Tagebuch
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Aktion minus 10 Prozent bei kraftfutter Die 10 % Minus haben wir beim Kraftfutter schon längst eingeführt, die Kälber bekommen seit eh und je Kuhmilch- es wird trockengestellt, was nur irgendwie geht und der Milchverbrauch in der Küche gesteigert. Allerdings drüber hinaus kommt dann die Gewissensentscheidung- was tun mit der Milch. In die Gülle kommt mir kein Liter, einmal schlechte Erfahrung damit reicht. Wo sind brauchbare Überlegungen, wie diese Milch verwertet werden kann- ohne noch einen weiteren Schaden anzurichten. Was ich mich nur frage- haben wir das nicht kommen sehen- ein höherer Milchpreis und alles trat auf das Gas- selbst in den Fachzeitschriften wurde den Kälbern die Kuhmilch weggerechnet, weil sich der MAT eben besser auzahlt. Und jetzt sollen wir die Milch, mit viel Arbeit und Energie von den Kühen ermolken - entsorgen. Wenn dann die Rachschwaden des Milchstreiks wieder verzogen sind- wird wieder kräftig die Werbetrommel für Aufstockung, Milchleistungssteigerung und MAT gerührt. Aber ich hab noch kein einziges Wort drüber gehört, was wir machen könnten, um Lust auf Milchprodukte zu wecken. Dass womöglich die Discounter auslisten und noch weiteren Preisdruck machen- ist anzunehmen- normalerweise geh ich nicht mehr zu diesen Preistreibern zum Einkaufen. Hab jetzt mal eine Ausnahme gemacht und einige Steigen Joghurt und Käse gekauft. Solchen süssen Joghurt sind war nicht mehr gewohnt- beim Käse kann ich mich auch mit einigem nicht mehr so recht anfreunden. Und wenn ihr mich jetzt erschlagts, ich glaub wir haben eines vergessen, unsere Hausaufgaben zu machen. Nur die MIlch zu erzeugen- so wie es uns die ganze Zeit vorgemacht worden ist- hat dazu geführt, dass wir da stehen, wo wir jetzt stehen. Soviele haben uns Ratschläge gegeben, aber Ratschläge sind auch Schläge und das wird mir mit jeden Tag mehr bewusst. Wenn die Solidarität unter den Bauern jetzt heißt- wer seine Milch nicht in die Grube lässt, dass der dann unsolidarisch ist- dann muss ich so leid es mir tut- meine Gewissensentscheidung höher bewerten als die Gemeinschaft.
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