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45.000 kg Quote - Wozu melken ??

  Antworten: 38

Name: stb 24-01-2005 09:50 nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
Bekanntlich ist Österreich Schlusslicht in der EU bei der Milchanlieferung je Landwirt. Die Durchschnittsquote liegt bei ca. 45.000 kg.

Ich denke mal die 45.000,- kg Milch bringen einen Umsatz von rund 30ct/kg.

Milcherlös daher:
45.000 mal 0,3 € = 13.500,- € im Jahr

durch 365 Tage 37,- € am Tag
durch 2 Melkzeiten 18,- € je Melkzeit
Zeitaufwand 2 h Stall 9,- € Umsatz je Stunde

Ich frage mich welchen Sinn das haben kann, wenn man auf 10 € Lohn/h kommen sollte.

Vom Umsatz muss man ja noch die Kosten für Futter, Gebäude, Tierarzt, Strom, etc. abziehen, sodass ich davon ausgehe, dass maximal die Hälfte des Umsatzes übrigbleibt. Laut grünem Bericht beträgt das Einkommen in der Landwirtschaft etwa 1/3 vom Umsatz.

Warum arbeitet man für 3,- € pro Stunde ???

Wenn es ein Hobby ist, das leuchtet mir ein.
Gibt es noch andere Gründe ??
Name: riener antwortet um 24-01-2005 12:22 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> mit meinen 43000 kg kontingent stehe ich auch vor der überlegung wie ich meinen betrieb weiterführen soll. Ist es besser bei der milch zu bleiben oder soll ich in die MK haltung wechseln ?
Ist ein neuer milchviehstall für ca. 30 kühe und der quotenkauf ( 100000 kg) eine gute investition oder sollte ich besser extensivieren und meinen derzeitigen 20 stunden job behalten ?
So wie es derzeit ist ( milchviehhaltung und 20 h arbeit ) kann es nicht weitergehen - das macht einen verückt.

Name: JFE antwortet um 24-01-2005 13:00 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> an Riener

Mutterkuh nur wen SV-Beiträge niedrig,Bergbauernzone und genug Arbeitskräfte( tatkräftige Pensionisten ) am Hof sind ,weil die tägliche Arbeit sich nur um die Melkzeit verringert,der Rest bleibt gleich .Einkommen nur wen es mit den Kälbern optimal klappt sonst nur Ärger und schlecht bezahltes Hobby.
Ich habe es 4 Jahre versucht mit 32 MK im Nebenerwerb,EW 34.000 €
und jetzt das Handtuch geworfen,um wieder ein bisschen Lebensqualität
zu haben.Es war nicht leicht nach 35 Jahren die Viehhaltung aufzugeben.
mbG JFE


Name: riener antwortet um 24-01-2005 13:20 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> an JFA

mein betrieb ist im berggebiet und habe einen EW von 5000€.
Ich habe 20 ha arondiertes grünland ( davon 8 ha wechselwiesen).
Welche probleme und welche rasse hattest du bei den Mukis ?

Name: stb antwortet um 24-01-2005 13:37 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo JFE

Zu mir hat mal wer gesagt die Mutterkühe sind nur die Übergangsstufe zum ganz aufhören.

Das deckt sich zwar irgendwo mit deinen Erfahrungen.

Aber ich denke wenn man sich irgendwie schwer tut mit dem Aufhören kann auch die Zwischenschaltung einer Übergangslösung irgendwie was bringen, selbst wenn es sich finanziell nicht lohnt. Man hat zumindest noch versucht einen anderen Betriebszweig umzusetzen und muss sich hinterher nicht fragen, ob es vielleicht doch eine Lösung gewesen wäre.



Name: JFE antwortet um 24-01-2005 16:19 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> an Riener
Laufstall mit Weide-haben sehr tiefe Böden-Bei längeren Regen/Acker
Fleckvieh + Limo-Stier bei der Herde.Deckergebnis sehr gut.
Probleme -durch Zukauf -Parasiten eingeschleppt ,bis der Tierarzt die Ursache erkannte -50 % tote Kälber.Hat sich wieder normalisiert ,aber
50 Wochenstunden -Nebenerwerb + Ü.Std. u.der Betrieb war zuviel.
Behalte mir noch 1 Jahr 5 ha Wiese mit etlichen MK u.dann ist Schluss!

