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Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!

  Antworten: 30

Name: beni11 03-06-2008 13:33 nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!

Ich habe gerade die letzten Bilder aus Deutschland gesehen und bin echt schockiert:

Da werden Molkereien blockirte und Tankwagen gekapert und dann die Milch, die ein anderer Bauer geliefert hat, einfach auf die Strasse ausgeschüttet, zig-tausend Liter!

Da erzählt ein Bauer dass er gern weiter liefern will aber seine Nachbarn bedrohen ihn und seine Kinder!

Da hat die Polizei den Auftrag eine Blockade aufzulösen und die Polizisten werden von den Bauern wüst beschimpft und atackiert!

Liebe Kollegen, ich dachte immer dass wir Bauern in der Gesellschaft doch mehr zu den anständigen Leuten gehören, die wissen was Anstand und Recht wert ist. Aber was ich da heute gesehen habe das kann ich nur mit "Gesindel" beschreiben. Und ich fürchte das wird man sich lange merken.

Ich hoffe und bete wirklich dass es bei uns in Österreich nicht so weit kommt. Die Aufhetzer sollten heute wo es regnet mal etwas nachdenken. Vertrauen zerstören ist viel einfacher als aufzubauen


Name: gadaffi antwortet um 03-06-2008 13:41 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Hallo beni!

Die deutschen Bauern haben auch lange genug alles schlucken
müssen! Wenns dann explodiert, dann gewaltig!
Das ist auch ein Zeichen dafür,daß sie das als einzigen Ausweg
mehr sehen.
Ich glaube Politk und Wirtschaft hat uns lange genug unterdrückt


mfg gadaffi

Name: biolix antwortet um 03-06-2008 14:21 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Na ja wenn dir einer dein gehalt um 20% gekürzt wird.... inkl. Ausgleichszahlungen, denkt nur mal an ÖPUL zurück... !

gewalt udn Drohungen verabscheue ich, aber das mit Blockaden , na da wird der DRuck wohl schongewaltig sein....

man muß auch mal den Hut ziehen, jetzt Bykottieren schon sieben Tage... udn die Ö fangen erst an ;-)))
Name: Christoph38 antwortet um 03-06-2008 14:32 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Viele Bauern neigen dazu Vorgaben von oben hinzunehmen und ihren Ärger hinunterzuschlucken. Aber durch entsprechend lange Provokationen, Druck, Unverständnis, bürokratische Gängelei etc. ist es durchaus machbar, dass auch eine geduldige Bevölkerungsgruppe wie die Bauern einmal ihrem Unmut Luft machen.

Solche Vorgänge sind nicht neu, sowas hat es in der Geschichte immer wieder gegeben und dann war meist Feuer am Dach. Da hat schon mancher Herrscher zurücktreten müssen.

Andere Berufsgruppen gehen bereits viel früher auf die Strasse, um ihren wirtschaftlichen Interessen Nachdruck zu verleihen, man denke etwa Ärzte.
Niemand wagt es auch nur daran zu denken, den Ärzten etwa zB. 20 % Umsatzminus zu verordnen, da ist schon lange vorher die Hölle los.

Auch glaube ich nicht, dass es eine Berufsgruppe gibt, die es besonders witzig findet, wenn ihr Produktpreis radikal gesenkt werden soll.

Die Schwierigkeit wird derzeit darin bestehen, wie man nach dem Streik wieder zur Normalität zurückkehren kann.
Name: biolix antwortet um 03-06-2008 14:40 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Apropos Ärzte Christoph !

sie wehren sich gerade das es eine Abschaffung der gesamt ausverhandelten Kassenverträge gibt, das heisst in Zukunft einzelverträge....

na komisch, da gingen bis jetzt geamtverhandlunge für alle.. aber im wichtigsten aller Bereiche nähmlich der Ernährung geht das nicht ??????

