Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??

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Name: stb 24-05-2005 13:53 nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
Diesen Satz habe ich schon öfter gehört, wenn es darum geht, dass die Molkereien den Milchbauern nicht mehr zahlen können.

Also ich verstehe das irgendwie nicht. Wenn ich Rechnungen zu bezahlen habe für die Landwirtschaft oder privat, hat mich noch nie jemand gefragt, ob ich das Geld auch erwirtschaftet habe.

Ich bin daher der Meinung, dass es grundsätzlich dem Lieferanten zusteht, einen marktkonformen fairen Preis zu bekommen. Ob der Abnehmer genug Geld am Markt erwirtschaftet oder nicht, ist nicht primär Sache des Lieferanten. Außerdem den Gewinn teilt ja auch keiner, warum also den Verlust auf die Bauern abwälzen.

Name: katy antwortet um 25-05-2005 19:26 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
> Dem ist nichts hinzuzufügen BRAVO


Name: suedlicht antwortet um 25-05-2005 19:42 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
Stb, deine Gedankengänge kann ich nicht nachvollziehen! Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis - NICHT "dem Lieferanten steht ein fairer Preis zu"!.
Wie jedes Unternehmen, das auf dem Weltmarkt überleben will, müssen natürlich auch Molkereien kostendeckend wirtschaften und dazu gehört natürlich auch Einkauf von Rohprodukten in bester Qualität zum bestmöglichen Preis! Es ist auch den Molkereien betriebswirtschaftliches Denken zuzustehen.

Name: theres antwortet um 26-05-2005 05:47 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
>
Hallo südlicht,

gilt das nicht genauso für Bauern- sie können auch nur bezahlen, was sie erwirtschaftet haben. In jeder Branche gilt, dass nur ausgezahlt werden kann- was erwirtschaftet-
leider ist´das beim letzten in dieser Kette- scheinbar vergessen worden,
ihm werden hahnbücherne und haarsträubende Rezepturen vorgelegt, um wirtschaftlich überleben zu können.
Die normalen gestrickten Vorschläge haben in eine Zeit gepasst, in der vieles anders war, heute sind sie zum Scheitern verurteilt.
Eigentlich gibts 3 Wege-
das Einkommen zu erhöhen und die Ausgaben zu senken,
wäre der sinnvollste,
aber meist geht ein erhöhtes Einkommen mit erhöhten Ausgaben einher,
der nächtse Weg wäre bei sinkenden Einkommen die Ausgaben zu minimieren-
eben man kann nur das auszahlen, was erwirtschaft wurde-
oder man sucht sich ein weiteres Standbein.
Leider wird nur übersehen, dass ein Tag nicht mehr als 24 Stunden hat.

Zu den Molkereien- sie handeln auch nicht anders, wie überall,
man macht Druck auf die Milch und auf die dort arbeitenden Menschen.
Dies scheint momentan der einzige Weg zu sein, um am Markt bestehen zu können-
leider wird nur etwas übersehen-
das ist die Spirale nach unten-
die Menschen haben weniger Geld- also müssen sie billiger einkaufen,
dabei bleibt die Qualität auf der Strecke, somit verlieren die Produkte auch ihre innere Wertschätzung.
Damit drückt man den Preis weiter nach unten- und alle zahlen die Zeche.
Was nichts kostet - ist auch nichts wert.
Es ist kein Naturgesetz, dass Lebensmittel verramscht werden müssen,
Autos und andere Dinge des Bedarfs können sich im Hochpreissegment auch behaupten.
Es wird nur den Menschen so eingetrichtert, dass geiz eben geil ist-
Sie können es auch nicht mehr hinterfragen,
denn wer hat noch die Möglichkeit- zu vergleichen.
Wer kennt noch wirklichen Geschmack?
Da haut man lieber ein paar Aromen und Geschmacksverstärker ins Essen und handwerkliche Qualität bei den Lebensmitteln bleibt auf der Strecke.
Wir können es Verbrauchern nicht vorschreiben, aber wir selbst als Produzenten sollten wenigstens noch wissen- wie Qualität schmecken kann.
frdl. Gr.
regi


Name: Kathi antwortet um 26-05-2005 16:27 auf diesen Beitrag nach oben

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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
> @ Hans: Ich gehöre nicht zu denen, die sich einen neuen Traktor leisten (können). Aber folgendes Argument rund um Maschinenkauf und neuesten Traktoren:
Ich könnte auch mit meinen alten 486-PC arbeiten, aber Sinn macht der Neue; und wenn ich mir schon einen Neuen kaufen muss, dann einen mit DVD-Brenner - Ich glaube das ganze ist ein netter Vergleich den auch Nichtlandwirte verstehen.

