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GAP Reform - Betriebsprämie

  Antworten: 11

Name: stb 31-03-2005 14:15 nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
Bekanntlich gibt es ja eine überparteiliche Initiative von Frau Mag Strasser gegen die Betriebsprämienverordnung, wonach Pächter Prämienrechte für Pachtflächen der Jahre 2000-2002 mitnehmen können.

Ich finde es seltsam wenn im Interesse der Bauern gefordert wird die Prämienansprüche sollen beim Verpächter bleiben.
Aus Sicht eines Verpächters ist mir völlig klar, dass er Prämienrechte haben will, erhöht dies doch die Zahlungsbereitschaft eventueller Neupächter. Oder anderes gesagt kann der Verpächter den Rahm (=Betriebsprämie) in Form höhere Pacht abschöpfen. Wie gesagt, dass dem Verpächter lieber ist mehr Pacht zu kassieren kann ich nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann ich hingegen, was das mit dem Interesse der Bauern zu tun hat. Ein Verpächter besitzt zwar Grund und Boden, ist aber kein aktiver Landwirt. Für mich gibt es daher keinen logischen Grund weshalb der Verpächter entkoppelte Marktordnungsprämien, die Preiseinbussen bei lw. Produkten abdecken sollen, über höhere Pacht kassieren soll.

Der frühere Pächter hat den Vorteil weniger an den Verpächter gebunden zu sein, er kann die Prämie nämlich auf neue Flächen mitnehmen. Wenn er selber kein entsprechendes Flächenausmaß hat, kriegt er ohnehin keine Prämie.

Für einen allfälligen neuen Pächter ist es ohnehin egal, ob er von vornherein keine Prämie bekommt oder zwar Betriebsprämie erhält (mit Auflagen verbunden) aber dafür mehr Pacht bezahlt.

Außerdem ist es durchaus nicht selten, dass der Pächter der Jahre 2000-2002 Tierprämien (zB Stiere) erhalten hat und diese Tiere gar nie auf einer einzelnen Pachtfläche gehabt hat, bloss die Rückrechnung durch die Entkoppelung nimmt darauf keinerlei bedacht.


Mir ist zwar bewusst, dass die Betriebsprämienverordnung auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist und einige Ungereimtheiten enthalten sind, aber ich kann nicht finden, dass vom Pächter erwirtschaftete Prämienrechte generell besser beim Verpächter aufgehoben sind. Ich habe nämlich erhebliche Zweifel daran, dass die Verpächter in selbstloser Weise die Prämienansprüche dem Neupächter lassen, ohne dies bei der Pachthöhe zu berücksichtigen.

Ich meine man sollte halt ehrlich zugeben, dass man eine Interessenplattform für verpachtende Grundbesitzer darstellt und nicht sich als Bauernvertreter darstellen.
Name: helmar antwortet um 31-03-2005 19:58 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
Hallo stb!
Besser wäre es gewesen, dass der jeweilige Bewirtschafter auch die Prämie bekommt und im Fall des Falles mitnehmen kann. Hat es nicht auch schon im Forum oft alles andere als freundliche Aussagen über die "Sofamelker" gegeben? In diesem Fall wird man beim Verpächter dann wohl vom "Nutzer anderer Leut Leistung" sprechen können. Aber in Österreich ist es nun mal so dass man Verpächter nicht vergraulen will, siehe SVB bei pachtenden Kindern.........ob das eine Politik zugunsten
der "Aktiven" ist?
Mfg, helmar>

Name: biolix antwortet um 31-03-2005 20:45 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
> Prämienrechte müssen auf der Fläche bleiben und können ruhig entkoppelt sein !!! das will die Strasser und viele andere auch..
hatte einen fall da ist der Vater auf einem Betrieb verstorben der sohn geht noch in die letzte Klasse in Wieselburg und die Mutter hatte einen schweren Bandscheibenvorfall und mußte die LW 2003 verpachten, der SOhn will aber nächstes Jahr nach beendigung der Schule in die LW einsteigen, jetzt frage ich dich was empfiehlst du was soll er machen, der pächter sagte sofort, die zahlungsansprüche bekommt ihr nicht zurück, ich bitte dich um eine Lösung oider ein jungbauer mehr der weniger ist und da gehts um 30 ha !!!
biolix


Name: stb antwortet um 01-04-2005 08:55 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
> Hallo biolix und chili !

