Tagebuch
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Gentechnik in der Landwirtschaft als Chance für die EU Bauer @ biolix: Zitat: "ausser das der Chevy sich zu dem eben nicht dazu äussert, zeigt das du sehr richtig liegst" Sagt wer? Biolix, wann kommst Du endlich mit den Ergebnissen? Du hast mich noch nirgends drangekriegt, ich habe die von mir getroffenen Behauptungen immer belegt - wo sind Deine Belege? Behaupten kann bald wer etwas. Die Schwierigkeit an der Sache ist, dass schon das Thema für Dich zu kompliziert ist - das gilt auch für blondi, der noch mehr Blödsinn daherredet als Du. Leider beweist der Monsanto-Film halt nix im Zusammenhang mit den grundsätzlichen Fragen der Grünen Gentechnik - und Du bist nicht in der Lage, eine vernünftige Frage zu artikulieren. @ Fetzerl: Servus! Ich versuche es Punkt für Punkt abzuarbeiten. Zitat: "Worin liegt der Nutzen für uns Landwirte, wenn wir gentechnisch veränderte Organismen verwenden? Oder anders gefragt: Bleibt uns mehr im Geldbörsel, wenn wir GVO anbauen? Soweit ich das sehe: Nein! Im folgenden die Begründung dazu. Gentechnisch verändertes Saatgut hat gegenüber dem Normalsaatgut praktische keine Ertragsvorteile, d.h. ich ernte pro ha nicht mehr kg (zumindest keine Firma behauptet dies bis dato). Einsparungen sollen sich hauptsächlich bei den Pflanzenschutzmitteln ergeben, bei Herbiziden sind die Einsparungen eher gering (vielleicht 10 bis 20 €/ha). Dünger wird genausoviel benötigt und gegen verschiedene Krankheiten resistente GVO gibts (noch) nicht. Einzig gegen Schädlinge resistente GVO scheinen erfolgsversprechend zu sein. Die Einsparungen werden jedoch aufgewogen durch nicht unbeträchtliche Saatgutkosten - die Anbieter sind fast immer Monopolisten und verlangen dementsprechende Preise. Dazu kommt dann die Abhängigkeit von Großkonzernen mit dementsprechenden Machtmitteln und -ansprüchen. Bei den meisten Kleinbauern in Dritte Welt-Ländern wirds nicht viel anders sein; deren Abhängigkeiten werden dann eher noch verstärkt, da lokale Sorten und deren Produzenten aus den Märkten gedrängt werden. Das heisst für mich: wenn ich GVO einsetze, bleibt mir wahrscheinlich nicht mehr Geld über und ich werde auch in Europa nicht ohne Förderungen arbeiten können." Das ist insofern nicht richtig, als ja nicht die maximale Ertragssteigerung im Vordergrund steht, sondern versucht wird, der Tatsache, dass das genetische Potential der bereits existierenden Sorten noch nicht annähernd ausgeschöpft wird (aufgrund von Krankheiten, Schädlingen, Dürre etc.), Rechnung zu tragen, indem man mit den Mitteln der Gentechnik versucht, Ausfälle zu vermindern. Das sich die Sache finanziell für die Bauern nicht rentiert, ist ein Gerücht, welches jeglicher Grundlage entbehrt - besonders die Kleinbauern in der Dritten Welt profitieren davon - das ist belegt wie nur etwas (Studien dazu habe ich im Grüne-Gentechnik-Thread zuhauf angegeben). Zitat: "Da die meisten Konsumenten GVO bis dato ablehnen (für sie bringts keine Vorteile - und vergleichsweise günstig sind Lebensmittel ohnehin), wird auch auf dieser Seite nicht mehr bezahlt werden." Und wieso lehnen die meisten Konsumenten - dies gilt ohnehin nur für Europa - die Gentechnik ab? Weil Greenpeace, Global2000 etc. sie mit ihrer Schauerpropaganda öffentlichkeitswirksam so disreditiert haben, dass der Mainstream diesen Unsinn jetzt auch glaubt. Zitat: "Unser Netzwerk an Abhängigkeiten, speziell bei der Abnehmerseite und bei den Förderungen wird sich garantiert nicht ändern, eher werden sich unsere Abhängigkeiten noch verstärken (speziell bei Saatgut!!!)