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Es sind 13181 Diskussionen online

Schokolade wird teurer und niemand regt es auf !

  Antworten: 15

Name: Kathi antwortet um 10-05-2005 21:03 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Schokolade wird teurer und niemand regt es auf !
> Teurer wird Schokolade hauptsächlich wegen den Nüssen (schlechte Ernte und Schädlinge) und der Preiserhöhung von Kakaobutter.

Also ich reg mich schon auf - zum Protest habe ich mich heute gleich mit Schokolade eingedeckt - eine halbe Tafel ist leider schon weg :-((

Kathi

Name: stb antwortet um 11-05-2005 08:17 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Schokolade wird teurer und niemand regt es auf !
> Alles wird normalerweise teurer, ohne dass es jemand besonders aufregt, egal ob es sich um Miete, Heizöl, Urlaub etc. handelt.

Ich habe oft den Eindruck, dass gerade die Dinge, die man wirklich zum Leben braucht nach Ansicht der breiten Bevölkerung nichts kosten sollen. Dazu zählen Lebensmittel, Gesundheit (=Arztkosten) und Wohnung.

Alle anderen Sachen dürfen ruhig etwas kosten.

Name: Seetaler antwortet um 11-05-2005 09:25 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Schokolade wird teurer und niemand regt es auf !
besonders regt es mich auf, wenn sich Leute alle 4 Jahre ein neues Auto möglich mit über 100 PS zulegen, um dann zu den Billigmärkten zu fahren und die billigsten Lebensmittel zu kaufen.
mfg Seet.
Name: theres antwortet um 11-05-2005 11:19 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Schokolade wird teurer und niemand regt es auf !
>
Da jeder von uns nicht nur Grundnahrungsmittel produziert, sondern auch konsumiert, kann jeder doch selbst beim Einkauf entscheiden.
Es nützt nichts, sich über die anderen aufzuregen,
jeder kann selbst seinen Beitrag leisten.
Ich kaufe mir schon seit Jahren Schokolade aus fairem Anbau,
die ist mir diesen Preis auch wert.
Beim Einkauf verhalte ich mich ebenso,
es gibt sehr gute Lebensmittel, die von meinen Berufskollegen hergestellt werden, lieber verzichte ich auf manches anderes,
aber da ich in die Konsumtempel nicht mehr reingehe, fällt die Versuchung flach, das eine oder andere in den Einkaufswagen zu legen.
Dass mich der Preisverfall bei der Milch gewaltig ärgert, aber solange wir zuviel produzieren - hilft uns alles nichts.
Oder sehe ich das verkehrt?
regi

Name: biolix antwortet um 11-05-2005 12:09 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Schokolade wird teurer und niemand regt es auf !
>
danke theres so schauts aus..
aber eines erhebe ich gerade, die zölle auf dem weg in die EU von Kakao und Kaffee z.b. und vielen anderen..
Warum legt man auf diese Waren Zölle ?? Welche Kakao und Kaffebauern in der EU will man dadurch schützen ?
Ich weiß nur beim fairen Kaffee wird der so noch und noch tuerer weil fast 100% Zoll drauf ist und wenn man den Bauern im Süden mehr zahlen will zahlt man noch mehr drauf, das kanns nicht sein oder auf alle Produkte das wirklcih die EU Buaern "geschützt" werden..
lg biolix
Name: perli29 antwortet um 11-05-2005 16:50 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
SEETALER´S BEITRAG
> Und dem kann ich nur beipflichten. Das Auto ist für viele zum
Prestigeobjekt geworden, wehe im Lack wird ein Kratzer entdeckt.
100 Pferdestärken sind ja viel zu wenig, es müssen mindestens
150 sein. Und dann fährt man im Schritttempo, da wieder mal Stau - Stau - Stau angesagt ist. Ich mache es mir im Eisenbahnwaggon
bequem und lasse meine Blicke mit Genugtuung auf die teilweise
daneben verlaufende Autobahn schweifen, auf der es die meisten eiliger als die Feuerwehr haben - soferne es sich nicht staut. Habe mit 38 das
erste Vehikel gekauft, ATS 5.000,- dieses war für vier Jahre ein verlässlicher (Baustellen)Blechhaufen, und nun, als zweiten Blechberg den von meiner besseren Hälfte übernommen, er schluckt 6 l pro 100km,
hat sage und schreibe 50 PS und bringt mich auch zu jedem
gewünschten Ort und retour. Und das mit Alufelgen, breiten Reifen,
Stereo, Airbrush, Tieferlegen, Spoiler et cetera ist eine "andere"
Geschichte.



