Getreidetrocknung, Getreideheizung

Antworten: 14
Name: danny 24-07-2005 12:06
Getreidetrocknung, Getreideheizung
Hallo Leute, ich habe einen Bekannten der eine Maistrocknung mit Heizölleicht betreibt. Aufgrund des hohen Ölpreises sucht er eine Alternative. Hat von euch jemand Erfahrung mit Getreide, Hackschnitzel oder Pellets zur Befeuerung einer Trocknungsanlage?

Weiters möchte ich meine Heizung gegen eine Getreideheizug tauschen
Suche guten Rat! Wie sieht es mit Ascheanfall, Wartung, Ofenreinigung, tatsächlicher Verbrauch gegenüber Heizöl, Lagerraumgröße, Preis,..aus. (ca. 30KW, welche Hersteller sind die Besten)
mfg
Danny

Name: bionicle antwortet um 24-07-2005 23:57 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
>
EINE MILLIARDE MENSCHEN (ver)hungert und ihr wollt Getreide verbrennen????


Name: theres antwortet um 25-07-2005 08:02 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
> Ich gebe zu, dass ich mit der Verbrennung von Getreide auch meine Probleme habe. Mir ist bewusst, dass der Hunger in der Welt ein Verteilungsproblem ist, dass mit dem bei uns produzierten Getreide- Hunger in der Welt nicht bekämpft werden kann.
Aber es ist ein Tabubruch-
Weizen gilt nunmal als Brotgetreide schlechthin-
und in vielen Märchen wird die Verschwendung von Weizen als böses Omen gesehen.
Ich bin nicht abergläubisch, aber der Weizen im Ofen macht mich schon nachdenklich.
Da wird mit viel Energieeinsatz, Diesel, Dünger, Pflanzenschutz Weizen produziert und dann kommt er in den Ofen.
Auf der anderen Seite verfaulen in den Wäldern gewaltige Holzmassen.
Man hat das Gefühl, dass bei den nachwachsenden Energieen bestimmte Richtungen besser gefördert werden, es erscheinen die Richtungen, wo Bauer einen schönen Anteil an andere zahlt- stärker ins Bewusstsein gerückt zu werden.
Vielleicht bin ich nur eine sentimentale Bäuerin von vorgestern, aber ich kann mich noch gut an die Erzählungen meines Vaters erinnern, wo ein Stück Brot noch einen hohen Wert besass.
Eine Getreidetrocknung mit Getreide zu befeuern, irgendwie hört sich das makaber an.
Mag sein, dass ich mit meiner Meinung daneben liege,
aber ich fürchte, dass mit dem Verheizen von Getreide die Türen aufgemacht werden, für noch viel tiefergehende Veränderungen in der Landwirtschaft.
Leider sehe ich keine Lösungen unserer Probleme damit daherkommen, sondern sehr viel neuere und massivere daraus erwachsend.
Wir produzieren so viel auf unseren Flächen, dass der Preis total verfällt um dann mit viel Energieeinsatz Getreide zu produzieren, damit wir es verheizen können.
Irgendwie fehlt mir die Logik.
Kommt mir genauso daneben vor, wie Tiermehl herzustellen, um es dann zu verbrennen.
Ich glaube, ich werde alt, weil ich vieles nicht mehr verstehe.
frdl. Gr.
regi



Name: JOHAB antwortet um 25-07-2005 11:27 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
> Die Idee mit landwirtschaftlicher Biomasse Trockungsanlagen zu betreiben ist durchaus interessant, jedoch ich kenne viele Getreideheizungen und möchte dazu nur sagen, dass bei Hackgutanlagen die mit Getreide betrieben werden der Anlagenwirkungsgrad stark sinken kann und die Emissionswerte auch schlechter sind, bzw. ist eventuell mit einer verkürzten Lebensdauer zu rechnen.
Getreide heizen ist nur dann wirtschaftlich wenn große Wärmemengen benötigt werden , die Anlagenkosten niedrig sind und das Getreide günstig beschafft werden kann - sprich Abfallgetreide. Ansonsten ist es wirtschaftlicher günstiges Hackgut zuzukaufen.

