Kürbiskernöl: Irreführende Kennzeichnung stoppen

Vorstoß von Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski: Konsumenten-Täuschung muss gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden. Auf dem Etikett muss künftig draufstehen, woher die Kerne kommen.

Das von der EU geschützte „Steirische Kürbiskernöl g.g.A.“ ist das Original. In der Flasche ist drinnen, was drauf steht, betonen Franz Labugger (Obmann der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl), Präsident Gerhard Wlodkowski und Bernhard Glawogger (Geschäftsführer der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl) vlnr.
Das von der EU geschützte „Steirische Kürbiskernöl g.g.A.“ ist das Original. In der Flasche ist drinnen, was drauf steht, betonen Franz Labugger (Obmann der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl), Präsident Gerhard Wlodkowski und Bernhard Glawogger (Geschäftsführer der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl) vlnr.
Das von der EU geschützte Steirische Kürbiskernöl g.g.A. (geschützte geographische Angabe) und Kürbiskernöl sind zwei verschiedene Produkte. In Flaschen mit der Banderole „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“ ist garantiert heimisches Kernöl drinnen. Während das Original nachvollziehbar aus heimischen Kernen hergestellt wird, suggerieren Kernöl-Kopien die steirische Herkunft, obwohl die Kerne aus aller Welt (überwiegend aus Ungarn, Russland, China) kommen können.

Herkunftsland der Kerne auf Etikett mit einen Blick erkennen
Daher macht Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski einen Vorstoß für eine eindeutige Zusatz-Kennzeichnung: „Dieser Täuschung muss ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden. Auf der Flasche muss draufstehen, was drinnen ist. Die Konsumenten haben ein Recht auf eindeutige Kennzeichnung“. Und er konkretisiert: „Auf dem Etikett muss künftig stehen, woher die Kerne kommen, das Herkunftsland der Kerne muss auf einen Blick erkannt werden können. Das ist eine wichtige Entscheidungshilfe für die Konsumenten“. Auch von der Gastronomie verlangt der Kammerpräsident eine eindeutige Kennzeichnung.

Ausreichend heimische Kerne
Heuer haben die steirischen Kürbisbauern den Anbau um rund 2000 Hektar auf 12.500 Hektar ausgeweitet. Bei einer entsprechenden Witterung könnte dies eine Mehrproduktion von 450.000 bis 500.000 Litern ergeben.
Bei einer entsprechenden Nachfrage könnte in der Steiermark die Anbaufläche auf 20.000 bis 25.000 Hektar verdoppelt werden. Importkerne aus China oder Russland sind um bis zu 50 Prozent billiger und werden zu fragwürdigen sozialen und produktionsbezogenen Standards hergestellt. Die heimischen Kürbiskern-Produzenten können mit einem Stundenlohn von fünf bis 30 Cent können ihre Existenz sichern.

Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.: Strenges Kontrollsystem
In Flaschen, die die weiß-grüne Banderole „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“ tragen, ist garantiert heimisches Kernöl drinnen. Ein strenges Kontrollsystem vom Acker bis zum Ladentisch stellen die heimische Produktion und Verarbeitung sicher. Jeder Kürbisacker, jedes Kilogramm geernteter Kerne und jede Flasche Öl werden erfasst und mit der Banderole mit fortlaufender Kontrollnummer versehen. Das gesamte Kontrollsystem wird zusätzlich von einer unabhängigen, staatlich akkreditierten Kontrollstelle überprüft. Die Mitgliedsbetriebe der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl, der 1700 Produzenten angehören, werden von der Firma Lacon kontrolliert.


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Aktualisiert am: 10.06.2009 03:11