Name: theres antwortet um 12-05-2005 00:04 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
SEETALER´S BEITRAG
> Hallo Biolix,
über Zölle und derartiges habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Ich wollte mit dem Kauf von Fair-gehandelter Schokolade meine Berufskollegen in anderen Ländern unterstützen.
Die momentane Preisentwicklung z. B. bei der Milch zeigt ganz klar,
dass die Dumpingpreise, die Bauern in den Entwciklungsländern in den Ruin treiben, jetzt uns die Luft wegnehmen.
Vor Jahren fand ich in Schriften von Lutzenberger aus Brasilien sehr viele Gedanken, die nachdenklich machen- so wie es unseren Berufskollegen in anderen Ländern gemacht wird, so kommt es zu uns.
frdl. Gr.
regi

Name: biolix antwortet um 12-05-2005 08:30 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
SEETALER´S BEITRAG
>
Schön das du Jose Lutzenberger gelesen hast, das Buch "giftige ERnte" gehört zu den einprägsamsten Büchern die ich jemals gelesen habe..
aber nun zu den Zöllen : Kannst du dir nun den schwachsinn vorstellen und ich hab schon genug mit den transfair leuten diskutiert wenn z.b. auf kaffe beim import in die EU 100% zoll eingehoben wird, was das bedeutet wenn fair traide den doppelten erzeugerpreis den bauern zahlt werden sie nochmal mit doppelten "strafzoll" bestraft..das kanns nicht sein.. aber ich hoffe ich kann die ganze zoll geschichte mal in einem gesamten beitrag analysieren wenn ich die daten habe was alles "bezollt" wird von der EU..

lg biolix
Name: theres antwortet um 12-05-2005 12:15 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
SEETALER´S BEITRAG
> Hallo Biolix,
kannst du mir den genauen Titel des Buches schreiben.
Nach den Angaben von Lutzenberger füttern wir unsere Gülle, da ist was los in der Grube :-)).
Wer wann Zölle erheben kann und wie so alles läuft, manchmal habe ich das Gefühl, man lebt sich leichter, nicht allzuviel zu wissen, denn sonst verliert man den Glauben an das Gute im Menschen.
Die Beiträge von Lutzenberger habe ich schon vor vielen Jahren gelesen, zuerst nicht verstanden, aber irgendwann ist der Groschen gefallen.
Er hat vor Jahren schon sehr genau vorhergesehen, was passieren wird,
man braucht auch kein Hellseher zu sein, nur 1 und 1 zusammenzählen.

Man sieht es ja auch bei der Milch, wir Bauern sind genau wie beim Getreide zu den billigen Rohstofflieferanten degradiert worden-
mir ist es gestern wieder bewusst geworden,
der Milchpreis geht nach unten, Dieselpreis ist in den letzten Jahren kontinierlich gestiegen.
Das Argument, dass Treibstoff überlebenswichtig ist, könnte man genauso auf die Lebensmittel übertragen.
Scheinbar ist die gekaufte Energie für den Traktor mehr wert,
als die Energie für den Menschen in Form von Nahrung.
Und so geht es den Milchbauern, den Getreidebauer, den Kaffeebauern, den Kakaobauern, überall auf der Welt das gleiche System,
die Arbeit, das Risiko und die Leistung der Bauern wird mit einem Hungerlohn bezahlt,
den Rahm schöpfen die Händler, die Verarbeiter, und und und ab.
Schade, dass ich Lutzenberger nicht mehr persönlich kennenlernen durfte,
ich finde es sehr interessant, die Menschen, die über den Tag hinausdenken, auch persönlich kennen zu lernen-
bis jetzt hat mich meine Menschenkenntnis noch nie betrogen.
frdl.Gr.
regi

