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Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident

  Antworten: 10

Name: sturmi 05-05-2005 13:05 nach oben

Tagebuch
Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident
z.H. Herrn OÖ Bauernbundpräsidenten Herndl

Betrifft: Zahlungsverweigerung und Austritt aus dem Bauernbund

Sehr geehrter Herr OÖ Bauernbundpräsident Herndl!
Meine Frau ist mit Jahresende aus dem Bauernbund ausgetreten. Dies wurde auf der Mitgliedsbeitragsliste schriftlich von meiner Frau vermerkt. Weiters hat meine Frau eine E-Mail an Herrn OÖ Bauernbunddirektor Rosinger geschrieben, wo meine Frau den Austritt nochmals schriftlich bestätigte. Daher verstehen meine Frau und ich nicht, dass eine
Zahlungsaufforderung ins Haus geflattert ist. Weiters möchte ich noch erwähnen, dass ich seit Jahren in der Ortsbauernpolitik aktiv bin. Ich bitte Sie daher, Herr OÖ Bauernbundpräsident Herndl, den Austritt meiner Frau zu respektieren. Ich möchte Sie auch über den Grund dieses Schrittes informieren. Die Abschaffung der Mitversicherung (Krankenversicherung) des Ehepartners.
Nun möchte ich noch auf einige Punkte in ihrem Brief an meine Frau eingehen.
Steuerpolitik:
Sie schreiben hier: Agrardiesel umgesetzt.
Stimmt, der Agrardiesel wird nach Jahrzehnten der Ankündigung Wirklichkeit. Bei € 16, --/ha (Ackerbauern) Entlastung und die lange Ankündigungszeit ist jedoch der Eigenlob des Bauernbundes unangebracht. Nochdazu haben sich die Treibstoffpreise so verteuert, dass die Agrardieselrückvergütung (20 Cent/Liter) wieder aufgesogen wird.
Sozialpolitik:
Abschaffung der Mitversicherung (Krankenversicherung) des Ehepartners:
Dies wurde in einem 3 Zeiler der Bauernzeitung angekündigt. Ich hätte mir mehr Aufklärung gewünscht um auch die Akzeptanz dieser Maßnahme zu erhöhen.
Agrarpolitik:
Tierschutzgesetz:
Im Schweinebereich hat die VLV Führung die Kastanien aus dem Feuer geholt. Der Bauernbund schmückt sich hier mit fremden Federn.
ÖPUL neu: ab 2007
Stimmt es, dass das beim ÖPUL 2007 die Ausgleichzahlungen um 1/3 gekürzt werden? Die strengen Auflangen aber durch gesetzliche Absicherung bleiben? Diese gekürzte Prämie für investitionswillige Betriebe herangezogen wird?
Cross Compliance (Bewirtschafterauflagen):
Mit der Umstellung auf das Betriebsprämienmodell wurde für die AMA Kontrollbehörde wieder ein weites Betätigungsfeld geschaffen. Welche Schildbürger Gesetze hier kontrolliert werden möchte ich ihnen an einem Beispiel veranschaulichen.
Ein Traktor darf nur mehr auf der Wiese oder auf der Schotterstraße gewaschen werden, den das Schmutzwasser des Traktors darf weder in die Güllegrube noch in den Regenwasserabfluss gelangen.
Im Jahre 2003 bekam ich die Willkür der AMA zu spüren. Mir wurde mittel GPS Flächenvermessung € 1000,-- Ausgleichszahlungen verweigert. Durch die Digitalisierung meiner Ackerflächen wurde ich wieder rehabilitiert. Nur die € 1000,-- bekomme ich trotzdem nicht mehr, da man bei einer AMA Kontrolle mit seiner Unterschrift einen Plankoscheck ausstellt.
Nun, Herr OÖ Bauernbundpräsident Herndl, es gäbe noch viel zu schreiben, z.b. über die IG Milch und wie der Bauernbund mit dieser umgeht. Ist diese nicht entstanden, weil der Bauernbund die Interessen der Milchbauern zu wenig vertritt?
Alle meine Aussagen beruhen auf persönliche Erfahrungen, Meinungsaustausch unter Kollegen und Informationen durch politisch unabhängige Agrarmedien.
Beste Grüße
Sturmi



Name: akut antwortet um 05-05-2005 20:00 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident
> Super so. Ganz in meinem Sinn. Ich hab von Ministern abwärts auch schon oft in direktem Schreiben meine Kritik deponiert, nur mit den Ämtern steigt auch deren Überheblichkeit, und sie wissen oft nicht mehr wo sie ihre Wurzeln haben.Es ist gut solche Aktionen zu setzen, um sein eigenes Gewissen zu erleichtern, aber umerziehen können wir die Bauernveräter leider nicht.
Man müsste ihnen die hohen Gehälter nehmen und auf eine Erfolgsprämie umstellen.