34.000 € EW - = 2400 € vierteljährlich SV -Beiträge-- ist für NW zu viel
zahle auch bei der GBK nicht wenig -u.die Pensionsaussichten ?????
mfG JFE

Name: riener antwortet um 24-01-2005 21:50 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> an JFE

danke für deine antwort
da du einer vollzeitarbeit nachgehst kann ich deine entscheidung gut verstehen. Zudem sind jährlich 10000€ SVB beitrag einfach zuviel für eine extensive landwirtschaft. Ich nehme an das du ja auch einen ordentlichen pacht für diene flächen erhalten wirst.
Bei mir ist es etwas anders . Ich zahle nur ein viertel deiner SVB beiträge, und bei uns bewegt sich der pacht nur zwischen 50 und 100 € pro hektar, wodurch kaum einer seine wirtschaft zusperrt ( es gibt auch fast keinen pachtgund).

darum überlege ich ob es nicht besser ist in die MK haltung einzusteigen und wieter 20 wochenstunden arbeiten zu gehen bevor ich mich durch eine ausweitung der michwirtschaft verschulden muß und ich dann ganz davon abhänig bin, den einen nebenerwerb kann ich mir dan nicht mehr vorstellen.

du hast geschrieben das bei MK haltung nur etwas übrigbleibt wenn alles gut läuft ( du hattest ja großes pech ), aber bei der milch ist es auch nicht anders ( wenns schlecht läuft holt sich die bank den hof wegen der Kreditschulden )

Name: Senta antwortet um 25-01-2005 10:00 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Als milchkuhhaltende Bäuerin würde mich eine Rechnung interessieren,
wie entwickelt sich die Kosten-Gewinn-Schere bei einem höheren Kontingent?
Wann ist diese Schere so, dass für den arbeitenden Bauern auch was übrig bleibt?
Haben wirklich nur die von der Eu erträumten Betriebsgrössen eine Zukunft?
Welche Betriebsgrösse bietet ein ausreichendes Einkommen, um auch noch Lebensqualität zu bieten und nicht nur noch Sklave seines Betriebes, seiner Rinder und der Bank zu sein?
Bisher hat mir diese Fragen niemand beantwortet-
senta


Name: norps antwortet um 25-01-2005 10:08 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
Hallo riener

Ich kann dir nur recht geben.
Ich frage mich, woher dieser Blödsinn kommt, dass die MK-Haltung nur die Vorstufe vom Aufhören ist. Ich glaube, diejenigen sollten sich diese engstirnige Meinung für sich behalten, und andere nicht damit beeinflussen.
Wenn du mit der LW Freude hast, und du sie noch im Nebenerwerb führen willstl, dann ist die MK-Haltung sicher ein guter weg, weil du die Arbeitszeiten wesentlich flexibler und rationeller gestalten kannst.

lg

Name: stb antwortet um 25-01-2005 11:36 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo Senta,

die von der EU-erträumten Betriebsgrößen sind nicht erträumt, sondern Realität.
Die durchschnittliche Quote liegt in der EU bei ca. 200.000 kg.

Hinsichtlich deiner Frage, welche Betriebsgröße ausreichend ist, gibt es ganz sicher keine allgemein gültige Antwort.
Eines ist für mich sicher, nämlich dass es nicht nur auf die Quote darauf ankommt.

Ich gehe davon aus, dass man Einnahmen von ca. 75.000 € braucht für einen lebensfähigen Vollerwerbsbetrieb. Nimmt man den Gewinn mit 1/3 an so sind das 25.000,- € bzw. ca. 2.000,- € monatlich.

Auf Einnahmen von € 75.000 kann man auf verschiedenen Wegen kommen:

zB. Milch 100.000 mal 0,3 = 30.000,-
Viehverkäufe 15.000,-
Förderungen 25.000,-
Sonstiges 5.000,-
Summe 75.000,-


Ich denke dass man einen tatsächlichen Gewinn von 2.000 € für zb 1,5 Arbeitskräfte nicht als unsittlich ansehen muss.