Zum Thema wirtschaften: Bei weiten nicht alle Landwirte haben bei diesen horrenden Quotenpreise mitgemacht und gekauft, auch bei den Maschinen ist es das selbe. Es gibt ein paar die (dank Baugrund und/oder Schottergrube etc. in der Fruchtfolge) sich neue Maschinen leisten können, aber es werden immer alle unter einen Hut gesteckt.

Wenn die Molkereien sagen, dass sie nur das Auszahlen können was sie erwirtschaften, dann sollen auch wir Landwirte nur das bezahlen können, was sie erwirtschaften.
Aber die Sozialversicherung wird immer mehr. Wenn man sich ein (arbeitsintensives) Nebengeschäft wie Direktvermarktung oder Maschinenring anfängt um die Einnahmen zu Erhöhen, wird man auf der anderen Seite gleich wieder (rückwirkend) geschröpft.

Liebe Grüße,

Kathi



Name: andante antwortet um 26-05-2005 18:02 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
>
Natürlich kann man auch mit alten oder leistungsschwachen Maschinen arbeiten, aber die Anforderungen haben sich gewandelt. Die Betriebe sind größer, die Entfernungen weiter geworden und auch andere Erntemethoden (wie z. B. Pressen statt Ladewagen) stellen höhere Anforderungen an die Zugmaschinen. Aber nicht nur in der Landwirtschaft wird Wert auf Höherwertiges gelegt, auch wenn man als Vergleich den PKW-Markt ansieht, sind die meistverkauften Autos nicht gerade die günstigsten. Und viel schwerer, größer und komfortabler als noch vor 15 Jahren.

Name: suedlicht antwortet um 26-05-2005 20:24 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
.. irgendwie geht die Diskussion am Thema vorbei! Es ging um den Milchpreis, den die Molkereien zu zahlen gewillt sind! Ich habe schon eingangs festgehalten, daß wir in Österreich (Gott sei Dank) die freie Marktwirtschaft haben, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis! Die Ausgaben (wofür auch immer) der Landwirte sind kein Argument für einen höheren Milchpreis, die Gehälter der Angestellten richten sich auch nicht nach den Ausgaben des einzelnen Mitarbeiters sondern nach dessen Leistung! Ein unselbständig Erwerbstätiger, der z.B. seine Kreditraten für sein Eigenheim nicht mehr zurückzahlen kann, wird in windeseile obdachlos sein und NIEMAND käme auch nur annähernd auf die Idee, zu streiken o.ä. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wieviel Mühe dahintersteckt, bis man einen Liter Milch im Eimer hat, nur es kann nicht sein, daß man behauptet, man hätte ein Recht auf einen fairen Preis! Molkereien sind wie jeder Betrieb in Österreich mehr denn je gezwungen, betriebswirtschaftlich zu agieren, dies bedeutet auch Kostensenkung in der Beschaffung! In der Autoindustrie geht man sogar so weit, daß die Einkäufer dem Lieferanten einen Rabatt vorschreiben! Es bleibt dann dem Lieferanten überlassen, entweder zu pokern und eventuell den Kunden zu verlieren oder aber auf die Forderung einzusteigen und versuchen, dieses Preiszugeständnis im eigenen Betrieb einzusparen ....


Name: kleegras antwortet um 26-05-2005 21:45 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
> Also ich bin fürs Pokern !!


