Zwischenfruchtanbau 2012

Viele Vorteile des Zwischenfruchtanbaues sind bekannt. In der Umsetzung wird der Landwirt aber mit bestimmten Herausforderungen konfrontiert. Dabei spielen die Kulturauswahl, der Aussaattermin und die Technik, die Fruchtfolge und die Bodenbearbeitung im Frühjahr eine wesentliche Rolle.
Beim Anbau von Zwischenfrüchten muss auf verschiedenste Faktoren geachtet werden. (Foto: www.agrarfoto.com)
Beim Anbau von Zwischenfrüchten muss auf verschiedenste Faktoren geachtet werden. (Foto: www.agrarfoto.com)
Für viele Betriebsleiter steht eine rasche Ausbringung des Saatgutes durch Streuen im Vordergrund, andere Betriebsführer legen größeren Wert auf eine ebene Fläche im Frühling durch kombinierten Anbau. Die Oberfläche sollte nicht zu feinkrümelig sein, um Verschlämmung und Erosion zu vermeiden. Ein kombinierter Anbau mit Kreiselegge und Sämaschine bringt optimale Keimbedingungen für die Zwischenfrucht und gute Unkrautunterdrückung, aber auch die höchsten Anbaukosten. Das Streuen von Zwischenfrüchten hat seine Vorzüge durch hohe Flächenleistungen und gute Kombinierbarkeit beim Pflügen oder Grubbern. Es muss aber mit einem höheren Saatgutaufwand gerechnet werden, da nicht jedes Korn gute Auflaufbedingungen erhält. Das Wichtigste bei den Streuverfahren ist die unmittelbare Ausbringung des Saatgutes auf den feuchten, frisch bearbeiteten Boden. Durch das Nachtrocknen oder nachfolgenden Niederschlag kommt es hierbei ebenso zu guten Erfolgen.

Gemenge den Reinsaaten vorziehen
Erfahrungen haben eindeutig gezeigt, dass durch die Mischung verschiedener Kulturen eine wesentlich bessere und vielschichtigere Durchwurzelung des Bodens erreicht wird als bei Einzelkomponenten. Das Aufbrechen von Verdichtungen ist beispielsweise durch Meliorationsrettich, Ölrettich und Ackerbohne möglich. Zudem wird eine bessere Unkrautunterdrückung und sicherere Entwicklung bei Mischungen erreicht. Bei Nachfrucht Mais oder Hafer hat sich Buchweizen als Mischungspartner mit 5 bis 10 kg/ha bewährt.
Das rasche Auflaufen des Buchweizens führt zu einer guten Unkrautunterdrückung, seine Frostempfindlichkeit bietet ebenfalls Vorteile. Mungo (Schwarzsamen oder Ramtill) aus der Familie der Korbblütler weist gleiche Eigenschaften auf und wird daher auch als Mischungspartner geschätzt. Als bewährte Fertigmischungen sind unter anderem die Wassergütemischungen (früh, fein, rau) zu nennen.
Die Anlage einer Untersaat im Getreide mittels Weiß- und Gelbklee wird vereinzelt in Versuchen erprobt. Die Entwicklung in den Fahrspuren und Vorgewende ist leider nur in den seltensten Fällen als zufriedenstellend zu bezeichnen. Größter Vorteil einer Untersaat wäre die zeitige Einsaat im Frühling ohne jegliche Bearbeitungsschritte der Flächen nach der Getreideernte mit einer bereits entwickelten Begrünung.

Zeitiger Anbau
Ein früher Anbau der Zwischenfrüchte nach der Getreide- oder Rapsernte bringt besseren Zuwachs an organischer Masse. Eine oberirdische Frischmassebildung im Ausmaß von 20 bis 30 t und 3 bis 5 t Trockenmasse je ha sind keine Ausnahme. Jedoch sind zwischen Anfang August und Mitte August deutliche Unterschiede erkennbar. Eignen sich alle Kulturen bis Mitte August, so wird ab Ende August die Auswahl eher auf die raschwüchsigen Kreuzblütler beschränkt oder das Ausweichen auf winterharte Kulturen empfohlen.

Autor: Ing. Gerhard GEBESHUBER, Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Linz

Weitere Informationen über die einzenen Zwischenfrucht-Pflanzen, z.B. Jugendentwicklung, Bodenbedeckung, Abfrosten können Sie in der Ausgabe 14/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 20.07.2012 11:32
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