Zuchtschafe aus Oberösterreich sind gefragt

Johann Perner, der Obmann des OÖ Landesverbandes für Schafzucht und Schafhaltung betonte anlässlich einer Pressekonferenz das wachsende internationale Interesse an Zuchtschafen aus Oberösterreich. Kammerpräsident Reisecker sprach von einem steigenden Marktpotenzial für Schafprodukte.
Der Präsident der LK OÖ Franz Reisecker (Mitte) informierte bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Obmann des OÖ Landesverbandes für Schafzucht- und Haltung Johann Perner (li.) und dem Geschäftsführer des Verbandes Volker Krennmair über das Marktpotenzial der Schafbauern.
Der Präsident der LK OÖ Franz Reisecker (Mitte) informierte bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Obmann des OÖ Landesverbandes für Schafzucht- und Haltung Johann Perner (li.) und dem Geschäftsführer des Verbandes Volker Krennmair über das Marktpotenzial der Schafbauern.
„Die Nachfrage aus anderen Ländern nach Zuchttieren der Rassen Merinolandschaf und ostfriesisches Milchschaf aus unserem Zuchtgebiet stimmt uns zuversichtlich“, so Johann Perner, Obmann des OÖ Landesverbandes für Schafzucht- und Haltung, „denn internationales Interesse zeichnet die Leistungen unserer Schafbauern aus, steigert die Wirtschaftlichkeit und schafft positive Stimmung!“ Durch Pflege von Kontakten und Ausbau der Zuchtarbeit konnten die Zuchtschafexporte in den letzten Jahren enorm gesteigert werden. Allein 2012 wurden 500 Zuchtschafe aus Oberösterreich exportiert. Besonders starke Abnehmer seien die Ukraine, Serbien und Rumänien. „Wir hoffen, diese Exportzahlen in den nächsten Jahren noch steigern zu können“, so Obmann Perner. Der Landesverband fungiert als zentrales Netzwerk für die Schafhalter in unserem Bundesland. Mehr als 600 Mitglieder sind im Verein organisiert und nutzen die zahlreichen Vorteile. Der Landesverband wird 2014 sein 70-jähriges Bestehen feiern und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. So stand zur Gründungszeit die Wollproduktion und –vermarktung im Vordergrund. Mitte der 1980er Jahre setzten die Schafbauern Akzente in der Lammfleischproduktion und konnten durch gezielte Marketingaktivitäten die Nachfrage nach heimischem Lammfleisch stark steigern. Die Herdebuchzucht bildet die Basis für die Schafhaltung in Oberösterreich. Über 200 Betriebe beschäftigen sich intensiv mit der Weiterentwicklung einer Rasse. Je nach Nutzungsrichtung unterscheiden sich die 17 im Zuchtbuch eingetragenen Rassen. Den größten Anteil sowohl bei den Zuchtbetrieben als auch mit über 4.500 Tieren bildet die Gruppe der Fleischschafe mit Rassen wie zum Beispiel Merinolandschaf, Juraschaf oder Suffolk. Rund 1.000 Herdebuchtieren sind Milchschafe

Wolle als Dünger
Der nachwachsende Rohstoff „Schafwolle“ wird neben der Verwendung im Textilbereich nun verstärkt in den Bereichen Dekoration und Schmuck Wolle verwendet. Im Zuge eines dreijährigen Projektes wurde aber auch nach einer alternativen Verwendungsmöglichkeit für Wollqualitäten geforscht, die sich nicht für Textil oder Deko eignen. Schafwollpellets unter dem Namen: „Woolets“ – ein biologischer Pflanzendünger aus der Natur für die Natur sind das Ergebnis. Ziel war es, die Wertschöpfung von der Schur bis zum Einsatz des fertigen Produkts in Oberösterreich zu halten und die Wertigkeit der Wolle zu steigern. „Neben der hohen Düngewirkung überzeugt dieser Langzeitdünger mit hohem Wasserspeichervermögen und Bodenlockerung“, ist Johann Perner überzeugt von dieser neuen Erfindung.

Hohe Produktionskosten im Berggebiet
Rund 95 Prozent der Schafe in Oberösterreich werden zur Erzeugung von Lammfleisch gehalten. Derzeit werden in Oberösterreich von etwa 3.000 Schafhaltern rund 68.000 Schafe und Lämmer gehalten, davon knapp 30.000 Mutterschafe. Oberösterreich hat damit einen Anteil von ca. 16 Prozent am gesamtösterreichischen Schafbestand. „Schafe leisten vor allem in Gebieten mit schwierig zu bewirtschaftenden Grünlandflächen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Landschaftsbildes. Zudem bietet der Betriebszweig für viele Kleinbetriebe die Chance zur Sicherung einer Vollerwerbsexistenz“, erklärte LK OÖ-Präsident Franz Reisecker. Viele Schafhalter wirtschaften im benachteiligten Gebiet oder Berggebiet. Das bedeutet Bewirtschaftungserschwernisse und höhere Produktionskosten. „Um hier längerfristig im Wettbewerb bestehen zu können, ist es für unsere Schafbauern daher von größter Bedeutung, dass Ausgleichszahlungen wie das Agrarumweltprogramm und die Bergbauern-Ausgleichszulage auch künftig ausreichend dotiert sind“, ergänzte Reisecker.


Aktualisiert am: 22.07.2013 14:57
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