Ökonom Roubini sieht in Bloomberg Gefahr

Antworten: 0
Name: ANDERSgesehn 24-08-2009 21:08
Ökonom Roubini sieht in Bloomberg Gefahr

New York (BoerseGo.de) - Der bekannte Ökonom Nouriel Roubini sieht Bloomberg zufolge eine zunehmende Gefahr, dass die Weltwirtschaft nach ihrem voraussichtlichen Heraustritt aus der Rezession einen anschließenden zweiten Rückfall in die Schrumpfung verzeichnen wird. Hiefür sprechen die Risiken aus den weltweiten stimulierenden Maßnahmen im Bereich der Geld-und Finanzpolitik. Die Weltwirtschaft dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2009 auf einen Boden stoßen. Die Rezessionen in den USA, in Großbritannien bzw. in den europäischen Ländern würden vor Jahresende aber nicht in aller Form vorüber sein, obwohl in Ländern wie China, Frankreich, Deutschland, Australien und Japan eine Erholung ihren Anfang genommen hat.

Es gebe jedoch Risiken hinsichtlich der Strategien im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus den massiven stimulierenden Maßnahmen. Die Verantwortungsträger seien in jedem Fall verdammt, falls diese die Maßnahmen beenden oder fortsetzen. Die Regierungen und Zentralbanken dürften zunächst an der Erholung zehren und danach ihre Volkswirtschaften in eine Stagflation werfen, falls Steuern angehoben, Ausgaben gesenkt und Wege zur Reduzierung der überschüssigen Liquidität zum Zweck der Senkung von Haushaltsdefiziten beschritten werden. Dieser Fall von Stagflation drücke sich in einer gleichzeitig schwelenden Rezession und Deflation aus. Die großen Budgetdefizite dürften in Anleihe-Turbulenzen sowie steigenden Erwartungen für Inflation und Zinsen langfristiger Staatsanleihen und in einem starken Anstieg der Kreditzinsen ihre Auswirkungen finden.

Im übrigen erwartet Roubini eine U-förmige Erholung der globalen Wirtschaft mit einem schwachen bis unterdurchschnittlichem Wachstum für die nächsten Jahre. Gegen eine V-förmige Erholung der Weltwirtschaft spreche unter anderem die anziehende Arbeitslosigkeit sowie der Umstand, dass das Finanzsystem noch immer als schwer beschädigt gilt. Ebenso eine schwache Profitabilität der Unternehmen. Die Energie-und Nahrungsmittelpreise hätten Anstiege aufzuweisen, die im Vergleich zu den fundamentalen Gegebenheiten nicht gerechtfertigt erscheinen. Daraus erhöhe sich das Risiko eines zweiten Abrutsches in die Rezession.

Im Vorjahr habe ein Ölpreis von 145 Dollar je Barrel ein Niveau geschaffen, wodurch im Bereich der Weltwirtschaft deutlich negative Faktoren für den Handel hervorgerufen worden sind. Vor allem die Einkünfte stark ölimportabhängiger Staaten hätten darunter gelitten. Falls der Ölpreis durch ähnliche spekulative Handelsaktivitäten rasch auf nahe 100 Dollar steigt, könne die Weltwirtschaft einem solchen erneuten Schock nicht standhalten, führte Roubini im Rahmen eines Kommentars weiter aus. Der Professor von der New Yorker University sagte in richtiger Weise den Beginn der Finanzkrise voraus.


lg
ANDERSgesehn.



Bewerten Sie jetzt: Ökonom Roubini sieht in Bloomberg Gefahr
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;194809
Login