005 20:11 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Hallo Kathi
Willst Du einen Einkaufstourismus starten?
So viel sparen wie bei diesem Joghurt kannst Du sicher lange nicht mehr.
fg Rika

Name: Kathi antwortet um 19-08-2005 20:26 auf diesen Beitrag nach oben

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>
Nein - kein Einkaufstourismus - möcht nur wissen wie blöd die Kassiererin aus der Wäsche guckt, wenn zum zehnten Mal hintereinander einer einen Becher Joghurt (9 !!!!! Cent) mit einen Hunderter zahlt. - Innerhalb kürzerster Zeit ist die Kassa lahm gelegt.

Bei 9 Cent den Becher Joghurt könnte man sich eigentlich auch überlegen, das Schweinefutter für die nächsten paar Tage zu besorgen - kommt glaube ich billiger als jedes Futtersackl im Lagerhaus !!

Kathi

Name: ede_1 antwortet um 19-08-2005 20:55 auf diesen Beitrag nach oben
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> du kathi
überleg doch mal wie blöd du gucken würdest, wenns dir bäuerin so ginge wie der kassirerin........warscheinlich nur geringfügig beschäftigt, oftmals nach hause geschickt oder unverhofft ihn die arbeit gerufen wenn grad mehr leute kommen, überstunden "vergessen",nicht wissen ob du nächsten monat noch arbeit hast ...diese liste liese sich lang fortsetzen.........ich möchte keineswegs diese schleuderaktion gut heissen, doch hilft es in punkto zufriedenheit auch ein bisschen über den tellerrand in andere berufe zu gucken, da relativieren sich die eigenen probleme in der milchviehhaltung schnell
mfg
ede



Name: Kathi antwortet um 19-08-2005 21:26 auf diesen Beitrag nach oben

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>
Danke ede - bin jahrelang selber an der Kassa gesessen. Da erlebt man so einiges,da wäre sowas harmlos gewesen ;-)

Aber, da wären wir bei der ursprünglichen Frage von Walter, welche Möglichkeiten haben wir Bauern sonst noch, uns gegen solche Schleuderaktionen zu wehren.
Oder sollen wir es hinnehmen: "Meingott das ist halt so - da kann man nichts machen ??" - Was wird dann wohl als nächsters verschleudert ?

Bier wird teuerer - wegen den hohen Transportkosten (die Gerste kann´s ja nicht sein) - da wird´s ganz klar an den Kunden abgewälzt, bei Schokolade war´s vor kurzen das Gleiche (haben wir hier ja auch diskutiert), der Sprit wird schon lange teurer - kenne aber kaum einen der auf sein Auto verzichtet (ich auch nicht).
Ich habe aber auch noch bei keinen anderen Produkten als bei den Lebensmitteln gesehen, dass sich die Anbieter gegenseitig unterbieten und sogar unter die Produtkionskosten gehen (bei 9 Cent fürs Joghurt kann auch der Transport, Verpackung etc. nicht gedeckt sein, geschweige denn die Kosten für das Rohprodukt MILCH)

Kathi

Kathi

Name: theres antwortet um 19-08-2005 21:48 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> Hallo Kathi,
früher habe ich bei solchen Aktionen auch mitgemacht,
inzwischen bin ich dafür nicht mehr zu haben.
Weil gerade Joghurt so verschleudert wird, regen sich ein paar Bauern auf,
aber wenn andere Produkte so billig angeboten werden,
dann wird eingekauft.
Es mag sein, dass es den Handelsketten egal ist,
ob ich bei ihnen einkaufe oder nicht,
aber mir es es nicht egal, wo ich mein Geld hintrage.
Wir Bauern sind genauso gut auch Verbraucher und wir haben alle Verwandte und Bekannte.
Solange jeder nur nach den billigsten Schnäppchen greift-
brauchen wir uns nicht darüber beklagen, dass das von Seiten des Handels ausgenützt wird.
frdl. Gr.
regi