Name: Flamenco antwortet um 25-01-2005 12:02 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Also das mit der Betriebsgröße ist eine etwas heikle Sache. Jedenfalls ist es nicht wahr, dass die EU Betriebe mit durchschnittl. 200.000kg Quote haben will. Allgemein gibt es keine Vorschrift, wie groß ein Betrieb sein muss bzw. soll.
Auch kann man von der Größe des Betriebes auf gar keinen Fall auf die Wirtschaftlichkeit schließen. Man kann lediglich den Umsatz erahnen, aber der sagt bekanntlich noch lange nichts über den Gewinn aus.
Allgemein kann man sagen, dass jeder Betrieb individuell durchzurechnen und durchzukalkulieren ist. Aber eine harte Rechnung anstellen ist meines Erachtens fahrlässig.
Ein Beispiel aus einem anderen Sektor: Wenn man zwei Unternehmen, sagen wir zum Beispiel im Baugewerbe, durchrechnet, so kommt es nicht selten vor, dass ein kleiner Betrieb weitaus wirtschaftlicher und überlebensfähiger ist als ein großer. Das hängt immer, auch in der Landwirtschaft, von der Fähigkeit und vom Management des Betriebsführers ab.
In Deutschland hat man vor Jahrzehnten den Landwirten eingetrichtert, dass ein Milchwirtschaftsbetrieb unter 200.000kg unwirtschaftlich ist. Demnach haben sehr viele lw. Betriebsführer ihre Betriebe vergrößert - heute sieht man in Deutschland in vielen Ortschaften immer wieder riesige Betriebsstätten leer stehen. Meiner Meinung nach ist speziell die Landwirtschaft ein Sektor, der nur sehr schwer einzuschätzen ist...
Name: Senta antwortet um 25-01-2005 12:36 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Einkommen, Umsatz, Gewinn- sind sehr variabel zu handhabende Begriffe.
Mir fallen dazu 2 Betriebe ein,
der eine ein Nebenerwerbsbetrieb, mit einer realtiv gut mit dem landw. Betrieb aufeinanderpassenden Arbeitszeit, eine Bäuerin, die bei den Kindern zu Hause bleiben kann, mit recht viel Spass die 16 Kühe in einem Melkstand melken kann- selbst die inzwischen schon etwas grösseren Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache.
Auf der anderen Seite ein Vollerwerbsbetrieb in den letzten 5 Jahren auf die von der Beratung errechnete Betriebsgrösse erweitert, einen grossen Teil Pachtfläche, ziemlich hohe Ausgaben für Quoten- Stallbau auf ein Mindestmaß an Kosten runterreduziert-
ohne je mit einer der beiden Bäuerinnen gesprochen zu haben,
ohne deren finanziellen Gegebenheiten zu kennen-
brauche ich nur aus der Körperhaltung heraus lesen-
und ich würde mir wünschen, dass die Frauen viel mehr auf betriebliche Entscheidungen Einfluss nehmen können-
und ein weiterer Wunsch- diejenigen Berater, die zu solchen Betriebskonzepten raten-
einmal für einen etwas längeren Zeitraum diese Arbeit in voller Verantwortung machen zu lassen.
Danach bin ich gerne bereit, mich von derartig praxismässig geschulten Fachkräften mit Rat unterstützen zu lassen.
45.000 l Quote ist sicher keine Ausgangsbasis - um als Haupterwerb leben zu können,
aber gibt es keine Möglichkeit, um als Nebenerwerbsbetrieb den Stall so zu organisieren, dass mit relativ geringen Mitteln z. B. ein Melkstand gebaut werden kann,
dass die Aussenwirtschaft so organisert wird, dass es machbar ist?
Dass man von der Luft und Liebe nicht Leben kann ist vollkommen klar-
aber wenn die Arbeit Spass macht- dass nur 3 Euro bleiben,
dass kann ich mir einfach nicht vorstellen.
Denn wenn so wenig bleibt, dann ist doch auch bei einer höheren Kuhzahl nicht mehr verdient.
Entscheidend sind nicht die Summen der Einnahmen, sondern die Summen der Ausgaben.
Höhere Einnahmen minus höhere Ausgaben= wenig Gewinn.
Was ich schon lange suche ist eine Wirtschaftsweise, die unterm Strich etwas übrig lässt.
Oder liege ich da vollkommen falsch?
senta


Name: riener antwortet um 25-01-2005 14:20 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> an stb

deine überlegung wie man auf ein einkommen von 25000€ im jahr kommen könnte ist in ortnung.
75000 € einnahmen, davon 1/3 = 25 000€ gewinn ( lw. einkommen )

es ist leider etwas bedenklich das sich die 25000 einkommen mit den 25000 förderungen deken = das einkommen besteht aus förderung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

angenommen die förderungen halbieren sich = einkommen halbiert sich
was ist wen förderungen einmal ganz gestrichen würden??? kann man dan ohne einkommen leben ?? nebenerwerb?? die arbeit am hof müssen dan oma und opa machen oder die bäuerin macht die arbeit neben haushalt und kinder
mfg christian
Name: stb antwortet um 25-01-2005 14:26 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo flamenco !

