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viele hören auf - wir fangen an

  Antworten: 19

Name: bionicle antwortet um 15-03-2005 23:07 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
viele hören auf - wir fangen an
>Wir machen weiter
Wenn es auch oft schwierig ist. Wir sind mit einer Biolandwirtschaft mit ca 16 ha im Nebenerwerb. Ich kenne auch viele sowohl zufriedene als auch frustrierte Unternehmer und Unselbständige und es ist fast nichts miteinander vergleichbar.
Wenn es nur irgend möglich ist sollte, und wenn es nur für ein paar Tage ist, jeder wirklichen Urlaub mit Abschalten vom Alltag machen können.
Dazu fehlen noch immer günstige Vertretungsmöglichkeiten durch geeignete Personen mit guter Organisation oder mittels Betriebsführungstausch.

Name: stb antwortet um 16-03-2005 08:18 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
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> Es gibt sicher viele Schwierigkeiten denen man als Bauer ausgesetzt ist. Da hat es meiner Meinung nach auch keinen Sinn Dinge zu beschönigen, wenn ich denke an 365 Tage Jahr, finanzielle Schwierigkeiten etc..
Ich habe allerdings schon oft den Eindruck, dass Bauern zu sehr jammern und den negativen Aspekten des Berufes zuviel Stellenwert einräumen.
So einfach ist es halt auch nicht, dass Bauer sein nur negativ ist. Der Beruf hat auch viele schöne Seiten.

Für sinnvoll halte ich die schönen Seiten zu suchen und zu stärken und manches negative zu vermeiden oder abzuschwächen. Denn trotz Schattenseiten gibt es auch viele Dinge die man mit einigem Willen SELBER ändern kann (zb 365 Tage/Jahr Arbeit). Wer negative Aspekte des Berufes nicht ändert, obwohl er es selbst in der Hand hat es zu tun, ist wirklich selber schuld. Dafür braucht niemand die Schuld auf Interessenvertretung, Politik, EU, Konsumenten und andere Sündenböcke schieben.

Ich halte zwar wenig von Bauern, die in blindem bäuerlichem Idealismus, vor der Realität die Augen verschliessen, aber genauso ist es nicht realistisch in anderen Berufen nur das positive zu sehen und sich selbst krankzujammern.

Realität hat damit zu tun, Licht und Schatten zu sehen und zwar innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft.
mfg
Name: laemmchen antwortet um 16-03-2005 11:58 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Hallo!

Ich hab mich über deinen Beitrag sehr gefreut! Wir stehen mit unserer Landwirtschaft auch vor einem grossen Umbruch! Bis jetzt hatten wir einen kleinen Milchschaf-Hobby-Betrieb (wir beide voll erwerbstätig nebenbei) und standen vor der Entscheidung: Landwirtschaft aufgeben wegen Anrainerproblemen (wir waren mitten in der Stadt) oder den Standort aufgeben und die LW ausbauen?

Wir haben uns für zweiteres entschieden und ich werds sicher nicht bereuen! Zwar ist es eine grosse Umstellung und die jetztige Grössenordnung des Betriebs ist ganz was neues für uns (von 5 Milchschafen und 10 Merino auf 20 Milchschafe und 20 Merino, von 1,5 ha auf 17 ha) aber ich liebe die Arbeit in der Landwirtschaft und meine Ausbildung in der Privatwirtschaft hilft mir, alles genau zu planen und zu kalkulieren.

Ich freue mich, zu erfahren, dass auch andere so optimistisch sind und die schönen Seiten der Landwirtschaft sehen, und anfangen oder weitermachen.

Ich wünsche Euch allen viel, viel Glück! Wir sind schon ein toller Haufen!!

Liebe Grüße aus Kärnten

lämmchen
Name: JFE antwortet um 16-03-2005 21:43 auf diesen Beitrag nach oben
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> Hallo Lämmelein !
Es hört sich schön an ,leider ist die Realität eine ganz andere u. es ist halt nicht jeder ein Aussiedlerhof mit dem sehr gut zu deiner Ansicht passenden finanzielen Rückhalt eines Stadtbauern.
Träum deinen Traum weiter aber wen du aufwachts ,erschrick nicht zu sehr.

MfG JFE

Name: laemmchen antwortet um 17-03-2005 08:21 auf diesen Beitrag nach oben
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> hallo JFE

Lieb von dir das du dir Sorgen machst!

Aber ich kann halt in einem kurzen Posting nicht meine ganze Betriebsstruktur erklären. Vielleicht hast du einen falschen Eindruck bekommen. Wir haben 3 Standbeine, und sind ein Hof mitten im Fremdenverkehrsgebiet direkt an einer Strasse zu einem beliebten Touristenausflugziel, mitten im Wandergebiet... (nur halt weg vom Industrie- und Wohngebiet)
Ich glaube, und auch meine buchhalterische und landwirtschaftliche Erfahrung bestätigen mir, das ich mit meinem Nischenprodukt und meiner Buschenschank gar nicht sooo schlecht dran bin...
Brauchst keine Angst zu haben, ich bin schon realistisch, ich hab mich halt nur gefreut, das hier auch andere den " Wert" einer Landwirtschaft erkennen.



