Gebrauchtmaschinen: 19535, Termine: 124, Kleinanzeigen: 2241 / 25, 26323 reg. User, online: 286
 
Home Gebrauchte Kleinanzeigen Landtechnik Schwein Live dabei Links Termine Forum Versteigerung Spiel
 

Landwirt Forum

Forumsbeiträge suchen

Es sind 13031 Diskussionen online

Milchpreis bröckelt wieder

  Antworten: 99

Name: theres antwortet um 11-06-2008 10:58 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Wir arbeiten an der Umwandlung von Milch in Treibstoff. Damit sind solche Zeitungsberichte für mich nicht mehr relevant. :-)))
Wenn Journalisten ihre wirtschaftlichen Kenntnisse zum Besten geben, dann kann ich genauso gut Zeitungsartikel schreiben.
Bei medizinischen Büchern steht immer, dass unbedingt der Rat eines Arztes eingeholt werden soll, wirtschaftliche Ratschläge darf scheinbar jeder Schmied verteilen.
Die Gesetze des Marktes werden wir auch nicht ausser Kraft setzen,
aber diese einseitigen Ratschläge haben mit Marktgesetzen auch nichts mehr zu tun.
Die beste Form der Energieeinsparung ist - nicht mehr soviel lesen, das Gehirn zum richtigen Zeitpunkt ein- und auch entsprechend auszuschalten.
Mit deinen Beträgen machst du mir - lieber Kuhmechaniker- jedesmal eine richtige Freude, weil es mich in meinen Bemühungen und Ansichten so richtig stärkt.
Ob mit ständig steigenden Energiepreisen solche klugen Ratschläge von Journalisten die Lösung sein werden- das wird die Zeit zeigen.
Wir fahren mit Milch im Tank, dann sind wir unsere Sorgen los :-))

Name: beni11 antwortet um 11-06-2008 11:18 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Ich habe letztens gemeint daß ein künstlich höherer Milchpreis schon bald einen gewaltigen Schaden für unsere Bauern in Österreich verursachen wird - die Großen in Europa werden Vollgas geben weil sich das Überliefern lohnt! Und das fällt den Kleinen die brav zum Streiken eingeteilt wurden als Erstes auf den Kopf.

Aber was zählt schon Logik wenn man so schön Streik-Äktschn machen kann...

Name: farmboy antwortet um 11-06-2008 11:19 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@viehdoktor:

und dir ist hoffentlich auch klar, dass sich niemand mit den Journalisten anlegen will oder darf. Weil diese "Götter" haben ja Pressefreiheit, und wenn man sie kritisiert, dann ziehen sie dich durch den Dreck. Ansonsten immer schön lächeln, und sie auf Events udgl einladen, damit sie sich den Wams schön voll schlagen können, .. Gott schütze die Presse und die Viechdoktan!!
Name: theres antwortet um 11-06-2008 11:23 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Lieber Kuhmechaniker,
nun, von den Naturvölkern ohne Schulbildung kommen wir auch nicht, wobei ich mehr und mehr Hochachtung vor deren Weltsicht und wissen bekommen. Und nach x- Jahren Umgang mit Tieren hole ich immer noch den Tierarzt. Über marktwirtschaftliche und betriebswirtschaftliches Grund oder Basiswissen streite ich mich mit dir nicht herum- wir haben viele Theoretiker in unseren Landen- und die schauen meist recht von oben herab auf die tumben Praktiker.
Auch wenn ich jetzt kein Studium aufzuweisen hab- mehr Ausgaben als Einnahmen- hält der beste Kaufmann nicht lange aus.
Also muss entweder mehr Einnahme oder weniger Ausgabe her.
Und ich darf dich erinnern, ich befasse mich mit dem einen wie mit dem anderen.
Je gesünder der Boden, umso besser für den Betrieb.
Lieber die Enerige in die Bereiche stecken, in denen ich was erreichen kann, als meine Zeit damit zu verschwenden, mir irgendwelche Wirtschaftsjournalisten anzutun, die vom Schreibtisch aus- ihre betriebswirtschaftliche Erfahrung weitergeben.
Wenn ich es geschafft hab, Milch als Treibstoff zu veredeln, dann meld ich darauf ein Patent an, denn im Ölbereich ist die Marktwirtschaft sehr präsent. :-)))))
Momentan befasse ich mich wieder mit Schumachers Buch- Small is beautifull-
hilft mir um einiges mehr als irgendwelche Zeitungsschreiber.



Name: Kathi antwortet um 11-06-2008 11:27 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo

also eigentlich hab ich mir geschworen hier nix mehr zu schreiben - aber manchmal kann ichs mir nicht verkneifen.

Anscheindend wars ein Fehler nicht Vetmed zu studieren, denn da hat man anscheinend unmengen Zeit Artikel im Netz zu suchen, die einem in den Kram passen und als "Blick in die Meinung der Bevölkerung" zu verkaufen - da gibts sicherlich genausoviele andere Artikel - nur ich muss Arbeiten und hab keine Zeit

Liebe Grüße
Kathi

Name: Fadinger antwortet um 11-06-2008 11:36 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo!

"Dir ist aber schon klar, dass auch Journalisten oft über eine über den Hauptschulabschluss hinausgehende Ausbildung verfügen, oder?"
Nun, selbst ein Studium ist kein Garant für Qualität und Kompetenz ..... ;-)

Gruß F
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 11:39 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Der Unterschied zwischen Journalisten und speziellen Berufsgruppen, besteht wohl darin, dass die Jouralisten besser schreiben können und nicht darin, dass sie von diesem Beruf mehr verstehen.
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 11:45 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@ fadinger
Es gibt sogar Leute die haben nach dem Gymnasium Ägypotologie studiert und von was verstehen sie jetzt etwas ?

a) von allem
b) davon was sie studiert haben

Bitte zutreffendes ankreuzen !
Name: Fadinger antwortet um 11-06-2008 11:57 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo!

