Tagebuch
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Saatgut-Nachbau @styrian, Wir bauen überall dort, wo es erlaubt ist, unser Saatgut selber an. Bei Durumweizen müssen wir 110 kg/ha Pflichtkaufen.(In Frankreich ist das so) Weil man aber meistens 150 kg sät, komplementieren wir die Differenz mit eigenem Saatgut. Beim übrigen Getreide kaufen wir nur soviel zu, um das eigenen Saatgut zu erneuern. Man kann nicht endlos die eigene Ernte wieder aussäen. Bis heute haben wir das eigene Saatgut nie gebeizt und trotzdem war das Aufkommen von Fruchtfolgekrankheiten im Vergleich zu gebeiztem Saatgut nicht bedeutend. Die Wirkung von Beizmittel wird masslos überschätzt. Trotzdem gibts natürlich ein paar wichtige Grundregeln, die einzuhalten sind, wenn man selber multipliziert: 1. Das Saatgut muss sehr genau gereinigt werden können. Kleine Körner (Hühnerweizen) und andere Verunreinigungen müssen entfernt werden. 2. Das Saatgutlager muss wegen Schädlingen überwacht werden. Sollte es trotzdem mal Schädlinge geben, lässt man die Ware einfach nochmals durch den Reiniger, das ist besser wie Insektizide. 3. Baut man Getreide über Jahre als Monokultur an, ist Beizen sicher sinnvoll. Das heisst aber nicht, dass man die Körner dann zukaufen muss. 4. Die eigene Saatgutfläche muss in einer guten Fruchtfolge stehen. Nie Weizen nach Weizen beispielsweise. 5. Hybridsorten sind nicht geeignet zum Nachziehen. Bei Roggen etwa muss man mit Populationssorten arbeiten. Bei anderen Getreidearten sind Hybriden noch nicht so aktuell. Mit all dem oben geschrieben sind natürlich die Saatgutfirmen überhaupt nicht einverstanden. Die wollen und müssen ja ihre Ware verkaufen und damit sie Erfolg haben, brauchen sie gut Argumente usw. und so fort. Sie scheuen keine Kosten, um das den Bauern zu übermitteln. Die oben beschriebene Art der Saatgutvermehrung ist bei uns in Frankreich sehr verbreitet. mfg
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