Zwischenfrucht: Darauf kommt´s beim Anbau an!

Nach dem Abernten der Hauptfrüchte, einer optimalen Bodenbearbeitung (mit Bodenlockerung, Bekämpfung von Schadpflanzen, Schaffung eines optimalen Saatbettes), eventueller Kalkung (zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit, Bodenlockerung und Durchlüftung) steht dem Zwischenfruchtanbau nichts mehr entgegen. Der Zwischenfruchtanbau ist pflanzenbaulich sinnvoll, wird von Förderprogrammen unterstützt und ist betriebswirtschaftlich langfristig rentabel.
Eine optimale Begrünung deckt den Boden hervorragend ab, schafft eine Schattengare und unterdrückt das Unkraut.
Eine optimale Begrünung deckt den Boden hervorragend ab, schafft eine Schattengare und unterdrückt das Unkraut.
Tipps zum Zwischenfruchtanbau

  • Nach dem Abernten der Hauptfrucht (zumeist Getreide), soll möglichst rasch die Stoppelbearbeitung erfolgen; einerseits um Ausfallsamen das Keimen zu ermöglichen und andererseits um unnötige unproduktive Wasserverdunstung (Evaporation) vom brachen Boden zu verhindern. Günstig zum Beseitigen von Unkräutern und Ausfallpflanzen ist ein zweiter Bearbeitungsgang im Abstand von 10 bis 14 Tagen.
  • Problemunkräuter (Quecke, Ackerwinde, Huflattich, Ampfer,...) lassen sich vor der Zwischenfruchtaussaat gut bekämpfen und diese Möglichkeit soll genutzt werden. Möglich ist die gezielte chemische Bekämpfung der Problempflanzen und die mehrmalige mechanische Vernichtung von Pflanzen (Bsp.: Queckenbekämpfung am Feldrand mit Feingrubber und Pflug).
  • Eine sorgfältige Saatbettbereitung und sorgfältige Saatgutablage ist wichtig für den raschen Aufgang der Zwischenfruchtsaat; feinkörnige Gräser- und Kleearten, Phacelia benötigen ein feines, gut rückverfestigtes Saatbett; große Leguminosensamen (Ackerbohne, Erbse, Lupine, Platterbse,...) benötigen ein gut gelockertes Saatbett, um sich optimal entwickeln zu können.
  • Bei Kleearten-, Kleegrasmischungen und Grasmischungen hat sich eine sehr frühzeitige Saat mit einem Reinigungsschnitt (Mulchgerät,...) bewährt. Damit wird die Bestockung gefördert – ein dichter Bewuchs unterdrückt die Unkräuter und ergibt schmackhaftes, unkrautfreies Futter.
  • Die Zwischenfrüchte müssen in die Fruchtfolge des Betriebes passen. Bei Raps als Hauptfrucht keine Kreuzblütler (Senf, Ölrettich, Raps,...) als Zwischenfrucht verwenden – große Gefahr von Kohlhernie bei Raps. Bei Körnerleguminosen in der Fruchtfolge keine Kleezwischenfrüchte anbauen. In Rübenfruchtfolgen keine Kreuzblütler (ausgenommen nematodenresistente Arten). Günstige Kulturen hinsichtlich der Fruchtfolge sind Phacelia oder Buchweizen (sind mit keinen Hauptfrüchten verwandt).
  • Zur Saat (einerseits als Stickstoffausgleich bei Strohdüngung und zum raschen Wachstum) hat sich eine Stickstoffdüngung – idealerweise mit Gülle - gut bewährt und durchgesetzt. Diese Stickstoffdüngung muss der Folgefrucht angerechnet werden – wird aber von den Zwischenfrüchten auch tatsächlich gespeichert.
  • Wichtig für den Erfolg der Zwischenfrucht ist auch ihre Bodenbearbeitung im Frühjahr. Möglichst ebene Flächen (ebenes Saatbett), welche schonend, nicht zu tief bearbeitet werden bilden für die Folgefrucht ein optimales Keimbett. Entscheidend ist eine Wasser sparende, trockene, nicht schmierende, seichte, gut mischende Bodenbearbeitung. Kreiseleggen, Kreiselgrubber und gut eingestellte Scheibeneggen haben sich als geeignete Geräte herausgestellt.


Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Franz KASTENHUBER, Lw. Fachschule Lambach


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Aktualisiert am: 19.06.2008 16:28
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