"Muss man ein Schwein gewesen sein, um zu wissen wie Koteletts schmecken?"
Wenst glaubst ........ ;-)
....daß ein Schwein weiß, wie Koteletts schmecken? ....

Gruß F
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 12:06 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
- Muss man ein Schwein gewesen sein, um zu wissen wie Koteletts schmecken?

Ein schönes Beispiel für ein unsachliches Argument, auch wenn du sicher ein paar Lacher auf deine Seite hast. Hast Du beim Dinkhauser einen Kurs besucht oder er bei Dir ?

Vom Fleisch versteht sicher der Metzger mehr, als der Journalist der drüber schreibt. Aber es kann natürlich sein, dass der Metzger beim Zeitungsbeitrag mehr Rechtschreib- oder stilistische Fehler macht. Ich kann mir schon Journalisten vorstellen, die edelst die Zubereitung von einem Steak beschreiben, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft, nur zu Hause in der Pfanne verkohlt es ihm selber.


Name: beni11 antwortet um 11-06-2008 12:28 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@ Kuhmechaniker

"Mir san mir" und was interessiert uns ein Argument weil wir sind ja selbst dagegen.

Wenn ein Nicht-Bauer seine Argumente darlegt ist er sowieso ein Trottel, das ist praktisch weil man muss sich nicht damit auseinandersetzen.

Und wenn einer von uns ein Argument bringt dann ist er auch ein Trottel weil sonst wäre er was anderes als ein Bauer.

Und wenn ein Fachmann was sagt dann sowieso weil der ist ja einer von der Industrie oder von der Politik oder von irgendeiner Lobby oder von den Katholiken oder von den Linkshändern oder...

Merke: als Normal-Bauer hast du es leicht immer recht zu habe. Jeder für sich. Und es erspart viel denken!

Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 12:29 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Mit einem einsemestrigen Grundkurs in Volkswirtschaftslehre sind diese Zusammenhänge bereits zu verstehen. Auch wenn dieser Journalist Publizistik oder Land- und Forstwirstschaft studiert hat: die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge hat er geschnallt.

Das Gute am journalistischen Blick ist die Vogelperspektive, und es ist eine gute Gelegenheit, ihm einmal zu folgen und sich selber in diese Position zu begeben.
Den eigenen Standpunkt zu ändern.
---

@farmboy
Die Presse-"Götter" haben eine gewisse Macht, das ist wahr.
Aber sie sind auch auf verlässliche Informationen angewiesen, und wenn sie ein paar Mal falsch recherchieren oder unzuverlässigen Quellen vertrauen, sind sie auch bald weg vom Fenster.
Eine partnerschaftliche Medienarbeit ist daher für beide Seiten von Interesse.
Und sonst sind sie ganz normale, nette Menschen.

lg, tb.

PS: Vielleicht sollten die LWKs einmal einmal VWL-Basiskurse anbieten. Oder tun sie das schon, und keiner besucht sie?
Name: Johannfranz antwortet um 11-06-2008 12:32 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@ Kuhmechaniker

Du schreibst vom Werben um Verständnis bei den Verbrauchern,anderen träumt von Fairness gegenüber dem Landwirt : Uns allen wird wohl klar sein,dass,wenn es ums Geldhergeben geht Schluss ist mit Verwandtschaft,Freundschaft und schon zweimal
mit Verständnis und Fairness. Wer darauf baut, wird mit ziemlicher Sicherheit auf die Nase fallen.
Es ist nun mal eine gegebene Tatsache,dass ein Produkt,egal welches, nicht durch
Überangebot seinen Wert bekommt,sondern dadurch,dass der Verbrauch das Angebot übersteigt.
Beim durchlesen dieses Forums kommen allerdings starke Zweifel auf,ob die Milcherzeuger
jemals zu dieser Einsicht gelangen.
Ist es leichter Milch zu erzeugen und dann wegzuschütten,oder erst gar nicht zu erzeugen ?
Nur dauerhafte Knappheit hält den Preis hoch.

Name: Fadinger antwortet um 11-06-2008 12:59 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo!

"Auch wenn dieser Journalist Publizistik oder Land- und Forstwirstschaft studiert hat: ....."
..... dürfte er Schwierigkeiten haben, wirtschaftliche Zusammenhänge und Vorgänge zu verstehen ....
Wie sonst könnte er in einen Satz von "Angebot zu groß" und "Produktivität erhöhen" schreiben ???
Weiters sei anzumerken, daß es, so wie bis jetzt, der Politik durchaus möglich ist, einen Preis, bzw. die Preisrichtung vorzugeben. Wir brauchen uns also lediglich um den Richtungswechsel zu kümmern ....

Gruß F
Name: Kathi antwortet um 11-06-2008 13:04 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo

also VWL und BWL ist schon länger her - aber da ja alle so gscheit sind - könnt ihr mir sicherlich "Nachhilfe" geben.

Was ist wichtiger - dass wegen der VWL ein ganzer Berufsstand Betriebswirtschafltlich negativ wirtschaften oder wäre es besser zu schauen einen ganzen Berufsstand betriebswirtschaftlich gut hinzustellen und damit die VWL zu erhöhen??