Ich stimme Dir vollkommen zu, dass eine generelle wirtschaftliche Beurteilung einer sinnvollen Betriebsgrösse nicht möglich ist. Es gibt dazu von der EU auch sicher keine "Zielvorgabe".

Der Vergleich eines kleineren mit einem größeren Bauunternehmen geht allerdings für mich etwas an der Sache vorbei. Tatsache ist zwar dass der kleinere Betrieb besser sein kann als der größere. Es ist überhaupt kein Problem 1 Mio € Umsatz zu machen und dabei einen Verlust zu erzielen, Beispiele gibt es zur Genüge.
Dein Vergleich mit der Landwirtschaft hinkt aber in einem. Der von Dir zitierte kleine Bauunternehmer erzielt einen Umsatz von zB. 400.000,- € und hat von der Größenordnung mit einer kleinen Landwirtschaft nichts zu tun. Übertragen auf die LW würde man schon von einem Betrieb mit über 100 Kühen reden müssen.

Es kann zwar auch ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb besser wirtschaften als ein größerer, aber ohne einen gewissen Mindestumsatz ist es UNMÖGLICH für die Arbeit auch etwas zu verdienen. Wer als Landwirt oder sonstiger Betrieb für 1 Arbeitskraft nur € 20.000,- Umsatz erwirtschaftet, kann nach Abzug der zwangsläufig anfallenden Kosten NIE einen normalen Stundenlohn verdienen.

Daher:
Umsatz allein besagt nichts,
aber ohne Umsatz geht gar nichts !


Liebe Grüsse


Name: stb antwortet um 25-01-2005 15:21 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo riener !

Du schreibst dass sich in meinem erfundenen Beispiel Einkommen und Förderung decken ist bedenklich.

Ich kann dazu nur sagen, dass die völlige Deckung des Betrages bei mir zwar zufällig war, aber bedenklich ist es wirklich.

Ich glaube es ist eben leider eine Tatsache, dass ohne Förderungen kein Bauer mehr existieren kann. Hinsichtlich des Gewinnes kann man nur sagen: "Geld hat kein Mascherl." Der Gewinn resultiert immer aus allen Ein- und Auszahlungen die am Betrieb anfallen.

Was passiert, wenn die Förderungen ganz oder halb wegfallen kann man seriös wohl nicht abschätzen. Jedenfalls fehlt vorerst Geld. Inwieweit durch Preiserhöhungen der eigentlichen Produkte ein Förderungswegfall kompensiert würde kann wohl niemand beantworten.

mfg.

Name: stb antwortet um 25-01-2005 15:35 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Nochmal an Senta:

Du schreibst: Wenn die Arbeit Spass macht, aber nur € 3,-/h kannst Du Dir nicht vorstellen.

Ich sage dazu: Wenn die Arbeit Spass macht ist es auch kein Problem wenn man gar nichts verdient. Es kann ja jeder tun was er will. Der eine fährt Motorrad, der andere hält sich Tiere, kein Problem. Für problematisch halte ich allerdings Spass an der Arbeit und wirtschaftliche Kalkulation zu vermischen. Außerdem gehören ein gewisser Spass und Interesse bei jeder Arbeit dazu, wenn man es gut machen will.

Hinsichtlich der 3,- €/h würde ich Dir empfehlen die Sichtweise zu ändern. Nämlich dahingehend Dir nicht etwas vorzustellen oder nicht vorzustellen, sondern den Gewinn auf deinem Betrieb zu ermitteln. Das bringt Dir mehr als über im Internet behauptete Stundenlöhne nachzudenken.
Ich denke Du wirst dadurch mehr Sicherheit gewinnen, auch für Internetdiskussionen.

mfg.

Name: Flamenco antwortet um 25-01-2005 16:14 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo stb!

