Zukunftswillige ............Bauern.

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Name: helmar 30-05-2009 08:24 nach oben

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Zukunftswillige ............Bauern.
Ich habe auf der Homepage der IG Milch den Text jener Resolution gelesen, welche anlässlich des kommenden Weltmilchtages in der Säulenhalle des Parlamentes übergeben wurde. Darin befindet sich nun auch u.a. der Begriff "zukunftswillige Milchbauern". Interessant wäre dazu eine kleine Erläuterung...sind zukunftswillige Milchbauern jene welche auch in Zukunft Milchwirtschaft betreiben wollen? Sind es jene welche in Hoffnung auf Steigerung in allen Bereichen aufstocken und pachten, und damit dies nur tun können, wenn andere Bauern halt nicht ganz so zukunftswillig sind? Oder sind es jene, welche versuchen mit Boden und Vieh sorgsam umzugehen, damit auch in Zukunft Landwirtschaft möglich ist?
Ich hatte vor kurzem ein recht interessantes Telefonat mit einer Milchbäuerin........sie sagte dass sie den Bestand u.a. deshalb aufgestockt hätte, weil sie möchte dass in Zukunft ihre Kinder auch Milchbauern sein können...
Mfg, helmar

Name: Christoph38 antwortet um 30-05-2009 10:30 auf diesen Beitrag nach oben

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Zukunftswillige ............Bauern.
Vom Zukunftwillen allein wird sich keiner etwas kaufen können. Es wird schon vor allem darum gehen den Betrieb so zu gestalten, dass man damit ein Einkommen erzielen kann.

Wie dies umzusetzen ist, dazu kann es kein Patentrezept geben, weil die persönlichen und betrieblichen Voraussetzungen überall anders sind. Der Weg weiterhin ein paar Liter Milch abzuliefern kann zB. als Hobbytierhaltung in Verbindung mit Fremdenverkehr ein Zukunftsweg sein.

Wer voller Zukunftwillen meint allein von 40.000 kg Milch seinen Betrieb zu erhalten und den Lebensunterhalt seiner Familie zu bestreiten, gehört entmündigt.



Name: Tyrolens antwortet um 30-05-2009 11:18 auf diesen Beitrag nach oben
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Zukunftswillige ............Bauern.
Ich glaube, die meinen mit "zukunftswillig" jene Betriebe, die nicht aus der Milchproduktion aussteigen werden oder wollen. Man könnte das dann so deuten, dass die IG einen schnelleren Strukturwandel möchte, bzw. nur jene Betriebe unterstützt werden sollen, die auch weitermachen wollen.


Name: Kathi antwortet um 30-05-2009 11:25 auf diesen Beitrag nach oben

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Hi Helmar

ist doch ganz leicht "Zukunftswillige Bauern" sind das Gegenteil von dir

lg

Kathi

Name: GruberLeopold antwortet um 30-05-2009 11:38 auf diesen Beitrag nach oben

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Zukunftswillige ............Bauern.
Hallo!

Also mein Zukunftswillen als Milchbauer bekam heute wieder einen Dämpfer.
Eine Milchpreissenkung von 3,2 Cent+Mwst(3,58 inkl) steht uns mit 1. Juni bei der NÖM
wieder ins Haus.
mfg Gruber Leo