Grübel

Kathi
Name: Kathi antwortet um 11-06-2008 13:22 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo

noch was

http://vorarlberg.orf.at/stories/284729/

LG
Kathi
Name: jacky65 antwortet um 11-06-2008 13:22 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@johannfranz

und wie sind deine durchsetzungsfähigen vorschläge, eine dauerhafte Knappheit herzustellen??

Deine Vorschläge für Österreich, EU, Europa und wenn möglich auch noch für Neuseeland und Australien sind gefragt. Oder bring bitte Varainten von Deiner Vertretung, damit diese diskutiert werden können. Kann aber auch sein, dass diese Vertetung keine Varianten ausgearbeitet hat, oder damit hinter dem Berg hält, damit diese nicht zerredet werden können.

Es gibt dazu einen eigenen Thread, nur niemand hat dazu Vorschläge *hmmmm*
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 13:29 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@Fadinger

"Produktivität erhöhen" heißt entweder
a) "mit weniger Aufwand die gleiche Menge zu produzieren" oder
b) "mit gleichem Aufwand mehr produzieren" - dann wärs tatsächlich ein Widerspruch.

Produktivität bedeutet nicht Produktionsmenge.
---

Klar ist es möglich, Preise vorzugeben, aber das sind instabile Preise.
Es gibt Gesetzmäßigkeiten des freien Marktes, die Basis dafür ist ein dynamisches Gleichgewicht.

Soll sich am Preis etwas ändern, so muss sich auch an der Nachfrage oder am Angebot etwas ändern.
Solange die Nachfrage nicht steigt - und jeder Trend spricht dagegen, dass das passiert - wird sich am Preis nichts ändern.
Es sei denn das Angebot wird verknappt, dh. es wird weniger Milch geliefert.
Steigt der Preis dann, ist auch das ein instabiler Zustand, weil viele Bauern sofort den guten Milchpreis als Anlass zur Mengensteigerung sehen werden. Und sie werden produzieren was das Zeug hält.
usw usf....

Warum soll die Gesellschaft den Preis dafür zahlen, dass es eine zu große Anzahl von Milchbauern gibt. Das steuert natürlich auch niemand, denn wie käme einer dazu, der Euch sagt: "Du machst weiter mit Milch, weil Du arbeitest rentabel, und Du hörst auf und stellst jetzt auf Mastvieh um oder sonst was."
Das wäre ein Skandal, denn welcher Unternehmer lässt sich vorschreiben, was er produzieren soll?
Genauso wenig ist es aber ein Grundrecht, dass einem die Sachen abgekauft werden, die man produziert. Zu einem Preis, der kostendeckend ist. Das ist kein Grundrecht.

lg, tb.
Name: theres antwortet um 11-06-2008 13:48 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Ich scheine in meiner früheren kaufmänn. Ausbildung den Sinn nicht ganz verstanden zu haben.
Wenn es stimmt, dass wir eine Marktwirtschaft haben mit ihrem System von Angebot und Nachfrage,
dann würd mich der gute Herr Journalist schon interessieren, wieso auf er einen Seite eben für die Marktwirtschaft schreibt und auf der anderen Seite für die vermehrte Erzeugung.
@beni, ich mag auch ganz gerne aus einem anderen Blickwinkel schauen und zwar aus dem des Konsumentin.
Denn letztlich hat im Geschäft der Griff nach dem Produkt seinen Weg gefunden.

Und zu dir lieber Kuhmechaniker, nein ich leide nicht an Minderwertigkeitskomplexen,
sondern mein Frustberg in Höhe Mount Everest macht mich schön langsam sauer.
Entweder billige Massenproduktion oder qualitative Produkte werden gekauft .
Leider besteht absolut wenig Interesse , die qualitative Schiene überhaupt ins Auge zu fassen. Wenn wir meinen, für den Weltmarkt fit zu werden, dann sind hier Klimzüge nötig, die nicht nur die Höfe aufstellen, sondern auch unseren ländl. Raum.

Gentechnikfreie Fütterung und noch einen ganzen Rattenschwanz an Möglichkeiten-
den bei uns lebenden Konsumenten sehen- der nicht so geizgeil ist, wie immer behauptet wird.
Er kann nur das Geld nur einmal ausgeben- und er entscheidet nach seinen Wertigkeiten.
Wenn der Treibstoff so teuer wird, dann muss er woanders einsparen.
Und jahrelang hat man ihm ja eingeredet, dass auch das billigste Nahrungsmittel gleich viel wert ist.
Wenn er dann nicht mehr gesund ist, dann braucht er das Geld, um sich damit Medizin zu kaufen, die Wertigkeit der Lebensmittel hat ihm keiner vermittelt.
Diese Entscheidung nimmt ihm die Werbung ab.

Und für die klugen Ratschläge, noch billiger zu produzieren, kann ich inzwischen lachen, das machen wir schon längst.
Drum gehen unsere Kühe auf die Weide, wir haben unsere Schnitthäufigkeit gewaltig reduziert, behandeln unsere Gülle, füttern nur noch einen Bruchteil an Zukaufsfutter- verzichten auf GVO im Futtertrog- haben die Leistung nicht nach oben sondern nach unten gefahren.
Eigentlich machen wir schon seit vielen Jahren genau das Gegenteil von dem, was uns immer geraten worden ist.
Ja, jetzt merk ich es, ich hab inzwischen eine Allergie gegen gute Ratschläge- und der Zeitungsbeitrag kommt mir auch wieder so nach klugen Ratschlag vor-

Ich hole mir Käse von einer kleinen Käserei, ich schau vielleicht zu wenig, krieg von der Werbung nicht viel mit, aber wenn ich in diesem Laden steh, dann bekomme ich wieder ein Gefühl dafür, was aus Milch gemacht werden kann.
Und dieser Geschmack verkauft sich eben sehr gut. Vielleicht wäre der beste Weg, wenn alle an der Wertschöpfungskette beteiligten ihren Blick auf den Konsumenten richten.
Aber geredet und geschrieben ist schon viel worden-
aber ändert es was?