Mein Vergleich hinkt in keinster Weise. Es geht in diesem Vergleich um vertikale Vergleiche der selben Branche, nicht um horizontale Vergleiche unterschiedlicher Branchen.
Nicht der Vergleich zwischen Bauunternehmen und Landwirtschaft ist damit gemeint, sondern der Vergleich Bauunternehmen zu Bauunternehmen, sowie Landwirtschaft zu Landwirtschaft. Und da gibt es mehr Parallelen als du denkst.

Im betrieblichen Konzept wird vormals immer nur von harten Zahlen und Fakten gesprochen. Ich kann noch so viel Einkommen oder Gewinn erzielen, wenn ich nicht zufrieden bin mit dem was ich mach, kann ich das Geld vergessen. Wenn jemand sich dazu entscheidet einen kaufmännischen Beruf zu erlernen und sieht immer nur das Geld dahinter, aber er kann mit Menschen nicht umgehen, dann wird er keine Chance haben zufrieden zu leben.

Wenn ein Landwirt seine Landwirtschaft von 30 Kühen auf 70 Kühen aufstockt (normalerweise strapazier ich keine solchen Dimensionen aber ich wurde schon mit dem Vergleich mit 200.000kg Kontingent kritisiert) aber vor lauter Arbeit nicht aus den Gummistiefeln kommt, seine Frau nichts mehr vom Familienleben hat, dann wird der Landwirt sehen und spüren, dass Größe nicht alles ist im Leben.

Ich behaupte wertfrei, dass ein Betrieb mit 45.000kg Kontingent wirtschaftlich überleben kann!!! Und ich behaupte, dass es Betriebe gibt, im gleichen Produktionsgebiet, die mit 200.000kg eine Verschuldung aufweisen, dass sie Tag und Nacht arbeiten können, um den Kapitaldienst zu tilgen...
Name: stb antwortet um 25-01-2005 16:25 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo flamenco

Ich stimme zu:

1. größer muss nicht erfolgreicher sein
2. mit 200.000,- Quote kann man schlechter dran sein, als mit 45.000 kg
3. es gibt arbeitswirtschaftliche Grenzen
4. Geld macht nicht glücklich

ABER
1. finanzielle Engpässe machen auch nicht glücklich
2. ein größerer Betrieb hat die besseren Chancen ein ausreichendes Einkommen zu erzielen.

Was mich interessieren würde ist:
Wie kann ein Betrieb mit 45.000 Quote wirtschaftlich längerfristig überleben, ohne Nebenerwerb welcher Art auch immer ??

(Ich bin der Ansicht, dass ein Nebenerwerbe von der landwirtschaftlichen Tätigkeit getrennt zu beurteilen sind.)

Name: Senta antwortet um 25-01-2005 18:27 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Zu dieser Diskussion würde mich interessieren:
Hat man als Nebenerwerbsbetrieb mit dieser Betriebsgrösse eine Chance?
Diese Betriebsgrösse erscheint mir noch einigermaßen vernünftig nebenher machbar, die Arbeit auf dem Hof lässt sich relativ gut mit der Familienarbeit machen-
jeder lacht mich aus, wenn ich an so etwas denken würde.
Damit habe ich noch kein Problem,
ich träume davon, auf dem Hof die Lebensmittel selbst herzustellen,
damit bleibt ein grosser Teil der Wertschöfpung auf dem Betrieb.
Es müsste doch möglich sein- gut zu leben und auch zufrieden davon leben zu können (im Nebenerwerb).
Mit betriebswirtschaftlichen Berechnungen kann ich nicht allzuviel anfangen- mich würden einfach praktische Erfahrungen interessieren.
Danke
senta