Name: Arbeiter antwortet um 20-08-2005 07:05 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
Der Kathi möcht ich nur sagen, ich war ein Dierektkäufer am Bauerhof, nur die Aussagen von den Bauerleut ließen mich nacchdecken. Ich wechselte zweimal den Bauernladen dann wurde mir das zu blöd. Ein Beispielle gefählig.
Ich kauf beim H... das ist alles viel billiger. Auf meine Frage, wie der Hersteller davon leben kann war die Antwort sinngemäß: Über das mach ich mir keine Sorgen.
Oder eben die Aussage, die Kassierin wird blöd schauen, nur die Kassierin macht nicht den Preis, nur kann die Kassierin ihre Erlebnis an ander weiter sagen.
Wenn ein Staubsager 35 euro kosten kann dann darf auch das Joghurt mal kurze Zeit 9 cent kosten, hauptsache es steigert den Absatz.
mfg Arbeiter

Name: rika28 antwortet um 20-08-2005 07:54 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Hallo Arbeiter
Ich kann Dir nur beipflichten!
Zum Ausgleich könnte das Lagerhaus eine Diesel - Schleuderaktion starten. Den Protest der Ölscheichs müsste man halt ignorieren.
Mfg Rika


Name: Kathi antwortet um 20-08-2005 07:58 auf diesen Beitrag nach oben

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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> Guten morgen

Vielleicht habe ich mich gestern mit der Kassiererin falsch ausgedrückt - mir geht es darum, dass solchen Geschäften mitgeteilt wird - so nicht !!

Das bei diesen Fleischschleuderaktionen nicht schon längst etwas gemacht wird wundert mich total - aber anscheinden ist es ja drin ?? - Denn das ist das was die Konsumenten glauben - das das bisjetzt in der Spanne drinnen war, dass die Konsumenten die ganze Zeit geschröpft werden und es dadurch eh allen "rosig" geht.

Freunde ist Euch aufgefallen wir diskutieren hier, dass Fruchtjoghurt um 9 Cent verkauft wird - das sind auf die alte Währung umgerechnet: 1 Schilling und 23 Groschen !!!

Kathi



Name: theres antwortet um 20-08-2005 10:18 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> Hallo Kathi,
kaufen die Bauern nicht auch Joghurt?
Was ist mit den anderen Billigangeboten, demonstrieren andere Branchen auch- sie werden genauso an die Wand gedrückt.
Solange wir schön brav viel zu viel Milch produzieren-
können wir so billig einkaufen.
Würden die Billigangebote nicht massenweise Verbraucher in die Läden ziehen, die ausser dem Lockangebot nicht noch einen ganzen Wagen aus den Laden rausfahren würden-
wäre es ganz schnell vorbei mit solchen Aktionen.
Einmal ist es die Butter, dann der Joghurt-
die Verbraucher werden dazu erzogen, dass Lebensmittel immer billiger zu haben sind-
aber wo kaufen die Bauern ein????????????
frdl. Gr.
regi


Name: Kathi antwortet um 20-08-2005 11:17 auf diesen Beitrag nach oben

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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
>
Hallo Regi,

Ich kann nicht sagen wo die Bauern einkaufen - ich kann dir sagen wo ich einkaufe. Das meiste Fleisch kaufe ich bei den umliegenden Bauern ein. Wurst und Käse meist im Großpak im Supermarkt, mit österreichischer Herkunft und NICHT zu Schleuderpreisen. Natürlich schaue ich auch auf den Preis, manche Produkte kaufe ich auch gerne beim Hofer - einzelne, ausgesuchte Artikel, die ich wo anders zu der Qualität nicht bekomme. Milch, Joghurt und Butter mache ich mir selbst.

Zum Thema Lockartikel bei anderen Produktgruppen: Bier wird wieder teuerer obwoh der Bierverbrauch dieses Jahr rückgängig war - wurde zumindest so in den Medien gebracht. - Also dier Bierprodutkion wird nicht gedrosselt, die erhöhten Kosten werden an den Konsumenten weitergegeben. Es gibt in vers. Supermärkten Aktionen, die Preise sind aber im großen und ganzen gleich und eine Kiste Bier wird nicht um z.B. 5 Euro verschleudert (ich rede hier von trinkbaren Sorten).

Anderes Beispiel Waschpulver. Es gibt immer irgendwo eine Aktion, aber die normale Packung der Sorte (die mit der besten Waschkraft) habe ich noch nie unter 6 € gekauft.