Name: tristan antwortet um 11-06-2008 13:51 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Genauso wenig ist es aber ein Grundrecht, dass einem die Sachen abgekauft werden, die man produziert. Zu einem Preis, der kostendeckend ist. Das ist kein Grundrecht.

lg, tb.

ähm. stimmt. aber:
a: zwischen sachen und essen ist ein unterschied!
b: wenn der lebensmittelmarkt zur gänze liberalisiert wird, steigen viele von der sachenerzeugung aus und in die energieproduktion um, die "sachen" werden teurer bis unerschwinglich.
c: gibt es dann ein grundrecht auf die "sachen"?
hde tristan

hde tristan
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 14:02 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Lieber Kuhmechaniker,
wäre es Dir nicht möglich uns anderen auch mal ein kleines Lob oder wenigstens eine 20% Zustimmung zukommen zu lassen.

Schau Dich kostets nichts und mich würde es so freuen. Der Osterhase bringt auch schon lange nichts mehr und bis zum Christkind ist noch lange.
Wahrscheinlich sind viele die sich auch freuen würden.

Alternativ kannst mir ja hintenrum einen Beitrag von dir mailen, ich stell ihn dann in Forum und du gibst mir die Streicheleinheiten oder machst das mit deinen Jüngern eh so ?


Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 14:04 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@tristan
Ich habe den Begriff bewusst auf "Sachen" verallgemeinert, weil die Aussage nicht nur für Landwirte gilt.
Denn darum geht's, ob es eine Dienstleistung, Nahrung, ein Auto oder sonstwas ist:
Es gibt kein Grundrecht, seine Produkte oder Dienstleistungen zu einem bestimmten Preis abzusetzen.

Dein Szenario wird ja so nicht ablaufen, denn sobald viele Produzenten für die Energiegewinnung produzieren, wird der Preis für den Rohstoff als Lebensmittel wieder steigen - siehe dzt. Getreide - und man wird gern wieder an die Lebensmittelbranche verkaufen. Weil es irgendwann wieder rentabler als der Energiemarkt sein wird.
Für die Milch ist bis dato kein weiterer Verwendungszweck gefunden worden, daher ist die Chance für dieses Szenario gering.

Fände ich persönlich übrigens obszön, mit einem so hohen Aufwand und mit soviel Mühe wie Kühemelken Energie zu erzeugen.

lg, tb.
Name: Fadinger antwortet um 11-06-2008 14:18 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo!

@tb,
OK, nur pflege ich halt "Produktivität " im Sinne von "mehr produzieren" und "Effektivität" als "Aufwand verringern" (low input) zu unterscheiden und auch so zu verstehen ...
Zur jetztigen "Marktsteuerung":
Bei steigenden Preisen, bzw um diesen entgegenzuwirken, wird die nationale Quote, also das Angebot erhöht (dieses WJ konkret 2%). Es sind also nicht nur die "auf Teufel komm raus" Überlieferer am Preisverfall schuld, sondern die Mengensteuerung auch selbst. Aber die will das ja ....
Und der "Skandal", wie Du ihn benennst, der ist in der Landwirtschaft allgegenwärtig. Zwar etwas verdeckt (Förderungen, wenn die "Beratungen" ("Du machst weiter mit Milch, weil Du arbeitest rentabel, und Du hörst auf und stellst jetzt auf Mastvieh um oder sonst was.") befolgt werden, und kein Geld, Sanktionen, usw., wenn man innovativ und eigenständig entscheidet) aber doch klar erkennbar.
Warum die Gesellschaft den Preis dafür zahlen soll, warum kostendeckende Preise erzielt werden müssen, liegt klar auf der Hand. Wenn die Gesellschaft Landschaftspflege, höhere Standarts als am Weltmarkt, Produktionsmethoden wie vor 30, 40, Jahren, usw., usf., haben will, so ist dies auch entsprechend in Rechnung zu stellen. Es sollte sich der Verbraucher schon im klaren sein, was er haben will! Einerseits zwar laufend zu fordern, sich dann aber zum Billigsten entscheiden, ist Zechprellerei.

Gruß F
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 14:21 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Geh Christoph38, das ist aber jetzt zach.
Schreibst Du etwa hier weil Du Anerkennung brauchst?
Hab Dich unabhängiger eingeschätzt.

lg, tb.
Name: Kathi antwortet um 11-06-2008 14:33 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo Kuhdoc

also das war kein Ausflug in die Marktwirtschaft, sondern eine "Gegenaktion" dein "der Streik hat sowiesonixbracht" Front

also auch wenn an der Kostenschraube weitergedreht wird und man trotzdem nicht Kostendecken wirtschaften kann - wie schauts da jetzt BW und VWL aus?

