Tagebuch
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Getreidetrocknung, Getreideheizung > Ich komme nicht aus der Stadt, sondern arbeite und lebe schon eine geraume Weile auf einem Vollerwerbsbauernhof. Dass heute Getreide so billig ist, dass es mehr Geld bringt, wenn es verheizt oder in der Biogasanlage verstromt wird, das ist scheinbar der Erfolg unseres Fleisses. Riesige Maissilagemengen und Getreide verschwindet im Energiebereich- doch bisher habe ich noch nicht mitbekommen, dass sich der Preis für Getreide gebessert hat, beim Mais ebenfalls noch keine Besserung in Sicht. Wir sind auch am Überlegen, wie wir heuer mit dem Mais umgehen, bei diesen Energiepreisen ist trocknen ein teuerer Luxus. Wir werden heuer aller Wahrscheinlichkeit CCM machen und diese Silage an die Kühe füttern, bei Getreide stellt sich auch die Frage, wie trocknen, wir sind momentan am Planen, ob eine Trocknung mit Hackschnitzel und Sonnenergie Sinn macht. Energie vom Acker, kein Problem, aber dann möchte ich nicht zuvor eine Menge Energie in Form von Bodenbearbeitung, Dünger und Pflanzenschutzmittel reinstecken. Wenn ich manchmal durch die Lande fahre und sehe mit welchen riesigen Gespannen über die Äcker zu Zeiten gefahren wird, wo der Boden eigentlich in Ruhe gelassen werden sollte, dann frage ich mich immer mehr- haben wir eigentlich jedes Maß verloren. Dass es keinen Sinn macht, wenn wir Getreide in Hungerländer fahren, das ist klar, Hunger ist ein Verteilungsproblem. Aber wenn ich mir vorstelle, welche Mengen von Energie in die Landwirtschaft gesteckt werden, die ja auch nicht zum Nulltarif zu haben sind, dann stellt sich die Frage nach - Input und Output. Die übrige Gesellschaft hat ein Problem mit dem Verheizen von Weizen, ich auch, lieber pflanzen wir Energiewald, der wächst und braucht relativ wenig Input. Wegen Wald, wenn ich nur die letzten 15 Jahre hernehme, wo in den Wäldern Stürme, Borkenkäfer aus den gesunden grünen Wäldern löchrige, zerstörte, gebeutelte Flächen gemacht hat, dann wird mir manchmal mulmig. Sind doch die Bäume mehr als nur der Luxusort zum Spazierengehen, sondern sie sind für das Klima ganzer Gegenden verantwortlich. Wenn ich nur sehe, wie lange es dauert, bis aus einem Pflänzchen ein ausgewachsener Baum wird und wie achtlos und wertlos zum Teil mit dem Holz umgegangen werden muss, weil es nichts mehr kostet- weil nur noch Arbeit damit verbunden ist, ich hoffe, dass es die Wälder wieder schaffen, denn auch unsere Nachkommen brauchen sie - als Klimapuffer, als Wasserreserve und als Holz. Aber lieber lässt man draussen das Holz verfaulen und verheizt das Getreide. Naja, ich verstehe halt nichts von der Landwirtschaft. frdl. Gr. regi
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