Name: theres antwortet um 14-05-2005 09:58 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Die WElt der Agrarmultis und ihre Geschäfte Weltweit
> Hallo Biolix,
danke für die Beiträge über Lutzenberger.
Der Vater Lutzenbergers stammt aus Oberbayern und ist nach Brasilien ausgewandert.
Ich habe vor Jahren nach einem Rezept von Jose Lutzenberger in einem Eimer Gülle angesetzt und mit seinen angegebenen Zutaten vermischt,
inzwischen habe ioch mehr Erfahrung mit Güllezusätzen, habe mich durch seine Anregungen sehr intensiv mit dem Zusammenwirken von Gülle und Boden befasst..
Schon allein deshalb bin ich diesem Querdenker sehr dankbar,
denn die Gülle und der Acker hat sich total verändert.
Die Zutaten kosten nicht viel und der Geruch der Gülle ist nicht mehr so lästig. ist für uns ein wichtiger Punkt, wir bewirtschaften unsere Flächen in Dorfrandlage, das verbessert das Zusammenleben mit den Nachbarn gewaltig.
Über manche Texte von Lutzenberger musste ich zuerst nachdenken, manche haben mich zu Protest herausgefordert,
aber im Grunde sind seine Aussagen und Thesen nie gegen die Bauern gerichtet, im Gegenteil, er stand voll hinter ihnen.
Die vielen Auszeichnungen, die er erhalten hat, zeigen, dass da ein ganz grossartiger Einsetzer für das Leben leider viel zu früh von uns gegangen ist.
Mir tut es richtig leid, dass ich Lutzenberger nicht persönlich kennenlernen konnte.
Herzlichen Dank für den Buchtip
frdl. Gr.
regi


Name: biolix antwortet um 14-05-2005 23:26 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Die WElt der Agrarmultis und ihre Geschäfte Weltweit
>
hallo regi !

du sagtest ich hätte ihn auch gerne kennengelernt, hab ihn aber gott sei dank noch öfter in fernseh und radiodokus bzw. diskssionen gehört..
aber schön ist ja heute das es sehr viele menschen gibt die es ebenfalls wert sind sie kennezulernen und genau zu dem stehen was lutzeneberger vervbreitet hat bzw. die zusammenhänge toll erklären können dazu gehören jose bove und in österreich prof, haiger..
daher noch ein buchtipp "Die Welt ist keine Ware" Jose BOve
Bauern gegen Agromultis Rotpunkt
u.a noch Kritikenzum Buch..
lg biolix

p.s. ja und gülle ist auch am feld nur "verwertbar" wenn sie nicht stinkt..
schön das du es schaffst..