Kathi

Name: sophokles antwortet um 11-06-2008 14:41 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Mich würd mal interessieren, warum sich mittlerweile in allen Bereichen der Gesellschaft die Kunde herumgesprochen hat, dass es zuviele zuviel produzierende Milchbauern gibt, nur die Milchbauern die wollen, sobald sie dürfen noch viel mehr produzieren....:-)


P.s: Landschaftspflege ist viel billiger zu haben als es momentan getan wird! - Wenn das gegengerechnet wird schauts schlecht aus für Landwirte (Stichwort: Jeder 2ha betrieb volle Maschinenausstattung, keine Synergien, etc)


Name: Kathi antwortet um 11-06-2008 14:43 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
komischerweise gehts ja nicht nur mir so - sondern quer durch alle Lande

also nichtmal ein Ö Problem ein Europäisches - durch den Streik habe ich eine Bäuerin aus D kennengelernt: 530 000 kg Milchquote und er hat einen Hilfsarbeiterjob annehmen müssen und sie geht abends putzen -

ausserdem ist mir neu, dass es Marktwirtschaftlich OK ist, dass der Konsument den Preis bestimmt anstatt die Kosten?

Kathi
Name: sophokles antwortet um 11-06-2008 14:49 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@kath: bei deinem 530.000 Kg beispiel, wäre es schon mal interessant "hinter" die betriebswirtschaftlichen Kulissen zu sehen. -Kannst darüber einiges berichten? Da muss wohl die Investitionsquote auf Fremdkapitalbasis (um es freundlich zu sagen) wohl etwas hoch sein oder?
Name: Else antwortet um 11-06-2008 14:50 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
>>>Muss man ein Schwein gewesen sein, um zu wissen wie Koteletts schmecken?<<<


Hm?
Ja, frisst sich denn das Schwein selbst?

;-)))




Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 14:57 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Du musst dir das so vorstellen Kathi:
Die Kosten bestimmen den Preis, da hast du recht. Aber du musst kostenmässig eine Mischkalkulation anstellen.

Folgende Zutaten:
1. du nimmst die Flächen einer Farm in Simbabwe
2. du nimmst die Mechanisierungskosten eines österreichischen 2 Kuh-Handmelkbetriebes, wo der Betriebsführer keinen Führerschein und folglich auch keinen Traktor bzw. Mähtrak hat.
3. du nimmst die Arbeitszeit eines topmodernen US Betriebes
4. du nimmst die Stallkosten eines neuseeländischen Betriebes, die klimatisch bedingt eigentlich keinen Stall brauchen
5. du nimmst den Stundenlohn eines chinesischen Fabrikarbeiters

Das ganze gut mischen, ergibt einen Kostensatz von 25 ct/Liter Milch.
Da wird es doch dann jedem einsichtig sein, dass du mit 40 ct gut bedient bist, selbst wenn du da und dort ein bisschen über der Mischkalkulation liegst ?


Name: Kathi antwortet um 11-06-2008 14:58 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo

ich kann ja schwer mit der Tür ins Haus fallen und fragen, wie finanziert wurde.

Aber - ich glaube Gourmet ist es - der ja auch immer von Kontigentkaufen spricht - keine Ahnung wie das andere Finanzieren - durch die Einnahmen durch den tollen Milchpreis kanns ja nicht sein.

Einerseits wird uns vorgejammert es sei zuviel Milch da, andererseits es sei zuwenig da - es müsse mehr in die LW investiert werden, es wird noch mehr gebraucht.

Versteh ich nicht

Kathi
Name: Alfonsi antwortet um 11-06-2008 16:23 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Da sind die Landwirte schon selber schuld.
Immer mehr Milch auf den Markt zu bringen .
Es sind in Deutschland circa 20 % zu viel Milch am Markt.
Weil einige Landwirte nicht genug bekommen , wird Milch in
riesigen Mengen geliefert und machen sich damit selber kaputt.
Eine Obergrenze von 300000 l pro Betrieb würde ausreichen , besserer Milcherlös durch weniger Arbeit.
Es will nur keiner verstehen , der Streik war ein Witz.
Name: edde antwortet um 11-06-2008 16:29 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
passend zum vorigen thema "journalisten und ihr verständnis" möcht ich euch etwas nicht vorenthalten :
in der letzten fachzeitschrift "Elite"-,stammt aus dem hause topagrar-zum quadrat, schrieb einer, dass man nun in 70-er aufsttockungsschritten erweitert!!
Bravo gratuliere dem chefredakteur zu seinem mitarbeiter..
mfg
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 18:19 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@edde

Hallo Edde,

"in 70-er aufsttockungsschritten erweitert" - was bedeutet das genau?

lg, tb.
Name: jacky65 antwortet um 11-06-2008 18:54 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
das heisst bei jedem erweiterungsschritt 70 Kühe mehr; da hier wahrscheinlich mit roboter gemolken wird, und ein Roboter ca. 70 Kühe melken kann
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 19:15 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@ tb
Hier der link:
http://www.elite-magazin.de/content/kommentar/inhalt_08_03.pdf

Mir fallen noch 2 Fragen ein:
Hast du eine Vorstellung wieviele Kühe die Werbefirma halten müsste, in der du arbeitest um denselben Umsatz erzielen ?

Wieviel Arbeitszeit im Jahr billigst du einem Milchbauer zu, dass er für 1 Kuh im Jahr verbrauchen darf ?
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 19:39 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@jacky65, @Christoph38

Danke für Eure Info!

Ich bin keine Agrarexpertin, aber soweit ich das Elite-Magazin beurteilen kann, ist es eher betriebswirtschaftlich orientiert und bietet den Lesern Information, wie sie ihre Produktionsleistung maximieren können. Von politischen, volkswirtschaftlichen oder globalen Zusammenhängen bekommt man wenig zu lesen - oder liege ich falsch?

Und das Magazin erscheint mir reichlich kommerziell, das heißt einen Rat zum Maßhalten wird man dort nicht finden...
Meine Einschätzung.
---

Christoph38, zu Deinen zwei Fragen:
Ich arbeite nicht mehr in einer Werbefirma, sondern selbständig.