ja wo ich hinschaue freie Marktwirtschaft ,-(((

lg biolix
Name: helmar antwortet um 03-06-2008 14:44 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
...."die Schwierigkeit wird nicht nur derzeit darin bestehen, wie man nach dem Streik wieder zur Normalität zurückkehren kann, lieber Christoph!.........Es wird soviel an Vetrauen, guten Ruf, Anstand, Toleranz, den Bach hinunter gegangen sein, es wird tiefe Gräben zwischen den Höfen geben, es wird manches nie mehr zu kitten sein........und jetzt braucht es nur noch passieren dass irgendwo jemand meint jemanden am Liefern hindern zu müssen, dann geht das hoch. Sollte mein Milchtank eines Morgens leer sein, dann gibt es
1.) eine Anzeige gegen Unbekannt
2.) eine Mitteilung an alle Medien

Ich weigere mich Milch zu verschütten, denn ICH habe in den letzten Jahren zu dieser Situation(Überlieferung) NICHT beigetragen. Und wenn nochmals irgendwer mir gegeüber in diesem Zusammenhang das Wort "Solidarität" gebraucht, dem werde ich es höflich, aber bestimmt, erklären...........
Mfg, helmar
Name: biolix antwortet um 03-06-2008 14:54 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Tagesordnung ??? normal, wirtschaftsbeziehungen.. wars bis jetzt anders ??

verrauen unter KollegenInnen : wars bis jetzt besser ? ich lese da immer nein gibts kein zusmamenhalt.... war schon anders, z.b. bei uns, es gitb keine ausschreitungen...

g biolix

p.s. helmine Mengensteuerung in bauernhand inkl. bei nicht einhalten z.b. Liefersperre nach 3 maliger aufforderung zurück zu fahren, das wäre doch was ! ;-)
Name: Christoph38 antwortet um 03-06-2008 14:59 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Es spielt überhaupt keine Rolle, ob du dazu beigetragen hast oder nicht.
Du bist Milchlieferant und alle Erzeuger sitzen im selben Boot, weil alle einen fairen kostendeckenden Milchpreis brauchen. Und sollte es einen Milchbauern geben, den du für den größten Trottel auf dem Erdball hältst, er ist wegen der gemeinsamen Sache ein natürlicher Verbündeter.

Letztendlich geht es nicht um Solidarität, sondern genau darum, ob man bereit ist für sich selbst zu kämpfen.

Wer dies nicht will oder kann, wird immer einen Grund dafür finden.



Name: helmar antwortet um 03-06-2008 15:12 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Hast recht, und du, lieber Christoph, wirst ja nicht müde zu beteuern nicht mehr so blöd zu sein und melken zu gehen......
Mfg, helmar
Name: Christoph38 antwortet um 03-06-2008 15:27 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Liebe helmar,
ich sehe die Möglichkeiten die man als Bauer hat etwas vielschichtiger, als dass ich pauschal behaupten könnte, man soll nicht so blöd sein und melken aufhören.

Leider gibt es für die Zukunft kein Patentrezept.
Für mich selber hat es mangels Fläche, Zeit, Milchquote keinen Sinn gehabt mit den Milchkühen weiterzumachen.
Bei anderen Betrieben und anderen Menschen kann ich es nicht beurteilen, was Sinn macht, schon gar nicht übers Internet.

Schöne Grüsse
Name: Fadinger antwortet um 03-06-2008 15:27 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Hallo!

@helmar,
warum so verbittert?
Sicher, schön ist es nicht, wenn man mitansehen muß, wie sich beide Seiten immer tiefer eingraben. Aber Du gräbst ja selbst fleißig mit ....
Aber schau, wir denken ja bereits weiter, die Streikforderung nach einen besseren Milchpreis ist ja nur primär, in weiterer Folge geht es auch um eine sinnvolle und wirkungsvolle Mengensteuerung in Bauernhand.
Zu wünschen wäre zB.
Vereinfachung:
Keine "Bestrafung" für Unterlieferer, Wegfall der Fettkorrektur, Wegfall der überzogenen Aufzeichnungspflicht bei Direktvermarktung, ....
Wirksamkeit:
Überlieferern wird die Quote um die Menge der Überlieferung gekürzt!
Sinnhaftigkeit:
Bei Unterschreiten eines "Korbpreises" wird die Quote für alle prozentuell gekürzt, bei guten Preisen können die Kontigente wieder erhöht werden.
....
Ich glaube nämlich, das jetzt die Bereitschaft für eine tiefgreifende Änderung größer ist, als je zuvor. Nicht nur bei uns, auch in Deutschland, Dänemark, ....