Klappentext
Aus dem Französischen von Bodo Schulze. Als José Bové 1999 zusammen mit anderen Bauern von der Confédération Paysanne im südfranzösischen Millau eine Filiale von McDonald’s symbolisch "demontierte", war dies der Auftakt zum Kampf gegen "malbouffe", der seither in Frankreich und weit darüber hinaus mehr und mehr Menschen bewegt. "Malbouffe", Schlechtessen, bezieht sich auf zwei Dinge: auf die Standardisierung der Nahrungsmittel und die weltweite Gleichschaltung der Geschmacksnerven, für die McDonald’s das Paradebeispiel ist, und zum anderen auf die Bedrohung unserer Gesundheit durch Genfood, Hormonkälber, BSE-Rinder, Pestizidrückstände usw., also all die Umwelt, Tiere und Menschen gefährdenden Begleiterscheinungen einer auf immer höhere Produktivität getrimmten Landwirtschaft. Im Gespräch mit Gilles Luneau erklären Bové und sein Mitstreiter François Dufour, weshalb die Tomaten nicht mehr wie Tomaten schmecken und was das zu tun hat mit einer internationalen Handelspolitik, die eine verantwortungsbewusste Arbeit der Bauern verunmöglicht.
Rezensionen - Neue Zürcher Zeitung vom 14.05.2001
In seiner knappen Rezension äußert Ernst Baumeler Verständnis für die Positionen der Bauernvertreter Bové und Dufour, die im Gespräch mit Gilles Luneau ihre Kritik an der Welthandelsorganisation (WTO) formulieren und den massiven Sorgen der Kleinbauern Ausdruck verleihen. Der Rezensent meint, dass die "Etikettierung" der Äußerungen als "Renaissance des Klassenkampfes" den beiden Bauernvertretern nicht gerecht wird und glaubt sie dahingehend in Schutz nehmen zu müssen, dass sie "Bedenken und Gefühle der Ohnmacht" artikulieren, die ebenso in weniger militanten Kreisen - auch in bürgerlichen - vorhanden sind.
Rezensionen - Die Zeit vom 08.03.2001
Gut informiert fühlt sich der Rezensent Rudolf Walther nach der Lektüre des Gesprächs mit Jose Bove und Francois Dufour. So gut informiert sogar, dass er uns viele Dinge gleich mitteilt und dabei anscheinend vergisst, über das Buch zu reden. Vielleicht vergisst er allerdings auch nur zu sagen, welche Informationen er aus dem Gespräch entnommen hat. Jedenfalls erfahren wir noch zum Schluss, dass die beiden Bauernführer, so der Rezensent gönnerhaft anerkennend, alles andere als einen "beschränkten Horizont bei der Debatte über ökologisch, wirtschaftlich und politisch zerstörerische Dimensionen der herrschenden Agrarpolitik" haben. Alle Achtung!
Rezensionen - Frankfurter Rundschau vom 26.02.2001
José Bovés ist kein Unbekannter. Weltweit kam der 47-Jährige Schafzüchter und Gründer der alternativen Bauerngewerkschaft "Confédération paysanne" in die Schlagzeilen, weil er 1999 in Südfrankreich zusammen mit anderen Aktivisten eine Baustelle von Mc Donald`s zerstörte. Zusammen mit dem Biobauern Francois Dufour hat er im selben Jahr ein Buch veröffentlicht, in dem die beiden Hintergründe und Begründungen für ihr Engagement gegen das Diktat des "Schlechtessens" und den Globalisierungsdruck beschreiben, berichtet Ruth Jung. In Frankreich wurde das Buch zum Beststeller, und auch die deutsche Ausgabe, von Bodo Schulze sorgfältig übersetzt, ist viel versprechend, meint die Rezensentin. Die Autoren vereinigten genaue Informationen über die Geschichte der französischen Landwirtschaft mit politischen Reflexionen. Mit "Malbouffe" -nach Jung besser mit "Saufraß" als mit "Schlechtessen" zu übersetzen - bezeichnen die Autoren alle standardisierten Lebensmittel, die man flächendeckend billig einkaufen könne. Dieses "erstaunliche" Buch könnte dazu beitragen, intellektuelle und gesellschaftliche Impulse in Deutschland zu setzen



Name: theres antwortet um 15-05-2005 16:33 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Die WElt der Agrarmultis und ihre Geschäfte Weltweit
>
Hallo Biolix,
das Buch des franz. Rebellen habe ich vor ein paar Jahren gelesen,
kam mir gerade in einer ´Zeit unter, in der ich über vieles nachzudenken begann.
Für mich war Jose Lutzenberger ein wichtiger Ratgeber, er hat mir zwar gewaltige Mengen an Umdenkung abverlangt, aber ich begann, die Bauern in der ganzen Welt als meine Berufskollegen zu achten und sie nicht mehr als Konkurrenten zu sehen.
Seither kaufe ich bewusst dritte Welt Artikel, um wenigstens durch mein Einkaufsverhalten einen kleinen Beitrag zu leisten.
Seit ich gelesen habe, wie Textilien erzeugt werden, auf welchen Rücken diese niedrigen Preise ausgetragen werden, seither kaufe ich auch die Textilien anders, entweder im Innland gefertigt, oder fair, lieber weniger und das Teure auftragen, lieber nicht mehr nur nach der neuesten Mode,sondern nach dem Wissen, dass diese Kleidungsstücke zu fairen Bedinungen gefertigt wurden.
Was mir aufgefallen ist, die Dumpinglöhne in den Niedriglohnländern, die den Bauern dort nicht mehr das Existenzsrecht lassen, sind zurückgekehrt,
wir sind in die gleiche Ligea eingeteilt worden, nicht mehr kostendeckend produzieren zu können,
somit hat Lutzenberger mit seinen vor Jahren gemachten Aussagen total recht behalten.
Die Globalisierung hat uns eingeholt.
frdl. Gr.
regi

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