In der Agentur, in der ich zuletzt gearbeitet habe, machten alle Angestellten unbezahlte Überstunden, weil es in der Branche so üblich ist und keine Agentur mit der normalen Arbeitszeit überleben könnte. Leider hat die Werbebranche keine Lobby, die sich für geregelte Arbeitszeiten oder bezahlte Überstunden stark macht.

Es ist auch eine Branche mit einem hohen Anteil sogenannter unechter Selbständiger, die zwar auf eigene Rechnung arbeiten, aber Tag für Tag im selben Büro sitzen wie ein Angestellter. Nur dass sie auf Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sowie Pensionsbeiträge verzichten.

Wieviele Kühe die Werbefirma halten müsste... Keine Ahnung.
Wenn Du mir sagst, wie hoch der Aufwand ist, Kühe zu halten, kann ich es Dir ausrechnen, wie viel die Werbeagentur halten müsste, um ihren Umsatz damit zu erzielen.

lg, tb.
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 19:53 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@tb
Das ist aber irgendwie lustig, da gibts ja einige Parallelen zu den Milchbauern.
Die sind auch unecht selbständig, arbeiten Tag für Tag für dieselbe Molkerei, haben also nur einen Chef, wie ein Angestellter eben.
Nur das es kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt und keinen bezahlten Krankenstand.

Was die 2 Fragen betrifft, hätte mich eigentlich eher die Schätzung interessiert, weniger die Berechnung, mehr so frei aus dem Bauch raus.
Ist das möglich oder bin ich unten durch, weil ich so unselbständig bin und vom KM guten Zuspruch brauche ?
Name: helmar antwortet um 11-06-2008 20:31 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Ich habe es im Herbst 2005 hier erzählt.......wir waren bei der Geburtstagsfeier meiner Tante in einer Stadt in der Nähe von Münster, Nordrhein/ Westfahlen. Als wir uns so nach dem Esssen ein wenig hin und her setzten in der Gesellschaft fragte mich ein älterer Herr, ob in Österreich auch so viele Bauern pleite gingen. Nachdem ich erst mal nach dieser Frage Luft geholt hatte und meinte dass das Risiko bei uns in Österreich vielleicht ein paar Jahre später kommen könnte, fragte ich diesen Herrn welche Betriebe es denn wären. Da sagte er: jene welche zuerst ein paar andere geschluckt haben.........dies ist vielleicht auch eine Erklärung für Kathis Beobachtung........
Mfg, helmar
Name: mfj antwortet um 11-06-2008 20:44 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Das Chaos schafft keine Renditen...und warum´s für die Katz war !

Für Kampagnen, die auf die schlechte Einkommenssituation der Landwirte hinweisen würde ich keinen Cent investieren. Das interessiert keine Sau! Man muss die Leute bei ihrer Eitelkeit, ihrem Egoismus, ihrem Geltungsbedürfnis packen.


Ein Werbespruch von Harley Davidson lautet: "Wir verkaufen Ihnen ein Lebensgefühl und ein Motorrad kriegen Sie auch noch dazu". Die haben das verstanden und verticken ihre uralte Technik zu Wahnsinnspreisen.

Milch ist kein Motorrad, das weiß ich, aber auch dort ließe sich noch einiges bewegen und man könnte es erreichen, dass gewisse Produkte nicht so leicht auszutauschen wären.

Aldi (Hofer) verkauft (muss) sogar Haribo Gummibärchen, nebst Ihren Eigenmarken weil sie einfach nicht daran vorbei kommen.

Also wennman schon nicht zu Weltmarktpreisen produzieren kann, muss man auf anderen Gebieten als beim Preis punkten.

Ich glaube nur, dass es eine Werbeagentur schwer haben wird, wenn sie versucht bei einem mittleren Milchviehbetrieb 4000 bis 5000 € für eine Werbemaßnahme locker zu machen. Da ist man schon eher dazu bereit für die gleiche Summe die Milch in die Gülle zu schütten.

Dazu ein schönes Zitat von Bill Cosby: "Den Weg zum Erfolg kenne ich nicht, aber der Weg zum Misserfolg besteht in dem Versuch es allen recht machen zu wollen."


Ich weiß, dass wir Bauern alle ein bischen (sehr) frustriert sind mit dem Thema Werbung. Die Sache mit dem Zwangsbeitrag für die AMA/CMA hält wohl auch kaum einer für eine glückliche Lösung.
Die Qualität der Werbung hat sich zwar schon verbessert gegenüber früher, aber ich halte es nicht für zielführend, Werbung ohne Produktdifferenzierung durchzuführen, so wie es die CMA macht. Dort wird nicht ein bestimmtes Produkt, sondern Fleisch oder Milch insgesamt beworben. Es hat ja auch jeder Lieferant bezahlt und jeder soll ein bischen profitieren.

Moral der Geschicht: „ Wer wirbt schon mit Papiertaschentüchern“ ? Niemand – aber Tempo, Zewa und Softies hört man alle Tage....

Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 20:54 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@Christoph38

Ich beantworte Dir gern alle Fragen, aber den Sinn einer Schätzung verstehe ich nicht ganz. Ich versteh von meinem Business was, Du von Deinem.
Ich weiß nicht einmal zu welchem Preis man eine Kuh kauft.

Ich kann Dir sagen, dass die Agentur einen Jahresumsatz von ca. 600.000 EUR hatte. Damit muss folgendes finanziert werden:
- die Gehälter bzw. Honorare von 10 Mitarbeitern und freien Dienstnehmern
- 10 Mac-Arbeitsplätze, und das müssen ziemlich leistungsfähige Kastln sein
- die Büromiete in Innenstadtlage
- Leasingraten für zwei leistungsfähige Farbdrucker
- weiters Scanner, Fotoanlage, Serverkosten, Putzfrau, Energiekosten, Telefon, Versicherungen.