Zu den Aussagen, dass Menschen in anderen Gebieten hungern und wir Getreide verheizen muss gesagt werden, dass erstens Brotgetreide zum verheizen gar nicht geeignet ist. Zweitens wenn wir den Getreideüberschuss in die Entwicklungsländer transportieren, dann wird die dortige Landwirtschaft behindert. Drittens ist es nichts negatives wenn Schwachholz im Wald verrottet, da es als Dünger wirkt und es mehr als nur mühselig ist jedem Reisigast nachzulaufen womit es äußerst unwirtschaftlich wird. Selbst bei Starkholz ist der aus der Arbeit resultierende Stundenlohn so gering, sodass es viele Waldbesitzer nicht interessiert im Wald zu arbeiten (traurig aber wahr).

Schlussendlich, das Problem ist nicht, dass Getreide verheizt wird - aus ethisch, moralischen Gründen, wie auch immer, da es im Prinzip auch nur eine Pflanze ist.
Sondern das wirklich schlimme ist, dass Getreide als Nahrungsmittel einen so niedrigen Wert besitzt, dass es wirtschaftlicher ist es zu verheizen und zur Energiegewinnung zu nutzen. Übrigens wenn Getreide als Ganzpflanze vergärt wird und in der Biogasanlage in Energie umgewandelt wird regt sich offenbar niemand auf. Ich kann nur sagen dass die Menschen die sich über das Getreideheizen aufregen offenbar keine Ahnung über die Situation in der heutigen Landwirtschaft haben.


Gruß JOHAB


Name: theres antwortet um 25-07-2005 14:13 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
> Ich komme nicht aus der Stadt, sondern arbeite und lebe schon eine geraume Weile auf einem Vollerwerbsbauernhof.
Dass heute Getreide so billig ist, dass es mehr Geld bringt, wenn es verheizt oder in der Biogasanlage verstromt wird,
das ist scheinbar der Erfolg unseres Fleisses.
Riesige Maissilagemengen und Getreide verschwindet im Energiebereich-
doch bisher habe ich noch nicht mitbekommen, dass sich der Preis für Getreide gebessert hat, beim Mais ebenfalls noch keine Besserung in Sicht.
Wir sind auch am Überlegen, wie wir heuer mit dem Mais umgehen,
bei diesen Energiepreisen ist trocknen ein teuerer Luxus.
Wir werden heuer aller Wahrscheinlichkeit CCM machen und diese Silage an die Kühe füttern,
bei Getreide stellt sich auch die Frage, wie trocknen,
wir sind momentan am Planen, ob eine Trocknung mit Hackschnitzel und Sonnenergie Sinn macht.
Energie vom Acker, kein Problem, aber dann möchte ich nicht zuvor eine Menge Energie in Form von Bodenbearbeitung, Dünger und Pflanzenschutzmittel reinstecken.
Wenn ich manchmal durch die Lande fahre und sehe mit welchen riesigen Gespannen über die Äcker zu Zeiten gefahren wird, wo der Boden eigentlich in Ruhe gelassen werden sollte,
dann frage ich mich immer mehr-
haben wir eigentlich jedes Maß verloren.

