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Qotenbörse oder Lieferrecht

  Antworten: 9

Name: helmar antwortet um 13-03-2005 11:28 auf diesen Beitrag nach oben

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Qotenbörse oder Lieferrecht
>Solange eine rege Nachfrage nach Quoten besteht wird diese auch eine Börse nicht billiger machen. Außerdem steht jedem Quoteninhaber das Recht zu damit zu machen was er will, nämlich beliefern, verkaufen , mit Vereinbarungen weitergeben oder was immer. Und wenn jemand über die "Sofamelker" schimpft, dann sei er daran erinnert, dass dies nur für eine gewisse Zeit möglich ist und diese erst durch das Verhalten mancher( Milch raus um jeden Preis) möglich sind. Ich habe zwar nicht die Absicht mit der Milchlieferung aufzuhören, aber sollte dies eimal passieren, dann möchte ich( oder meine Erben!!!!) entscheiden wer die Quote bekommt, und nicht dass diese von NÖ rgendwohin wandert ohne dass darauf Einfluß genommen werden kann!
Mfg, helmar

Name: gasteighof antwortet um 13-03-2005 11:34 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Qotenbörse oder Lieferrecht
> Gestatten Sie, dass ich mit 5 Milchkühen überhaupt wage, etwas zu sagen. In meinen Augen ist Quotenverkauf unmoralisch, außer es handelt sich um gekaufte Quote.

Der richtige Weg wäre gewesen, JEDEN Milchviehbetrieb mit einer seiner Futterfläche entsprechenden Quote auszustatten. Wer mit dieser nicht genug hat, soll die Möglichkeit haben, sich aus der nationalen Reserve bei progressiver Preisgestaltung Quote zu leasen. Jetzt soll mir einer sagen, ob das nicht gerecht ist!

Blenden wir zurück: Seinerzeit wurden jene, die den Milchmarkt kaputt gemacht haben, mit hohen Richtmengen belohnt, wurde jenen Bauern, deren Alm im Einzugsgebiet des Heimgutes liegt, die auf der Alm gewonnene Milchmenge der Richtmenge des Heimgutes zugeschlagen, mit der Neulieferantenregelung wieder vielen Bauern die Möglichkeit gegeben, eine Richtmenge ohne Rücksicht auf die vorhandene Futterfläche zu ergattern. Die Krönung war dann die Umwandlung der D-Quote, die eigentlich L-Quote (Lügenquote) heißen sollte. Hier haben die Insider so richtig zugeschlagen. Nicht zu vergessen, die jüngst erfolgte Quotenzuteilung an die aktiven Bauern.

Fazit aus meiner Sicht: Je eher dieses System verschwindet, um so besser!

@ aktive Bauern: Weil mir in der in der Milchwirtschaft durch meine Ressurcen Grenzen gesetzt sind bzw. ich diese Grenzen erkenne, lasse ich mich noch lange nicht als inaktiven Bauern abstempeln. Es bleibt zu hoffen übrig, dass die aktiven Bauern ein maximales Einkommen und nicht die Haltung von vielen Rindern oder die Lieferung von viel Milch zum Ziel haben.

MfG Hans, http://www.gasteighof.at





Name: gasteighof antwortet um 13-03-2005 13:28 auf diesen Beitrag nach oben
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Qotenbörse oder Lieferrecht
> Bitte verzeiht mir die Fehler im letzten Absatz. Es muß natürlich heißen "als Ziel"!

MfG Hans


Name: biolix antwortet um 13-03-2005 19:43 auf diesen Beitrag nach oben
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Qotenbörse oder Lieferrecht
> Du hast ´zu 100 % recht, hans ! und schön das sich jemand mit 5 Kühen einmischt und eine eigene Meinung hat.. das sollte auch noch jeder 10 ha Betrieb haben und sich nicht als Nebenerwebler oder sowieso "aufhörer" abstempeln lassen, wie es die "führende" Schicht der "Aktiven" Bauern jetzt schon tut..
lg biolix

Name: helmar antwortet um 13-03-2005 19:49 auf diesen Beitrag nach oben

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Qotenbörse oder Lieferrecht
>Ich hab 10 ha LN und 20 ha Wald, lieber biolix! Und steh zu meiner Meinung, liebe Grüße, helmar

Name: biolix antwortet um 14-03-2005 00:58 auf diesen Beitrag nach oben
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>
Das ist ja das tolle ! danke f. d. n. a. h.
Name: stb antwortet um 14-03-2005 08:35 auf diesen Beitrag nach oben
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Quotenbörse oder Lieferrecht
> Wie roko richtig schreibt kann man darüber endlos diskutieren. Für mich ist eines dabei völlig klar: Man wird NIE zu einer für alle gerechten Lösung kommen.