Wie ich bereits selber gesagt habe ist die Betriebsprämienverordnung auch nicht das Gelbe vom Ei.

In Euren Beispielen gibt es sicher Härten. Tatsache ist aber auch dass jeder beliebige Startzeitpunkt und jede beliebige Betriebsprämienverordnung Härten und Ungerechtigkeiten mit sich bringt. Es wird daher zwangsläufig Einzelfälle geben die als negativ Betroffene angeführt werden können.

Es ist aber auch so, dass die Verpächter die Flächen eben nicht selber bewirtschaftet haben, aus welchem Grund auch immer und gerade der Pächter die Arbeit erbracht hat, die zur Prämienauszahlung geführt hat. Daher ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb der Pächter von vornherein keinen Prämienanspruch haben soll.

Es ist aus Sicht der Verpächter ja purer Zufall ob der Pächter überhaupt Prämien erwirtschaftet hat. Genauso wäre es denkbar, dass der Pächter zB Pferde gehalten hat und sowieso keine Prämie da ist. Dieser Verpächter hat halt auch Pech gehabt.

Ich meine allerdings, dass man aus den von Euch geschilderten Einzelfällen (mit Härten) nicht ableiten kann, der Anspruch soll generell bei der Fläche bleiben.
1. bleibt der Anspruch sowieso flächengebunden (zB eine andere Pachtfläche)
2. warum soll der Pächter für eine neue Pachtfläche keine Prämie kassieren
3. der Anspruch kann bei Tierprämien gar nicht auf der Fläche "bleiben", weil er früher eben nicht flächenbezogen war
4. mit dieser Fläche nicht unbedingt Prämie erwirtschaftet wurde
5. die Pachtpreisauswirkung offenkundig ist
6. im allgemeinen der Verpächter ohnehin nicht wieder selber bewirtschaften will


Ich bin allerdings nicht generell gegen die in der Petition dargestellten Punkte. Vor allem ist es tatsächlich so, dass die Höhe der Betriebsprämie weitgehend ein Lotteriespiel ist, weil von vielen Zufällen abhängig.

PS: Ich muss klarstellen, dass ich vor allem im Hinblick auf entkoppelte Tierprämien argumentiere, die ja bei Auszahlung überhaupt nicht flächenbezogen waren. Es wäre evtl. davon zu unterscheiden wo die Prämie bereits 2000-2002 flächenbezogen war.


FRAGE: Warum glaubt ihr eigentlich nicht, dass die Zuordnung zum Verpächter die Pachtpreise hoch hält ??


Name: jacky65 antwortet um 01-04-2005 13:56 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
>
ich muss hier auch stb recht geben, mit tierprämien ists ein problem, da gibt es mit sicher heit mehr härtefälle als anders rum, bei Getreidewirtschaft ohne Rinder könnte ich mir auch vorstellen die prämien auf der Fläche zu belassen, aber ein MischMasch ist wohl auch nicht das sinnvollste.

Und mit der Milchprämie auf die Betriebsprämie verhält es sich ebenso wie mit den Tierprämien:
ein Beispiel: ich pachte 5ha Grünland, kaufe mir 60000kg Quote zu, und nach Übertragung der Milchprämie in die Betriebsprämie (Einrechnung in Hektarsätze) bekomme ich diese Fläche nicht mehr zu pachten,da nun mehr Prämie auf der Fläche ist, zahlt ein anderer Nachbar mehr Pacht.
Der Verpächter , der vorher die Quote verkauft hat, wäre der doppelte Gewinner, und das darfs auch nicht sein!!!
Name: biolix antwortet um 02-04-2005 11:51 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
>
Hallo !

Wie ich bereits selber gesagt habe ist die Betriebsprämienverordnung auch nicht das Gelbe vom Ei.

xxx na dann lass sie uns verbessern bzw. warum wird in der Agrarpolitk alles Totgeschwiegen ????