Gruß F
Name: theres antwortet um 03-06-2008 16:22 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Hallo Christoph,
kannst du mir bitte erklären- was das bedeuten soll- bereit sein für sich zu kämpfen?
Name: kraftwerk81 antwortet um 03-06-2008 17:50 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Also bei uns wird niemand unter Druck gesetzt. Ein Nachbar mit seinen 7-8 Kühen liefert brav jeden Tag seine Milch ab. Dafür muss extra der Tankwagen zig Kilometer fahren. Seine Sache. Auf einzelne kommts sicher nicht an. Genauso wird's bei Dir Helmar auch sein. Im Gegenteil, bei uns hab ich das Gefühl dass der Lieferstreik die Bauern zusammenbringt!

Eins ist allerdings sicher, profitieren tust Du von einem besseren Milchpreis genauso. Ich bin Dir darum aber nicht neidig! Is wie bei den Gewerkschaften, einige setzen sich für ein Ziel ein und fangen den Gegenwind ab und die Anderen profitieren davon. That's live!


Name: mfj antwortet um 03-06-2008 18:57 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!

Ihr habt keine Ahnung was in Deutschland los ist.

ES IST KRIEG - Milchwerkblockaden, Ein - und Ausfuhrkontrollen am Werksgelände von aggressiven, keine Arbeit habende Bauern. Ich komm mir vor wie in der Sowetunion.

Ist das der freiwillige Boykott, ist das die neue Intressensvertretung der Bauern.

Ich bin gespannt, wann der erste Schuss fällt, die erste Mistgabel fliegt und die ersten Höfe brennen.

Fahrt bitte nach D zu einem bestreikten Milchwerk und macht Euch ein Bild von der Situation.
Das hat nichts mehr mit Verzweiflung zu tun, und schlechten Milchpreisen...


Name: hydrant antwortet um 03-06-2008 20:38 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
>
> Ihr habt keine Ahnung was in Deutschland los ist.
>
> ES IST KRIEG - Milchwerkblockaden, Ein - und
> Ausfuhrkontrollen am Werksgelände von aggressiven, keine
> Arbeit habende Bauern. Ich komm mir vor wie in der
> Sowetunion.
>
> Ist das der freiwillige Boykott, ist das die neue
> Intressensvertretung der Bauern.
>
> Ich bin gespannt, wann der erste Schuss fällt, die erste
> Mistgabel fliegt und die ersten Höfe brennen.
>
> Fahrt bitte nach D zu einem bestreikten Milchwerk und macht
> Euch ein Bild von der Situation.
> Das hat nichts mehr mit Verzweiflung zu tun, und schlechten
> Milchpreisen...
>
>
Name: tohoiser antwortet um 03-06-2008 21:03 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Es gibt immer auf jeder Seite extreme!

Name: mfj antwortet um 03-06-2008 21:11 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
tohoiser.....Deine Antwort ist sehr Mathematisch:

Ich würde es mal so formulieren. Eine vollgeschisse Hose bedeutet bei geöffneter Betrachtung (oder geteilt durch zwei) - die Hälfte klebt am Arsch das andere an der Hose.