Ich kann mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass die meisten den derzeitigen Stand nur deshalb für ungerecht halten, weil Sie selber das bisherige System nicht genug ausgenutzt haben oder ausnutzen konnten.

kfg meint die aktiven Bauern könnten das Geld besser einsetzen, also auf gut deutsch sein Geld ist ihm näher als das anderer Leute. Es ist schon klar, dass es besser ist man müsste kein Geld für Quote ausgeben. Aber das bedeutet nicht, dass es nicht möglich ist, dass der Verkäufer das Geld besser einsetzt. Weil was heißt schon besser beim Geldausgeben: Was einem wichtig ist und man daher kauft ist sehr subjektiv.
Ich gebe allerdings zu, dass in meinem Fall (ich habe die Quote vor 2 Jahren verkauft) das Geld den Käufern mehr gebracht hätte, weil ich es nur gespart habe.

Gasteighof meint die vergangene Entwicklung des Milchquotensystems war so ungerecht und man hätte nach der Fläche aufteilen sollen. Das ist jetzt zwar eine Unterstellung, aber das klingt danach, als hätte er selber viel Fläche, während er oder seine Vorgänger aus welchen Gründen immer sich zuwenig Quote geholt haben.

Ich bin der Meinung ein Quotensystem wird nie gerecht sein, weil es immer welche geben wird die besonderes gut oder besonders schlecht dabei aussteigen werden. Irgendwann gibt es einen Startzeitpunkt und man hat eine gute/schlechte Startposition.
Bei mir zu Hause war es damals so, dass man aus alter Tradition noch Butter gemacht hat und dafür eine miserable Quote zugeteilt bekommen hat, die dann mit überliefern, kaufen, umwandeln, zuteilen etc., also der üblichen Murkserei, etwas aufgemotzt wurde.
War auch ein Quatsch, aber was soll daran ungerecht sein, wenn man soviel Quote erhält wie man damals geliefert hat.

Eine interessante Erfahrung war vor 2 Jahren wo wir mit den Milchkühen aufgehört haben und auch seither keine Pachtflächen mehr bewirtschaften. Wegen Abgabe der Pachtflächen mussten wir ca. die Hälfte vom Vieh verkaufen. Es waren durchwegs gute Kühe, aber keiner hat sich dafür interessiert, aber bei der Quote war es regelrechter Telefonterror. Weil es für mich völlig unverständlich ist für die Quote derartig viel zu bezahlen, habe ich mir vorgenommen zumindest nicht mehr als 1€ zu verlangen und in der Region zu verkaufen. Dann hat mich einer angerufen, den ich nicht kannte, der hat mich am Telefon gleich blöd angeredet, dafür habe ich aus Ärger den Preis € 1,2 genannt und er hat ihn sofort akzeptiert. War mir dann auch recht. Den anderen habe ich trotzdem weniger verlangt.

Für mich ist es beim Quotenkauf so, als wenn ich meinem Arbeitgeber beim Arbeitsantritt dafür dass ich arbeiten darf, einmal sofort ein Jahresgehalt bezahle. Ich erwerbe damit das Recht zu arbeiten.

Was ich eigentlich sagen will ist folgendes: Solange es jemand gibt der mehr Milch liefern will und deshalb Quote braucht, wird die Quote einen Wert haben und Angebot und Nachfrage werden den Preis machen. In Österreich macht die hohe Nachfrage und Zahlungsbereitschaft den hohen Preis aus. Daran sind nur die Käufer (in ihrer Gesamtheit) schuld.
Jeder der verkauft wäre blöd die hohen Preis nicht einzustecken.
Die hohe Nachfrage wird trotz Quotenbörse hohe Preise bringen.

Mir persönlich war es jedenfalls zu teuer auf die Quote aufzustocken, die ich gebraucht hätte. Aber das ist Sache jedes einzelnen. Ich wünsche trotzdem jedem Milcherzeuger alles gute, weil leicht ist es in keinem Zweig der Landwirtschaft.

Name: tirolmilch antwortet um 14-03-2005 09:56 auf diesen Beitrag nach oben
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Quotenbörse oder Lieferrecht
>
Dem Beitrag von stb ist nichts hinzuzufügen, ist einer der besten Beiträge, die ich in diesem Forum gelesen habe. Stb sieht die Situation realistisch und ich bin überzeugt, das er für seinen Betrieb die für ihn passende Lösung gefunden hat. Auch die Argumente von gasteighof sind anzuerkennen, aber nicht realistisch. Wenn sich Betriebe in der Vergangenheit auf andere Betriebszweige konzentriert haben, kann man heute nicht auf die losgehen, die schon immer ihre Chance bei der Milch gesehen haben.
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