Name: Flamenco antwortet um 26-01-2005 07:09 auf diesen Beitrag nach oben
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45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Richtig fullpull - ich stimme dir zu, denn 45.000kg Quote sagt noch lange nichts über die betriebliche Situation aus. Natürlich wird so ein Betrieb höhere Ausgleichszahlungen habe, zumindest in den meisten Fällen.
Wenn man aber von 45.000kg Quote spricht, ist nichts gesagt, ob dieser Betrieb in der Direktvermarktung sein Haupteinkommen hat, oder im Urlaub am Bauernhof, oder über Maschinenringtätigkei, oder im außerlandwirtschaftlichen Bereich, vielleicht hat dieser Betrieb einen anderen, hervorragend funktionierenden Betriebszweig.
Was ich damit sagen will, ist, dass einzig allein darüber zu urteilen wie groß die Quote ist, und dann auf die Wirtschaftlichkeit zu schließen, nicht möglich ist, alle anderen Behauptungen sind Unsinn.
Was Finanzierungsengpässe betrifft, weiss ich, dass ein großer Betrieb auch damit kämpft Engpässe auszugleichen, nur dass es in diesem Fall auch größere Finanzierungen zu tätigen sind. Ich kann mich halt nur nach der Decke strecken - darüber hinaus wird schwierig!
Es wäre wirklich interessant, die Probe aufs Exempel zu machen!
Name: stb antwortet um 26-01-2005 08:25 auf diesen Beitrag nach oben
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45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Guten Morgen !

Wie die beiden vorherigen Beiträge bin ich voll und ganz der Ansicht, dass die Höhe der Quote von 45.000 kg nichts über die betriebliche Gesamtsituation aussagt.

Der Betrieb kann wie flamenco darstellt, erfolgreich Direktvermarktung betreiben, Urlauf am Bauernhof anbieten etc.. Ohne Einschränkungen gebe ich zu, dass man damit erfolgreich sein kann und auch gut und zufrieden leben kann.

Ich füge hinzu, der Bauer kann auch im Lotto gewonnen haben oder 3 Eigenjagden zu verpachten haben und 5 Zinshäuser besitzen.
Trotzdem bin ich der Ansicht, dass die Höhe der Quote NICHT GAR NICHTS bedeutet. Die Quote ist für mich entscheiden, wenn es um die Frage geht, ob es wirtschaftlichen Sinn macht Kühe zu melken.

Wenn jemand sehr viele Förderungen kassiert, Urlaub am Bauernhof anbietet, Pachteinnahmen hat und dadurch keine wirtschaftlichen Probleme am Betrieb hat, so ist damit nicht gesagt, dass es im Rückschluss aus einer zufriedenstellenden betrieblichen Situation, sinnvoll ist Kühe zu melken.

Oder anders formuliert, wenn ich zB im Jahr € 50.000,- verdiene und es mir finanziell gutgeht und ich rundum zufrieden bin, wird die Anliferung von 45.000 kg Milch an die Molkerei deshalb nicht wirtschaftlich sinnvoll.
Ich halte es zwar für sinnvoll in dieser Situation die Milchkühe zu halten, wenn man damit viel Freude und Spass gewinnt, aber dann handelt es sich um ein Hobby. Meine Kühe sind für mich ein Hobby. Aber deshalb lüge ich mich nicht an und behaupte dass es einen finanziellen Gewinn bringt. Der Gewinn liegt woanders, er ist deshalb nicht geringzuschätzen.

Ich bin nicht der Meinung, dass es NUR ums Geld geht, aber es geht schon AUCH ums Geld.

mfg

Name: Flamenco antwortet um 26-01-2005 09:17 auf diesen Beitrag nach oben
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45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Richtig, es geht nicht NUR ums Geld, sondern AUCH ums Geld. Jedoch wenn man die Foren und auch dieses Thema verfolgt, dann geht es hauptsächlich ums Geld. Die Persönlichkeit bzw. die Familie wird wenn überhaupt sehr wenig in die Diskussion eingebracht. Diskutiert wird darüber spätestens nachdem die Frau den BetriebsFÜHRER verlassen hat oder wenn die Scheidung ins Haus steht. Wenn man den letzten Menschen aus dem Haus getrieben hat und selbst nicht mehr gehen kann vor lauter Schmerzen merkt man, dass man vom Geld nicht runterbeissen kann.