In Euren Beispielen gibt es sicher Härten. Tatsache ist aber auch dass jeder beliebige Startzeitpunkt und jede beliebige Betriebsprämienverordnung Härten und Ungerechtigkeiten mit sich bringt. Es wird daher zwangsläufig Einzelfälle geben die als negativ Betroffene angeführt werden können.


XXX ja klar bei einer entkoppelten Betriebsprämie , aber nicht bei einer regional oder Flächenprämie oder den Bekenntnis einmal nach übergangsfristen diese dahin zu führen und wieder "entkoppelt" ( egal was angebaut wird ) auf die Fläche des Bewirtschafters legt..

Es ist aber auch so, dass die Verpächter die Flächen eben nicht selber bewirtschaftet haben, aus welchem Grund auch immer und gerade der Pächter die Arbeit erbracht hat, die zur Prämienauszahlung geführt hat. Daher ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb der Pächter von vornherein keinen Prämienanspruch haben soll.

xxx Großes Mißverständnis: der Pächter soll aj anspruch haben, eben der Bewirtschafter, diese Zahlungen sind noch immer Steuergelder und was würdest du sagen wenn sich z.b ein Sozialhilfeempfänger einen mords job aufreißt nun 4 tausend euro im monat verdient soll er seine "Prämienrechte" bis 2012 behalten..tolles system..

Es ist aus Sicht der Verpächter ja purer Zufall ob der Pächter überhaupt Prämien erwirtschaftet hat. Genauso wäre es denkbar, dass der Pächter zB Pferde gehalten hat und sowieso keine Prämie da ist. Dieser Verpächter hat halt auch Pech gehabt.

xxx und wenn er in zukunft das anbaut was du anbaust hat er weiter pech gehabt ?? keine chance zum wiedereinstieg in die LW, ihr beschwert euch so viel das ihr keinen Nachwuchs habt, hier ist wieder ein Beispiel der den EInstieg noch mehr erschwert !!!


Ich meine allerdings, dass man aus den von Euch geschilderten Einzelfällen (mit Härten) nicht ableiten kann, der Anspruch soll generell bei der Fläche bleiben.
1. bleibt der Anspruch sowieso flächengebunden (zB eine andere Pachtfläche)

xxx eben nicht kann es jahrelang rotieren lassen und verfällt nicht und einem anderen geht die ab..

2. warum soll der Pächter für eine neue Pachtfläche keine Prämie kassieren

xxx tut er ja nciht wenn er die ZA nicht mit bekommt..

3. der Anspruch kann bei Tierprämien gar nicht auf der Fläche "bleiben", weil er früher eben nicht flächenbezogen war

xxx oh ja, weild as ganze vorige system auch seine "ungerechtigkeiten" gehabt hat, siehe bevorzugung der Stiermäster, alle die sich nischen gesucht hatten und die z.b.jetzt auch schlecht gehen sind wieder die verlierer obwohl sie die innovativen waren.. daher kein anspruch nach gewissen übergangszeiten und einbringung in eine regionalprämie von mir aus mal zu 50% z.b. ...
4. mit dieser Fläche nicht unbedingt Prämie erwirtschaftet wurde

wurden aber in 90% der Fälle ..

5. die Pachtpreisauswirkung offenkundig ist

xxx was war dannn die letzten jahre ????? viele konnten "rechnen " und bezahlten schon 500 euro

6. im allgemeinen der Verpächter ohnehin nicht wieder selber bewirtschaften will

xxx aber auch ne faire chance haben sollten nicht jetzt dazuzstehen und kenn schon ein Beispiel wo er erpreßt wird " zahle dir nur mehr 100 Euro weil die 300 Euro ZA hast du nicht mehr und nun kannst auch von keinem naderen mehr bekommen.."



Ich bin allerdings nicht generell gegen die in der Petition dargestellten Punkte. Vor allem ist es tatsächlich so, dass die Höhe der Betriebsprämie weitgehend ein Lotteriespiel ist, weil von vielen Zufällen abhängig.

xxx ober klingt das noch ganz anders, na schau...