Dass es keinen Sinn macht, wenn wir Getreide in Hungerländer fahren, das ist klar, Hunger ist ein Verteilungsproblem.
Aber wenn ich mir vorstelle, welche Mengen von Energie in die Landwirtschaft gesteckt werden, die ja auch nicht zum Nulltarif zu haben sind, dann stellt sich die Frage nach - Input und Output.
Die übrige Gesellschaft hat ein Problem mit dem Verheizen von Weizen,
ich auch, lieber pflanzen wir Energiewald, der wächst und braucht relativ wenig Input.
Wegen Wald, wenn ich nur die letzten 15 Jahre hernehme, wo in den Wäldern Stürme, Borkenkäfer aus den gesunden grünen Wäldern löchrige, zerstörte, gebeutelte Flächen gemacht hat,
dann wird mir manchmal mulmig. Sind doch die Bäume mehr als nur der Luxusort zum Spazierengehen, sondern sie sind für das Klima ganzer Gegenden verantwortlich.
Wenn ich nur sehe, wie lange es dauert, bis aus einem Pflänzchen ein ausgewachsener Baum wird und wie achtlos und wertlos zum Teil mit dem Holz umgegangen werden muss, weil es nichts mehr kostet-
weil nur noch Arbeit damit verbunden ist, ich hoffe, dass es die Wälder wieder schaffen, denn auch unsere Nachkommen brauchen sie - als Klimapuffer, als Wasserreserve und als Holz.
Aber lieber lässt man draussen das Holz verfaulen und verheizt das Getreide.
Naja, ich verstehe halt nichts von der Landwirtschaft.
frdl. Gr.
regi




Name: re-natur antwortet um 25-07-2005 22:12 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
Hallo danny,
ich bin auch dafür, Getreide nicht zu verbrennen.

Ich empfehle dir, eine energetisch angelegte Folientafel, die einfach auf den entsprechenden Heizöltank aufgeklebt wird.

Sie bewirkt - selbstverständlich auch auf rein energetischer Basis - eine Verringerung der durch in Betrieb befindliche Ölheizungsanlagen an die Umwelt abgehenden Schadstoffe. Zusätzlich zu diesem positiven Aspekt tritt gleichzeitig eine Verringerung des Heizölverbrauchs ein.

Da der Wirkungsgrad der Heizungsanlage ansteigt, können noch zusätzlich Kosten gespart werden.

Nähere Information: schwarz@re-natur.at


Name: pepesmeinung antwortet um 26-07-2005 07:48 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
> Habe im Winter den Vortrag eines namhaften Verbrennungstechnikers von der Uni gehört, der hat gemeint, dass es noch lange Dauern wird, bis man Getreide sinnvoll verbrennen kann. Das Problem sind immer die Emmisionen. Deshalb sollte man lieber bei den Hackschnitzeln bleiben, von denen gibt´s auch genug. Selbst wenn ich das Hackgut um € 20 pro srm kaufen würde, ist es immer noch halb so teuer wie das Heizöl leicht!!!!!!!!!!!!


Name: Asterix250 antwortet um 26-07-2005 13:55 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
Hallo!

Also ich hab mir vor einen Jahr überlegt eine Getreide heizung anzuschaffen fürs Wohnhaus.
Der Vorteil liegt auf der Hand bei denn preissen fürs Futtergetreide kann man es verheizen auch. Man verheizt ja keinen Mahlweizen oder noch höhere Qualitäten. Leider sind aber die ofen hersteller noch nicht so weit ... ich wollte mir keinen Exoten nehmen und die bekannten Marken haben keine Garantie drauf wenn man mit Getreide heizt das problem ist das Protein man sollte unter 10 besser sogar noch tiefer sein.
Wegen der schlagebiltung.

Ich würde mit guten gewissen Getreide verheizen auch wenn wo anders Menschen verhungern. Denn das Getreide wär ja da wir wissen ja äh nicht wo hin damit. Ihn der EU werden 10 % Brach gelegt... wenn das alles Energie wäre .... wenn ich mich richtig errinnere sind das 7 Atomkraftwerke!!!!

Aber es ist ein Holzofen geworden ... muss weiter dafür bezahlen damit ich ihn denn Wald gehen darf ein Holz zu machen *gg*

mfg
Hansi


Name: Alois_Franz antwortet um 22-08-2005 19:31 auf diesen Beitrag
Getreidetrocknung, Getreideheizung
>
Für Getreideheizung würde ich den Herz Pelletstar Biocontrol mit 30 kW verwenden, da dieser auch entschlackt! Leider wird beim Verheizen von Getreide die NOX Werte überschritten!



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