Name: naturbauer antwortet um 05-05-2005 20:52 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident
> Fragen an Sturmi,
Du schreibst, dass die Mitversicherung des Ehepartners in der Krankenversicherung abgeschafft ist.

Nun muss demnach der Partner selber einen Beitrag zahlen. Wie ist das dann bei einem Arbeitnehmer der verheiratet ist? Oder wie sind Ehepartner von selbständigen versichert?

Wie ist dass dann bei euch mit der Rentenversicherung? Muss jeder für sich, so wie bei uns, seinen eigenen Beitrag leisten? (Selbst wenn heute beide einzahlen, werden wir zur Rentenzeit mit Sicherheit nicht das doppelte bekommen) Es ist zwar eingezahlt worden, aber nur zum Zweck, dass im Falle des Ablebens vom Bauern die Bäuerin selber einen Rentenanspruch hat. (Weil ansonsten gibts nur eine Witwenrente, die na ja)

Mich interresiert dieses Thema.

Gruß vom Naturbauer (Bayern)

Name: Wicki antwortet um 05-05-2005 21:11 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident
>
@Cilli

Ich gebe dir recht, es ist immer sehr leicht zu kritisieren, aber selbst sich vor jeder Verantwortung zu drücken.
Es hat nichts mit Ja Sagern zu tun, wenn man eine Funktion übernimmt sondern mit Verantwortung, inovatives, kreatives denken ist gefragt.
Wer hat mehr für die Bauern gemacht als der BB????????????
Es müssen manchmal Kompromise gefunden werden.
Jeder Gewerbebetrieb zahlt mehr als ein LW Betrieb. Diese bekommen aber keine Ausgleichzahlungen für irgendwas!
z.b Dürrehilfe, wer zahlt den Betrieben in den Fremdenregionen, eine Entschädigung wenn zb kein Schnee liegt, die Angestellten müssen aber trotzdem bezahlt werden usw, die Liste wäre lang.
Es ist vieles noch zu machen, aber nur jammern, ist sicher der falsche Weg. Aber das ist halt das Einfachste! ;-)




Name: biolix antwortet um 06-05-2005 19:49 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident
> Hallo !

danke für den offenen breif, auch bei uns im W4 tut sich was viele austritte und ämterzurücklegungen..
schön langsam kommt man drauf für wen der BB wirklcih steht und was es heißt in worten "für eine bäuerliche LW " einzustehen und in taten immer wieder zu zeigen wer ihnen w2irklcih wichtig ist..
chilli unter www.gruene.at udn pirklhuber findest du wöchentlich neue gute vorschläge für eine gerechter agrarpolitik und faire preise von wolfgang pirklhuber.. niemand anderer in der Ö agrarpolitk macht so viele pressemeldungen wie er.. nur wer schreibst in diesem schwarzen agrarlobbyzeitungssumpf ? aslo bevor du schimpfst fakten und lies nach hier das neueste von gestern..
biolix
p.s. und jeder hat schon kapiert das es bei schwarz/ grün rot/ grün genauso dürrehilfe geben wird bzw. die agrarpolitk wieer auf die wirkliche erhaltung des arbeitsplatzes bauernhof mit stärkeren degressionen im fördersystem inkl. arbeitsplatzbezug und regionalprämie geben wird..

OTS092 5 II 0212 FMB0001 03.Mai 05

POLITIK GRÜNE PIRKLHUBER LANDWIRTSCHAFT FEUERBRAND


Pirklhuber: Einsatz von Feuerbrand-Antibiotikum gefährdet Gesundheit
Utl.: Zulassung durch Landwirtschaftsminister Pröll ist
verantwortungslos =


Wien (OTS) - "Die Zulassung des Pflanzenschutzmittels Strepto mit dem Wirkstoff Streptomycin durch Bundesminister Pröll ist verantwortungslos, denn es gefährdet die Gesundheit der KonsumentInnen und ist keine längerfristig wirkungsvolle Maßnahme gegen Feuerbrand. Die menschliche Gesundheit und das Image der österreichischen Landwirtschaft sind ein zu hoher Preis für Pseudo-Maßnahmen, die die Gefahr des Feuerbrandes mittelfristig nicht beseitigen werden," kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber.

Wissenschaftliche Untersuchungen kämen zu dem Schluss, dass bei dem Antibiotikum der Wirkungsgrad nicht sehr hoch und im Lauf der Anwendung sinkend sei. Auch könne der Feuerbrand nicht beseitigt, sondern nur die Ausbreitung des Erregers verlangsamt werden. Er weist darauf hin, dass sowohl von der EU-Kommission als auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf Antibiotikaresistenzen dringend die Empfehlung ausgesprochen wurde, in der Landwirtschaft auf Antibiotika zu verzichten.

