Tagebuch
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Bäuerliche Kultur und Identität > Hallo Hans, was sind alte Werte? Bäuerliche Kultur hatte schon immer auch etwas mit Kultur zu tun, der Versuch der Bauern, sich an die Werte der anderen anzupassen, ist wahrscheinlich schon sehr alt. Aber bei der Suche nach Kultur habe ich mich einfach auf die Suche gemacht, alle Welt bewundert die Musik der Wiener Philharmoniker, Salzburg mit seinem "Jedermann", mit Mozart hat einen herausragenden Ruf in der Welt, schöne alte Schlösser, Kirchen zeigen von einer grossen künstlerischen Vergangenheit. Und wo ist unsere Kultur heute? Die Tatsache, dass ein paar ausländische Jüngelchen ihre heimischen Mitschüler Bauerntrampel nennen, ist mit Sicherheit nicht überzubewerten (Ich habe absolut nichts gegen Ausländer) Als Mutter habe ich erlebt, dass Bauerntrampel, stinkiger Bauer absolut nichts mit dem Stallgeruch zu tun hat. Sondern als Abwertung ganz schnell bei der Hand ist. Du magst mich altmodisch nennen, aber ich denke schon, dass ich noch nicht so altersverwirrt bin, dass ich noch unterscheiden kann. Unterscheiden, dass die meisten Bauernkinder, egal ob sie einen Beruf lernen oder studieren, sich ihren Platz in der Gesellschaft schaffen. In unserem Haus gehen doch viele junge Leute ein und aus- ich freu mich, dass die heutigen jungen Menschen eine gute Ausbildung, gute Manieren und gutes Benehmen wieder schätzen, aber erhalten haben sie diese Werte von ihren Eltern. Frag mal Handwerksmeister, Personalchefs nach den Einstellungschancen von Bauernkindern. Sie werden mit Sicherheit in die engere Wahl genommen, weil in ihnen noch Werte vorhanden sind, die immer mehr in Vergessenheit geraten. Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, eigenständiges Denken, hoher Arbeitseifer, Leistungsbereitschaft, eine gute Vernetzung von handwerklichem Können und geistigem Wissen. Derartige Dinge werden in unserem Bekanntenkreis diskutiert, der sich eben auch aus Handwerkern und Personalchefs zusammensetzt. Diejenigen Bauernkinder, die sich ihrer Herkunft schämen- schneiden sich nach Meinung eines Personlachefs von ihren Wurzeln ab, diejenigen, die dazustehen- haben bessere Karten. Und das bei Bauern ein Wort noch als ein Wort gilt, dass eben bestimmte Werte, eine bäuerliche Kultur einen tragbaren Grund und Boden für das Leben abgibt- das wird nach meinem Gefühl für die Zukunft noch wichtiger. Es gibt schon viel zu viele wurzellose- und haltlose Menschen, die von den Meinungen und Strömungen hin- und hergeweht werden. Die Suche nach bäuerlicher Kultur hat für mich nichts mit altmodischen Wühlen in der Vergangenheit zu tun, sondern ein Leben ohne Werte und Richtung ist ziemlich ziellos. Dass Bejammern von PISA-Studien, die scheinbar in einigen Ländern besser, in anderen schlechter sind, hat mit Sicherheit auch etwas mit kulturellen Werten zu tun- und die lernen Kinder nicht nur in der Schule, sonder im Elternhaus. Bäuerliche Kultur und Identität ist nicht was vorgestriges, überholtes für die Mülltonne, sondern das Verschwinden von Kultur und Werten sind Zeichen einer sterbenden Hochkultur. Und ein Blick zurück in die Geschichte ist nie ganz verkehrt, denn die Vergangenheit ist auch Teil unserer Gegenwart. Den KIndern und Jugendlichen möchte ich keine Schuld zuschieben, sie sind Spiegel der Erwachsenen. Ich erlebe in der landw. Ausbildung eine unheimliche fachliche Stofffülle, aber die Vermittlung von Werten, hat sehr wenig Platz. In anderen Berufen ist es ähnlich, der Meister vom guten alten Schlag, der seinen Lehrlingen ausser fachlichem Wissen auch noch Werte mitgab, es gibt nicht mehr viele dieser Sorte. Aber es ist interessant, wenn man mitbekommt, wie sich junge Menschen entwickeln, wenn sie mit Werten konfrontiert werden. freundliche Grüsse von einer altmodischen kulturellen Wertesucherin regi
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