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Forumstreffen Ergebnis "NEUERUNGEN" Ach, Biolix, du weißt doch ganz genau, dass die mit dem Recht die tiefsten sind. Ist mit ein Grund, nicht Rechtsanwalt zu werden. Die Sache mit dem Persönlichen....Dazu möchte ich nur noch festhalten, dass es halt Menschen sind, die schreiben. Und deren Charakter ist es eben, der beim Schreiben durchbricht, noch viel mehr als beim Sprechen und so kommt es halt, dass es angenehmere und weniger angenehme Diskussionspartner gibt. Für mich bist du eben ein sehr schwieriger Diskussionspartner. Es ist halt so. Liegt sicher auch an meinen Charakter, aber was soll man machen... Die Diskussion der letzten Tage ist halt aus dieser Konstellation entstanden. Ich hätt wohl zurückstecken können und wahrscheinlich auch sollen. Aber warum soll ich nachgeben? Den ganzen heutigen Tag hab ich letztlich damit verbracht, die ganze Misere auszuklären. Vielleicht ist es mit ja doch geglückt. Jedenfalls hab ich schon das Gefühl, dass ich hier bissl als Sündenbock herhalten musste. Macht aber nix, tu ich gerne und auch öfters, nur erwarte ich mir dann auch, dass das ganze irgendwie einen positiven Effekt hat. Die ganze Arbeit soll was gebracht haben. Sonst hätt ich gleich am Freitag den Hut draufhaun können. Aber meine Hoffnung ist ja fast unendlich. Ich versuch's mit fast allen meinstens ein zweites mal. Thema No.Till: Weißt, es gibt Leute, die wohnen in Regionen, wo nicht alles eitel Wonne Sonnenschein ist, wo du mit 400 mm Niederschlag auskommen musst, die dann auch nur als Starkregenfälle kommen und die Hangneigung zusammen mit der Bodenart zu erheblicher Erosion fähren kann. Also , was macht man: Man nimmt sich die Natur als Lehrmeister. Die Natur hat weder Grubbern noch Pflügen oder sonstige Eingriffe in den Boden vorgesehen, also macht man Direktsaat ohne irgendeine Art des Bodeneingriffs. Die Natur kennt auch keinen nackten Boden, darum wird für eine ausreichende Mulchschicht gesorgt. Stroh bleibt zB zu 100% auf dem Acker. Dazu kommt noch intensiver Zwischenfruchtanbau, damit der Boden möglichst gut durchwurzelt wird, und zwar über's ganze Jahr. Idealerweise sollte der Acker das ganze Jahr über bedeckt und grün sein. In der Natur gibt es auch keinen Sticksotffüberschuss, daher wird Stickstoff in Form eines stabilen Debots gedüngt, mit den Vorteilen, dass kein N ausgewaschen werden kann, es keine Denitrifikation gibt, das Wurzelwachstum angeregt wird und das Mulchmaterial nicht von den Bakterien verarbeitet wird, sondern von den Regenwürmern. Wie das funktioniert, siehst du hier: http://www.no-till.de/image_de.html Ziel des ganzen Aufwandes ist nicht die Kostenreduzierung, sondern der Humusaufbau, denn der Humus ist es, der das knappe Wasser speichert und nur der Humus ist es, der größere Mengen an Nährstoffen speichern kann. Daher ist Direktsaat auch keine konservierende Anbaumethode, sondern eine aufbauende. Mittelfristiges Ziel sind 5% Humus im Boden. Weiter's bilden Direktsaat-Böden ein sehr tiefes Porengefüge, Wasseraufnahmefähigkeit laut Tests 100 mm/Stunde. Also Abfluss null. Wenn's ideal läuft, hast du nach einigen Jahren einen sehr schönen Nährstoffzyklus, sprich, die Erntereste brechen zusammen, bauen sich in der Form einer Flächenkompostierung ab und stellen dann dem Boden wieder Nährstoffe zur Verfügung. Du musst also nur mehr das düngen, was vom Acker kommt. Also den Entzug durch zB die Getreidekörner. Ich weiß, das hörst du nicht gerne, aber irgendwoher müssen die Nährstoffe kommen. Auch der P-Vorrat in deinem Boden ist begrenzt. So und wie sieht das in der Praxis aus: Fruchtfolge und Zwischenfruchtanbau. Winterungen/Sommerungen, Halm/Blattfrüchte. Ein Beispiel für die Fruchtfolge: Ackerbohnen/Wintergerste/Winterraps/Körnermais/Winterweizen. Zwischenfrüchte werden direkt bei der Ernte der Hauptfrüchte gesät. Die zwischenfrüchte sollten ein weites C/N Verhältnis haben. Wir wollen ja nicht die Bakterien füttern. Vorzugsweise wird als Zwischenfrucht angebaut: Tatarischer Buchweizen, Phacelia, Sonnenblume, Peluschken, Schwarzhafer, Weidelgras, Inkarnatklee, Perserklee, Hirse. Allerdings ist grad bei den Zwischenfrüchten das letzte Wort nicht gesprochen. Da braucht's noch viel Forschung. Vor allem, weil die Bestände möglichst weit in ihrer Entwicklung sein sollten. Das erreicht man am ehesten mit Untersaat oder Bi-Cropping. Beides steckt noch in den Kinderschuhen. GVOs sind in der Direktsaat kein Thema. Das ist eher eine Sache die sich in CND und den USA abspielt. Also eher eine regionale Sache. Zum Thema Unkräuter: Die werden bei Direktsaat weniger, weil der Boden deutlich aktiver ist, bzw. die Samen auch nicht mehr konserviert werden. Grad beim Ackerfuchsschwanz merkt man das sehr. Darum reicht, wenn das System mal läuft, eine Fahrt mit Glyphosat, das im übrigen durch das aktive Bodenleben sehr schnell abgebaut wird. Ins Grundwasser geht da definitiv nix. Was die Düngung betrifft, so helfen auch hier Humus und Muchschicht. So kann man mit 100 kg Stickstoff durchaus 5 to Winterweizen ernten oder mit 240 kg Stickstoff 10 to Winterweizen, beides bei sehr hohem RP. Und da war nicht mal eine Leguminose als (Vor)Vorfrucht. So, das wär's erst mal. Rechtschreib- und Tippfehler könnt ihr euch behalten. ;) Zum Abschluss habe ich hier einen Artikel, der die Sache, denk ich, gut rüber bringt: http://www.deere.com/de_DE/publications/publication_furrow/arable/15_16.pdf Und weil sich der Mann mit der schönen Direktsämaschine wirklich was anderes verdient hat, hier ein kleines Video, damit ihr merkt, dass das nicht lauter irres Gefasel ist, sondern durchaus seine guten Gründe hat: http://www.crossslot.com/e107_images/generic/lite/download.png Gruß, Thomas
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