Und jetzt such mal aus :-))
Name: hydrant antwortet um 03-06-2008 22:42 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
mfj und beni 11
Das ist nicht Milchbauernterror.
Ich habe noch mirgendwo gehört oder gelesen, daß ein Milchbauer in dieser Sache festgenommen worden wäre.
Bauern wurden Jahrzehnte von Discountern und Milchverarbeitern ausgebeutet und haben die Bank im Nacken mit Zins und Tilgungsraten.
Seit ca. 2 Jahren wurde der Boykott als letztes Mittel angekündigt. Die Bauern wurden jedoch nie für voll genommen. Bei uns in der Tageszeitung wurde in Leserbriefen von Pfarren und Dekan volles Verständnis gezollt.
Wie lange mußte vor 30 Jahren ein Arbeiter für 1ltr. Milch arbeiten - und heute?
Was kostete der Diesel vor 30 Jahren?
Bei uns bezahlen die Bauern für die ersten 1.600 ltr Diesel die volle Mineralölsteuer.
Während Bauern von Früh bis spät am Abend im Stall und Feld schwitzen und rackern und teuren Sprit verheizen (aktueller Dieselpreis bei uns in der BRD ca.1,50 € Tendenz steigend) fliegen Arbeitslose und Hartz 4 Empfänger mit steuerfreiem Flugbenzin in den Urlaub.
Das Geld welches dort verbraucht wird fehlt der heimischen Wirtschaft.
Wenn seitens von Milchverarbeitern längerfristige Lieferverträge mit Discountern zu diesen Ramschpreisen bestehen, so ist das deren Problem. Die Sache war lang genug angekündigt.
Geschäftsführer von Genossenschaften sind dafür eingestellt und bezahlt das Produkt bestmöglichst zu verkaufen. Sie arbeiten auch nicht zu Weltmarktpreisen. Vielleicht ist auch mal für einen "Guten Vertragsabschluß" ein Sümmchen unter dem Tisch geflossen.
Wenn jetzt der Milchpreis steigt, was machen dann die Bauern denen der Milchpreis gereicht hat und die gar nicht mehr Geld brauchen können.
a Neuen Tracktor kaufen und mit diesem vors Wirtshaus fahren?
b Mit steuerfreiem Flugbenzin in den Urlaub fliegen?
c Die Milch deren Erlös nicht mehr gebraucht werden kann, weil Konto voll, wegschütten?
d Milchquote kaufen?
Von den Bauern, welche jetzt die Milch wegschütten, tut dies keiner leichten Herzens sondern tun dies aus Angst um ihre Existenz.
Diese Bauern wo jetzt kämpfen, werden jeden übrigen Cent wieder investieren in Maschinen und Wirtschaftgebäude um ihre Höfe für die Zukunft zu halten. Diese Investitionen kommen auch wieder der Volkswirtschaft zu Gute. Von den Bauern welch ich kenne, können viele das Wort "Urlaub" nicht mal schreiben (wennIhr wisst wie ich das meine)
Zum Schluß noch Zitat aus dem Leserbrief eines obenerwähnten Pfarrers
"Subventionen sind ein Ausgleich für unsere Weigerung den Erzeuger unserer Lebensmittel anständig zu bezahlen. Wir schämen uns nicht: Billig muß es sein. Das ist Krieg gegen Mensch und Natur."
Ein Bauer schreibt:
"Mir tut es im Herzen weh, unsere Milch und die ganze Arbeit diedie dahinter steckt, auszuschütten. Unseren Kühenkönnenwir kaum noch in die Augen schauen. Aber wir haben keine andere Wahl. Wir bitten um Verständnis."


Name: helmar antwortet um 04-06-2008 00:06 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Also seinen Kühen kann man dann nicht mehr in die Augen schauen und der Herr Pfarrer erteilt die Absolution?..........
Mfg, helmar
Name: ALADIN antwortet um 04-06-2008 07:25 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Schon vor Jahren hat jemand gefragt, warum die paar tausend Ärzte solche Forderungen durchsetzen können und die vielen Bauern nicht. Die Ärztekammer setzt sich für ihre Klienten ein, die LWK- die verwaltet ihre Klienten. Dazu kommt noch die Eigenschaft der Bauern: Wenn man drei in einen "Topf" bringen möchte, muss man zwei erschlagen. Nirgens ist der Neid und die Missgunst so groß wie bei uns Bauern. dazu kommt noch, dass die meisten gewählten Funktionäre sich nach dem ersten Gulasch der Gen. verpflichtet fühlen und nicht den Bauern. genau so hat mich unser damaliger Lagerhausobmann belehrt, als ich als Funktionär öffentlich die Gen. kritisiert habe. Ihr könnt euch denken, was ich dazu gesagt habe. Ich wurde dann nur einmal gefragt, ob ich dieses Amt wieder annehme.
Name: biolix antwortet um 04-06-2008 07:31 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Morgen Aladin !