Name: helmar antwortet um 30-05-2009 12:14 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo Leo....ich habe es zwar nicht schriftlich, aber weiss es auch schon.....und es wird wohl keine Genossenschaft/Molkerei auf lange Sicht darum herum kommen, von sich aus, Quote hin oder her, eine A/B Quote einzuführen. A für jene Milch welche verarbeitet wird, B für jene welche auf den Spotmarkt geliefert wird......denn nur absenken, aber alles nehmen wird auf kurz oder lang dazu führen, dass sehr viele aus der Erzeugung aussteigen werden. Und andere, welche sich irgendwie durchwursteln, werden nicht mehr die Kapazität haben, freie Mengen zu übernehmen. ...Vielleicht ist dann die Milch, zumindest in manchen Gegenden Mangelware. Fürchterlich ist an der ganzen Sache, dass wir nicht nur Milchbauern, die Suppe dafür auslöffeln müssen, welche uns unsere eigene Tüchtigkeit eingebrockt hat. Jedes jahr eine Leistungssteigerung, und alles immer mehr..und wir brauchen es ja auch denn die Fixkosten steigen ja auch. Die Steigerung durch Mehrproduktion abzufangen funktioniert immer weniger, und an der Kostenschraube drehen, auch nicht immer.
Mfg, helmar
Liebe Kathi....ja, mein Milchviehbetrieb wird auslaufen, aber da ich eigentlich wenig Interesse daran habe dass mangels Rindsviecher alles zuwächst, hoffe und wünsche ich mir schon dass in meiner Gegend die Rinderhaltung aufrecht bleibt und so wie es aussieht, habe ich schon Pachtinteressenten. Was ich aber sicher nicht tun werde, ist zu solchen Preisen verpachten wie es manchmal vorkommt, wenn einer den anderen mit Höchstgeboten ausbremst, nur um die Fläche zu bekommen damit die Futterbasis dafür da ist, auch den Stall zu füllen.
Alles Gute, helmar

Name: helmar antwortet um 30-05-2009 12:28 auf diesen Beitrag nach oben

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Christoph, da kann ich dir zustimmen...Tatsache ist aber auch dass in den österreichischen Strukturen die meisten Bauern verschiedene Betriebszweige haben. Oft ist es der Wald, und es gibt gar nicht so wenige Wälder, welche abgesehen von Brenn-und Bauholznutzung keine sonstige Nutzung erfahren. Wenn aber jemand ausschliesslich auf Milch setzt, wird es bei weniger als 200.000 sehr eng werden. Aber vielleicht ist jetzt auch wieder eine Zeit wo Kooperationsmodelle angedacht werden welche nicht nur darin münden dass Riesenhallen gebaut werden, sonder vielleicht auch dass Milchquoten zwischen Betrieben zu wandern beginnen. Z.B. dass vielleicht sich doch jemand der auch andere Betriebszweige hat oder einen Hauptberuf, Kalbinnenaufzucht betreibt und seine Quote dafür weitergibt.
Mfg, helmar

Name: Gourmet antwortet um 30-05-2009 12:33 auf diesen Beitrag nach oben

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@helmar

Deine Überlegungen bezüglich der Verwendung Deiner Flächen nach Deiner Zeit als Milchbäuerin finde ich höchst ehrenhaft. Es sollte eigentlich normal sein, dass man sich auch Gedanken darüber macht, wie es jenen, die fremde Ressourcen nutzen und auch dafür bezahlen, geht.

Das ist etwas, das manche Leute aber leider nicht verstehen. Sonst hätte es im letzten Jahr nicht das große Milchwegschütten gegeben, wo viele nicht nur Betrieben geschadet haben, mit denen sie sehr lange erfolgreich zusammenarbeiten, sondern die ihnen zum Teil auch noch selber gehören. Ich weiß nur noch nicht, ob diese Maßnahmen, sich in unmittelbarer Nähe selber zu schaden, aus reiner Dummheit entstehen, oder auf mangelnde Bildung zurückzuführen sind.

Name: helmar antwortet um 30-05-2009 12:36 auf diesen Beitrag nach oben

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Naja, lieber Gourmet.....an der mangelnden Bildung kann es sicherlich nicht liegen, denn wenn ich mir so überlege wer da alles das befürwortet hat, waren da etliche dabei welche mit eingem mehr aufwarten können als mit einem Facharbeiter- oder Meisterbrief....
Mfg, helmar

Name: Gourmet antwortet um 30-05-2009 12:46 auf diesen Beitrag nach oben

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@ helmar

Als ich die landwirtschaftliche Meisterprüfung gemacht habe, da war die österreichische Milchwirtschaft noch eine reine Planwirtschaft. Über das Verhältnis zwischen Lieferanten und Verarbeitern wurde da nicht einmal nachgedacht.