"BM Pröll muss seine Entscheidung rückgängig machen, wenn er als Umweltminister nicht jede Glaubwürdigkeit verlieren will," so Pirklhuber. Die Grünen verlangen ein Schutzpaket gegen Feuerbrand, wie es ähnlich in der Schweiz und in Südtirol entwickelt wurde. Es soll folgende Maßnahmen beinhalten: eine gesetzlich festgelegte Entschädigungsregelung für Feuerbrandopfer, bundeseinheitliche Rodungsbestimmungen und Auspflanzverbote, Schulung der Bäuerinnen und Bauern sowie eine verstärkte Forschungstätigkeit der AGES in diesem Bereich.


Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at




Name: helmar antwortet um 07-05-2005 16:52 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Öffentlicher Brief an den Herrn OÖ Bauernbundpräsident
Ich habe schon öfter im Forum den BB als das kleinere von allen Übeln bezeichnet und dass ich den anderen Gruppierungen auch nicht so recht übern Weg traue. Was den Bauernbund betrifft, so gibt es dort aus meiner Sicht das Problem dass dieser zwar immens viele Mitglieder hat, und dass man sich dort von der Menge derselben in eine gewisse, sagen wir, Beliebigkeit, bereitwillig tragen lässt, so nach dem Motto: wir haben eh so viele Leut, uns wählens eh, und man hat dort, kommt mir vor, den Bezug zum Alltag vor lauter Partei, siehe oben, verloren. Es werden wohl schon viel mehr Pensionisten als aktive beim BB sein, und von diesen kommen die Stimmen bei der Kammerwahl!
Leider scheint sich nicht nur beim BB, sondern auch bei der IG und auch anderen Gruppierungen noch nicht herumgesprochen haben, dass seit 1995 die Zeit endgültig Geschichte ist in welcher die Preise für Milch usw. von BB, AK, Gewerkschaftsbund und Wirtschaftkammer ausverhandelt wurden.....nur leider erwecken BB und IG den Eindruck dass dies immer noch so ist! Und dann sind manche enttäuscht und weinen der "guten, alten Zeit vor der EU" nach und bedenken nicht dass es da auch nicht soo einfach gewesen ist.
Was man dem BB schon hoch anerkennen muß ist die Tatsache dass er sich für ein praktizierbares ÖPUL, für Ausgleichs-und Transferzahlungen, gegen oft noch härtere Gesetze gegenüber der Landwirtschaft>usw. einsetzt und dass er sich bemüht, Lobbying für
die heimische Landwirtschaft zu betreiben. ...und gerade auf der ganz unteren Ebene rennen viele kleine Funktionäre für Gottes Lohn und können sich dann noch von den unteren wie von den oberen ansudern lassen dass nix läuft und früher alles besser war.
Was aber für mich unbestritten ist ist die Tatsache dass nach der Schaffung der SVB, welche in der Form ihrer Gründung richtig und auch für die Gegebenheiten passend gewesen ist, diese in der heutigen Form
zum Versorgungsplatzerl für alle verkommt welche man als "brave Diener
der Mutter Partei" nicht woanders unterbringt. Der starke Rückgang der Bauern am Anteil der Gesamtbevölkerung hat in der Finanzgebarung der SVB diese schon öfter an der Pleite streifen lassen, und mir kommt nicht vor dass die Verwaltung bei weniger Versicherten kleiner geworden ist. Es würde, wenn man schon so sehr auf die Eigenständigkeit pocht
auf die Landesstellen wohl wenn nicht schon verzichtet, dann diese wenigstens zusammengezogen werden. Aber da ist es ja einfacher,
auch jene zur Kasse zu bitten welche bis dato davon ausgenommen wurden, damit diese Institution noch mal "gerettet" werden konnte.....
Was mich auch beim BB, aber nicht nur dort, stört, ist, dass man bis heute mit der Tatsache dass auch auf dem Bauernhof immer öfter Menschen mit verschiedenen Berufen leben nicht klargekommen ist.
Da erlebt man auch noch heutzutage speziell mit manchen höheren
Funktionären so manches Schmankerl..........
Die Idee des Bauernbundes, zu versuchen alle Bauern irgendwie unter eien Hut zu bringen uns sie so einigermaßen zu vertreten, ist auch heute gut und wichtig und richtig, aber bei manchen in der Führung kommt mir schon vor dass diese Leute zu den unpassendsten Momenten munter
werden, und dann, anstatt wie es mit der IG passiert ist, diese mit ins Boot zu nehmen und auch in Pflicht und Verantwortung zu nehmen,
aufs Dümmste zu beschimpfen und damit zu Märtyrern zu machen, welche sie nun auch wieder nicht sind........
ja wa mach ma da? helmar

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