PS: Ich muss klarstellen, dass ich vor allem im Hinblick auf entkoppelte Tierprämien argumentiere, die ja bei Auszahlung überhaupt nicht flächenbezogen waren. Es wäre evtl. davon zu unterscheiden wo die Prämie bereits 2000-2002 flächenbezogen war.


FRAGE: Warum glaubt ihr eigentlich nicht, dass die Zuordnung zum Verpächter die Pachtpreise hoch hält ?

xxx wer will das, DER BEWIRTSCHAFTER !!!

mfg. biolix
Name: cat antwortet um 02-04-2005 21:10 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
> Die ganze Diskussion zeigt doch nur, dass wir eines brauchen: einen raschen, europaweiten Ausstieg aus dem dekadenten Prämiensystem!!!
Nicht der, der in der Vergangenheit Prämien optimiert hat, nicht der Spekulant, sondern derjenige der arbeitet, soll auch verdienen können.

Derzeit werden von allen Marktbeteiligten eigentlich immer folgende Rechnung angestellt:
- was kann ich am Markt erlösen?
- wie hoch muss meine Spanne sein?
- wie hoch wird das "Urprodukt" gestützt?
- was muss ich dem Bauern geben, dass er gerade noch produziert

In Wahrheit sind diese "Ausgleichszahlungen" nicht anderes als Subentionen für die Marktmonopolisten und die Konsumenten!!!

Name: tirolmilch antwortet um 02-04-2005 21:56 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
>
Bitte biolix versuche in deutschen Sätzen zu schreiben. Dein obiger Beitrag war wirklich schwer zu verstehen. Ich habe ihn nicht zu Ende gelesen, obwohl mich das Thema interesssiert. Die Entkoppelung war im Grunde ein guter Denkansatz, im Detail natürlich starr und zum Teil unverständlich, weil nicht gerecht.
Name: kst antwortet um 03-04-2005 06:06 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
Ich meine nur die ZA´s die auf Grund von Kulturpflanzenanbau "erwirtschaftet" wurden.
Derjenige der die Fläche bewirtschaftet, also die Arbeit hat, soll die ZA´s bekommen und nicht derjenige der zufällig in willkürlich ausgewählten Jahren diese Fläche bewirtschaftet hat. mfg.kst


Name: stb antwortet um 04-04-2005 10:31 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
GAP Reform - Betriebsprämie
> Biolix meint einen Widerspruch herauszulesen, weil ich nicht generell gegen die Punkte der Petition bin.

Hier möchte ich klarstellen: Ich bin dafür den Prämienanspruch dem Pächter zu geben, weil die Zuordnung zum Verpächter negative Auswirkungen auf die Pachtpreise hat.

Ich habe mich nur zur Zuordnung des Prämienanspruches an Pächter/Verpächter Stellung bezogen. Dieser einzelne Punkt bedeutet daher nicht, dass ich alle Aspekte der Betriebsprämienverordnung für gut halte. In diesen Punkten teile ich zum Teil die Ansichten der Petition.

Ich habe den Eindruck aufgrund einiger geschilderter Beispiele man hätte evtl. die Verpachtung eines Gesamtbetriebes unterscheiden sollen, von Verpachtung einzelner Grundstücke.

Jedenfalls ist eines für mich völlig klar: Jede Systemumstellung bei den Prämien wird Begünstigte und Benachteiligte haben und jeder beurteilt hauptsächlich nach´seinem eigenen Vorteil und meint die Umstellung müsse gerade so sein, dass ER SELBER gut aussteigt.

PS: Viele finden es als Sauerei, wenn man Prämien kassiert für Tiere/Pflanzen die man gerade nicht mehr hat.
Ist schon jemand auf die Idee gekommen, dass der Sinn der Entkoppelung gerade darin besteht, nicht mehr Prämien für Tiere/Pflanzen zu produzieren, sondern etwa andere Tiere/Pflanzen zu betreuen zB Energiepflanzen, je nachdem was der Markt verlangt ??

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