Milchaktionstag_heute

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Name: stb antwortet um 22-03-2005 13:26 auf diesen Beitrag nach oben
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> Du schreibt eine Enkelin bringt Deiner Mutter Waren aus der Landwirtschaft und lässt sich dafür bezahlen.

Warum ärgert Dich das masslos ?

Ich würde ein paar Dinge auseinanderhalten:
1. Bedürftigkeit deiner Mutter
2. Geschenk mit bringen beim Besuch
3. Produkt aus der Landwirtschaft

Ich finde es angemessen bei einem Besuch ein Geschenk mitzubringen, das natürlich nicht bezahlt wird. Das kann auch aus der Landwirtschaft sein.

Die Produkte aus der Landwirtschaft sind für den Bauer Waren, die er selber mit Arbeitseinsatz und Maschinen und anderem Zukauf erzeugt. Die Produkte sind für den Bauer selbst nicht gratis.
Wenn nun Deine Mutter Waren aus der Landwirtschaft bezieht, wie andere Konsumenten auch, so finde ich es angemessen dafür normal zu bezahlen.

Hinsichtlich der Bedürftigkeit Deiner Mutter sehe ich nicht ein, weshalb nur die Bäuerin ihr Produkt herschenken soll, nämlich das Ergebnis ihrer Arbeit und Maschinen etc.. Wenn es um Unterstützung Deiner Mutter geht kannst ja auch Du das Produkte Deiner Arbeit (=Lohn) der Mutter schenken. Dann würde jeder etwas beitragen. Es gibt ja wohl keine Rechtfertigung die Bedürftigkeit Deiner Mutter nur der Bäuerin anzulasten.



Name: tschosef antwortet um 22-03-2005 13:36 auf diesen Beitrag nach oben

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> Mich würde interessieren wie Du Deine Mutter unterstützt??
Im Gegensatz zur Enkeltochter hast Du mehr Verpflichtung dazu!!!

mfg


Name: jacky65 antwortet um 22-03-2005 17:06 auf diesen Beitrag nach oben

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>
ja du bist der messias, denn da gibts auch keine quote!!
meint man, denn hier schreibt dir der abnehmer vor, wieviel du über sie vermarkten kannst.

und die lassen sich wunderbar im anbindestall oder im fischgrätenstand melken, die spaltenböden sind geradezu ideal für ihre harten klauen.und die melkanlage ist auch genau auf sie abgestimmt

satire aus

Name: stb antwortet um 23-03-2005 08:41 auf diesen Beitrag nach oben
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> Hallo levent !

Du hast sicher recht mit Deiner Beobachtung, dass es komisch ausschaut von den Konsumenten zu verlangen heimische Lebensmittel zu kaufen und dies selber als Bauer nicht zu tun.

Ich meine dazu, dass es den "Konsumenten" und den "Bauer" nicht gibt.
Es gibt Millionen Konsumenten und tausende Bauern, wo jeder anders handelt. Es gibt viele Konsumenten und Bauern die bewusst heimisch kaufen, aber halt auch nicht immer.

Die Ableitung aus der Kaufbeobachtung von Bauern, dass diese an die Konsumenten keine Erwartungen haben sollen, weil sie sich bei ihrem Einkauf auch nicht nach diesen Erwartungen halten, ist zwar verständlich, aber doch zu stark vereinfacht, auf ein Schema 1 Konsument - 1 Bauer.

Ich bin aber schon der Meinung, dass viele Bauern den Fehler machen, im Konsumenten einen Sündenbock zu sehen, daneben noch in Politil und EU etc.. Gleichzeitig aber die Hausaufgaben nicht zu machen und bei sich selbst jegliche Einsicht und Besserung zu unterlassen, was eigentlich der erste Ansatzpunkt sein sollte.