stimmst du mir zu, das diese siuation jetzt aber eine chance ist das die bauern zeigen das das nicht so ist ??

lg biolix
Name: ALADIN antwortet um 04-06-2008 08:01 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Chancen gibt es immer wieder, jeden Tag aufs neue. Wir müssen sie nur nützen wollen, oder dürfen, oder den Mut haben sie zu nützen. Die Radikalisierung in diesem Bereich gefällt mir überhaupt nicht. Das Milchwegschütten auch nicht. Wie ich schon (und Andere) öfter erwähnt habe, wäre ein schleichender Milchstreik (und Investitionsstreik) sinnvoller gewesen. Ich hoffe einzelne Milchbauern tun das ohnehin. -Weniger Milch = höheres Einkommen!
Ohne Kontingentierung wird eine flächendeckende versorgung in Europa sowieso nicht möglich sein. Die großen Bauern in den Gunstlagen mit ihren Melkrobotern können immer billiger produzieren als die "kleinen" Bergbauern. Auch müsste der Transportausgleich wieder eingeführt werden, der als Erstes vor der EU schon abgeschafft worden ist. So als vorauseilender Gehorsam quasi.
Name: mfj antwortet um 04-06-2008 08:14 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!

Um das Biolixe-Kolchosenprinzip der Planwirtschaft durchzusetzen hat Ihr Vordenker mal gesagt:


„Soziale Bewegungen brauchen Illusionen, um ihre beschränkten Inhalte durchzusetzen.“

Karl Marx

Name: Gerhardkep antwortet um 04-06-2008 09:15 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Bei einigen Autobahnplockaden der letzten Jahre habt ihr euch auch aufgeregt als die Milch wie zB. letztes Jahr 3 Tage nicht nach Italien kam war auch eine Blockade ich habe damals keinen einzigen gehört. Jetzt wo wir den Schaden eigentlich selber tragen haben wir eigentl.
nur ein Problem mit der Solidarität von uns Bauern selber. Danke !!!!!???
mfg GK
Name: dirma antwortet um 04-06-2008 10:05 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
hallo, an hydrant
bin voll deiner Meinung, nur weiter so,
bei uns versucht man schon wieder auf die Tränendrüse zu drücken, weil die Lebensmittel zu teuer würden. dabei schämt sich weder der Staat oder die Politiker, wenn für die Füllung des Heizöltankes schon ein schönes Monatsgehalt draufgeht, nur damit man im nächsten Winter nicht erfriert.
auch mit Autozulieferer möchteman uns vergleichen, wo zum Beispiel 10000 Dichtringerl vom Billigstbieter aus Taiwan, Korea oder China für 0,025 cent geliefert werden, wenn du dann 6 Stück übers Ersatzteillager kaufst, werden 95,00€ verlangt, das heißt dann Gewinnmaximierung, und die Aktionäre kriegen jedes Jahr eine höhere Dividende.

mfg

Name: theres antwortet um 04-06-2008 10:13 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Hallo Aladin,
den schleichenden Streik - bzw. in Richtung Investitonen, ja, da wäre schon einiges zu bewegen gewesen. Es hängen ja nicht nur die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft dran, sondern noch viele andere.
In der Regel sieht jeder Mensch seinen eigenen Vorteil zuerst- und dann für den anderen.
Wenn wir es schaffen können, eine Win-Win-Situation zu erreichen, dann sähe ich einen guten Weg.
Mit einem kostendeckenden Milchpreis kann der Bauer investieren, die Firmen und nachgelagerten Bereiche können dann auch gut leben, wäre für den ländlichen Raum ein wirklicher Vorteil,das schafft ein gutes Lohnklima und der Konsument kann sich die wertvollen Lebensmittel mit gutem Gefühl leisten.
Vor kurzem war eine Umfrage, wo hoch die Akzeptanz zu GVO-freien Lebensmitteln ist-
also hätten wir hier auch eine gute Akzeptanz - für nachhaltige und gesunde Lebensmittel einen entsprechenden Preis zu erzielen.
Jetzt ist der Kampf nur für einen kostendeckenden Milchpreis- und der Konsument soll es halt bezahlen.
Vielleicht fehlt mir da einiges an Grips, aber ich bin ja nicht nur Bäuerin, sondern eben auch Konsumentin und die Begeisterung für heimische Lebensmittel können wir beim Konsumenten doch am ehesten erreichen, wenn er selbst auch was davon hat.


