Zukunft für Milchbauern im Berggebiet

Österreichs westliche Bundesländer Tirol und Vorarlberg fordern als sogenannte "Westachse" die Umsetzung des Milchpakets und der EU-Mengensteuerung.
Im bergigen Westen Österreichs bilden sich bundesländerübergreifende Allianzen rund um die Rettung der Milchquote bzw. um Alternativen dazu.
Im bergigen Westen Österreichs bilden sich bundesländerübergreifende Allianzen rund um die Rettung der Milchquote bzw. um Alternativen dazu.
Nicht locker lassen wollen die Agrarvertreter von Tirol und Vorarlberg was die Frage der Zukunft der Milchwirtschaft betrifft. Nachdem die "Westachse " mit Protestaktionen gegen das Milchpreisdumping des Diskonters Hofer ein achtbares Ergebnis erzielt hat, arbeiten die beiden Bundesländer nun an einer Zukunftsstrategie für die Milchbauern im Berggebiet. "Für alle außer für die Landwirtschaft gibt es Konjunkturpakete ", erklärte der Vorarlberger Agrarlandesrat Erich Schwärzler bei einem Treffen in Zams und forderte die rasche Umsetzung des im Herbst zugesagten 50-Millionen-Pakets für Österreichs Milchwirtschaft. Versprechen seien einzuhalten, betonte Tirols Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger und sprach sich dafür aus, die Milchkuhprämie noch heuer an die Bauern auszahlen. Sein Vorarlberger Kollege Josef Moosbrugger schlägt die Aufteilung der Mittel auf die Bundesländer nach der Anzahl der Kühe vor. Tirol würde dann für jede der 57.000 Milchkühe rund EUR 100,- erhalten.
"Darüber hinaus brauchen wir Antworten für die Zukunft. Um 30 Cent pro Liter und EUR 100,- pro Kuh im Berggebiet Milch zu produzieren, geht sich nicht aus ", stellte Tirols Bauernbundobmann Anton Steixner fest. Auch wenn es derzeit als fix gilt, dass die Milchquote in der EU fällt, hält Steixner ein Umdenken der EU-Mitgliedsländer bei der Quote nicht für ganz ausgeschlossen.

"Unsere klare agrarpolitische Position muss weiterhin sein, dass wir für die Beibehaltung der Milchquote oder die Einführung eines anderen EU-weiten Mengensteuerungssystems kämpfen ", waren sich die Agrarvertreter einig. Sie wollen die Europawahlen im Juni dieses Jahres nutzen, um auf die Problematik der Berggebiete aufmerksam zu machen. "Entscheidend ist, dass die EU sich bewegt ", merkte der Direktor des Österreichischen Bauernbundes, Johannes Abentung, an. Damit man in Brüssel wahrgenommen werde, müsse die Mobilisierung allerdings sehr groß sein.


Ernährungssouveränität in Gefahr
Abentung setzt gegenüber Brüssel vor allem auf Argumente wie den Klimaschutz. "Es geht auch um die Ernährungssouveränität und die Versorgungssicherheit Österreichs. Wer das will, muss für ein System sein, das die Produktion sichert ", so Abentung bei der Strategiebesprechung im Tiroler Oberland. Eine eigene Arbeitsgruppe zum Thema Milch innerhalb des Österreichischen Bauernbundes soll bis Mitte April Lösungsvorschläge erarbeiten. In diese Strategie müssten die Milch verarbeitenden Betriebe miteinbezogen werden, sagte Steixner. Er plädierte für mehr Zusammenarbeit unter den Molkereien. Nur so könne man gegenüber dem Handel selbstbewusst auftreten und faire Preise erlösen. Auf den Auslandsmärkten wäre ein gemeinsames Auftreten ebenfalls wichtig.

(AIZ)


Aktualisiert am: 02.02.2009 09:58
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