Also Regi - wo kaufst Du ein ?
- wobei ist das damit der Freibrief für die Supermärkte und Molkereien unsere hochwertigen Prodkte zu verschleudern ? Nur weil auch die Bauern einkaufen gehen müssen ?

Kathi


Name: theres antwortet um 20-08-2005 11:44 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> Hallo Kathi,
mir geht dieses Verschleudern von Lebensmitteln genauso gegen die Hutschnur.
Dass wir diejenigen sind, die die höheren Gestehtungskosten nicht weitergeben können, ärgert mich ebenfalls.
Weil da so einiges an Frust zusammengekommen ist,
habe ich versucht, die Nahrungsmittel, die wir auf dem Betrieb haben,
Milch, Fleisch, Getreide, für den Eigenbedarf zu veredeln.
In unserem Ort gibt es noch ein kleines Geschäft- im Sinne eines Tante Emma Ladens, Gemüse und Obst, das wir nicht selbst haben, kommt von einem in der Nachbarschaft liegenden Direktvermarkter,
ebenso die Getreidesorten, die wir nicht selbst anbauen.
Weil mich die Verkaufsstrategie von den Discountern so ärgert,
kaufen wir dort nicht ein.
Ich weiß selbst, dass wegen unseres Einkaufsverhaltens sich vermutlich nichts ändern wird,
aber ich habe wenigstens für mich das Gefühl, dass ich noch selbst entscheide, wohin unser Geld fliesst.
Vor ein paar Tagen wr ein Zeitungsartikel, dass die Verbraucher zunehmend die Lust an den Massenwaren verlieren, dass im LEH die Gewinne zurückgehen,
jetzt wird halt mit aller Gewalt versucht, Kunden in die Läden zu locken.
Ob wir mit Herauskaufaktionen dem Otto-Normal-Kunden bekehren können, dass er heimische Produkte kaufen soll, die preiswürdig sind,
das bezweifle ich,
aber wir müssen klar machen, dass mit solchen Preisen in Zukunft die Milchprodukte aus dem Ausland kommen werden müssen, weil wir zu solchen Preisen nicht erzeugen können.
Lebensmittel mögen vielleicht aus aller Herren Länder hergekarrt werden können- bei den derzeitigen Energiepreisen mag es schon ganz bald anders aussehen,
aber ein lebenswertes Umfeld, intakte ländl. Räume, Arbeitsplätze werden beim 9 cent Joghurt nicht zu erhalten sein.
Diese Überzeugungsarbeit müssen wir selbst leisten,
die Supermärkte haben wenig bis kein Interesse an gerechten Preisen.
frdl. Gr.
regi



Name: Farmer1 antwortet um 20-08-2005 14:35 auf diesen Beitrag nach oben
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> An die IG-Milch-Gemeinde!

Ich finde grundsätzlich die IG-Milch gut, nur mal ehrlich sein, wirklich viel Erfolg haben Sie in meinen Augen noch nicht gehabt. Ich bin auch noch nicht Mitglied, weil die IG für mich bis jetzt noch keine Strategie gefunden hat, wirklich den Milchpreis zu verbessern. Ich hab eher das Gefürhl die IG gleitet ab so wie es bei vielen anderen politischen Gremien halt auch passiert ist!
Die IG hat sich gut angelaufen und die Handelsketten sind ja auch einwenig auf die Forderungen der Bauern eingegangen - warum wohl - nur aus Eigennutzen zur Werbung - schaut ja gut aus wenn etwas für die Bauern getan wird. Nur als die IG etwas zu "frech" (das meine ich im positiven Sinn) wurde, sind Ihr auch schon die Grenzen gesetzt worden und die Handeslketten zeigten wer der Herr ist - somit hat für mich die IG schon verloren und wurde schon gefügig gemacht und in Grenzen gewiesen!
Ich bin der erste der dabei wäre, würde die IG es schaffen die Milchmenge am Markt wirklich zu verringern (10% weniger Milch am Markt in Österreich würden die Molkerein schon zum umdenken bringen)!
Warum denkt die IG nicht darüber nach die Milch ihrer Mitglieder selbst zu handlen - erst wenn sie viel Milch unter ihrer Kontrolle hat - d.h. sie kann sie den Molkerein anbieten, würde der Druck vom Bauern genommen und auf die Verarbeitungsbetriebe übergehen. (Ich habe noch keine Schlosserei gesehen die die dem Stahliefereanten sagt wieviel er für den Rohstoff Stahl bekommt,....) Dann müssten die Produkte neu kalkuliert werden und so die Preise gehoben. Ich glaube dass die enge Bindung von Molkerei und Landwirt (Lieferverein bzw. Genossenschaft) einfach veraltet und überhohlt sind - wir müssen gleichwertige Partner werden!