Der Vergleich mit einem Lottosechser ist meines Erachtens nicht sehr glücklich gewählt.
Name: abcd antwortet um 26-01-2005 09:56 auf diesen Beitrag nach oben
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45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Ja meine lieben hobbybauern ihr habt gut lachen, für euch sind die kühe ein hobby.Ich allerdings muß von denn kühen leben, und zwar ausschließlich.Ich hab keinen wald,fremdenzimmer,bauland oder sonst irgend ein zusatzeinkommen.Für mich ist es natürlich ein problem, wenn man mitbewerber um quote hat die nicht scharf kalkulieren müssen, weil es ist ja eh nur ein hobby und ein hobby kann ja ruhig etwas kosten.Das die milchproduktion von den bauern selbst derartig subventioniert wird ist sicher in der wirtschaft einzigartig.Ich habe noch nie gehört das es einen baumeister gibt der hobbymäsig häuser baut und von den fremdenzimmern lebt oder noch in die arbeit geht.Also sucht euch ein anderes hobby das viel geld kostet und ruinierd nicht die bauer die von der mich leben müssen.
lg hans

Name: stb antwortet um 26-01-2005 10:38 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo Flamenco !

Der Vergleich mit dem Lottosechser war bewußt provokativ gewählt.
Ich wollte damit ausdrücken, auch wenn man von irgendwoher noch soviel Geld hat, wird die Wirtschaftlichkeit der Produktion von Milch davon nicht beeinflusst.

Genauso haben Urlaub am Bauernhof, großer Waldbesitz, ÖPUL-Förderungen, Eigenjagden etc. keinen unmittelbaren Einfluss auf die Milchproduktion.
Die Eigenjagd kann man auch ohne Milchproduktion verpachten, ÖPUL auch mit Mutterkühen kassieren, Urlaub am Bauernhof auch mit ein paar Schafen anbieten, im Wald arbeiten auch ohne Milchkühe etc..

Das Problem bei derartigen Diskussionen liegt oft darin, dass nackte Zahlen oft als Abqualifizierung einer Tätigkeit gesehen werden.
Darum geht es überhaupt nicht.

Ich finde auch nicht, dass es ein Problem ist nur vom Geld zu diskutieren, auch wenn selbstverständlich Geld nicht alles ist.
Ich halte es für problematisch eine wirtschaftliche Diskussion (wo es um Geld geht) mit Spassfaktoren, Lebensqualität zu vermischen.

Nicht weil letzteres unwichtig ist, es ist sogar letztlich wichtiger als Geld.
Aber verdienen tut man halt Geld.

Und ohne Geld bist Du heute auch ein armes Schwein.

Name: ede_1 antwortet um 26-01-2005 11:05 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> abcd......
Ich habe selber schon ca.95000 Quote zugekauft, jeweils zum üblichen Marktpreis.Ob dies jemand hobbymässig betreibt,darüber kann man zwar diskutieren,ändern tut sich daran aber nichts.Oder willst Du vielleicht beurteilen,wer noch Quoten kaufen darf oder nicht .
ede

Name: wbb antwortet um 26-01-2005 13:23 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
>1 Euro fürs kont.???????????
kauft fest das geld soll ja im umlauf sein
der eine gibts aus der andere bekommts
was wollma mehr


Name: Flamenco antwortet um 26-01-2005 13:27 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> abcd...

Was soll die Behauptung von wegen Hobbybauer oder nicht? Das ist jedem überlassen, ob und wie er seine Flächen bewirtschaftet. Wenn ein Landwirt im Nebenerwerb die Landwirtschaft führt ist Sache der Wirtschaftlichkeit - dabei von Hobby zu sprechen ist glaube ich schon ein wenig präpotent in Anbetracht der großen Menge an Nebenerwerbslandwirten in Ö.
Der Vergleich mit dem Häuslbauer ist ein sehr polemischer Exkurs. Eins zu eins umgelegt wäre ein Landwirt der Urlaub am BAUERNHOF anbietet ein Hobbylandwirt. Ein Hobbylandwirt der ein Hobby betreibt und dafür sozialversichert ist.
Oder sehe ich deine Interpretation der Diskussion falsch, dann berichtige mich umgehend!
Name: riener antwortet um 26-01-2005 13:56 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> danke stb

du hast mit deinem eintrag die sache genau getroffen

in meinen fall wird es wohl so sein, wenn mein betrieb schon von förderungen ( ausgleichszahlungen) leben muß dann werde ich doch nicht den schwierigeren weg ( milch ) gehen.

wenn es die ausgleichszahlungen noch länger gibt kann ich als MK bauer + ein kleines nebeneinkommen sicher gut leben ( zudem bin ich auch schuldenfrei )
bei einem wegfall der ausgleichszahlungen hätte ich als milchbauer ( vollerwerb) größere schwierigkeiten .



