Zwischenfruchtanbau lohnt sich

Zwischenfrüchte tragen einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg am Acker bei und das nicht nur aus pflanzenbaulicher, sondern auch aus ökonomischer Sicht. Wichtig sind eine passende Auswahl der Arten für den jeweiligen Standort und eine sinnvolle Abstimmung auf die Fruchtfolge sowie die richtige Saattechnik.
In der Pflanzensubstanz von Gründüngungen werden Nährstoffe aus Ernterückständen vorübergehend gespeichert und bleiben so innerhalb der Fruchtfolge erhalten.
In der Pflanzensubstanz von Gründüngungen werden Nährstoffe aus Ernterückständen vorübergehend gespeichert und bleiben so innerhalb der Fruchtfolge erhalten.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten und stark schwankender Produkt- und Betriebsmittelpreise ist es wichtig, auf Konstanten aufbauen zu können. Die Produktionsgrundlage Boden kann um so eher gesicherte Erträge bringen und ihre Funktion als Pflanzenstandort optimal erfüllen, wenn folgende Komponenten zur Bodenfruchtbarkeit beitragen.

Erosionsschutz
Um die Ertragsfähigkeit des Bodens zu erhalten oder gar zu steigern, ist ein Erosionsschutz unumgänglich. Durch Pflanzenbewuchs wird sowohl das Bodenleben ernährt als auch die Krume vor Austrocknung und Regenschlag aber auch vor Wind- und Wassererosion geschützt. Der jährliche Verlust fruchtbaren Bodens durch Abwehen oder Abschwemmung (Bodenerosion) beträgt in Europa im Mittel 17 t Feinboden pro ha und Jahr. Durch die Planung von Fruchtfolgen sollte eine möglichst durchgehende Bodenbedeckung erreicht werden. Dabei kann der Zwischenfruchtbau in der Vegetationszeit zwischen zwei Hauptfrüchten zur Gründüngung oder zur Feldfutternutzung dienen.

Saatgutmarkt
Auch heuer ist bei manchen Zwischenfrucht-Kulturen mit Versorgungsengpässen und mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Bei Phacelia ist die Versorgungs-Lage ähnlich angespannt wie vergangenes Jahr, was natürlich auch zu beschränkter Verfügbarkeit von Mischungen mit Phacelia führt. Bei Körnerleguminosen wie Peluschke und Platterbse sind die Lager nahezu leer. Auch Wickenarten sind rares Gut. Buchweizen, Senf, Ölrettich sowie Kleearten und Grünlandsaatgut sind ausreichend verfügbar. Es ist nie zu früh, um den Zwischenfruchtanbau zu planen! In Hinblick auf steigende Saatgutpreise ist auch ein früher Bezug von Saatgut sinnvoll. Welche Preise derzeit für Saatgut zu zahlen sind, ist der Tabelle zu entnehmen.

Fazit
Der Zwischenfruchtbau führt zum Erfolg, wenn Haupt- und Zwischenfruchtfolge optimal aufeinander abgestimmt sind. Er trägt zum Boden- und Umweltschutz sowie zur Verbesserung des Pflanzenstandortes bei. Neben dem Erhalt von Nährstoffen im organischen Kreislauf kommt es zu einer produktiven Verwertung des Niederschlagswassers zwischen zwei Hauptkulturen. Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung der Artenvielfalt in und auf dem Boden. Leider werden die vielfältigen Möglichkeiten des Zwischenfruchtbaues, die die Fruchtfolge erlaubt, in vielen Fällen nicht genutzt.

Autorin: DI Claudia WINKOVITSCH, LK Burgenland


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Aktualisiert am: 19.05.2009 16:47

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