Es ist sich immer so +-0 ausgegangen, wie gesagt, mit den Überstundenleistungen der Mitarbeiter.

In der Werbebranche gibt es viele hochmotivierte und kreative Leute, die bereit sind, bei Bequemlichkeit und Sicherheit Abstriche zu machen, solange sie das machen können, was ihnen Freude macht.
Die Branche findet immer junge, hungrige Talente, die sich beweisen wollen.
So funktioniert diese Branche.

lg, tb.


Christoph38, Du bist nicht unten durch, nur weil Du Zuspruch brauchst. Brauchen wir doch alle manchmal.
Name: GruberLeopold antwortet um 11-06-2008 21:00 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Hallo!

Also was die Werbung betrifft ist es sicher in der heutigen Zeit das wichtigste, aber die AMA kassiert von uns Milchbauern alleine rund 7,8 Millionen Euro an Markedigbeitrag bei der Milch und da glaube ich müsste man schon mehr draus machen können.

mfg Gruber Leo
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 21:22 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@ tb
Danke für die Antwort. Die Frage hat vielleich irgenwie geheimnisvoll geklungen, ist im Prinzip aber einfach. Du hast ja mehrfach geschrieben, dass du nicht unbedingt landwirtschaftlich fachlich viel verstehst.
Genau deshalb habe ich die Frage gestellt, nur weil es mich interessiert, wie jemand aus einer anderen Position solche Dinge einschätzt, wie eben Arbeitszeit für eine Kuh.
Mich interesiert nur die andere Perspektive. Das ist alles.
Name: BBB antwortet um 11-06-2008 21:25 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Liebe Theres

Deine Meinung zu diesen Thema ist auch meine. So brauche ich nichts mehr dazu schreiben. Danke für deine mühe.

Herzliche Grüße
BBB
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 21:35 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@Christoph38

Ich habe vor 20 Jahren oft melken geholfen, mit der Melkmaschine. Mittlerweile ist der Betrieb auf Mastvieh umgestellt. Eine Rohrmelkanlage habe ich noch nicht einmal gesehen, und einen Melkroboter kenne ich nur von Erzählungen.

Ich weiß nur, dass ich für ca. 15 Kühe 1 1/2 bis 2 Stunden brauchte, um sie zu melken - je nachdem wie sehr sie rumzickten und wieviel Arbeit ich sonst noch hatte.
Also hochgerechnet, inklusive Reinigung des Melkzeugs, 2,5 Stunden, das 2x am Tag. Macht im Jahr 1.825 Stunden. Für 15 Kühe.

Heute kann man in 2 Stunden wahrscheinlich mehr Kühe melken. Wie lange bräuchte man heute für 15 Kühe?

lg, tb.
Name: Christoph38 antwortet um 11-06-2008 22:02 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@ tb
Ich muss vielleicht der Vollständigkeit halber sagen, dass ich kein Milchbauer mehr bin, seit ein paar Jahren, somit ein interessierter Halblaie.

Aber ich denke, dass das Problem ein bisschen anders gelagert ist, insofern als jene Bauern die heute 15 Kühe haben, gar nicht soviel weniger Zeit brauchen.
Die 15 Kühe brauchen vor allem dann weniger Zeit, wenn sie Teil einer sehr großen Herde (zB 100 Kühe) sind, weil erst dann die leistungsfähige Technik eingesetzt werden kann, die ja auch finanziell leistbar sein muss (siehe Elite).

Und genau da liegt der Hund begraben, wenn die Bauern für wenige Kühe relativ zuviel Zeit brauchen und Ihnen daraus ein Vorwurf gemacht wird bzw. die Mehrzeit selbstverständlich nicht bezahlt wird und gleichzeitig die Zeitverbesserung auch unmöglich ist.

Stell dir einfach vor, du must einen Werbeauftrag machen, kriegst 20 Stunden bezahlt, obwohl jeder weiss, dass du mit deinen Geräten 50 brauchst bzw. die 20 nur erreichen kannst, wenn du € 200.000,- in zusätzliche Technik investierst. Da liegt ein gewaltiges Frustpotential verborgen ? Anforderungen an jemand stellen, die er subjektiv und/oder objektiv nicht erfüllen kann.

Viele österreichische Milchbauern gehen auch auf die Palme, wenn Ihnen Journalisten vorhalten, sie könnten ja auch 80 Kühe halten, wie es in England Standard ist. Dies deshalb, da dieser Bauer ja weiss, dass er im Bergland unmöglich die dazu notwenige Wiesenfläche bewirtschaften kann, mit Großmähwerken etc.
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 11-06-2008 22:43 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
@Christoph38

Mir ist das Mengenthema klar, und dass man mit mehr Kühen effizienter produzieren kann.
Der Elite-Artikel stammte aber jetzt von einem deutschen Journalisten eines Kommerz-Magazins, das unter anderem Melktechnologie anpreist. Schließlich will die Melkrobotertechnologie auch von was leben.
Und er schreibt für deutsche Bauern - sehe ich das richtig?

Ist das in Österreich auch so? Ich denke es gibt wenige Betriebe in Österreich, die in 70er Schritten vergrößern können...

Die Ermutigung zum Vergrößern sehe ich zwar in Deutschland genauso unsinnig, aber die Größenverhältnisse sind dennoch andere, oder?
---

Und einen Werbeauftrag, in den ich nur investieren muss, kann ich gar nicht annehmen. Es zwingt mich ja keiner, diesen Beruf auszuüben.
Es gäbe lukrativere Branchen, die Frage ist: kann ich das, und will ich das?