Name: stb antwortet um 26-01-2005 14:51 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Was ich mit dieser Diskussion gerne bezwecken möchte ist folgendes:

Es bleibt jedem selbst überlassen, was er mit seiner Landwirtschaft macht. Es gibt sicher kein allgemein gültiges Patentrezept.

Aber ich hätte gerne, dass sich jeder für sich selbst die Frage beantworten kann, warum er das macht. Ich habe ein Problem mit Leuten, die sich einen Gewinn den sie nicht haben einreden oder aus viel Arbeit ableiten, dass es deshalb auch einen Ertrag abwerfen muss.

Warum kann man nicht ehrlich zu sich selbst sein. Mein Vater war sehr fleissig, hatte aber nie Geld am Konto, war aber böse wenn ich eine Buchhaltung erstellt habe. Weil unangenehmen Wahrheiten schaut man lieber nicht ins Gesicht.

mfg.

Name: helmar antwortet um 26-01-2005 20:11 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> seit über 20 Jahren wird unser Hof im Nebenerwerb bewirtschaftet weil es sich so ergeben hat, d.h. mein Partner stammt nicht aus der Landwirtschaft und ist in seinem Beruf geblieben. Wir haben 10 ha Grünland und eine Quote von 55.000. und 20 ha Wald. mit dem Investieren sind wir immer vorsichtig gewesen, und manches wird an den Maschinenring vergeben. Es soll jeder Rinder halten wie er es möchte, aber mit Mutterkühen häte ich nur etwa 30% weniger Arbeit, aber dieselben kosten für die Grundfuterzeugung, und nur über die Direktvermarktung, welche ich nicht machen mag, die gleichen Erlöse.
Und ob man aus dem Verkauf der Milchquote die für z.B. Direktvermarktung oder Urlaub am Bauerhof anfallenden Investitionen erlösen könnte ist eine interessante Frage. wenn man schuldenfrei wirtschaften kann, sind auch 55.000 Quote und der Wald gar nicht sooo
schlecht.......und ich behaupte, dass ich trotz mancher Hektik noch eine
Art von lebnsqualität habe welche vielen fehlt.
Mfg, helmar

Name: stb antwortet um 27-01-2005 08:45 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> für Helmar

Ich finde Deine Aussage sehr vernünftig und habe den Eindruck dass Dein Konzept für Dich passt.
Da kann man nur gratulieren. Denn ein Patentrezept das für jeden passt gibt es sowieso nicht.

Name: Senta antwortet um 27-01-2005 09:01 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
>Hallo Helmar,
du hast ein entscheidendes Wort geschrieben: "Lebensqualität".
Ob die Quote grösser oder kleiner, ob Voll- Zu- oder Nebenerwerb,
entscheidend ist, dass man sich das Leben so einigermaßen einrichten kann, dass man noch arbeitet um zu leben und nicht lebt um zu arbeiten.
Und ich fürchte daran krankt es in der Landwirtschaft ein wenig.
Wenn die Arbeit zu viel wird, wenn die Betriebsentwicklung in Dimensionen wächst, die schlaflose Nächte schafft, dann ist es mit der Lebensqualität schnell vorbei.
Es muss jeder Betrieb für sich einen gangbaren Weg finden, aber betriebliche Entwicklungskonzepte, die noch Raum für Menschsein, für Familie, für Lebensqualität bieten- die sind rar - aber mit Sicherheit wichtig.
Weniger kann oft um vieles mehr sein, gut Leben nicht immer viel Haben bedeuten.
freundl. Grüsse
Senta

Name: stb antwortet um 27-01-2005 14:11 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
45.000 kg Quote - Wozu melken ??
> Hallo Senta !

In Deinem vorangehenden Beitrag steckt viel wahres drin. Insbesondere was Lebensqualität und Betriebsentwicklung betrifft.
Ich denke nicht, dass Du damit falsch liegst.

Trotzdem Du erkennst, dass weniger auch mehr sein kann, kommt aus Deinen Beiträgen eine Unsicherheit rüber, wenn es um geldmäßige Fakten geht und ich habe den Eindruck, dass Du mit Deiner Situation als michkuhhaltende Bäuerin doch nicht so ganz zufrieden bist, wenngleich Dir auch völlig klar ist, dass Lebensquaität nicht in endlosem Betriebswachstum besteht.

Kannst Du dazu noch was schreiben ??

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