 Tagebuch
|
Besamung junge Tierärzte Da ich selbst schon einige Jahre von der Uni-Ausbildung entfernt bin, kann ich die Frage nur teilweise beantworten: - die theoretische Ausbildung im Bereich Gynäkologie und Andrologie umfasst derzeit insgesamt 4 Semester, wobei alle Tierarten besprochen werden - im Vertiefungsfach für Wiederkäuer werden weitere 2 Semester absolviert. - die praktische Ausbildung umfasst ca. 3 Besuche am Hochschulgut, wo dann die Besamung und Ultraschalluntersuchung an meist nicht brünstigen Rindern geübt wird. Insgesamt verlassen die Studenten mit einem guten Basiswissen die Universität, wobei das praktische Können je nach Talent sehr unterschiedlich ist. Manche Studierende besuchen daher noch zuätzlich einen Besamungskurs, wie er auch für Landwirte angeboten wird. In der Praxis (meist als Assistent bei einem älteren Kollegen) wird dann teilweise noch an Schlachtkühen geübt, bevor entgültig alleine besamt wird. Dass die Rinderbesamung mit einigem Geschick rasch erlernbar ist, zeigt die große Zahl durchaus erfolgreicher Eigenbestandsbesamer, die meist nicht mehr als 50 Besamungen jährlich absolvieren. Im Gegensatz dazu besamt ein junger Assistent in einer Rinderpraxis häufig 50 Tiere pro Woche. Somit ist innerhalb weniger Wochen, die fast immer in Begleitung eines älteren Tierarztes absolviert werden, eine ausreichende Routine gegeben. Auch ich würde mich über eine intensivere praktische Ausbildung an der Hochschule freuen, da wir junge Kollegen dann schneller alleine arbeiten lassen könnten. Dennoch glaube ich, dass gerade im Bereich der Besamung die praktische Erfahrung fast ausschließlich nach dem Studium gemacht werden kann.
|