Deutlich weniger Milch mit Bodenheu

Ein Versuch an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein zeigt, dass Bodenheu das Milchleistungspotenzial von Kühen im Vergleich zu Belüftungsheu nicht optimal ausschöpft.
Wer Bodenheu statt Kaltbelüftungsheu füttert, verschenkt rund 1.100 kg Milchleistung pro Kuh und Jahr. Foto: Vetta
Wer Bodenheu statt Kaltbelüftungsheu füttert, verschenkt rund 1.100 kg Milchleistung pro Kuh und Jahr. Foto: Vetta
Ein Versuch an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein klärt die Frage: Was passiert, wenn man dieselbe Wiese zum selben Schnittzeitpunkt mäht, unterschiedlich konserviert (Bodentrocknen, silieren, belüften), und mit den Futtervarianten dann dieselben Milchkühe füttert.

Der direkte Vergleich im Versuch

Dieser Versuch wurde mit jeweils vier Schnitten über drei Jahre durchgeführt. Gemäht wurde auf einer 11 ha großen Wiese im Ennstal. Dann wurde eine Charge als Bodenheu getrocknet, eine Charge unter Dach mit Außenluft belüftet, eine Charge mit einem Luftentfeuchter getrocknet und eine Charge als Ballensilage konserviert. Im Winter wurde das Futter abwechselnd an die gleiche Versuchsgruppe an Milchkühen verfüttert und die Milchleistung gemessen.

Wirtschaftlichkeit im Grundfutter

Von beiden Belüftungsheu-Varianten haben die Kühe mehr gefressen als vom Bodenheu und von der Silage. Dabei war die Kraftfuttergabe jeweils gleich mit 20 % der Trockenmasse-Aufnahme (ca. 1.200 kg pro Kuh und Jahr). Entsprechend der Futteraufnahme war bei Bodenheu und Silage die Milchleistung je Kuh geringer. Diese Verlustwerte und Milchleistungen wurden auf die Fläche umgerechnet. Kaltbelüftungsheu und Silage lagen bei der Milchproduktion pro Hektar und Jahr in etwa gleich auf. Das Bodenheu lag um ca. 1.100 kg darunter. Das Entfeuchterheu lag um ca. 600 kg höher.

Autor: Mag. Christian Fritz, MA ist Mitarbeiter an der Abteilung für Ökonomie und Ressourcenmanagement an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein.

Mehr über die Wirtschaftlichkeit von künstlichen Heutrockungsverfahren lesen Sie in LANDWIRT Ausgabe 6/2018.
Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 6/2018 (solange der Vorrat reicht)

Nähere Informationen zum Projekt erhalten Sie im Rahmen eines Vortrags bei der 45. Viehwirtschaftlichen Fachtagung an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein zum Thema „Aufzucht, Milchmarkt, Rindermast, Technik in der Milchproduktion und Grundfutterqualität“.

Aktualisiert am: 01.03.2018 10:55
Rund um die Rinderfütterung

Tipps zur Grünfütterung im Stall

Grünfutter ist bei optimaler Nutzung, Ernte und Zuteilung ein wertvolles Rinderfutter. Sebastian Ineichen von der BFH-HAFL- Zollikofen, Schweiz und Andreas Steinwidder vom Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein haben zusammengefasst, worauf es ankommt.

Wie die Mähhöhe die Futterqualität beeinflusst

Mit der Mähhöhe können der Grad der Futterverschmutzung und damit direkt die Siliereigenschaften des Futters, der Ernteertrag und das Nachwuchsverhalten des Bestandes mitbeeinflusst werden.

Warum die Grundfutterqualität entscheidet

Milchviehbetriebe mit mäßigen Grünlandbeständen geraten zunehmend in die Enge, da mit dem Zuchtfortschritt auch die Qualität des Grundfutters steigen muss. Mehr Kraftfutter aus dem Grünland heißt das Motto. Denn bestes Grundfutter hebt die Rentabilität.

Pflanzliche Gerüstsubstanzen

Seit vielen Jahren wurde mit der Rohfaser das Vegetationsstadium und die Grundfutterqualität charakterisiert. Da jedoch über die Rohfaser der tatsächliche Gehalt an Gerüstsubstanzen falsch eingeschätzt wird, musste eine neues Analyseverfahren entwickelt werden. Dieses beschreibt den Fasergehalt mit den Parametern NDF, ADF und ADL.
Gebrauchte Erntetechnik fürs Grünland finden
Rund ums Grünland
Werbung

Erster FENDT Grünlandtag

Am Samstag, den 30. Juni, findet ab 10:30 Uhr der erste Fendt Grünlandtag in 5221 Lochen am See, bei Familie Wimmer vgl. Metzger statt. Die Besucher dürfen sich auf 2000 PS und 12 Fendt Gespanne freuen.

Die richtigen Sorten für das Grünland finden

Ein guter Pflanzenbestand ist die Basis für hohe Erträge und gute Qualitäten im Grünland. Nur wenn die Sorten zum Standort passen, können Sie das Ertragspotenzial der Flächen ausschöpfen.

Tipps zur Grünfütterung im Stall

Grünfutter ist bei optimaler Nutzung, Ernte und Zuteilung ein wertvolles Rinderfutter. Sebastian Ineichen von der BFH-HAFL- Zollikofen, Schweiz und Andreas Steinwidder vom Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein haben zusammengefasst, worauf es ankommt.

Tipps zum Mähen von lagernden Wiesen

Viele Grünlandbestände konnten wegen des Regens nicht rechtzeitig gemäht werden. Sie sind nun gekippt. Grünlandberater Wolfgang Angeringer weiß worauf Sie bei der Mahd achten sollten.