Name: theres antwortet um 26-05-2005 22:04 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
> Hallo Südlicht,
du scheinst ein Vertreter der Molkereiwirtschaft zu sein,
da hätte ich einen Vorschlag, da scheinbar die Michlbauern hier viel zu teuer produzieren, müsste es doch am besten sein, die Milch aus Billiglohnländern zu holen.
Dort gibts keine Umwelt und Sozialstandarts,
somit für die Produktion ideal.
Die Verlagerung in diese Länder hätte noch einen weiteren Vorteil,
dort sind auch die Arbeitslöhne so niedrig, einfach die beste Konstellation.
Dein Beispiel mit den Autotmobilfirmen hinkt- die Zulieferer stehen mit dem Rücken zur Wand- sie müssen eben auch in andere Länder abwandern, viele Teile kommen aus den Billiglohnländern, leider gibts ein Problem, es gibt immer höhere Fehlerquoten.
Bei der Milch ist es ja egal, ist ja nur ein Lebensmittel.
frdl. Gr.
regi


Name: suedlicht antwortet um 26-05-2005 22:39 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
@ Theres,
BITTE versuche nicht MIR etwas von der Automobilindustrie zu erklären, ICH arbeite in dieser Branche und weiß wovon ich rede! Zu behaupten, ich wäre ein Vertreter der Molkereien interpretiere ich als Kaffeesudlesen.
VERSUCH nur, meine Argumente und den Begriff "FREIE MARKTWIRTSCHAFT" zu verstehen!


Name: theres antwortet um 27-05-2005 05:21 auf diesen Beitrag nach oben
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Man kann nur auszahlen was man erwirtschaftet, oder ??
> Hallo Südlicht,
gut, dann bist du in der Autobranche.
In dieser Branche gibts grosse Unterschiede, entweder das Autowerk, oder der Zulieferer.
Ich habe 2 Menschen in unserer Familie, der eine arbeitet in einem grossen Autowerk in der Qualitätsabteilung, der andere ist ein Zulieferbeitrieb.
Der Zulieferbetrieb hat die gleichen Probleme wie die Bauern,
sie kaufen viele Teile im Ausland, weil sie eben dort billiger sind,
leider erzählt mir der Automensch von gravierenden Qualitätsproblemen.
Immer billiger zu produzieren und super Qualität scheint eben die Quadratur des Kreises zu sein.
Man braucht eben auch nicht so zu tun, als wären billigere Lebensmittel
mit den gleichen Standarts herzustellen, die Bauern müssten eben ein wenig besser wirtschaften und kalkulieren.
Leider wird in dieser Hinsicht noch eins draufgesattelt, man bräuchte ja nur die Leistung zu steigern.
Ich bin kein studierter Volkswirtschaftler, aber rein mit einem gesunden Hausverstand kann man auch manches erkennen-
und das das in den Graben geht, das sehe ich beim Zuliefererbetrieb
genauso wie beim Landwirt.
Ein kleiner Unterschied besteht in den beiden Wirtschaftsformen,
beim einen handelt es sich um Maschinen, Ersatzteile,
beim anderen um Natur, um Tiere, um zukunftsfähige Landwirtschaft, um gesunde Nahrung.
Es gibt einen Spruch von einem Indianerhäuptling,
ich kann ihn nicht mehr genau wiedergeben:
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet,
.............
erst dann werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

Ich möchte die Landwirtschaft nicht besser stellen, als die übrige Wirtschaft,
aber man kann sie nicht genau nach den gleichen Regeln behandeln,
das geht schief, das sieht man in allen anderen Bereichen genauso, z. B. im Gesundheitswesen, dort kann man nicht einfach nur nach wirtschaftlichkeit alleine setzen.
Wir haben nunmal nur gut 2o cm Boden unter unseren Füssen und wenn der kaputt ist, hilft keine Gentechnik und nichts, um das wieder hinzubiegen.
Ein zertretener Käfer kann von keiner noch solchen medizinischen Grösse wieder zum Leben erweckt werden.
Zur Automobilbranche zurück-
hier gibt es klare Unterscheidungen,
man leistet sich eben ein besseres Modell mit mehr Ausstattung
oder eine preisgünstigere Version-
eine Luxusmarke oder eine andere Marke,
das hängt mit mehr oder weniger Geld zusammen,
bei den Lebensmitteln ist es anders,
da soll immer billiger produziert dann noch höchsten unseren Qualitätsstandarts entsprechen.
frdl. Gr.
regi


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