Warum können Tankstellen in ganz Österreich ihre Preise eigentlich gleichmäßig gestalten - und die Milchverarbeiter (VÖM) kann das nicht?? Ich glaube die haben keine Druck von unten - es ist ja leichter den Druck nach unten weiter zu geben!

Ob meine Gedanken richtig od. falsch sind, kann ich auch nicht behaupten, es ist nur meine Meinung und darüber kann diskutiert werden!

lg aus Salzburg
Farmer


Name: walterst antwortet um 20-08-2005 17:54 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Servus Farmer!

Mit Deinen Gedanken bist Du ganz richtig!
Und die Überlegung der IG-Milch, die Milch der Mitglieder selbst zu handeln, gibt es ja, aber bis zur Umsetzung ist ein weiter Weg!

Warum die VÖM es nicht schafft, oder es schaffen will, gegenüber dem Handel gut aufzutreten, kannst Du ja mal den Geschäftsführer aus Deiner Gegend fragen!

Walter

Name: stb antwortet um 22-08-2005 09:39 auf diesen Beitrag nach oben
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> Ich denke man sollte Marktmechanismen nicht zu idealistisch sehen.

(Fast) Jeder kassiert gerne etwas mehr und zahlt bei den Ausgaben weniger.

Ich finde es daher völlig normal, dass Bauern beim Hofer einkaufen und trotzdem einen höheren Milchpreis wollen. Mit dem Idealismus selber nicht beim Diskonter einzukaufen und daraus den höheren Milchpreis abzuleiten, kann ich nichts anfangen. Außerdem führt eine schlechte Einkommenslage ja auch dazu, selber nach den billigsten Angeboten zu schauen.

Der Markt funktioniert von der Preisanpassung meist nach dem Gesetz des Stärkeren. Dazu haben bisher die Bauern jedenfalls nicht gehört. Vielfach ist es doch langjährig geübte Praxis der Bauern Selbstausbeutung zu betreiben, nämlich keine Preisanpassungsforderungen zu stellen (man muss da schon zufrieden sein und wer weiss ob die Milch dann noch geholt wird, wenn ich nicht brav die Klappe halte) und sich von der eigenen Genossenschaft drücken zu lassen.
Die Molkereigenossenschaften sind doch ein Zusammenschluss von Bauern, der dazu dient die Milch billig an den Handel zu verramschen und weil dann das Geld nicht reicht (am Markt nicht erwirtschaftbar !) muss die Molkerei leider den Preis senken.

Bauern sein heisst auch Unternehmer sein. Unternehmer sind in der Wirtschaft jene Leute, die selber darauf schauen müssen, dass ihr Einkommen passt, da schaut keine Gewerkschaft darauf. Solange sich die Bauern nicht von ihren Molkereien emanzipieren, wird sich nichts ändern.
Es ändert sich erst etwas, wenn sich Bauern dazu entschliessen ihre Molkerei über die Klinge springen zu lassen. Ich würde es für gut halten, wenn die Lieferanten eine schlecht bezahlende Molkerei abmurksen, indem sie geschlossen die Molkerei wechseln.
Sowas spricht sich auch in Molkereikreisen herum.
Aber ich sehe es mal pessimistisch: Soviele Bauern hat man noch nie zu einer koordinierten Handlungsweise gebracht.

Und noch was: Es ist nicht die Schuld des bösen Konsumenten oder Handels, wenn Joghurt um 9ct verkauft wird. Dazu müssen erst mal Lieferanten gefunden werden.

mfg

PS: Niemand hört auf zu essen, bloss weil Lebensmittel einen fairen Preis kosten !


