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Wo man impft, läßt sich die Seuche nieder .... Hallo Fadi also hier der Artikel aus Blick ins Land 2007 September: „Wo man impft, lässt sich die Seuche nieder“ Maul- und Klauenseuche Groß ist die Aufregung unter Englands Bauern, weil für den jüngsten Ausbruch der MKS im August wahrscheinlich ein Impfstoffhersteller verantwortlich war. Dabei scheinen Impfungen der sicherste Weg zu sein, Seuchen zu verbreiten. Österreich dagegen keulte erkrankte Tiere – mit Erfolg. I n Deutschland etwa sah man ab Mitte der 1960er Jahre in der Impfpflicht aller Rinder über vier Monate ein Heilmittel gegen MKS. Doch schon bald traten unerwartete Nebenwirkungen auf: 1970 wurden etwa 330 Aborte und insgesamt 576 Allergien, die zu 40 Prozent tödlich verliefen, infolge der Impfung registriert. Die schlimmsten Auswirkungen sollten sich aber erst langsam herauskristallisieren, wie die beiden Tübinger Virusforscher Karl Strohmaier und Otto Christian Straub 1995 in der „Tierärztlichen Umschau“ berichteten: Im Mai 1970 erkrankten in Norddeutschland fünf Jungstiere, die eine Woche vorher gegen MKS geimpft worden waren, weil „der verwendete Impfstoff offensichtlich noch infektiöses Virus enthalten hatte“. Im Dezember 1970 folgte ein Ausbruch in der unmittelbaren Nähe eines Impfstoffwerkes. Daraufhin verging kaum ein Jahr, in dem MKS in Deutschland kein Thema war. Impfstoffe schuld Ende der 1980er Jahre machten sich die genannten Virusforscher daran, herauszufinden, wer für die immer wiederkehrenden Seuchen verantwortlich war. Strohmaier: „Die Überprüfung aller 31 Primärausbrüche von 1970 bis heute ergab, dass sich 20 davon während oder kurz nach der Impfkampagne in Gebieten ereigneten, die vorher mindestens ein halbes Jahr seuchenfrei gewesen waren. Sechsmal brach die Seuche in unmittelbarer Umgebung von Impfstoffwerken aus, zwei Ausbrüche in Schweinemastbetrieben waren auf Verfütterung von infizierten Fleischabfällen zurückzuführen.“ Strohmaier und seine Kollegen konnten später auch nachweisen, dass die Impfstoff- und Impfwerk-Problematik in ganz Europa ähnlich war. Als Folge beschloss die EU ein Impfverbot. Impfverbot wirkt Seit dem Erlass der EU hat sich MKS in der ganzen Welt ausgebreitet – mit Ausnahme von Europa. Als schwarzer Fleck bleibt die Katastrophe von 2001, als rund zehn Millionen Rinder – die meisten davon in Großbritannien – getötet wurden. Die schrecklichen Bilder davon schockierten die Welt. Voreilig wurden damals wohl auch zu viele Tiere gekeult: Das staatliche Animal Health Institute hat im Vorjahr die Proben von 1.720 infizierten Betrieben von 2001 neu untersucht: Bei 23 Prozent konnte jedoch kein Hinweis auf das Vorhandensein von MKS gefunden werden. Problem Impfstoffwerke Auch bei den neuen, gentechnisch veränderten Impfstoffen kann eine Infizierung durch das Medikament nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Impfende Länder wie Indien oder Argentinien sind nach wie vor kaum in der Lage, die Seuche zu bannen. Längst scheint sich eine Warnung Karl Diernhofers, inzwischen verstorbener Rinderklinik- Vorstand der Veterinär-Uni in Wien, zu bewahrheiten: „Dort, wo man gegen die Seuche impft, dort lässt sie sich fröhlich nieder.“ Besonders sarkastisch klingt eine „weiterentwickelte“ Version: „Dort, wo man impft, lass dich als Tierarzt nieder, denn die Seuche kehrt immer wieder.“ Dazu geht von Impfstoffwerken, die mit Lebendviren hantieren, beständig Gefahr aus – wie neuerdings offenbar in Großbritannien. Obwohl seit 15 Jahren in der EU nicht mehr geimpft wird, dürfen nach wie vor vier Werke in Holland, England, Frankreich und Deutschland den MKS-Impfstoff produzieren. Der heute 86-jährige von der Weltgesundheitsorganisation WHO für seine Verdienste ausgezeichnete MKS-Spezialist Strohmaier mahnt zur Vernunft: „Ich halte nichts von der Forschung an dem MKS-Virus, weil es eines der am besten erforschten Viren überhaupt ist.“ Erfolgsgeschichte BHV1 Die Erlaubnis, Forschungen mit Lebendviren durchzuführen, hat auch Österreichs Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, in Mödling. Josef Köfer, Bereichsleiter Veterinärmedizin der AGES, stellt im Gespräch mit BLICK INS LAND jedoch klar, dass von diesem Recht nicht Gebrauch gemacht wird. Vielmehr meint auch Köfer: „Das einzige Mittel, eine Seuche in den Griff zu bekommen, ist die Keulung.“ Eine österreichische Erfolgsgeschichte sei in diesem Zusammenhang die Rindergrippe BHV1: Während etwa Bayern dagegen impft und sie anscheinend nicht in den Griff bekommt, ist Österreich nach der Keulung einiger tausend Rinder seit Ende der 1990er Jahre offiziell BHV1-frei: „Gott sei Dank haben wir uns dazu durchgerungen und sind heute bei Zuchtrindern sehr gefragt“, so Köfer. Die wirtschaftlichen Vorteile seien augenscheinlich: Österreich könne mit jenen Ländern Handel treiben, die ebenfalls offiziell BHV1-frei seien. ◆ Mag. Klaus Faißner ist freier Mitarbeiter von BLICK INS LAND. „Schaden nicht zu verantworten“ Veterinärexperte JOSEF KÖFER zur MKS-Problematik. BLICK INS LAND: Wie steht Österreich zur Impfung der Maul und Klauenseuche? Köfer: Die Impfung ist kein Thema. Die prophylaktische Schutzimpfung ist EU-weit verboten. Es gibt jedoch die Möglichkeit einer Notimpfung, um den Ausbruchsherd herum. Das große Problem bei der MKS-Schutzimpfung ist, dass durch sie eine Feldvirusinfektion maskiert werden kann. Die Tiere erkranken nicht, aber das Virus ist im Körper und kann mit dem Handel von tierischen Produkten verbreitet werden. Was passiert mit Ländern, die impfen? Ganz einfach: Wer impft, ist draußen aus dem Rindfleischmarkt. Die AGES darf offiziell mit MKSLebendviren forschen. Geht dadurch eine Gefahr für Österreichs Bauern aus? Wir hantieren nicht mit dem Lebendvirus, machen keine Forschung, keine Infektionsversuche mit dem MKS-Virus und stellen auch keinen Impfstoff her. Wir haben alle unsere Erfahrungen gemacht. Ein möglicher Schaden wäre ein viel, viel größerer als der Nutzen und man könnte ihn nicht verantworten. Im Falle eines MKS-Ausbruches untersuchen wir einzig und allein totes Material in unserem Hochsicherheitslabor in Hetzendorf. Was hat sich bei MKS-Ausbrüchen im Vergleich zu früheren Zeiten verändert? Früher waren bei einem Ausbruch meist nicht so viele Tiere betroffen, weil der Tierhandel nicht so verbreitet war. lg Kathi
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