Name: helmar antwortet um 04-06-2008 10:19 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
So ist es, liebe Theres....aber das wollen am wenigsten diejenigen hören welche "Action" haben wollen...und wenn diese auf lange Sicht ihnen auf den Kopf fällt.....Mfg, helmar
Name: beni11 antwortet um 04-06-2008 10:30 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Anscheinend haben die Ober-Streiker in Deutschland jetzt doch ein wenig nachgedacht und sind zur Einsicht gekommen daß es keine Blockaden und dergleichen geben soll weil damit der Lieferboykott in Terror ausartet. Man hat ja gesehen was sich da sofort aus einem wildgewordenem Mob entwickelt.

Nur in Österreich gibt es einen gewissen "Grünzweil" der fordert in den Zeitungen Blockaden und dergleichen. Aber der kämpft ja nicht primär für den Milchpreis sondern dafür dass wieder mehr Mitglieder die 55 Euro pro Jahr zahlen damit seine Spesenabrechnung gesichert bleibt...

Name: jacky65 antwortet um 04-06-2008 11:06 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
Den schleichenden Streik hatten wir doch schon, und niemand nahm davon Notiz. Dieser hilft nur, wenn man dementsprechend Gehör in der Öffentlichkeit findet.

Und was hilft es, wenn man dem örtl. Landmaschinenmechaniker bestreikt und dieser aufgibt und man danach 40-50km zum nächsten fahren muss??? Mit den immer größer (aber weniger) werdenden Landmaschinenverkauf setzen wir uns auch hier einem neuen Problem (ausgeliefert und abhängig) aus.

http://wko.at/fahrzeuge/main_frame/statistik/statistikjahrbuch/jahrbuch_2006/Seite9.1-9.3%202007.pdf
Niemals wurden die letzten 30 Jahre in Ö z. B. sowenig Traktoren zugelassen als 2000-2005 (Ausnahme 1994-95 durch die Unsicherheit bei EU-Beitritt), und niemand hat darauf reagiert, bzw gesagt, die Bauern brauchen bessere Preise

Nun, da meines Erachtens durch den in den vorangegangenen Jahren entstandenen Bedarf (sowie den kurzfristigen besseren Verdienst) wieder mehr Maschinen gekauft werden, ist irgendwie logisch. Man kann es auch Fitmachen nach Gourmet nennen.

Und die EU ziehlt mit Ihrer Maßnahme durch Stärkung des ländlichen Raumes (Investitionen anstelle Förderung der Urproduktion) doch nur darauf ab. Wem diese Maßnahmen alle helfen, kann sich jeder selber denken. Eingeleitet von einer Kommissarin, deren Mann jährlich 50000€ Ausgleichszahlungen??? erhält.

Die reagieren erst, wenn sie von uns kein Produkt mehr erhalten, und das ist JETZT!!!
(Das dies Risiken beinhaltet, will ich nicht verleugnen).
Name: jacky65 antwortet um 04-06-2008 11:09 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Das ist kein Lieferstreik mehr, das ist Milchbauern-Terror!
@beni
Wenn deine Probleme in Grünzweils Spesenabrechnung bestehen, dann bitte ich Dich, stelle sofort Deinen Betrieb hier vor, damit man sehen kann, wie ein Betrieb problemlos geführt werden kann!!

Leute gibts ....

@Aladin
volle Zustimmung zum Vergleich Ärztekammer u LWK.
flächendeckende Versorgung wird es schon geben, aber keine flächendeckende gewinnbringende Produktion (aber die gibt es bereits jetzt nicht mehr, wenn man überall einen Stundenlohn von 10€ ansetzen würde))
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