Name: theres antwortet um 22-08-2005 10:08 auf diesen Beitrag nach oben
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> Hallo stb,
den Konsumenten brauchen wir keine Schuld in die Schuhe zu schieben, die zahlen den Preis, den das Produkt im Geschäft kostet.
Da im LEH ein gnadenloser Wettbewerb und Verdrängungkampf herrscht, muss einer halt immer noch billiger anbieten.
Wegen dem 9 cent Joghurt fährt mit Sicherheit kein Kunde alleine zum Einkaufen, sondern verlässt das Geschäft mit einem gefüllten Wagerl.
Somit hat sich die Strategie ausbezahlt.
Da ich mich über diese Kampfpreise seit Jahren ärgere, kann ich nur meinen Weg wählen, ich kaufe dort nicht mehr ein.
Auch wenn es mir als Milcherzeugerin nichts bringt, so habe ich wenigstens das Gefühl, dass ich dieses System nicht unterstützt habe.
Aber eines fällt auf,
die Energiepreise zeigen uns doch ganz klar,
wird ein wichtiges Produkt knapp, dann steigt der Preis nach oben,
Nahrung ist mir Sicherheit genauso wichtig,
aber solange viel zu viel produziert wird,
können wir nicht mal die emporschnellenden Energiepreise weitergeben, sondern werden im Gegenteil danzu benutzt, um als Preisbrecher da noch etwas aufzufangen.
Aber meine Berufskollegen freiwillig dazu zu bringen,
mit weniger Aufwand weniger zu erzeugen,
den Versuch habe ich inzwischen auch aufgegeben,
jeder wartet, dass der andere dafür was tut um dann diese Menge überliefern zu können.
Solange alle anderen wissen, dass sie mit den Bauern machen können, was sie wollen, wird sich nicht allzuviel ändern, solange die Bauern nur drauf spekulieren, wie sie den anderen schnappen können- bleibt es so wie gehabt.
Um mich nicht mehr drüber zu ärgern,
gibt es in unserem Betrieb 2 Strategien,
die eine ist, diese Preispolitik in den Discountern nicht zu unterstützen,
die andere, sehr genau zu schauen, wie wir den Betrieb über die Runden bringen.
Denn genauso wie uns die Molkereien nur noch die Brosamen rüberreichen,
sind die anderen daran interessiert, dass wir tüchtig und fleissig einkaufen-
da ein nicht verdienter Euro nicht ausgegeben werden kann,
muss eben gespart werden.
Aber das scheint kein Thema in der Landwirtschaft zu sein.
frdl. Gr.
regi



Name: Kathi antwortet um 22-08-2005 10:43 auf diesen Beitrag nach oben

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> Hallo,

Folgendes in den Landwirtschafts-News zu finden:

- EU stockt Neuseeländisches Butterkontigent auf 78.137 t auf
- Milchproduktion in Neuseeland soll wieder steigen - Druck auf Weltmarktpreis steigt dadurchwieder
- Durchschnittlicher Auszahlungsbetrag von Wirtschaftsjahr 2004/05 in Neuseeland: 21 Cent/l Milch

Da frage ich mich schon, was ich als kleiner österreichischer Milchviehbetrieb mit meiner Lieferdisziplin beeinflussen soll ??

Kathi




Name: jacky65 antwortet um 22-08-2005 12:59 auf diesen Beitrag nach oben

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> genau Kathi, hier liegt das Problem:

Österreich erzeugt ca. 2% der EU-milch,
die EU ca. 35% der Weltmilch,

Österreich somit weniger als 0,7% der Weltmilch.
Lieferdisziplin ist richtig und ok, aber was bringt ein alleingang Österreichs von ca. 10% lieferrückgang? eine Entlastung des Weltmilchmarktes von 0,7 Promille. Im Gegenzug hat Neuseeland jedes Jahr mehrere Prozent Erzeugungszuwachs, diese steigern somit ihren Weltmarktanteil enorm und treten brutal als Preisbildner auf.
Als Trinkmilcherzeuger sind sie nicht die große Gefahr, aber als Käseerzeuger können sie die Schiffswege als Reifelager nützen und als fertiges Produkt nach Asien, Europa und Amerika liefern.