Name: theres antwortet um 23-03-2005 09:08 auf diesen Beitrag nach oben
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>Genau da liegt ein grosses Problem,
auf der einen Seite der Bauer als Erzeuger auf der anderen Seite der Konsument als Verbraucher- dazwischen liegen die vielen Verarbeitungsstufen der Veredlung.
Es fehlt der Austausch zwischen den beiden an den Enden des Seiles stehenden Gruppierungen.
Bei den berechtigten Forderungen der Bauern um einen angemessenen Milchpreis müssen wir dem Konsumeten klar machen, wo seine Vorteile dabei sind, nur aus Menschenfreundlichkeit zu verlangen, dass sie heimische Produkte und mehr dafür zahlen sollen,
das ist meiner Meinung nach nicht wirksam.
Wir müssen dem Konsumenten zeigen, was er verliert, wenn es uns nicht mehr gibt. Aber mit negativen Schlagzeilen bewirkt man nicht sehr viel, also gilt es zur Aufklärung ganz bewusst die vielen Vorzüge und Vorteile, die wir der Gesellschaft über die Versorgung mit Grundlebensmitteln hinaus bieten in einem viel grösseren Maße bewusst zu machen.
Ich bin nicht gegen Traktordemonstrationen weil da mit den Arbeitsgeräten in die Stadt gefahren wird, sondern weil dadurch keine Nähe zum Verbraucher hergestellt wird, man sitzt auf seinem Traktor, in seiner abgeschlossenen Kabine.
Mir fällt auf, dass ich mit meinen Versuchen, Konsumentinnen ins gemeinsame Boot zu holen, besonders von der männlichen Seite der Landwirtschaft belächelt werde,
aber ich bin als Bäuerin genauso Konsumentin und als ich begonnen habe, einfach mal aus der Sichtweise der Konsumentin zu denken, ist mir vieles klarer geworden.
Liebe Bauern, ich würde euch einfach bitten, nehmt euch mal ein wenig Zeit und fährt öfters mal zum Einkaufen, schaut einfach aus der Sicht eines Konsumenten und dann seht ihr vielleicht auch manches anders.

Die Frage einer Konsumentin möchte ich hier wiedergeben:

Was habe ich davon, wenn ich für die Milch mehr zahlen soll, die billigere Milch im Discounter ist doch nicht schlechter.

frdl. Gr.
regi


Name: stb antwortet um 23-03-2005 14:26 auf diesen Beitrag nach oben
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> Liebe regi

Du hast jedenfalls recht, wenn Du schreibst man müsse an die Sicht der Konsumenten denken und durch Aufklärung Überzeugungsarbeit leisten.

Diese Aufklärungsarbeit (=Werbung) bereitet den Boden für die Akzeptanz eines fairen Preises.

Andererseits kann der Schulterschluss mit den Konsumenten nur teilweise gelingen. Man muss auch akzeptieren, dass es beim Preis einen natürlichen Interessensgegensatz gibt. Man kann vom Konsumenten nicht erwarten, dass er bloss aus besserer Einsicht und Idealismus höhere Preise zahlt.

Es sind schon auch die Molkereien als auszahlende Stelle Adressat der Bauern. Es ist Aufgabe der Bauern dort auch mit Nachdruck und immer wieder bessere Preise einzufordern.

Für mich gibt es zwei "Stossrichtungen", nämlich Aufklärung beim Konsumenten und Härte beim Preis gegenüber der Molkerei. Beides ergänzt sich.


Name: Kathi antwortet um 23-03-2005 15:45 auf diesen Beitrag nach oben

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> Hallo,

Mal zur Aufklärung gegenüber Konsumenten. Mich reizt es immer unheimlich den Leuten beim Einkaufen das Wagerl auszuräumen und ihnen da zu zeigen was sie da überhaupt einkaufen.
Ich bin am Samstag schnell noch zum Supermarket gefahren, mittags eine unmögliche Zeit, unendlich viele Leute ...