." Wieso sollten sie das tun - Saatgut werden die Konzerne ob mit oder ohne Gentechnik nicht verschenken. Zitat: "Die Einflüsse, die gentechnisch veränderte Pflanzen auf die Natur haben, sind bis dato kaum bekannt; weder ob sie Schaden anrichten können noch ob sie sicher sind! Speziell bei der Sicherheit bin ich sehr skeptisch - warum sollte ich einem Großkonzern glauben, der eine Studie aus seinen eigenen Versuchen veröffentlicht, die seinen Interessen dient?" Wie kommst Du zu dieser Aussage? Dasselbe Argument lässt sich übrigens auch gegen Greenpeace verwenden (man erinnere sich nur an Brent Spar) Zitat: "Die meisten Probleme, die GVOs lösen sollen, sind menschengemacht - Unkräuter, die in Massen auftreten oder Pflanzenschädlinge, die auf einmal ganze Ernten vernichten." Das ist nur die halbe Wahrheit. Heuschreckenplagen kommen schon in der Bibel vor - auch menschengemacht? Zitat: "Die Probleme der Menschheit in Bezug auf die Nahrungsmittelproduktion werden sich mit Gentechnik alleine kaum lösen lassen;" Sehr richtig - das behauptet allerdings auch keiner. Zitat: "hier wäre andere Ansätze vielversprechender: * Verbesserung in der Lagerhaltung * Aufbau lokal angepasster Landwirtschaft mit angepasster Nutzung der natürlichen Ressourcen (lokale Sorten und Rassen) * bessere Verteilung der Lebensmittel * Stopp der Verbauuung landwirtschaftlicher Flächen * Effizientere Nutzung von Nahrungsmitteln (weniger wegwerfen) * Überlegen, inwieweit die Energieproduktion vom Acker wirklich so schlau ist * Einfach ein bisserl weniger essen..." Das reicht aber nicht - das große Problem beim Bio-Anbau ist ja gerade, dass er zuviel Fläche braucht. Zitat: "Für mich ergibt sich aus all den angeführten Punkten ein einfacher Schluß: der Nutzen der Gentechnik in der Landwirtschaft ist sehr gering bzw. für mich nicht vorhanden. Derzeit sage ich: Finger weg davon, schauen wir mal, das wir alles so auf die Reihe bekommen; damit haben wir mehr als genug zu tun!" Diese Ansicht ist legitim - nur sieht das die Mehrheit der Bauern weltweit anders. Zitat: "der Vergleich mit zwischen medizinischer (roter) und landwirtschaftlicher Gentechnik ist mE nicht zulässig. Bei der medizinischen Gentechnik (und auch bei industriellen Anwendungen) erfolgt die Nutzung gentechnisch veränderter Organismen in einer abgegrenzten Umgebung (Reaktoren, Kessel, etc.), sodaß keine Verbindung zur Umwelt besteht und keine veränderten Organismen freigesetzt werden. Genau das ist aber bei grüner Gentechnik der Fall - wir versetzen veränderte Organismen in die Umwelt und hoffen, dass nix passiert." Wieso ist dieser Vergleich nicht zulässig - beide Verfahren beruhen auf denselben biologischen Gesetzmäßigkeiten. Die Frage ist ja nur: Funktioniert es in Theorie und Praxis - das is die Aufgabe der Forschung. Sie mus in jedem Fall testen verbessern, testen verbessern. Bislang gibt's nirgends Probleme - alles verhält sich so, wie vorausgesagt. Zitat: "Noch ein Wort zum Thema Superunkräuter: Roundup - bzw. Glyphosat-resistente Unkräuter gibts tatsächlich, in einigen Landstrichen der USA haben die Bauern schon massiv damit zu kämpfen, insbesondere bei Amaranth. Frage: wodurch sind die dann entstanden? Logischerweise dadurch, dass ein bestimmtes Gift sooft benützt wurde, dass irgendwann mal Pflanzen resistent wurden. Die Häufigkeit der Verwendung wurde aber durch die dagegen resistenten GVO so richtig forciert - im Endeffekt war die Sache erst wieder für die Katz, was bringts mir denn, wenn der Soja resistent ist, der Amaranth aber auch? Das kann uns beim Bt-Mais genauso passieren, dass der Maiszünsler mal resistent wird und was dann?" Bislang stellen Resistenzen kein besonderes Problem dar. Dass sie sich einstellen können ist zwar richtig, nur kann man ja dagegen auch wieder eine Lösung finden. Resistenzphänomene sind ja nicht Gentechnik-spezifisch (das habe ich allerdings schon ausgeführt - darum mein Vergleich mit Antibiotika). Zitat: "Fortschrittsgläubigkeit ist mE nirgends angebracht! Schon oft wurde geglaubt, das alles überstrahlende Superding zu haben - letztendlich ist man doch draufgekommen, das nicht alles so schön aussieht. Das beste Beispiel ist die Atomkraft - in den 50igern und 60igern höchstgelobt; heute ist klar, dass das nicht unbedingt die Lösung war bzw. wir mit dem Zeug noch lange leben müssen..." Blinde Fortschrittsgläubigkeit ist wirklich nicht angebracht - allerdings existiert die auch nirgends. Übrigens ist die Atomkraft in diesem Zusammenhang ein sehr schlechtes Beispiel, wenn man Kosten mit Nutzen vergleicht. MfG
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