Bei Gelegenheit werde ich mal einige junge Bauern, die gerade den Kurs absolviert haben, darüber befragen, was heute in diesem Bereich gelehrt wird. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob sich da wirklich etwas verbessert hat.

Name: DJ111 antwortet um 30-05-2009 12:56 auf diesen Beitrag nach oben

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Zukunftswillige ............Bauern.
Ob zukunftswillig wohl heißt immer wieder seine Milchmenge verdoppeln zu wollen ..??

... aber wie heißt so schön: Wo ein Wille, da ein Gebüsch ...

... vielleicht ist es heutzutage zu einfach geworden schnell Produktionsstätten riesige Mengen von was auch immer zu errichten ...???
... da kann man sich manchmal schon fragen, wo denn in Wirklichkeit der Sinn der massiven Effizienzsteigerungen liegt, wenn der Umsatz immer wieder verdoppelt wird, aber der Gewinn bzw. das Einkommen trotzdem eher stagniert ...???

... aber es heißt ja auch "Der Wille zählt fürs Werk" wenn mal was nicht so läuft wie geplant ...
... also der Wille wäre Einkommenssteigerung gewesen, ist aber leider bestenfalls nur eine Umsatzsteigerung geworden ...
... na wenigstens deine Bank wird dich für deinen Willen gern haben ...

ein bissl Sarkassmus an einem verregnetem NM

Gruß DJ

Name: helmar antwortet um 30-05-2009 13:02 auf diesen Beitrag nach oben

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Zukunftswillige ............Bauern.
Hallo DJ.......eine richtige Überlegung, überhaupt seit es sehr modern geworden ist, anstelle von handwerklich erbauten Ställen etc. "Paläste der Winde" hinzustellen. Seit es fast schon als rückständig und altmodisch gilt, sich an die natürlichen Gegebenheiten beim wirtschaften anzupassen uvm.
Mfg, helmar

Name: Gourmet antwortet um 30-05-2009 13:18 auf diesen Beitrag nach oben

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@ DJ111

Ich weiß nicht wie das bei dir ist, aber mir zahlt für meinen Willen niemand was, sondern nur für das was ich produziere.

Vermutlich wird bei vielen Kalkulationen der Faktor Zeit nicht berücksichtigt. Was sich heute wunderbar anhört, kann in 10 Jahren ganz anders sein, weil zum Beispiel durch technischen Fortschritt viel billiger produziert werden kann und die Konkurrenz (alle anderen die das selbe produzieren) das auch tut. Oder neue Konkurrenten aufgetaucht sind, die es heute noch gar nicht gibt.

Name: Kathi antwortet um 30-05-2009 14:53 auf diesen Beitrag nach oben

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Tja liebe Helmar

solche auslaufenden, besserwissende Betriebe haben wir auch und die Futterflächen könnten wir auch zu einen Spottpreis haben - aber eben nur die Obstbaumgärten und die halbe Joch Fleckerl - und diese Ex-Bauern verstehen dann nicht, dass man als zukunftswilliger Bauer nicht der Landschaftsgärtner der Nation ist ...

lg
Kathi

Name: helmar antwortet um 30-05-2009 16:44 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo Kathi........9,3 ha auf 5 Feldstücken, und nur eines davon hat 0,4 ha und 2,1 sind das zu heuende Motormäherrevier. 2/3 davon kann man aber schon mit Allradtraktor befahren, net jeder, aber doch. Und daher suchen die Nachfolger eher mich als ich die Nachfolger......noch dazu wo ein Laufstall mit Güllegrube etc. für Kalbinnen ja auch da ist........und wenn man recht freundlich ist, die Aufsichts- und Futterperson auch.
Mfg, helmar

Name: joholt antwortet um 30-05-2009 18:02 auf diesen Beitrag nach oben

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@ helmar Schade das du soweit von mir weg bist. Ich habe auch pachtflächen wo die jetztigen besitzer noch so denken aber was die nächsten machen weiß ich auch noch nicht. Aber vieleicht wird in den nicht so guten gunstlagen auch bei dem einen oder anderen die einsicht kommen das man nicht um jeden Preis pachten sollte.
Mfg

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