Name: stb antwortet um 22-08-2005 15:21 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> Hallo regi,

ich möchte einen Punkt Deiner Aussagen gerne verändern:
Wegen dem 9ct Joghurt fahren die Leute zum XY-Supermarkt und kaufen dann einen vollen Einkaufswagen.
---

Aus Sicht des Handels ist ja das Joghurt der Lockartikel der den Kunden bringt, dem man dann noch Red Bull, Kinderüberraschungseier, Fertigmenüs etc. verkauft.

Diese Vorgangsweise wäre mir ja noch egal, wenn der Handel das Joghurt bewusst verbilligt. Aber wenn schon, dann bitte auf seine Kosten (Handel) und nicht dann die Molkerei herpressen, die dann den Druck auf die Bauern ausübt.

Und harter Preiskampf im Handel gut und schön, die müssen sich gegenseitig unterbieten, auch OK, aber dem Lieferanten der diese Preisschlachten erst ermöglicht braucht es auch dazu !

Der Druck von den Bauern auf die Molkereien, das Aufzeigen von wirklichen Grenzen, das ist es was mir fehlt und zwar bei Milch, Fleisch, Getreide.

Wer selber nicht in der Lage ist Druck auszuüben, der wird gedrückt und irgendwann zerdrückt.


Name: ede_1 antwortet um 22-08-2005 19:23 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> der Preis von 9 Cent je Becher ist natürlich ein reiner Lockpreis und hat mit betriebswirtschaftlicher Kalkulation nichts zu tun. Der MIlcherzeugerpreis in der EU ist fast ausschliesslich geprägt durch eine Überproduktion von etwas über 10 Prozent im Schnitt-mal mehr, mal weniger.......da gibts nur 2 Möglichkeiten :Produktion runter und Absatz rauf. Der Milchabsatz steigt ohnedies kontinuierlich an und in Zukunft durch die sich stark erhöhende Kaufkraft der Ostländer wahrscheinlich noch mehr---Sorgenkind sind also die Überproduktion, welche ja offensichtlich durch die neuerliche Quotenaufstockung gewollt ist.
Wodurch wird aber diese Überproduktion erreicht :hauptsächlich durch Importeiweissfutter(viel Gensoja) aus Übersee. Eiweissfutterimportanteil in derEU :70 !! Prozent....und wer setzt (noch) grosse MengenSoja in der Ration ein ?? unsere Topherzeigebetriebe mit Stalldurchschnitten um die 10000 Kg--- ich finde es ist an der Zeit , diese Praktiken und deren Folgen mal kritischer zu hinterfragen. Allerdings eines muss auch klar sein :ein österr. Alleingang in Richtung vernünftiger "Kuhernährung "macht keinen Sinn, zumal die gesamtösterreichischen Stalldurchschnitte eher bescheiden sind



Name: theres antwortet um 22-08-2005 19:59 auf diesen Beitrag nach oben
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Fruchtjoghurt um 9 Cent je Becher
> Den Absatz zu steigern,
eine gute Idee.
Es gibt ja wahrlich sehr viel gutes aus Milch.
Nur würde mich interessieren, wieviel Milch und Milcherzeugnisse durch das viel billigere Sojaeiweiß ersetzt wird, warum in den Joghurts der Anteil an Bindemittel immer zunimmt.
Die gesunde Butter wird immer mehr durch Imitate ersetzt.
So gesehen scheint die Absatzsteigerung von Seiten des Handels eher zugunsten von Margerine und sonstigen pflanzlichen Ersatzstoffen, z. B. Sojadrinks, zu wirken.
Wenn man sich die Zutatenliste durchliest, dann kommen sowieso viele Fragen.
Soja aus Amerika, bei uns werden Flächen stillgelegt,
dar steigende Ölpreis scheint sich in dieser Hinsicht nicht besonders auszuwirken.
Manchmal ist es recht sinnvoll, ganz alleine auf einen Berg zu gehen und dort oben in aller Ruhe über die Landwirtschaft nachzudenken.
Was einem da alles in den Sinn kommt- und was sich alles in Frage stellt.
Herzl. Gr.
Regi


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