Name: ranger antwortet um 17-03-2005 08:36 auf diesen Beitrag nach oben

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> Also ich glaube das Grundübel ist, dass die alte Generation, und die davor, in ihrem Bauerndasein teilweise Herrscher und Kaiser waren, die für die damalige Zeit genug verdient haben und noch dazu ziemlich viel Macht hatten.
Wer steigt schon gerne vom hohen Ross?! Da es immer weiter bergab ging haben sie der nachkommenden Generation das raunzen beigebracht.

DIE ZEITEN HABEN SICH GEÄNDERT WIR FANGEN NEU AN

Mir wird als Jungbauer (kleiner Nebenerwerb) , der die Landwirtschaft nicht anders kennt, kein Raunzer über die Lippen kommen. Ein kleines Nebeneinkommen ist es allemal. Reich werde ich dabei nicht, muss aber auch nicht sein.

lg
ranger

Name: laemmchen antwortet um 17-03-2005 08:59 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Gut gesagt, ranger, hast meine 100% Zustimmung

Man muss immer, in jedem Beruf, mit der Zeit gehen, und sich anpassen, der der steckenbleibt, bleibt schliesslich auf der Strecke...

Name: UaB antwortet um 17-03-2005 20:05 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Ich höre ( fast ) immer nur jammern, wie schlecht es uns geht. Geht es uns schlecht? Haben wir zu wenig zu essen, müssen unsere Kinder im Winter ohne Schuhe gehen oder auf eine ordentliche Ausbildung verzichten? Oder ist es vielleicht eher so, dass wir uns kein drittes Auto leisten können, die Kinder die neuesten Computerspiele nicht haben, oder wir nicht die Zeit haben, um die schickesten Sportarten auszuprobieren? Brauche ich das, um ein glücklicher und zufriedener Mensch zu sein? Ist es nicht eher ein Teufelskreis? Der Mensch will immer mehr und mehr und noch mehr. Er hat aber immer weniger davon, da er soviel Zeit mit arbeiten verbringen muss, um sich das alles zu verdienen. Ist es das, was wir vom Leben wollen? Man muss die Arbeit machen, die man gerne macht, egal, ob Arbeiter, Selbstständiger oder Bauer, dann ist man zufrieden und das ist mit keiner Menge Geld der Welt zu bezahlen. Und zu wissen, was man will, braucht man Zeit, um zu sich selbst zu finden und sich und seine Bedürfnisse zu erkennen. Die Zeit werde ich aber nicht haben, wenn sich alles nur ums Geld dreht. Das Leben kann morgen für einen jeden von uns vorbei sein, und dann sollen unsere Hinterbliebenen nicht sagen müssen, dass wir unser Leben mit Jammern und Unzufriedensein verbracht haben, oder so mit dem Geldverdienen beschäftigt waren, dass wir keine Zeit hatten, um uns um die wichtigen Dinge des Lebens ( Partner, Kinder, Freundschaften...) zu kümmern.

Name: helmar antwortet um 18-03-2005 08:26 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo UaB!
Du hast mir regelrecht aus der Seele geschrieben! Und ich weiß auch dass du mit einem schweren Schicksalsschlag leben mußt. Hut ab vor deiner Stärke, aber es scheint mir so dass es meistens die Frauen besser schaffen sich mit Veränderungen auseinanderzusetzten.
Alles Gute weiterhin, helmar>

Name: UaB antwortet um 18-03-2005 18:24 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Die Schicksalschläge, die im Leben so daher kommen, lehren uns über den Sinn des Daseins nachzudenken. Dinge, die einem fürchterlich geärgert haben, werden im Angesicht des Todes und der damit verbundenen Veränderungen unwichtig. Gott sei Dank müssen nicht alle die Erfahrung machen, um sich Gedanken über den eigentlichen Sinn des Lebens zu machen und aus der materialistisch orientierten Weltanschauung auszusteigen. Das Ganze ist ein gewaltiges Entwicklungsprozeß und dauert lange. Alleine, dass sich soviele Leser an die Fragen, die in diese Richtung gehen, beteiligen, empfinde ich als sehr postiver Ansatz.

Ich glaube auch, dass Frauen flexibler reagieren können. Das hängt aber auch mit der Erziehung und mit unserem Alltag zusammen. Wer mit Kindern lebt und sie erzieht, muss flexibel reagieren können. Und die Kindererziehung ligt noch immer vorwiegend in weiblicher Hand.

liebe Grüße an Kati!! ;.-))


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