Bevor ich in die Molkereiabteilung abbiegen konnte, stand da eine Frau, die das neueste am Markt anbot, ein Schlagobersersatz auf rein pflanzlicher Basis und fast kein Fett zum Spottpreis, da kommt kein echtes Schlagobers mit (ihre Worte)!!!
Ich schlucke, dränge mich mit meinen Päckchen Schmalz zur Kassa.
Im Wagerl vor mir 4 Packerl Tschechische Aktivia und gutes Joghurt aus Bayern.
Im Wager hinter mir das selbe !!!

Sollte man da die Leute drauf anreden - oder verbrennt man sich da eher die Zunge ??
Das wäre, meiner Meinung nach, Aufklärung an den Konsumenten.


Name: ede_1 antwortet um 23-03-2005 16:34 auf diesen Beitrag nach oben
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> @kathi
Ich bin österr. Milchviehhalter und darf dich fragen: Wäre es dir recht, wenn dich wildfremde Personen auf der Strasse ansprechen,weil du vielleicht Kleider von H und M trägst anstatt von Dostmann, Deichmannschuhe statt Richterschuhe, oder dich vielleicht jemand anpöbelt weil du einen John Deere fährst anstatt eines Lindners ???????
So ungern auch ich ausländische Produkte sehe in der Einkaufswagerl,dennoch gebietet bereits ein Mindestmaß an Anstand nicht Leute daraufhin anzusprechen....Wir sind doch freie Bürger in einem freien Land und nicht in Nordkorea,wo Parteileute bestimen was zu kaufen ist und was nicht.
MFG
ede

Name: biolix antwortet um 23-03-2005 18:56 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Hallo !


meine frau und ich ahben das schön öfter getan, bei "fremden" konsumenten" bei denen die bio im Körberl hatten uns bedankt und sie bestärkt daran Ö- bio zu kaufen. Aber sehr oft haben wir auch schon Kolleginnen und Kollegen getroffen, da ist es schon öfter vorgekommen das wir übers einkaufswagerl "geplaudert" haben und siehe da bei einigen hat sich das einkaufsverhalten eindeutig geändert.. das hat nichts mit nordkorea zu tun..
aber eine geschichte am rande aus dem jahr wo ich in die LW eingestiegen bin, das war doch 1995 der EU beitritt und plötzlich gab es Mehlaktionen beim diskonter um 1,99 oder 2,99.. und die BauernInnen haben gekauft und gekauft und ich war verblüfft, einerseits wollte man 4 schilling für sein getreide andererseits das billigste dann kaufen..
aber das beste kommt noch am samstag sitze ich neben einem Kollegen
und dem erzähl ich das meinte er nur, " bitte viele habens sogar an die Kühe verfüttert, haben sich das schrotten erspart.." ich viel fast vom sessel, das erinnert mich an die geschichte des Milchausstauschers als ich meine Schwiegermutter fragte, wie kann das billiger sein, milch wegführen, trockenmilch draus machen und dann wieder zurück am hof und den kälbern verfüttern.. wieder mal "die spinenn die Römer oder besser die B..." ne aber alle gemeinsam können wir den karren wieder in die richtige richtung lenken udn das ist jeden tag an vielen stellen notwendig, ein Beispiel hab ich noch, wir haben ja 2 Fewohnungen und haben gerade abend gegessen mit unseren Gästen udn wer weiß ob die nicht auch dann zuhause wieder mehr Ö-bio kaufen wie es schon viele andere vorgezeigt haben die seit sie bei uns waren nur mehr Ö-bio kaufen bzw. wenn es es nciht gibt ein ordentliche Ö konv. Produkt..
biolix.
ist doch schön

Name: GerhardW antwortet um 24-03-2005 07:29 auf diesen Beitrag nach oben
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Sind wir nicht froh darüber wenn unsere Produkte auch im Ausland gekauft werden ?

Name: pezl antwortet um 24-03-2005 08:46 auf diesen Beitrag nach oben
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> ja,aber um welchen Preis
Ich glaube es hat keinen sinn wenn wir unser hochwertigen produkte in die EU verschleudern.

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