Wenn ich also in meiner Branche bleiben will, muss ich mir ein Angebot überlegen, das attraktiv genug ist, dass meine Kunden den Preis bezahlen, den ich brauche, um zu überleben.
Und ich muss mich von anderen unterscheiden und besser sein als sie.

lg, tb.
Name: Christoph38 antwortet um 12-06-2008 04:49 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Es ist wohl so, dass in Österreich die Bauern weniger Kühe haben und weniger Möglichkeiten haben zu vergrössern, doch genau darin liegt das Dilemma. Der Markt (die Einnahmenseite) ist im Prinzip der gleiche. Die österreischischen Bauern haben keinen eigenen Markt. Da findet ein reger Austausch statt und im Geschäft kann man Milchprodukte aus aller Herren Ländern kaufen.

Der Markt gibt den Milchpreis vor, der Milchpreis die notwendigen Arbeitszeiten und die Produktionstechnik, daraus ergibt sich die notwendige Betriebsgrösse und dabei wirft es den Kleinbetrieb aus der Kurve.

Dem Kleinbetrieb wird auf der einen Seite vorgeworfen, er sei zu klein, unflexibel und müssen produktiver werden. Tut er das, wird ihm vorgeworfen eine Agrarfabrik zu sein und betriebswirtschaftlichen Selbstmord zu betreiben, durch hohen Fremdkapitaleinsatz.

Wofür er sich auch immer entscheidet, der Weg ist der falsche.
Bis irgendwann entnervt das Handtuch geworfen wird, meist bei einem Generationswechsel.


Name: mfj antwortet um 12-06-2008 07:39 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Ich dränge mich hier zwar hinein, möchte aber folgendes los-werden.

Wir sollten wieder unsere Hymne lernen..."Land der Berge, Land der Seen - also ein Land, fast so schön wie das Paradies - ein Land wo Millionen Menschen Urlaub machen, ein Land der landschaftlichen Abwechslung, ein Land der Natur. Wir haben die Voraussetzungen für unseren Markt vor der Tür. Der Kunde, der Gast und weltweite Werbeträger läuft täglich an uns vorbei, und wir wissen nichts damit anzufangen.

Österreich der Feinkostladen Europas was haben daraus gemacht? Nichts. Wir haben es nicht verstanden die "Harley" der Produktion zu werden. Nein, unsere Vertreter verrauchen Ihre Energie in Geld-Fördergeschichten in der EU und in österreich.
Wir haben uns einen Namen gemacht, den letzten Cent aus Brüssel zu holen, aber keinen Namen unser Produkt nach vorne zu bringen. Bei Bio sind wir ebenfalls Förder-Weltmeister statt Qualitäts-Weltmeister.

Unsere kleinen Strukturen würden eben die "handwerkliche Fähigkeit" der Verarbeitung zulassen - den Gaumenunterschied zur industrieellen...Jene Diskountprodukte wo alle gleich schmecken und sich nur in Farbe und Verpackung unterscheiden.

Und was machen wir noch: Wir setzen auf die Tränendrüse der Verbraucher - mit Aktionen wie der "Fairen MIlch". Ja Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss erarbeitet werden.

Milch zu entsorgen - um es mal nobel zu sagen, ist betriebswirtschafter Selbstmord, das Geld für Imagepflege für Kreationen und Produktfindung zu verwenden - wäre das mindeste...

Kurze Frage: Wieviel Geld gibt jeder landwirtschaftliche Betrieb für Innovation, Werbung und Marketing aus?
Name: helmar antwortet um 12-06-2008 07:54 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Milchpreis bröckelt wieder
Warum wohl, lieber Christoph, haben gerade im Grünland sehr viele Höfe "überlebt"? Weil sie auf verschiedenen Standbeinen stehen. Fast jeder Grünlandbetrieb hat einen mehr oder weniger großen Waldanteil. Manche bewirtschaften Stall und Wald gleich gut und wohl auch gern. Wie ist es aber wenn jemand mit, sagen wir mal 50 ha Wald, und 15 ha Eigengrünland Stall für sagen wir mal, 50 Kühe baut, pachtet was das Zeug hält um so gut wie jeden Preis, Quote kauft.....und dann lauthals schreit, "Ich will von der Milch leben, ich muß mit meiner Familie mit 1000,-- € auskommen weil es sich nicht ausgeht?" Also irgendwie kommt mir das schon komisch vor wenn man sich mit verschiedenen Möglichkeiten auf eine einzige fokussiert.....Ich geb schon zu alle arbeiten nicht so gern im Wald wie ich, und ich tu auch alles zu seiner Zeit........aber ich möchte da auch an den Beitrag vom Berdoc beim "Woerle" erinnern, so unrecht hat er nicht, dass da manche "Kleine" es zu gut meinen, aber ich sehe auch jetzt in der ganzen Debatte jene Meinung wiederkehren, welche 1995 ein inzwischen ehemaliger Kammervizepräsident NÖs weit verbreitete, dass die Nebenerwerbsbauern, bzhw. deren Frauen, doch mit der Milch aufhören sollen, damit die Vollerwerbler mehr Möglichkeiten hätten......zu dieser Frage hört man inzwischen bei BB und IG nichts mehr, denn keiner will sein Klientel vergrämen. Ich habe schon einige Berichte über die IG und eren Führungsgranden im Fernsehen gesehen, und oft wurde im Stall, Melkstand gefilmt.......aber immer war da der Kuhbestnad um einges